{"id":14360,"date":"2011-07-22T00:00:00","date_gmt":"2011-07-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14360"},"modified":"2012-06-24T16:38:22","modified_gmt":"2012-06-24T14:38:22","slug":"14360","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14360\/","title":{"rendered":"Enteignet Murdoch!"},"content":{"rendered":"<p>  &#8216;Murdochgate&#8217; zeigt den Charakter der kapitalistischen Presse<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Dieser Artikel erschien am 12. Juli 2011 auf <a href=\"http:\/\/www.socialistworld.net\">www.socialistworld.net<\/a><\/p>\n<p>  In den Tagen zwischen der Ver&#246;ffentlichung und heute wurden weitere   Details der Murdoch-Aff&#228;re bekannt.<\/p>\n<p>  Am 19. Juli mussten sich der Medienmagnat Rupert Murdoch, sein Sohn und   designierter Nachfolger an der Spitze des Konzern, James Murdoch und die   hochrangige Managerin Rebekah Brooks vor einem Ausschuss des Unterhauses   zu den Vorf&#228;llen verantworten. W&#228;hrend Murdoch jr. eingestand, das die   Aussagen von MitarbeiterInnen des Boulevardblattes News of the World   (NoW), die 2007 get&#228;tigt wurden gezielt Fehlinformationen erhielten,   bestritt Rupert Murdoch jegliche Kenntnis &#252;ber die Vorf&#228;lle.<\/p>\n<p>  Einen Tag sp&#228;ter, am 20. Juli standen Premierminister Cameron, sein Vize   Clegg und der Finanzminister Osborne selbst Rede und Antwort vor dem   Parlament. Auch Cameron blieb bei seiner wenig glaubw&#252;rdigen Aussage,   dass er nichts &#252;ber Ermittlungen und zur&#252;ckgehaltene Indizien gewusst   h&#228;tte und die Aufkl&#228;rung an mangelndem Willen seitens der Metropolitan   Police, auch als Scotland Yard bekannt, und unverantwortlichem Handeln   von BeamtInnen und JournalistInnen gescheitert w&#228;re.<\/p>\n<p>  Im Bezug auf Cameron stellte sich heraus, dass der mittlerweile   inhaftierte Andy Coulson, ehemaliger Chefredakteur von NoW, bis zum   Januar dieses Jahres als Kommunikationsdirektor Camerons gearbeitet hat.   Der Reporter Sean Hoare, der als einer der Ersten mutig eine Aussage   gegen Coulson t&#228;tigte, wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. In der   &#214;ffentlichkeit wird Hoare nun als drogen- und alkohols&#252;chtig diffamiert,   um seine Glaubw&#252;rdigkeit zu untergraben.<\/p>\n<p>  Es wurde in den Tagen zuvor bekannt, dass Neil Wallis auf der   Gehaltsliste der Metropolitan Police stand und f&#252;r 1.000 Pfund pro Tag   als PR-Berater des Chefs der Polizeibeh&#246;rde f&#252;r zwei Tage im Monat t&#228;tig   war. Neil Wallis ist ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der   Zeitung News of the World und wurde letzte Woche im Zusammenhang mit dem   Abh&#246;rskandal von Mailboxen verhaftet. Nicht nur, dass er dem Polizeichef   Sir Paul Stephenson beratend zur Seite stand, er war ebenfalls   PR-Berater eines luxuri&#246;sen Kurhotels, in dem Stephenson kostenlos einen   20-t&#228;gigen Aufenthalt verbrachte. Mittlerweile schied der rangh&#246;chste   Polizeibeamte freiwillig aus dem Dienst aus. Ebenso ein hochrangiger   Kollege, der Chef der Terrorbek&#228;mpfung bei Scotland Yard, John Yates,   der f&#252;r die Einstellung eines Verfahrens in der Abh&#246;r-Aff&#228;re gegen   Wallis verantwortlich war.<\/p>\n<p>  Die australischen Aktien des Murdoch-Unternehmens News Corp sind am 18.   