{"id":14370,"date":"2011-08-05T15:00:00","date_gmt":"2011-08-05T13:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14370"},"modified":"2012-06-24T16:37:38","modified_gmt":"2012-06-24T14:37:38","slug":"14370","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/08\/14370\/","title":{"rendered":"Eurozone: Das Rettungspaket vom 21. Juli"},"content":{"rendered":"<p>  Keine L&#246;sung f&#252;r die andauernde Krise der Staatsverschuldung in Europa<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i><b>Vorbemerkung: Wie ver&#246;ffentlichen hier eine &#220;bersetzung eines   Artikels des britischen Marxisten Lynn Walsh zum Rettungspaket f&#252;r   Griechenland vom 21. Juli. Walsh weist darin auf die Begrenztheit des   Rettungspakets hin. Seit Ver&#246;ffentlichung des Artikels auf der Webseite   des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (englische Abk&#252;rzung CWI &#8211;   die internationale sozialistische Organisation, der die SAV   angeschlossen ist) &#252;berschlagen sich die Ereignisse. Der Anstieg der   Zinsen auf italienische und spanische Staatsanleihen verdeutlichte, dass   die Euro-Krise alles andere als im Griff ist und lie&#223; die Sorgen   wachsen, dass diese Staaten Griechenland in die faktische   Zahlungsunf&#228;higkeit folgen k&#246;nnten. Seitdem hat die Europ&#228;ische   Zentralbank erstmals seit vier Monaten wieder europ&#228;ische Staatsanleihen   gekauft und EU-Kommissionspr&#228;sident Barroso bezweifelt in einem Brief an   Regierungen die Wirksamkeit des hier behandelten Rettungspakets. Die   Auseinandersetzung um die Erh&#246;hung der Schuldengrenze in den USA hatte,   trotz Einigung in letzter Minute, die Weltwirtschaft verunsichert und   das Gespenst einer neuerlichen weltweiten Rezession an die Wand gemalt.   Nun sind die B&#246;rsen weltweit auf Sinkflug. Der DAX hat innerhalb weniger   Tage seine gesamten Jahresgewinne eingeb&#252;&#223;t. Die Krise des   Weltkapitalismus setzt sich fort. <\/b><\/i><\/p>\n<p>  <b><i>&#8211; Die Redaktion &#8211;<\/i><\/b><\/p>\n<\/p>\n<p>  Das von den Regierungschefs der Eurozone am 21. Juli in letzter Minute   geschn&#252;rte Rettungspaket hat eine sofortige Schuldenkrise Griechenlands   abgewendet. Ein Scheitern Griechenlands h&#228;tte eine europ&#228;ische   Finanzkrise mit weltweiten Konsequenzen ausgel&#246;st. Allerdings wird   dieses Paket lediglich das Problem Griechenlands lindern, weiterhin an   Kapital zu kommen. Zur Verkleinerung des untragbaren Schuldenbergs tr&#228;gt   diese Ma&#223;nahme nur wenig bis gar nichts bei. Auch wird dadurch kein   neues Wirtschaftswachstum entfacht. W&#228;hrend die f&#252;hrenden K&#246;pfe der   Eurozone Himmel und H&#246;lle in Bewegung setzen, haben die ArbeiterInnen in   Griechenland weiterhin unter einer Last unakzeptabler Sparma&#223;nahmen zu   leiden.<\/p>\n<h4>  <i>von Lynn Walsh, Internationales Sekretariat des CWI (Komitee f&#252;r eine   Arbeiterinternationale), Artikel vom 1. August 2011<\/i><\/h4>\n<p>  Dieses Paket sieht weitere 109 Mrd. Euro an Rettungskrediten f&#252;r   Griechenland im Zeitraum 2010 bis 2014 vor und folgt auf das   Rettungspaket vom letzten Jahr in H&#246;he von 110 Mrd. Euro. Gleichzeitig   besteht die Vereinbarung darin, die Zinsen f&#252;r DIESE Kredite von vormals   bis &#252;ber f&#252;nf Prozent auf 3,5 Prozent herabzusetzen. Zudem wurden die   Kreditlaufzeiten von sieben auf wenigstens 15 Jahre verl&#228;ngert. Diese   Ma&#223;nahme, die ebenso f&#252;r Portugal und Irland gilt, wird die Liquidit&#228;t   verbessern &#8211; obgleich der Schuldenberg dadurch nur sehr geringf&#252;gig   kleiner wird.