{"id":14345,"date":"2011-07-12T14:29:14","date_gmt":"2011-07-12T12:29:14","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14345"},"modified":"2012-06-28T16:04:43","modified_gmt":"2012-06-28T14:04:43","slug":"14345","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14345\/","title":{"rendered":"Die Bewegung der &quot;Emp&#246;rten&quot; in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p>  von Andreas Payiatsos, &#8222;Xekinima&#8220;, (Schwesterorganisation der SAV und   Sektion des CWI in Griechenland)<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Vorbemerkung: Dieser Text wurde am 21. Juni 2011 ver&#246;ffentlicht.<\/i><\/p>\n<p>  Die Bewegung der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; (oder der &#8222;Zornigen&#8220;, der &#8222;W&#252;tenden&#8220;) begann   mit vielen Fragezeichen. Trotz der &#8222;Fragezeichen&#8220; entschied sich   &#8222;Xekinima&#8220; daf&#252;r, ab dem ersten Augenblick an dieser Bewegung   teilzunehmen, und formulierte gleichzeitig die Einsch&#228;tzung, dass diese   Bewegung die Regierung st&#252;rzen k&#246;nnte, oder auch nach mehreren Wochen   wieder verschwinden k&#246;nnte &#8211; so &#228;hnlich wie es mit der Bewegung &#8222;Ich   bezahle nicht&#8220; geschah. (Die Bewegung &#8222;Ich bezahle nicht&#8220; sammelte vor   ein-zwei Monaten einige Wochen lang Tausende von Aktivisten, die in der   Praxis (erh&#246;hte) Geb&#252;hren und Kosten nicht bezahlten, indem sie   beispielsweise die Mautstellen bei den Autobahnen besetzten und   Autofahrer umsonst durchfahren lie&#223;en oder in &#246;ffentlichen   Verkehrsmitteln die Leute agitierten, keine Fahrkarten zu bezahlen und   umsonst zu fahren, Anm. d. &#220;bers.)In dem Augenblick, wo dieser Artikel   geschrieben wird, fast vier Wochen nach ihrem Beginn, hat diese Bewegung   gezeigt, dass sie als Katalysator f&#252;r die gesamte Gesellschaft wirken   kann, dass sie tats&#228;chlich die Regierung st&#252;rzen kann, dass sie   tats&#228;chlich dramatische Ver&#228;nderungen in der Gesellschaft und auf der   politischen B&#252;hne unseres Landes herbeif&#252;hren kann. Die grundlegende   Diskussion geht &#252;ber das &#8222;Wie&#8220;!<\/p>\n<h4>  Die Macht des Internationalismus<\/h4>\n<p>  Bevor wir uns n&#228;her mit den Prozessen besch&#228;ftigen, m&#252;ssen wir noch   einmal unseren Blick auf diejenigen richten, die die Bewegung der   griechischen &#8222;Emp&#246;rten&#8220; inspiriert haben. Es sind die arabischen Massen   in Tunesien und &#196;gypten, die es geschafft haben, durch die Besetzung der   Pl&#228;tze die Diktatoren zu st&#252;rzen, die sie jahrzehntelang beherrschten.   Diesem Beispiel folgend, sind es die Jugendlichen in Spanien und   insbesondere auf dem &#8222;Platz der Sonne&#8220; in Madrid, die den Stab von den   arabischen Aufst&#228;ndischen aufgenommen und ihn dann an uns weitergegeben   haben.<\/p>\n<p>  Gro&#223;e Zeiten des internationalistischen Kampfes! ArbeiterInnen,   Jugendliche, Arme und Unterdr&#252;ckte auf verschiedenen Kontinenten und der   ganzen Welt vereinigen ihre H&#228;nde, Stimmen und K&#228;mpfe mit einer   eindrucksvollen Geschwindigkeit! Hier zeigt sich die ganze Kraft des   Internationalismus! Es gibt unter diesen Bedingungen aber auch Teile,   die auf die kurzsichtige und reaktion&#228;re Rhetorik des Nationalismus   setzen.