Juli um 7,6 Prozentpunkte gesunden und die Kreditw&#252;rdigkeit wird als   negativ eingesch&#228;tzt. Angesichts eines liquiden Verm&#246;gens von 12 Mrd.   Dollar d&#252;rfte sich eine der einflussreichsten Familien dieser Welt   jedoch auch &#252;ber diese Durststrecke hinweg&#8220;kaufen&#8220; k&#246;nnen. D. &#220;bers.<\/p>\n<h2>  &#8222;Murdochsgate&#8220; ist Gro&#223;britanniens Watergate<\/h2>\n<p>  <i>Leitartikel aus &#8222;the Socialist&#8220;, Zeitung der Socialist Party   (Schwestersektion der SAV, CWI in England und Wales)<\/i><\/p>\n<p>  &#8222;Murdochgate&#8220; ist Gro&#223;britanniens Watergate. In der Politik wie in der   Natur ist der &#8222;Butterfly Effect&#8220; am Wekt. Ein scheinbar kleines Ereignis   &#8211; die ber&#252;hmte Metapher vom Schlag eines Schmetterlingsfl&#252;gels &#8211; kann   eine Kette von Ereignissen mit erheblichen, unvorhergesehenen   Konsequenzen ausl&#246;sen. Im Fall der Watergate-Aff&#228;re f&#252;hrte dies zu   Diskreditierung und dem Fall Richard Nixons, dem Pr&#228;sidenten der   m&#228;chtigsten Nation der Welt, den USA. Cameron und seine korrupte und   niedertr&#228;chtige Regierung verdienen heute das selbe Schicksal. Watergate   zeigte die F&#228;ulnis im Herzen der US-Regierung und bedroht das soziale   System, auf dem sie beruhte, den Kapitalismus.. Die herrschende Klasse   der USA bekam es mit der Angst zu tun, im Besonderen gegen&#252;ber dem   scheinbar au&#223;er Kontrolle geratenen und quasi diktatorischen Regime   Nixons und seiner Gefolgsleute, die das Abenteuer des Vietnamkriegs   fortsetzten und ausweiteten, das noch nicht vorbei war, als er aus dem   Wei&#223;en Haus vertrieben wurde. Doch Watergate brachte auch das Netz der   L&#252;gen und geheimen Absprachen zwischen kapitalistischen Politikern,   Kriminellen und dem Staat ans Licht. Nur der Gewissenhaftigkeit einiger   engagierter Reporter und der Tatsache, dass Nixon all seine Verbrechen   und Vergehen ist es zu verdanken, dass die Wahrheit letztendlich   herauskam. Hier gehen nun &#228;hnliche Enth&#252;llungen von sich. Cameron, Das   Murdoch-Imperium und die Polizei sind in einem korrupten Versuch   involviert, die demokratischen Recht der britischen Bev&#246;lkerung zu   unterwandern.<\/p>\n<p>  Es war die Aufdeckung des absto&#223;enden Abh&#246;rens der Mailbox des   ermordeten Schulm&#228;dchens Milly Dowler durch zwielichtige Angestellte von   Murdochs News International, die den Wendepunkt einleitete. Die   weitreichende Auswirkung, die dies hervorrief &#8211; vergleichbar mit der   Reaktion in Liverpool nach dem Angriff der Sun auf Liverpooler   Fu&#223;ballfans in Hillsborough, aber in wesentlich gr&#246;&#223;erem Ma&#223;stab &#8211;   vereitelte die Pl&#228;ne Murdochs und anderer wie Cameron und die   Koalitionsregierung, den Sturm auszusitzen, der durch den Abh&#246;rskandal   verursacht wurde. Nur Tage zuvor, wurde es deutlich, dass sich der   sogenannte Kultursekret&#228;r Jeremy Hunt darauf vorbereitete, Murdochs   Bitte nach einer mehrheitlichen &#220;bernahme der Satellitenstation BskyB   zuzustimmen, die es ihm erlaubt h&#228;tte 40% des medialen Absatzes in   Gro&#223;britannien zu kontrollieren. Es ist zweifelhaft, wenn nicht   ausgeschlossen, dass Cameron damit weitermachen kann, angesichts des   riesigen Ausma&#223;es f&#252;r das Murdoch Imperium und seine Gefolgsleute,   diesen Deal abzusegnen. Eine Massenkampagne, um diesen Deal zu   verhindern, gr&#246;&#223;tenteils &#252;ber die neuen Medien wie Social Networks   organisiert, hat 170.000 Einspr&#252;che gegen die &#220;bernahme von BskyB   mobilisiert!