{"id":14343,"date":"2011-07-28T00:00:00","date_gmt":"2011-07-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14343"},"modified":"2012-05-09T15:28:17","modified_gmt":"2012-05-09T13:28:17","slug":"14343","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14343\/","title":{"rendered":"&#8222;Endlager&#8220; Gorleben?"},"content":{"rendered":"<p>  Den Begriff &#8222;Endlager&#8220; h&#246;rt man in letzter Zeit sehr oft, dabei ist   weltweit bisher noch kein Ort gefunden worden, an welchem man   hochradioaktiven M&#252;ll wirklich &#8222;endlagern&#8220; k&#246;nnte.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  In Deutschland wird seit den 70er Jahren als Endlagerst&#228;tte f&#252;r   radioaktiven M&#252;ll das ehemalige Salzbergwerk nahe Gorleben diskutiert.   Dieses soll angeblich alle Kriterien erf&#252;llen, um als &#8222;Endlager&#8220; zu   dienen. Dabei ist es mittlerweile sogar in der Fachwelt unumstritten,   dass dieses nicht einmal ann&#228;hernd der Fall ist. Ein Salzbergwerk zum   Einlagern von Atomm&#252;ll ist nicht nur absolut fragw&#252;rdig, auch ist die   Gesteinsdecke in Gorleben viel zu d&#252;nn um ausreichend Schutz zu bieten   und zudem liegt der Salzstock zu nah am Grundwasser, was eine   Kontamination der ganzen Umgebung zur Folge haben k&#246;nnte.<\/p>\n<h4>  Widerstand!<\/h4>\n<p>  Die Bev&#246;lkerung wei&#223; schon lange von den Gefahren. Schon 1979 zog der   &#8222;Gorleben-Treck&#8220; mit knapp 500 Traktoren in die Landeshauptstadt   Hannover, wo sich ca. 100.000 Menschen zur wohl gr&#246;&#223;ten Demonstration   Niedersachsens zusammen fanden.<\/p>\n<p>  Auch heute geht der Widerstand weiter. Im August startet die Aktion   Gorleben365, welches eine Kampagne von &#8222;X-tausendmal quer&#8220; ist. Sie   wollen den Ausbau des Salzstockes mit Demonstrationen und Blockaden   st&#246;ren. Der Sinn dieser Blockaden ist, die Kosten, die f&#252;r den Bau   entstehen, m&#246;glichst hoch zu treiben. Um den Bau wirklich verz&#246;gern zu   k&#246;nnen, w&#228;ren jedoch Massenmobilisierungen von Gewerkschaften und allen   beteiligten Organisationen n&#246;tig.<\/p>\n<h4>  Asse<\/h4>\n<p>  Erschreckendes Beispiel einer an Profitgier orientierten Endlagersuche   ist die nieders&#228;chsische Asse. 2010 wurden f&#252;r den Zeitraum von 2002 bis   2008 auff&#228;llig hohe Leuk&#228;mie Erkrankungen beobachtet. Greenpeace   beweist: &#8222;Ein Schriftwechsel zwischen Stromkonzernen, GSF und   Bundesinnenministerium zeigt: Im Endlager angelieferte F&#228;sser durften ab   Dezember 1975 f&#252;nfmal mehr Radioaktivit&#228;t enthalten als urspr&#252;nglich   vorgesehen.&#8220; Derzeit lagern 126.000 Atomm&#252;llf&#228;sser im   Wasserdurchflossenen Salzstock. Au&#223;er, dass regelm&#228;&#223;ig Radioaktivit&#228;t   austritt, wissen weder Ministerien noch Betreiber, was da unten vor sich   geht. Der radioaktive M&#252;ll muss heute mit Milliardenaufwand entsorgt   werden, um weiteren Schaden abzuwenden.<\/p>\n<h4>  Die Gr&#252;ne Wende?<\/h4>\n<p>  Vom gr&#252;nen Ministerpr&#228;sidenten Kretschmann wurde eine neue Endlagersuche   gefordert. Das jedoch folgt einer v&#246;llig falschen Logik, n&#228;mlich dass   der ganze Atomm&#252;ll, den es gibt und der noch entsteht, unter Tage   eingelagert werden kann, obwohl es niemals ein solches Endlager geben   wird, das Millionen von Jahre v&#246;llig dicht und vor Grundwasser gesch&#252;tzt   ist.<\/p>\n<p>  Die Suche nach einem neuen &quot;Endlager&quot;, welches man nicht finden wird,   dient nur einem Zweck: Gorleben soll als einzige M&#246;glichkeit, den   atomaren M&#252;ll entzulagern, legitimiert werden. Die Gr&#252;nen bereiten ihre   politische Unterst&#252;tzung daf&#252;r vor. Gleichzeitig laufen in   Baden-W&#252;rtttemberg die Meiler vom landeseigenen Betreiber EnBW weiter   und produzieren neuen Atomm&#252;ll. Auch mit der Zustimmung zum &#8222;Ausstieg&#8220;   der Bundesregierung haben sich die Gr&#252;nen von einer konsequenten Haltung   gegen Atomkraft verabschiedet.<\/p>\n<h4>  Es reicht!<\/h4>\n<p>  So m&#252;ssen wir und die kommenden Generationen uns als &#8222;Nachlassverwalter&#8220;   der gescheiterten Atompolitik damit abfinden, den radioaktiven M&#252;ll nie   wirklich sicher entsorgen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sollen wir auch noch die   finanziellen Risiken alleine tragen? Die Stromkonzerne m&#252;ssen hier   alleine zur Verantwortung gezogen werden!<\/p>\n<p>  Am 13. Juli findet in Dortmund ein Sch&#252;lerstreik gegen Atomkraft statt.   Das ist wichtig, um weiter Druck aufzubauen und auch die Endlagerfrage   zu thematisieren.<\/p>\n<p>  Es darf kein weiterer radioaktiver M&#252;ll produziert werden, alle   Atomkraftwerke geh&#246;ren sofort abgeschaltet. Die Stromkonzerne mit ihren   Milliardengewinnen m&#252;ssen verstaatlicht werden. ExpertInnen,   Gewerkschaften, Besch&#228;ftigte, Regierung und Umweltverb&#228;nde m&#252;ssen   demokratisch &#252;ber den Umgang mit dem atomaren M&#252;ll diskutieren. Alles   muss transparent gemacht werden. Der vorhandene M&#252;ll sollte bis zur   Entwicklung eines langfristigen Konzeptes nicht bewegt werden. Deshalb   m&#252;ssen auch alle Castor-Transporte gestoppt werden. Eine Umstellung auf   regenerative Energien brauchen wir JETZT!<\/p>\n<p>  <i>Simon<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Den Begriff &#8222;Endlager&#8220; h&#246;rt man in letzter Zeit sehr oft, dabei ist<br \/>\n      weltweit bisher noch kein Ort gefunden worden, an welchem man<br \/>\n      hochradioaktiven M&#252;ll wirklich &#8222;endlagern&#8220; k&#246;nnte.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[114],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14343"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}