<\/p>\n<h4>  Bewegung der Massen<\/h4>\n<p>  Aus den 150.000 bis 200.000 Menschen, die am Sonntag, den 29. Mai den   Syntagma-Platz (zentraler Platz in Athen, direkt gegen&#252;ber dem   Parlament, Anm. d. &#220;bers.) &#252;berfluteten, wurden 500.000 am Sonntag   darauf! Und am Mittwoch, den 15. Juni, nach einem Streik, der Alles   lahmlegte, hatten wir 250.000 auf dem Syntagma-Platz und den umliegenden   Stra&#223;en, die entschlossen waren, dort zu bleiben, bis die verhasste   PASOK-Regierung gest&#252;rzt ist. Und sie h&#228;tten es vielleicht schaffen   k&#246;nnen, weil der Ministerpr&#228;sident und die Regierung schwankten, wenn   nicht mutma&#223;liche &#8222;Staatsfeinde&#8220; den Einsatzkr&#228;ften ein weiteres Mal   einen Anlass gegeben h&#228;tten, die Versammlung aufzul&#246;sen.<\/p>\n<p>  Der Juni wird in der Geschichte unserer Bewegung eingehen. Der 15. Juni   wird uns als der Tag im Ged&#228;chtnis bleiben, an dem ein erschrockener   Ministerpr&#228;sident einer ebenso erschrockenen Regierung und herrschenden   Klasse und schockierten Troika (EU-Kommission, Europ&#228;ische   Zentralbank(EZB) und Internationaler W&#228;hrungsfond (IWF), die Grenzen der   L&#228;cherlichkeit &#252;berschritt. Dies, indem er seinen R&#252;cktritt erst anbot   und ihn dann wieder zur&#252;ckzog&#8230; Es w&#228;re zum Lachen, w&#252;rde er nicht die   Dampfwalze des &#8222;Memorandums&#8220; (die Denkschriften der Troika &#252;ber die   Sparprogramme in Griechenland, Anm. d. &#220;bers.) in den H&#228;nden halten, die   fortschreitend das Leben jedeR griechischen ArbeiterIn, jedes   Jugendlichen und aller Armen zerst&#246;rt.<\/p>\n<h4>  Revolution&#228;re Prozesse<\/h4>\n<p>  Die Geschwindigkeit der Entwicklungen in Griechenland ist   schwindelerregend. Innerhalb von mehreren Monaten sahen wir einen   &#252;berraschenden Wechsel von Bewegungen: die Bewegung in Keratea (dort   entwickelte sich eine Bewegung gegen den Bau einer M&#252;lldeponie und die   Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht nahmen fast   b&#252;rgerkriegs&#228;hnliche Z&#252;ge an, Anm. d. &#220;bers.), die Bewegung &#8222;Ich bezahle   nicht&#8220;, die K&#228;mpfe bei den Verkehrsbetrieben, die 300 hungerstreikenden   MigrantInnen, die Besetzung des Athener Rathauses durch die prek&#228;r   Besch&#228;ftigten (eine Bewegung, die brutal und provokativ ausverkauft   wurde, wie auch die bei den Verkehrsbetrieben) und jetzt die Bewegung   der &#8222;Emp&#246;rten&#8220;. Dazwischen fand etwas Anderes statt: die Gewalt der   Neonazis beherrschte vier Tage lang das Athener Stadtzentrum, wobei die   Polizei sie gleichg&#252;ltig beobachtete. Eine klare Warnung f&#252;r die Linke:   Wenn sie damit scheitert, der Bewegung eine Perspektive zu weisen, wird   die extreme Rechte kommen und das Vakuum f&#252;llen.<\/p>\n<p>  Diese Geschwindigkeit und pl&#246;tzlichen Wechsel sind ein Symptom f&#252;r die   Bewegungen einer Gesellschaft, die mit Bangen den Weg des Widerstandes   gegen die ihr aufgezwungene Barbarei sucht. Dies allein ist ein Element   revolution&#228;rer Prozesse. Doch immer, wenn sich revolution&#228;re Prozesse   entwickeln, tritt auch das genaue Gegenteil von ihnen auf, die Reaktion   mit ihrem h&#228;rtesten Gesicht: Unterdr&#252;ckung, der Versuch, die Kr&#228;fte und   die Organisationen der Bewegung zu zerschlagen, Neofaschismus. Wer am   Ende Sieger sein wird, ist ein Wettlauf mit der Zeit.<\/p>\n<p>  Die Prozesse, die wir erleben, beinhalten revolution&#228;re Charakteristika   &#8211; das ist unzweifelhaft. Doch dies bedeutet nicht, dass wir schon die   Revolution erleben, wie von Teilen der heutigen Bewegung behauptet wird.   