<\/p>\n<p>  Weitere Enth&#252;llungen &#252;ber das Abh&#246;ren von Familien Kriegstoter und der   Verwandten der Opfer des 7. Juli (Anschlag in der Londoner U-Bahn am 7.   Juli 2005 mit 56 Toten und &#252;ber 700 Verletzten Anm. d. &#220;bers.) haben   diese Stimmung nur noch verst&#228;rkt. Im Zuge dessen &#252;bertrafen sich   PolitikerInnen, kapitalistische ReporterInnen, KomentatorInnen und die   Polizei, die die Beweise der kriminellen Aktivit&#228;ten von Murdochs   Angestellten &#8211; einschlie&#223;lich jener an der Spitze von News   International, Rebekah Brooks und Murdochs Sohn James &#8211; zur&#252;ckhielt,   einander in Scheinheiligkeit und Widerw&#228;rtigkeit, um sich von ihrem   ehemaligen Patron, Alastair Campbell, Blairs PR-Frontmann, den   verschiedenen Waffenexperten David Kelly und dem Journalisten Andrew   Gilligan zu distanzieren, weil sie die Wahrheit &#252;ber das &#8222;Dodgy Dossier&#8220;   (das die Planung Gro&#223;britanniens f&#252;r den Irakkrieg enth&#228;lt Anm. d.   &#220;bers.) und die Massenvernichtungswaffen sagten. Nun schreibt Alastair   Campbell, ohne eine Miene zu verziehen, in der Financial Times vom 11.   Juli:<\/p>\n<p>  &#8222;Am Empfang (bei Rebekah Brooks&quot; Hochzeit) hatte ich eine kurze   Unterhaltung mit Mr Cameron. I sagte, dass ich hoffte, er w&#252;rde nicht   die anstehenden Wahlen gewinnen, aber wenn er es doch tun w&#252;rde und wenn   er handeln w&#252;rde, um die politische Debatte und die Standards der Presse   zu verbessern, w&#252;rde ich ihn unterst&#252;tzen. &#8222;Es ist schlimmer geworden,   oder?&#8220; sagte er. Ich antwortete, dass er ein viel st&#228;rkerer   Premierminister, wenn er sein Amt &#252;bernehmen und sich den gro&#223;en   Mediengruppen nicht verpflichtet f&#252;hlen w&#252;rde. In diesem Moment gesellte   sich Mr Murdoch zu uns und wir wechselten das Thema. M&#246;glicherweise   h&#228;tten wir das nicht tun sollen. Dass wir es taten, zeigte jedoch etwas   von der Unehrlichkeit inmitten dessen, was wesentliche politische und   wirtschaftliche Verbindungen sind.&#8220; Cameron hatte sogar den Mumm, zu   behaupten, dass &#8222;wir alle in einem Boot sitzen,&#8220; vor Murdoch zu Kreuze   kriechend. Das tun wir aber nicht!<\/p>\n<p>  Alle, die gegen den Kapitalismus gek&#228;mpft haben, wurden gnadenlos von   der Murdoch- und rechten Schmutzpresse allgemein verunglimpft. Tony   Benn, als er f&#252;r den Vizevorsitz der Labour Party antrat, wurde mit   Hitler verglichen, wie zuvor schon Arthur Scargill w&#228;hrend und nach dem   Streik der MinenarbeiterInnen. Die heroischen Liverpool Militants,   gemeinsam mit denen, die einen Sieg gegen Thatcher im grandiosen   Poll-Tax-Kampf errangen, wurden f&#252;r eine spezielle Behandlung   ausgew&#228;hlt. Tommy Sheridan sitzt heute wegen eines pers&#246;nlichen   Rachefeldzugs Murdochs, um &#8222;diesen kleinen Kommunisten zu kriegen.