{"id":14341,"date":"2011-08-16T00:00:00","date_gmt":"2011-08-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14341"},"modified":"2012-07-02T18:40:57","modified_gmt":"2012-07-02T16:40:57","slug":"14341","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/08\/14341\/","title":{"rendered":"Rebellion in S&#252;deuropa"},"content":{"rendered":"<p>  Die Jugend macht den Anfang<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 15. Mai erhoben die &quot;Indignados&quot; ihre Stimme. Massenproteste und   Platzbesetzungen nahmen in Spanien ihren Lauf. Die Bewegung weitete sich   schnell auf Portugal, Griechenland und (weniger heftig) Frankreich sowie   Italien aus.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Frank Redelberger, Kassel<\/i><\/h4>\n<p>  Die ersten Nachrichten dar&#252;ber bekam man auf Twitter. Bald war die   &quot;#spanishrevolution&quot; in aller Munde.<\/p>\n<h4>  &quot;#spanishrevolution&quot;<\/h4>\n<p>  Zwar markieren die Proteste in Spanien noch keine Revolution, sondern   eine Jugendbewegung, die gegen die Perspektivlosigkeit und Korruption in   ihrem Land ank&#228;mpft. Allerdings zeigt die Wortwahl, was f&#252;r ein immenses   Selbstvertrauen sie haben: Dass sie f&#252;r nichts weniger als eine   komplette Ver&#228;nderung der Gesellschaft auf die Stra&#223;e gehen.<\/p>\n<p>  Zu Zehntausenden besetzten sie wochenlang die zentralen Pl&#228;tze in &#252;ber   150 St&#228;dten, um klarzumachen, dass sie gemeinsam mit den normalen Leuten   das Sagen haben sollten. Die Stimmung war &#252;berw&#228;ltigend.<\/p>\n<h4>  Rolle von Twitter und sozialen Netzwerken<\/h4>\n<p>  In den gro&#223;en deutschen Medien wurden die Proteste in den ersten Tagen   komplett ignoriert, sp&#228;ter wurde vor allem &#252;ber Stra&#223;enschlachten   berichtet.<\/p>\n<p>  Aber auch in Spanien selbst schwiegen sich die Medien anfangs dar&#252;ber   aus. Durch Twitter und Facebook wurden die Proteste in Spanien und   international zuerst bekannt. In Spanien konnte jeder, der teilnehmen   wollte, im Internet sehen, wo in seiner Region Proteste stattfanden,   und, wo es noch keine gab, selber dazu aufrufen. Und international haben   die neuen Medien dazu beigetragen, dass sich die Proteste so schnell   verbreiten konnten. Durch Webcams und Videos konnte man sich ein eigenes   Bild vom Widerstand machen.<\/p>\n<p>  Allerdings ist es falsch, die neuen Medien als die Macher von   Revolutionen und als entscheidend f&#252;r den Erfolg der Bewegungen zu   bezeichnen, wie es w&#228;hrend der arabischen Aufst&#228;nde von vielen   b&#252;rgerlichen Journalisten gerne getan wurde. Entscheidend f&#252;r den Sturz   von Ben Ali und Husni Mubarak waren die Massenproteste auf der Stra&#223;e   und insbesondere die Streiks der Arbeiterklasse, die dazu f&#252;hrten, dass   sich auch Soldaten und Polizisten dem Aufstand anschlossen. Und   entscheidend f&#252;r die St&#228;rke der Jugendrevolte in S&#252;deuropa war die   Aktivit&#228;t und Begeisterung der Masse von TeilnehmerInnen.<\/p>\n<h4>  Die Jugend als hei&#223;este Flamme der Revolution&#8230;<\/h4>\n<p>  Die Jugend hat noch keine &quot;Aktien im System&quot; und deshalb weniger zu   verlieren. Sie ist auch noch nicht so sehr an die Ungerechtigkeit in der   Gesellschaft gew&#246;hnt und kann deshalb schneller &#252;berzeugt werden, dass   sich was ver&#228;ndern l&#228;sst. Zus&#228;tzlich zu der st&#228;rkeren Nutzung des   Internets ist auch die relative Unabh&#228;ngigkeit der Jugendlichen ein   Grund daf&#252;r gewesen, warum sie als erstes auf die Stra&#223;e gingen.<\/p>\n<p>  Die Begeisterung der Jugend war ein leuchtendes Beispiel f&#252;r andere. Ein   &#228;lterer Teilnehmer bei der Platzbesetzung in Madrid am 20. Mai dr&#252;ckte   es so aus: &quot;Eigentlich sollten alle hier sein. Und dass die Jungen   endlich aufstehen, freut mich sehr.&quot; Die Jugend wirkte als Inspiration   und zeigte auf, welcher Weg eingeschlagen werden muss: der Weg des   entschlossenen Massenprotests.<\/p>\n<p>  In Griechenland f&#252;hrte das zu einem Aufbl&#252;hen des Widerstands. Der   Druck, der durch die Jugendproteste erzeugt wurde, trug dazu bei, dass   der griechische Gewerkschaftsverband f&#252;r den 28. und 29. Juni zum ersten   Mal seit 1992 zu einem 48-st&#252;ndigen Generalstreik aufrief.<\/p>\n<h4>  Arbeiterklasse<\/h4>\n<p>  Die jugendlichen PlatzbesetzerInnen konnten den Protest beginnen und   ausweiten. Zum nachhaltigen Erfolg fehlt ihnen jedoch die &#246;konomische   St&#228;rke. Die Regierung kann es aushalten, wenn ein Student nicht   studiert. Wenn &#252;ber Wochen die Fabriken nicht laufen und der Verkehr   stillsteht, stellt sich die Machtfrage. Deshalb m&#252;ssen Sch&#252;lerInnen,   Studierende, junge Besch&#228;ftigte, ArbeiterInnen und RentnerInnen   gemeinsam k&#228;mpfen und gemeinsam streiken.<\/p>\n<p>  Auch wenn die Bewegungen in Spanien oder in Griechenland vielleicht in   eine &quot;Sommerpause&quot; gehen: Die Euro-Krise ist nicht vorbei und die   Proteste werden wieder aufflammen. Damit sie erfolgreich sind, ist es   n&#246;tig, sich darauf vorzubereiten und intensiv zu diskutieren, worauf es   ankommt.<\/p>\n<p>  Griechenland: Auf dem Syntagma-Platz in Athen nahmen an den Sonntagen im   Juni bis zu 5.000 an den Versammlungen &#252;ber die n&#228;chsten Kampfschritte   teil. Die Reihenfolge der RednerInnen wird per Los bestimmt. Am Ende   finden Abstimmungen statt<\/p>\n<p>  Spanien: Viele Jugendliche stehen politischen Gruppen oder   Gewerkschaften skeptisch bis ablehnend gegen&#252;ber. Nicht &#252;berraschend,   bei einer Regierungspartei wie der PSOE, die sich als &quot;sozialistisch&quot;   bezeichnet, auch wenn sie sich kaum von der konservativen PP   unterscheidet. Oder einer Gewerkschaftsspitze, die die Rentenk&#252;rzungen   mittr&#228;gt &#8211; sich jetzt allerdings gezwungen sah, die Massendemos am 19.   Juni zu unterst&#252;tzen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Jugend macht den Anfang\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[53,44],"tags":[239],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14341"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14341"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14341\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}