<\/p>\n<p>  Das Abkommen vom 21. Juli wird die Schulden Griechenlands   sch&#228;tzungsweise nur um gute 20 Prozent verringern. Das hei&#223;t, dass die   Staatsverschuldung bei 148 Prozent gipfeln wird, anstatt wie zuvor bei   172 Prozent. Mit anderen Worten: Die Schulden bleiben langfristig aber   unhaltbar.<\/p>\n<p>  Das Rettungspaket sieht au&#223;erdem die sogenannte Beteiligung des privaten   Sektors vor. Dabei geht es f&#252;r Banken, die griechische Staatsanleihen   halten, um den freiwilligen &#8222;haircut&#8220; (&#8222;haircut&#8220; steht hierbei f&#252;r die   Reduzierung von f&#228;lligen Anleihen und \/ oder ein Hinausz&#246;gern der   F&#228;lligkeit.)<\/p>\n<p>  Obwohl es bei alldem nur um eine marginale Ver&#228;nderung der   Schuldenst&#228;nde geht, handelt es sich f&#252;r Angela Merkel um einen   politischen Erfolg, den sie als Feigenblatt pr&#228;sentieren kann, sobald es   darum geht, in Deutschland die parlamentarische Mehrheit f&#252;r das Paket   zu bekommen. Die &#220;bereinkunft sieht auch die Machtausweitung der EFSF   vor (&#8222;European Financial Stability Facility&#8220;; Europ&#228;ische   Finanzstabilisierungsbeh&#246;rde, die zu Beginn der Schuldenkrise im   vergangenen Jahr gegr&#252;ndet wurde). Mit Unterst&#252;tzung der Regierungen der   L&#228;nder der Eurozone wird die EFSF f&#252;r griechische Staatsanleihen b&#252;rgen.   Und dennoch werden die Fonds, auf die die EFSF zur&#252;ckgreifen kann und   die sich derzeit auf 440 Mrd. Euro belaufen, momentan nicht aufgestockt.<\/p>\n<p>  Zur &#220;bereinkunft geh&#246;ren auch Verkaufserl&#246;se in H&#246;he von 28 Mrd. Euro   durch die Privatisierung staatlicher Betriebe und in Staatsbesitz   befindlichen Baulands, was viele Kommentatoren als nicht erreichbare   Summe betrachten. Die turnusgem&#228;&#223;e Auszahlung von Fondsgeldern der   Eurozone an Griechenland wird dar&#252;ber hinaus weiterhin abh&#228;ngig bleiben   von der Durchf&#252;hrung drastischer Sparma&#223;nahmen im Land. Die aktuell   vorliegenden Pl&#228;ne sehen nun vor, dass die griechische Regierung von   2015 bis 2020 einen j&#228;hrlichen Haushalts&#252;berschuss von rund f&#252;nf Prozent   des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht, um die Staatsschulden auf 120   Prozent des BIP zu senken. Und dennoch wird eine &#8222;offenkundige Gefahr   darin bestehen, dass Griechenlands schwache und nicht konkurrenzf&#228;hige   &#214;konomie unf&#228;hig ist, zu Wachstum zur&#252;ckzukehren, was es Athen unm&#246;glich   machen wird, seine Fiskalziele zu erreichen.&#8220; (Ralph Atkins, Financial   Times, 27. Juli 2011)<\/p>\n<p>  Die urspr&#252;ngliche Fassung der Abmachung vom 21. Juli nahm Bezug auf   einen &#8222;Marshall Plan&#8220; zur Sanierung der hochverschuldeten Staaten der   Eurozone. In dem aktuellen Rettungspaket ist nichts mehr vorhanden, was   dem umfangreichen, von den USA finanzierten Marshall Plan von 1948-51   &#228;hneln w&#252;rde. Und die formale Bezugnahme darauf wurde aus der   Abschlusserkl&#228;rung wieder herausgestrichen. Neben anderen Ma&#223;nahmen   bietet dieser Deal nun noch die M&#246;glichkeit f&#252;r weitere 17 Mrd. Euro an   EU-F&#246;rdergeldern f&#252;r Griechenland (die zweifellos zum Gegenstand   weiterer Vereinbarungen zwischen den Regierungen der EU-L&#228;nder werden).<\/p>\n<h4>  &#8222;Haircut&#8220; f&#252;r die privaten Gl&#228;ubiger?