&#8220; Im   Nachhinein wurde nun durch die letzten Enth&#252;llungen gezeigt, dass es   Murdoch und seine besch&#228;menden &#8222;ZeugInnen&#8220; waren, die logen und, in Andy   Coulsons fall, Beweise zur&#252;ckgehalten haben, die Tommy Sheridan vor   Gericht geholfen h&#228;tten.<\/p>\n<p>  Cameron, Osborne und dem Rest der Bande, die diese unrechtm&#228;&#223;ige   Koalitionsregierung f&#252;hren kann nicht gew&#228;hrt werden, dass sie sich   jetzt einfach von Murdoch distanzieren. Cameron und seine Frau haben   sich f&#252;rstlich bewirten lassen und in &#252;bertragenen Sinnemit Rebekah   Brooks und James Murdoch gemeinsam &#8222;abgeh&#246;rt&#8220;. Sie waren wie Pech und   Schwefel in dem Ort, der &#8222;Chipping Norton&#8220; genannt wird.   Unglaublicherweise bezeichnet Cameron Coulson immer noch als einen   &#8222;Freund&#8220;: &#8222;Zeig&quot; mir deine Freunde und ich sag&quot; dir, wer du bist.&#8220;<\/p>\n<p>  Viel mehr jedoch, hat diese Aff&#228;re den wirklichen W&#252;rgegriff gezeigt, in   dem Murdoch die Politik der britischen Regierung und alle wichtigen   Bereiche des Lebens in den letzten Jahrzehnten h&#228;lt. Ein Herausgeber   Murdochs hat John Major &#8211; dem letzten Tory Premierminister &#8211; gesagt,   dass er &#8222;einen gro&#223;en Eimer Schei&#223;e&#8220; &#252;ber seinen Kopf aussch&#252;tten w&#252;rde,   wenn nicht Murdochs Anweisungen entsprechen w&#252;rde. Andrew Rawnsley vom   Observer kommentierte: &#8222;Und der Schmutz wurde pflichtgem&#228;&#223;g &#252;ber ihn   ausgesch&#252;ttet.&#8220; Tony Blair flog bekannterma&#223;en nach Australien, um vor   Murdoch auf die Knie zu fallen, damit er seine Unterst&#252;tzung w&#228;hrend der   Wahlen 1997 bekommt. Nach der Wahl wurde Murdoch oft als das &#8222;24.   Mitglied des Kabinetts&#8220; bezeichnet! Murdoch besuchte Blair drei Mal   pers&#246;nlich, um ihn unter Druck zu setzen, damit er sich f&#252;r George Bush   ausspricht, um die Invasion im Irak zu unterst&#252;tzen. Nicht, dass Blair   all diese &#220;berzeugung gebraucht hatte. Es ist jedoch eine Tatsache, dass   die Masse der britischen Bev&#246;lkerung unmissverst&#228;ndlich Opposition   dagegen gezeigt hat: das aber war nur nebens&#228;chlich. Das Diktat des   Amerikanischen Imperialismus, vermittelt durch das Medium Murdoch, war   &#252;berragend. Dar&#252;berhinaus wissen wir nun, dass, als Blair sich darauf   vorbereitete, Downing Street Nummer 10 (dort befindet sich in London das   B&#252;ro des Premierministers Anm. d. &#220;bers.) 2007 zu verlassen, Murdoch   bereits in seinem Bentlay lauerte, bereit und begierig darauf, den neuen   Mann Gordon Brown zu sehen, um ihm seine Anweisungen aufzudr&#228;ngen.<\/p>\n<p>  Es ist die ewige Schande der &#8222;Labour&#8220; F&#252;hrer, dass es mediale   &#8222;Pers&#246;nlichkeiten&#8220; wie Hugh Grant und Comedians wie Steve Coogan waren,   die &#252;brig blieben, einige Wahrheiten &#252;ber News of the World   (Boulevardzeitung, deren Auslieferung in Folge des Skandals eingestellt   wurde. Anm. d. &#220;bers.) und Murdoch zu sagen. Coogan erkl&#228;rte in   Newsnight vom 8. Juli: &#8222;Die Leute sagen, dass es ein schwarzer Tag f&#252;r   die Presse ist. Es ist ein wundervoller Tag f&#252;r die Presse: ein kleiner   Sieg f&#252;r Anstand und Menschlichkeit&#8230;Die Leute reden, als wenn sie   hinter ihre normalerweise hohen Standards zur&#252;ckgefallen w&#228;ren. Sie   waren bereits ganz unten im Schmutz, es ist nur so, dass sie weiter   gesunken sind, als es jemand je f&#252;r m&#246;glich gehalten h&#228;tte.