Die Zahlen sind bis zu diesem Moment schon historisch &#8211; doch wir   brauchen etwas mehr, um von Revolution zu sprechen. Das Thema ist, wie   die 250.000 zu 1 Million werden k&#246;nnen, wie wir au&#223;er der Besetzung des   Syntagma-Platzes und des Lefkos Pirgos (der &#8222;Wei&#223;e Turm&#8220;, das   Wahrzeichen von Thessaloniki, Anm. d. &#220;bers.) Besetzungen und   Basiskomitees &#252;berall (in Arbeitsst&#228;tten, Stadtteilen usw.) aufbauen und   die Regierung von Papandreou (des sozialdemokratischen   Ministerpr&#228;sidenten, Anm. d. &#220;bers.) zusammenbrechen sehen k&#246;nnen. Dann   werden wir von Revolution sprechen k&#246;nnen und nicht einfach von   Prozessen.<\/p>\n<h4>  &#8222;Emp&#246;rt&#8220; auch &#252;ber die Linke<\/h4>\n<p>  Was f&#252;r Schlussfolgerungen haben die Parteien der Linken aus der   Bewegung der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; gezogen? Was verstehen sie, wenn diese Bewegung   sagt: &#8222;Raus mit den Parteien&#8220;? Verstehen sie die volle Dimension, was   f&#252;r ein grausamer Urteilsspruch das &#252;ber sie ist? Wir sprechen nat&#252;rlich   haupts&#228;chlich &#252;ber die beiden Massenparteien der Linken, die KKE   (Kommunistische Partei Griechenlands) und den &#8222;Synaspismos&#8220; (&#8222;B&#252;ndnis   der Linken, der Bewegungen und der &#214;kologie&#8220;, die Schwesterpartei der   deutschen Partei &#8222;DIE LINKE&#8220;, Anm. d. &#220;bers.). Und dies genau deshalb,   weil sie massenhaft sind und so die M&#246;glichkeit haben, die Entwicklungen   zu beeinflussen.<\/p>\n<p>  Bei den letzten Meinungsumfragen enthielten sich &#252;ber 50 %, bzw. gaben   eine &#8222;wei&#223;e&#8220; Stimme ab. (In Griechenland kann man bei Wahlen eine   &#8222;wei&#223;e&#8220; Stimme abgeben, was eine g&#252;ltige Stimme ist, die jedoch alle zur   Wahl stehenden Parteien ablehnt, Anm. d. &#220;bers.) D.h. es ist derselbe   Urteilsspruch: Mitten in dieser gewaltigen Krise wenden sich die Leute   der Enthaltung zu, doch nicht der Linken! Die KKE liegt bei 12 % und   SYRIZA bei 6 %. (SYRIZA ist das &#8222;B&#252;ndnis der Radikalen Linken&#8220;, deren   Hauptbestandteil der &#8222;Synaspismos&#8220; ist und an dem auch ein Teil der   radikalen antikapitalistischen Linken teilnimmt, Anm. d. &#220;bers.) Doch   dieser Anstieg bei den Prozenten ist nicht dem Anstieg der tats&#228;chlichen   Kr&#228;fte geschuldet, sondern dem R&#252;ckgang derer, die w&#228;hlen gehen.<\/p>\n<p>  Gut, der &#8222;Synaspismos&#8220; versucht, die Bewegung der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; zu   unterst&#252;tzen, indem er in diese Bewegung eingreift. Doch was soll man   &#252;ber die KKE sagen? Sie begann mit demselben Fehler, den sie gegen&#252;ber   allen gro&#223;en Bewegungen der letzten Jahre begangen hat: Sie hat die   Bewegung verurteilt, wie sie die studentischen Besetzungen 2006 und die   Sch&#252;lererhebung 2008 verurteilt hat. In der Folge versuchte sie, sich   daf&#252;r zu rechtfertigen, doch ohne Erfolg. Sie ist ein weiteres Mal   gescheitert.<\/p>\n<h4>  Wie werden wir siegen?<\/h4>\n<p>  Wird diese Bewegung ihre Ziele zu Ende f&#252;hren k&#246;nnen? Wird sie siegen   k&#246;nnen? Die Frage ist offen. Sicher ist: wenn sie nicht siegt, wird dies   nicht das Ergebnis der St&#228;rke des Establishments und der Regierung,   sondern ein Ergebnis der inneren Schw&#228;chen dieser Bewegung sein.