<\/h4>\n<p>  Jean-Claude Trichet, Chef der Europ&#228;ischen Zentralbank, hat sich   energisch gegen die Einbeziehung der Privatwirtschaft gewehrt. Er   f&#252;rchtete, man w&#252;rde damit das Bild zeichnen, die Finanzm&#228;rkte h&#228;tten   (zumindest teilweise) versagt. Die Mehrheit der EZB-Direktoren glaubte   sogar, dass damit ein gef&#228;hrlicher Pr&#228;zedenzfall geschaffen w&#228;re, und es   zu Forderungen nach &#228;hnlichen &#8222;haircuts&#8220; auch aus Irland, Portugal und   sogar aus Spanien und Italien kommen k&#246;nnte. Trotzdem war Merkel   entschlossen sicherzustellen, dass es auch zu einem Beitrag von Seiten   der Privatwirtschaft kommt. Das war f&#252;r sie deshalb n&#246;tig, weil sie   dar&#252;ber die Zustimmung durch das deutsche Parlament gew&#228;hrleisten   wollte. Die &#246;ffentliche Meinung in Deutschland ist mehrheitlich gegen   das Auflegen von Rettungspaketen f&#252;r &#8222;verschwenderische&#8220; s&#252;deurop&#228;ische   L&#228;nder wie Griechenland, obwohl Griechenland gro&#223;e Brocken seiner   Schulden bei deutschen Banken hat. Die gr&#246;&#223;ten Nutznie&#223;er des   neuerlichen Rettungsprogramms sind somit in der Tat die deutschen   Finanzh&#228;user.<\/p>\n<p>  Beim &#8222;haircut&#8220; handelt es sich um die Reduzierung von f&#228;lligen   griechischen Staatsanleihen, die nur 20 Prozent umfassen wird, was   besser ist als die 40-prozentige Reduzierung, von der der sekund&#228;re   Renten- und Anleihemarkt bereits betroffen ist. Die Verfallsfristen   werden ausgedehnt, so dass Anleihebesitzer l&#228;nger auf ihren   Kapitalr&#252;ckfluss warten m&#252;ssen. Dennoch bedeutet die jetzige   Vereinbarung einen gro&#223;en Vorteil f&#252;r die Anleihegl&#228;ubiger, da die   Regierungen der Eurozone nun (&#252;ber den EFSF) f&#252;r die Anleihen b&#252;rgen.<\/p>\n<p>  Die privaten Anleihegl&#228;ubiger (in erster Linie Gro&#223;banken und   Versicherungskonzerne) werden zwischen 2011 und 2014 einen Beitrag von   rund 37 Mrd. Euro zum griechischen Rettungspaket leisten. Allerdings   werden sich ihre tats&#228;chlichen Verluste dabei auf rund 54 Mrd. Euro   belaufen (wovon 16,8 Mrd. Euro in einen Sicherungsfonds flie&#223;en, um   Garantien f&#252;r griechische Staatsanleihen liefern zu k&#246;nnen). Die 37 Mrd.   Euro, die der griechischen Regierung tats&#228;chlich &#252;berwiesen werden, sind   winzig, vergleicht man sie mit den Gesamtschulden Griechenlands in H&#246;he   von insgesamt 350 Mrd. Euro.<\/p>\n<p>  Die f&#252;hrenden Politiker der EU behaupten, dass rund 90 Prozent der   Anleihegl&#228;ubiger zustimmen werden, sich am neuen Paket zu beteiligen.   Aber das scheint weit ab von der Realit&#228;t zu sein. Die gro&#223;en   institutionellen Anleihegl&#228;ubiger geben ein gespaltenes Bild ab. Einige   haben das Abkommen als Garantie gegen ein Scheitern der griechischen   Regierung begr&#252;&#223;t, wobei sie ihr ganzes Geld verloren h&#228;tten. Andere   sind offen skeptisch, was die Effektivit&#228;t dieses Abkommens angeht. Sie   f&#252;rchten, dass es zu weiteren Abschreibungen bei griechischen   Staatsanleihen kommen wird. Au&#223;erdem haben sie Angst vor der   &#8222;Ansteckungsgefahr&#8220;, der Ausweitung der Finanzkrise auf L&#228;nder wie   Portugal und Irland sowie den gewichtigeren Volkswirtschaften Spaniens   und Italiens.<\/p>\n<p>  Die EFSF strebt eine Rekapitalisierung der wankenden griechischen Banken   im Umfang von 20 Mrd. Euro an. Unterdessen ruft der griechische   Finanzminister wohlhabende Griechen auf, ihre seit Beginn der Krise im   vergangenen Jahr sch&#228;tzungsweise 15 Mrd. Euro an ins Ausland   transferierten Kapitalien zur&#252;ckzuholen.<\/p>\n<h4>  Die Rolle der EZB<\/h4>\n<p>  Trichet hat den Kampf verloren, die Privatwirtschaft davor zu bewahren   (&#252;ber den sogenannten &#8222;haircut&#8220;) Teil des Rettungspakets zu werden.   