&#8220;<\/p>\n<p>  Sogar jetzt, mit dem R&#252;cken zur Wand, hat Murdoch den neuen   Labourvorsitzenden Ed Miliband &#252;ber seine Gefolgsleute warnen lassen,   dass News Corporation sich gegen ihn und die Seinen richten werde, weil   er die Frechheit besessen h&#228;tte, den R&#252;cktritt Rebekah Brooks&quot; zur   gleichen Zeit zu fordern, als er sich weiterhin gegen den BskyB-Deal   aussprach. Das tat Miliband jedoch erst, nachdem der Abh&#246;rskandal Milly   Dowlers bekannt wurde. Mehr noch: sein Strategy Director, Tom Baldwin,   ermahnte ein paar Wochen zuvor Parlamentsabgeordnete der Labour Party,   das Thema der &#220;bernahme von BskyB durch Murdoch nicht aufzuwerfen.<\/p>\n<p>  Nur Wochen vorher trank er auf Murdochs Party Champagner. Nun behauptet   er, dass das haupts&#228;chlich ein &#8222;gesellschaftlicher Anlass&#8220; war! Nichts   k&#246;nnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Alle Beweise sprechen   daf&#252;r, dass Murdochs Geladene dort waren, um politisch bestochen zu   werden, um sicher zu gehen, dass politische F&#252;hrer alle gro&#223;en Parteien   Murdochs Linie folgen. Tun sie es nicht, erwartet sie eine Behandlung   gemessen an ihrem &#8222;Nonkonformismus&#8220;. Murdoch versuchte sogar, Tony Blair   zu benutzen, um Gordon Brown unter Druck zu setzen, als er   Premierminister war, um den Labourabgeordneten Tom Watson zum Schweigen   zu bringen, der gemeinsam mit Journalisten des Guardian wie Nick Davies   mutig an vorderster Front stand, um den Skandal zu enth&#252;llen.<\/p>\n<p>  All dies zeigte den verzerrten Charakter der britischen &#8222;Demokratie&#8220;.   Der Observer gibt in seinem Leitartikel soviel zu: &#8222;&#220;ber 40 Jahre   &#252;berzeugte Murdoch das Establishment, dass er einen politischen Ruf   erschaffen oder zerst&#246;ren kann und Wahlerfolge geben oder nehmen kann.   Indem er das tat, beschnitt er das Parlament, die Rechte der B&#252;rger   verletzend und die Demokratie unterminierend.&#8220; JedeR kann seine\/ihre   Entscheidungen treffen und Stimme haben wie sie\/er will, solange die   gro&#223;en Kapitalisten und die angeheuerten L&#252;gnerInnen der Presse und   Medien entscheiden k&#246;nnen, was passiert. Es ist nicht nur Murdoch der   eine quasi-diktatorische Herrschaft aus&#252;bt, im Bestreben die &#246;ffentliche   Meinung in Gro&#223;britannien zu formen. Genauso undemokratisch sind   Pressemoguln wie Paul Dacre der Mail Gruppe deren Journalisten, die ihre   Federn mit tollw&#252;tigem Speichel befeuchten, um gegen Einzelpersonen und   die Arbeiterbewegung zu schreiben.<\/p>\n<p>  Die Konzentration des Medienbesitzes hat jetzt eine Situation   hervorgerufen, in der 10 Unternehmen 75% der Medien besitzen. Dies   m&#252;ndete in vielen Jobverlusten unter Journalisten. 