<\/p>\n<p>  Die gr&#246;&#223;te Gefahr ist, dass die &#8222;Emp&#246;rten&#8220; vom Syntagma-Platz, vom   Lefkos Pirgos und von den anderen Pl&#228;tzen des Landes die Bedeutung der   Ausweitung dieser Bewegung auf die R&#228;ume au&#223;erhalb der zentralen Pl&#228;tze   &#8211; d.h. in die Stadtteile und die Arbeitsst&#228;tten &#8211; untersch&#228;tzen. Diese   Ansicht bek&#228;mpft &#8222;Xekinima&#8220; innerhalb der Reihen der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; sowohl   in Athen, Thessaloniki und anderen Orten.<\/p>\n<h4>  Verbindung mit der Arbeiterbewegung und Vertiefung der wirklichen   Demokratie<\/h4>\n<p>  Was entscheidende Bedeutung hat, ist die Verbindung der Platzbesetzungen   mit den Arbeitermobilisierungen. Es sind schon wichtige Schritte in   diese Richtung unternommen worden, doch es muss mehr geschehen.<\/p>\n<p>  Die Bewegung der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; muss anstreben, auf sehr bewusste Weise als   Katalysator zu wirken. Mit dem Ziel, die Streikmobilisierungen   auszuweiten. Sie muss dazu aufrufen, dass die Bewegungen sich ann&#228;hern   und auf den Syntagma-Platz kommen.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig ist es notwendig, dass alle diese Bewegungen sich auf einer   demokratischen Grundlage bilden, ohne &#8222;Deckelungen&#8220;, mit gew&#228;hlten und   abw&#228;hlbaren Basiskomitees. Auf der Ebene von Arbeitsst&#228;tten, Stadtteilen   und Pl&#228;tzen.<\/p>\n<p>  Obwohl die Versammlung auf dem Syntagma-Platz eine Errungenschaft ist,   die die verlogene Demokratie des b&#252;rgerlichen Parlaments in Frage   stellt, hat sie ihre Grenzen und die Bewegung muss weitere Schritte zur   Vertiefung der wirklichen Demokratie ergreifen.<\/p>\n<p>  Die Idee der Versammlung darf nicht auf den Syntagma-Platz und den   Lefkos Pirgos begrenzt werden, sondern muss auf alle wichtigen   Arbeitsst&#228;tten und Stadtteile ausgedehnt werden. Es m&#252;ssen Basiskomitees   von abberufbaren Repr&#228;sentanten gew&#228;hlt werden (jede allgemeine   Versammlung muss sie in jedem Moment ersetzen k&#246;nnen), die sich in einem   zentralen Koordinationsorgan zu gemeinsamen Beschl&#252;ssen versammeln, die   den gesamten Verlauf des Kampfes betreffen.<\/p>\n<p>  Wenn es die Versammlung des Syntagma-Platzes schafft, auf diese Weise zu   funktionieren, dann wird sie erstens wesentlich demokratischer als heute   sein und sie wird zweitens die Grundlagen f&#252;r den Sturz der heutigen   Regierung legen und f&#252;r ihre Ersetzung durch eine neue Macht, die sich   auf die Volks- und Arbeiterkomitees st&#252;tzt, im Interesse der   Gesellschaft, der ArbeiterInnen und der armen Volksschichten.<\/p>\n<h4>  Doch&#8230; ohne Steine und ohne Molotowcocktails?<\/h4>\n<p>  Vielleicht ist die Stunde gekommen, dass jene Teile des   anarchistisch\/autonomen Spektrums (gemeinsam mit einigen der   Organisationen der au&#223;erparlamentarischen Linken), die die   Molotowcocktails und den Steinekrieg mit den Bullen &#8222;verehren&#8220;, zu einer   ernsthaften &#220;berpr&#252;fung ihrer Grundhaltung &#252;bergehen.<\/p>\n<p>  Die beiden Bewegungen, die die Regierung mehr als irgend etwas Anderes   in Angst versetzt haben, sind die Bewegung &#8222;Ich bezahle nicht&#8220; und die   der &#8222;Emp&#246;rten&#8220;. Die St&#228;rke der beiden Bewegungen ist die   Massenhaftigkeit und ihr Widerhall in der Gesellschaft &#8211; nicht der   Steinekrieg und die Molotowcocktails! Sicherlich ist dort, wo die Steine   und die Molotowcocktails notwendig sind zur praktischen Verteidigung der   Bewegung wie z.B. in Keratea, ihr Gebrauch notwendig. Dies aber muss   eine Massenbewegung entscheiden und nicht kleine Gruppen im Namen der   Bewegung.