Gewonnen hat die EZB jedoch in dem Punkt, dass die Verantwortung   einzugreifen auf die Regierungen der Eurozone und die EFSF &#252;bertragen   wurde. Als es im Mai 2010 zur bis dato un&#252;bertroffenen Schuldenkrise   kam, begann die EZB damit, Staatsanleihen aufzukaufen, um den   Zusammenbruch des Renten- und Anleihenmarktes zu verhindern. Das f&#252;hrte   dazu, dass die EZB Milliarden an Euro in Staatsanleihen von wankenden   Regierungen wie der in Griechenland, Irland und Portugal steckte. Die   EZB hat auch Milliarden von Euro in Form von Staatsanleihen als   Sicherheit f&#252;r Kredite an die griechische Regierung und andere   hochverschuldete Regierungen akzeptiert.<\/p>\n<p>  Aus diesen Gr&#252;nden bedeutet der jetzige &#8222;haircut&#8220; Verluste f&#252;r die EZB   selbst. Und ein Totalausfall k&#246;nnte eine massive Krise auch f&#252;r die EZB   bedeuten. Trichet will die griechischen und die Staatsanleihen anderer   Staaten an die EFSF verkaufen, um somit auch die Verantwortung f&#252;r die   Rettungspakete abgeben und sich wieder mit der Geldpolitik der Eurozone   befassen zu k&#246;nnen. Und dennoch: Nur die EZB, die in der Lage ist, neue   Kredite anbieten zu k&#246;nnen, hat auch die Macht, die europ&#228;ischen   Finanzm&#228;rkte im Falle einer massiveren Krise auf h&#246;herer Ebene zu   unterst&#252;tzen.<\/p>\n<h4>  Mehr Befugnisse f&#252;r die EFSF?<\/h4>\n<p>  Der Beschluss vom 21. Juli r&#228;umt der EFSF eine gr&#246;&#223;ere Rolle ein. Von   nun an wird es ihr m&#246;glich sein, Staatsanleihen auch auf dem zweiten   Renten- und Anleihemarkt aufzukaufen (um den Preis dieser Wertpapiere zu   st&#252;tzen). Auch wird sie in der Lage sein, der EZB Anleihen abzukaufen,   was ein Entgegenkommen gegen&#252;ber Trichet darstellt.<\/p>\n<p>  Die EFSF hat nun die Befugnis zu pr&#228;ventivem Eingreifen, um Notprogramme   f&#252;r Regierungen der Eurozone zur Verf&#252;gung zu stellen, damit der Abfall   ihrer Staatsanleihen verhindert wird. Die EFSF wird auch eingreifen   d&#252;rfen, um ins Schwimmen geratenen Banken bei der Rekapitalisierung zu   helfen. Konkret ist sie nun verantwortlich f&#252;r die Bereitstellung von 20   Mrd. Euro an unter Druck geratene Banken, die zur Zeit im Besitz   griechischer Staatsanleihen sind. Die der EFSF eigentlich zugedachte   Rolle sollte &#8211; wenn es denn &#252;berhaupt noch dazu kommt &#8211; der des auf   globaler Ebene agierenden Internationalen W&#228;hrungsfonds vergleichbar   sein. Das jetzige Vorgehen wurde als &#8222;bedeutender Schritt in Richtung   Europ&#228;isierung der Staatsschulden&#8220; betitelt. Auf Grundlage der   erweiterten Aufgaben, die der EFSF nun zugedacht werden, wird sie mehr   Macht haben, um die Haushalte und Steuerpolitiken der Regierungen in der   Eurozone &#252;berwachen zu k&#246;nnen. Das ist ein Schritt (wenn auch zun&#228;chst   nur auf dem Papier) in Richtung &#246;konomischer F&#246;deralisierung in der   Eurozone.<\/p>\n<p>  &#220;ber alldem steht, dass das Abkommen vom 21. Juli nicht dazu dient, um   der EFSF zus&#228;tzliche Fonds zur Verf&#252;gung zu stellen (die sich weiterhin   auf 440 Mrd. Euro belaufen). In Wirklichkeit existiert weiterhin eine   scharfe Begrenzung ihrer Macht. So darf die EFSF zum Beispiel nur dann   Staatsanleihen aufkaufen, wenn die EZB gr&#252;nes Licht dazu gegeben hat.   F&#252;r das Eingreifen zur Rekapitalisierung von Banken und zur   Unterst&#252;tzung von Staatsfinanzen ist die Zustimmung von EZB und von   s&#228;mtlichen Regierungen die Voraussetzung. Mit anderen Worten: Jede   Regierung k&#246;nnte durch ein Veto ein Eingreifen verhindern.