200 Journalisten und   anderes Personal haben ihre Arbeit mit der Schlie&#223;ung von News of the   World verloren. Wir k&#246;nnen aufrichtig sagen, dass wir das Abdanken   dieses Skandalblattes nicht bedauern. Aber niemand kann in einer Phase   der Massenarbeitslosigkeit unterst&#252;tzen, dass Menschen gefeuert werden   und vor allem in einer solch r&#252;cksichtslosen Art und Weise. Und wie   viele Tr&#228;nen werden von den Kapitalisten f&#252;r die 1.400 ArbeiterInnen   vergossen, die ihre Arbeit verloren, als Murdoch seine   Zeitungsproduktion und -lager 1986 nach Wapping verlegte?<\/p>\n<p>  Die gegenw&#228;rtige undemokratische Situation der Presse und der Medien in   Gro&#223;britannien wird jedoch nicht durch ein paar kosmetische Eingriffe,   wie &#8222;die St&#228;rkung des Pressebeschwerdekomitees&#8220;, behoben werden. Das   wird nicht wirksamer sein, um gegen die Arbeiterklasse gerichteten   Gossenjournalismus zu kontrollieren, als Polizeigewalt von polizeilichen   Ermittlungen selbst kontrolliert wird. Noch ist es gen&#252;gend blo&#223; nur die   &#8222;Zerschlagung des Murdoch-Imperiums&#8220; zu verlangen, wie es   unglaublicherweise Einige auf der Linken getan haben. Wir wollen keine   Mini-Murdochs, die das erschlagen Monster ersetzen. Alle, die f&#252;r die   Verletzung der Diskretion und der Rechte von Individuen verantwortlich   sind, sollten notiert, vor Gericht gestellt und, wenn sie f&#252;r schuldig   befunden wurden, die angemessene Bestrafung erhalten. Doch selbst wenn   dies geschehen w&#252;rde nicht einen Zentimeter den Griff verschieben, der   durch undemokratische Kr&#228;fte &#8211; die dem Kapitalismus verpflichtet sind &#8211;   ausge&#252;bt wird.<\/p>\n<p>  Neue, alternative und sozialistische Medien m&#252;ssen von den   Gewerkschaften und der arbeitenden Bev&#246;lkerung aufgebaut werden. Dies   muss jedoch verbunden werden, jetzt die Notwendigkeit der demokratischen   Verstaatlichung von gedruckter Presse, Fernsehen und Radio unter   demokratischer &#246;ffentlicher Verwaltung und Kontrolle als erste Ma&#223;nahme   aufzuwerfen &#8211; ausgehend von der staatlichen Beschlagnahmung der   Ressourcen der News Corporation, die gezeigt hat, dass sie eine Gefahr   f&#252;r die Demokratie selbst ist. Wir, die Arbeiterklasse und die   Arbeiterbewegung, wollen nicht die Sun, die Daily Mail oder sogar den   erhabenen Guardian &#252;bernehmen.<\/p>\n<p>  Wir lehnen das staatliche Monopol der Nachrichten und Information ab,   die in den stalinistischen Staaten existierte. Eine wirkliche   Alternative ist die demokratische Kontrolle der Presse und Medien   allgemein durch die Arbeiterklasse und &#214;ffentlichkeit. Dies wird nicht   in einem Monopol f&#252;r die Regierung oder einer Partei m&#252;nden, aber den   Zugang zu Medien in Proportion zur politischen Unterst&#252;tzung m&#252;nden.   Kapitalismus und Stalinismus verteidigen undemokratische Kontrolle der   Medien durch eine Minderheit. SozialistInnen stehen daf&#252;r, die   &#8222;Informationsproduktion&#8220; aus den H&#228;nden einer Minderheit zu nehmen und   sie in die H&#228;nde der Mehrheit zu legen, was volle Freiheit der   Diskussion und Entscheidungsfindung garantieren w&#252;rde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#8216;Murdochgate&#8217; zeigt den Charakter der kapitalistischen Presse\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14360"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14360"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14360\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}