<\/p>\n<p>  Heute kommen zum Syntagma-Platz, zum Lefko Pirgo usw. Leute leicht und   massenhaft, Familien mit ihren Kindern, Menschen, die nie in ihrem Leben   zu Mobilisierungen gegangen sind, genau deshalb, weil diese Bewegung   nicht durch Molotowcocktails, Tr&#228;nengas und Zusammenst&#246;&#223;e mit den   polizeilichen Spezialkr&#228;ften der MAT gekennzeichnet ist. K&#246;nnen sich   gewisse Leute im Spektrum des Anarchismus und der au&#223;erparlamentarischen   Linken die Bedeutung dieses Faktors bewusst machen?<\/p>\n<p>  Bis zu diesem Augenblick haben wir keinen Grund, hinsichtlich dessen   optimistisch zu sein. Denn auf der gro&#223;en Versammlung auf dem   Syntagma-Platz am Tag des Generalstreiks am 15. Juni boten die bekannten   &#8222;Randalierer&#8220; den MAT-Kr&#228;ften eine ideale helfende Hand, um die   Versammlung anzugreifen und aufzul&#246;sen. Die Tatsache, dass einige   Tausend zur&#252;ck kamen, um den Platz wiederzubesetzen, hebt die Tatsache   nicht auf, dass viele Zehntausende sich zur&#252;ckgezogen hatten! Das   Schlimmste ist, dass diese Unvern&#252;nftigen, Dummk&#246;pfe oder einfach   Sicherheitsleute in der Kleidung der Anarchisten abwertend und   beschimpfend &#252;ber die ArbeiterInnen sprachen, die von ihnen verlangten,   aufzuh&#246;ren.<\/p>\n<p>  Es gibt nur eine Antwort: Selbstschutz der Demonstrationen der Bewegung.   &#8222;Raus mit den Randalierern aus der Demonstration&#8220; &#8211; wenn sie nur diese   Sprache verstehen, bleibt ihnen keine andere Wahl.<\/p>\n<h4>  Der Streik<\/h4>\n<p>  Der Streik bleibt die wichtigste Waffe in den H&#228;nden jeder   Massenbewegung! Und dies bewirkt, dass den ArbeiterInnen in jeder   Bewegung eine Schl&#252;sselrolle zukommt. Alle, die sagen (und das h&#246;rt man   auf manchen allgemeinen Versammlungen), dass der Allgemeine Griechische   Gewerkschaftsbund GSEE und die Gewerkschaft der Besch&#228;ftigten des   &#214;ffentlichen Dienstes ADEDY nicht teilnehmen d&#252;rften, wenn zum   Generalstreik aufgerufen wird, machen einen gro&#223;en Fehler: Bei den   heutigen Kr&#228;fteverh&#228;ltnissen gibt es keine Art und Weise, zu einem   Generalstreik ohne die GSEE und ADEDY aufzurufen.<\/p>\n<p>  Wer die unangenehme Wirklichkeit ignoriert, hat nichts gewonnen. Bis die   Bewegung stark genug ist, die heutige F&#252;hrung der Gewerkschaftsbewegung   hinter sich zu lassen, beiseite zu schieben und zu ersetzen, hat sie   keine andere Wahl als darum zu k&#228;mpfen und sie unter Druck zu setzen zu   Streiks und Generalstreiks aufzurufen.<\/p>\n<p>  Sicherlich muss der Druck zu einem Generalstreik von unten beginnen. Je   mehr sich der Druck verallgemeinert, desto besser &#8211; doch dass jemand von   vornherein die Forderung aufstellt: &#8222;Ohne GSEE und ADEDY&#8220;, als   Vorbedingung f&#252;r einen Generalstreik, untergr&#228;bt wesentlich die   M&#246;glichkeit eines Generalstreiks.<\/p>\n<p>  Heute ist es also nicht nur richtig, sondern auch absolut notwendig,   dass aus den Reihen der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; laut der Ruf nach einer weiteren   Steigerung der Streikmobilisierungen erklingt.