<\/p>\n<p>  Die zusammengenommenen Staatsschulden der L&#228;nder Italien und Spanien   belaufen sich zum Beispiel auf 2.200 Mrd. Euro. Wie k&#246;nnte die EFSF f&#252;r   derart hohe Schulden auf Grundlage ihrer momentanen Fondsst&#228;rke eine   Garantie abgeben? Nicolas Sarkozys Behauptung, wonach die &#220;bereinkunft   vom 21. Juli einen Wendepunkt darstellt (er sprach von einem   &#8222;Quantensprung&#8220; in Sachen F&#246;deralismus) ist eindeutig verfr&#252;ht.<\/p>\n<h4>  Ausblick<\/h4>\n<p>  Das neue Rettungspaket hat einen sofortigen Zusammenbruch der   griechischen Staatsfinanzen abwenden k&#246;nnen. Dennoch wird die   fortgesetzte Durchf&#252;hrung drastischer Sparprogramme den m&#246;glichen   Einbruch der griechischen Wirtschaft zun&#228;chst nur zeitlich weiter nach   hinten verlagern. Ohne Wachstum gibt es keinen Weg f&#252;r Griechenland   heraus aus der Schuldenkrise. Gideon Rachman kommentierte dazu in der   Financial Times (25. Juli 2011): &#8222;W&#228;hrend die Angst vor einem   pl&#246;tzlichen Zusammenbruch f&#252;rs erste geschwunden ist, besteht die Gefahr   einer langsam anwachsenden Kapitalklemme, die die griechische &#214;konomie   zerreiben w&#252;rde und zu sozialem und politischem Aufruhr f&#252;hren w&#252;rde,   weiterhin.&#8220; Die Zukunft des Landes, wie er erg&#228;nzt, verhei&#223;t &#8222;Blut,   Schwei&#223; und Tr&#228;nengas.&#8220;<\/p>\n<p>  ___________________________________________________<\/p>\n<\/p>\n<p>  <i>Es gibt nur wenige seri&#246;se kapitalistische Kommentatoren (wenn   &#252;berhaupt), die glauben, das jetzige Abkommen w&#252;rde die griechische   Schuldenkrise tats&#228;chlich beheben und eine europaweite Schuldenkrise   verhindern. Beispielhaft sind hingegen folgende Kommentare: <\/i><\/p>\n<p>  <b><i>Sebastian Mallaby <\/i><\/b><i>(Financial Times, 22. Juli 11): &#8222;Das   Abkommen hat Griechenland ein neues Rettungspaket aber keinen   glaubhaften Plan gebracht, die Ansteckungsgefahr f&#252;r den Rest Europas   einzud&#228;mmen.&#8220; <\/i><\/p>\n<p>  <b><i>Elga Bartsch<\/i><\/b><i> (Morgan Stanley, 26. Juli 11): Das   Rettungspaket vom 21. Juli ist &#8222;eher ein Schritt in die richtige   Richtung als die endg&#252;ltige L&#246;sung f&#252;r die Staatsschuldenkrise in der   Euro-Region&#8220;. &#8220;&#8230; Langfristig erwarten wir, dass die Resolution der   Politiker erneut von den M&#228;rkten herausgefordert wird.[&#8230;] Mit anderen   Worten: Das Abkommen wird durch das spekulative Handeln der   Gro&#223;investoren unterminiert werden.&#8220; <\/i><\/p>\n<p>  <b><i>Wolfgang M&#252;nchau<\/i><\/b><i> (Financial Times, 24. Juli 11):   &#8222;Noch bevor die Tinte zu diesem zweiten Rettungspaket f&#252;r Griechenland   getrocknet ist, dr&#228;ut bereits ein drittes. [&#8230;] Das zweite Kreditpaket   f&#252;r Griechenland wird so lange greifen, bis wir realisieren, dass ein   drittes n&#246;tig wird. Wenn die f&#252;hrenden Politiker der Eurozone aus ihren   Sommerferien zur&#252;ck sind, werden sie weiterhin den Euro haben und auch   die Krise&#8220;. <\/i><\/p>\n<p>  <b><i>Tony Barber <\/i><\/b><i>(Financial Times, 22. Juli 11): &#8222;Nat&#252;rlich   wird das die Staatsschuldenkrise Europas und die Bankenkrise nicht   beenden. Es mag nur eine Frage von Monaten sein, bis die europ&#228;ischen   Feuerwehrleute erneut aktiv werden m&#252;ssen.&#8220; <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Keine L&#246;sung f&#252;r die andauernde Krise der Staatsverschuldung in Europa\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[79,123],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14370"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14370"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14370\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}