<\/p>\n<p>  Der 48st&#252;ndige Generalstreik, zu dem GSEE und ADEDY an den Tagen   aufgerufen haben, an denen das Memorandum im Parlament abgestimmt wird,   ist eine bedeutende Entwicklung. Es ist das erste Mal seit etwa 20   Jahren, dass zu einem 48st&#252;ndigen Generalstreik aufgerufen wird! Die   Bewegung der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; muss diesen Streik als ihren eigenen Erfolg   betrachten und noch mehr verlangen: Steigerung durch sich wiederholende   Branchenstreiks wie die 48st&#252;ndigen bei der Elektrizit&#228;tsgesellschaft   DEI auch in anderen Bereichen, in den &#214;ffentlichen Unternehmen und   Organisationen DEKO, den Verkehrsbetrieben, den Banken usw., und   nat&#252;rlich einen neuen dreit&#228;gigen Generalstreik!<\/p>\n<p>  Im Grunde m&#252;ssen wir eine Dauerstreikwelle verlangen, die Alles lahmlegt   &#8211; die Wirtschaft und den Staatsapparat: Dann werden wir sehen, wo die   Kraft liegt, und wie Regierungen wie Kartenh&#228;user zusammenst&#252;rzen!<\/p>\n<h4>  Ziele und Perspektiven<\/h4>\n<p>  Die Perspektiven der Bewegung der &#8222;Emp&#246;rten&#8220; bleiben unklar. Wir   wiederholen das, was wir schon &#246;fters geschrieben haben: Sie beinhaltet   die M&#246;glichkeit, den Sturz der Regierung zu bewirken, doch es ist auch   m&#246;glich, dass sie in einigen Wochen wieder &#8222;verschwindet&#8220;.<\/p>\n<p>  Kein Kampf hat von vornherein den Erfolg sicher! Das Thema ist also,   dass wir ihn mit den bestm&#246;glichen Voraussetzungen f&#252;hren. Aufgabe der   revolution&#228;ren Linken ist es, die Art und Weise zu erkl&#228;ren, mit der   diese Bewegung die bestm&#246;glichen Ergebnisse erreichen kann. Prinzipiell   dar&#252;ber, wie man diese Regierung st&#252;rzen kann. In zweiter Linie, wie der   Kampf weitergehen wird mit dem Ziel des Sturzes des Kapitalismus &#8211; denn   eine L&#246;sung f&#252;r unsere Probleme im Rahmen des Systems gibt es nicht.<\/p>\n<p>  Die Bewegung sammelt durch ihre Erfahrungen Schlussfolgerungen. Die   revolution&#228;re Linke, die in der Realit&#228;t verankert ist und eine   Einsch&#228;tzung der Massenbewegung hat, muss die entscheidende Rolle   spielen, die notwendigen revolution&#228;ren Schlussfolgerungen zu ziehen.   Diese Schlussfolgerungen bestehen nicht aus allgemeinem revolution&#228;rem   Geschrei, das bei der au&#223;erparlamentarischen Linken so &#252;blich ist. Sie   bestehen aus den konkreten politischen und organisatorischen Schritten   und Aufgaben, zu denen die Bewegung &#252;bergehen muss, um ihre Erhebung und   ihre Revolution zur Tat zu machen! Dies ist die Aufgabe, der wir   gegen&#252;ber stehen. Keine gro&#223;en Worte und kein revolution&#228;res Geschrei &#8211;   sondern ein Plan, der mit Klarheit die politischen Ziele und die   parktischen Schritte zu ihrem Erfolg beinhaltet. Einen solchen Plan   schl&#228;gt &#8222;Xekinima&#8220; durch seine Initiativen auf den Pl&#228;tzen der   &#8222;Emp&#246;rten&#8220; vor. Wir meinen, dass die Diskussion sich auf einer solchen   Grundlage entwickeln muss. Auf diesem Verst&#228;ndnis k&#246;nnen die morgigen   AktivistInnen der Bewegung f&#252;r die kommenden, noch gr&#246;&#223;eren K&#228;mpfe   aufgebaut werden.<\/p>\n<p>  <i>&#220;bersetzung aus dem Neugriechischen von Hubert Sch&#246;nthaler<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      von Andreas Payiatsos, &#8222;Xekinima&#8220;, (Schwesterorganisation der SAV und<br \/>\n      Sektion des CWI in Griechenland)\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44],"tags":[275,270],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14345"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}