{"id":14334,"date":"2011-08-20T00:00:00","date_gmt":"2011-08-20T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14334"},"modified":"2011-08-20T00:00:00","modified_gmt":"2011-08-20T00:00:00","slug":"14334","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/08\/14334\/","title":{"rendered":"&quot;Volksbegehren als Hebel, um den politischen Druck zu erh&#246;hen&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  Interview zum Volksbegehren zur Rettung der S-Bahn mit Lucy Redler,   Mitglied des Koordinierungskreises des Berliner S-Bahn-Tischs<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Wer ist an dem Volksbegehren beteiligt und was sind Eure Ziele?<\/h4>\n<p>  Verschiedene Initiativen und Gewerkschaften wie die EVG, Bahn f&#252;r alle,   attac, SAV, DKP und andere Kr&#228;fte haben sich zusammengeschlossen, um das   S-Bahn-Chaos in einer politischen Kampagne zu thematisieren.   Mittlerweile unterst&#252;tzen auch die LINKE Berlin und die Naturfreunde das   Volksbegehren.<\/p>\n<p>  Es geht uns darum, sowohl das jetzige S-Bahn-Chaos als auch Pl&#228;ne   beispielsweise der Gr&#252;nen f&#252;r eine m&#246;gliche Teilprivatisierung oder   Zerschlagung der S-Bahn nach den Berliner Wahlen zu bek&#228;mpfen. Daf&#252;r   m&#252;ssen wir den politischen Druck erh&#246;hen: auf die Deutsche Bahn AG als   auch auf die politisch Verantwortlichen in Bundes- und Landesregierung.   Das Volksbegehren ist daf&#252;r ein Hebel.<\/p>\n<h4>  Und was sind die Inhalte der Kampagne und des Begehrens?<\/h4>\n<p>  Wir wollen ein Ende der Gewinnauspressung der S-Bahn f&#252;r die Profite der   Deutschen Bahn AG und stattdessen eine S-Bahn in &#246;ffentlicher Hand im   Interesse der Berlinerinnen und Berliner. Wir k&#228;mpfen Seite an Seite mit   der Gewerkschaft und den Vertrauensleuten der S-Bahn, die das   Volksbegehren ebenfalls unterst&#252;tzen, f&#252;r die Einstellung von mehr   Personal, um den Service, die Aufsichten auf den Bahnh&#246;fen und die   Wartung von Z&#252;gen zu verbessern. Wir brauchen mehr Investitionen in die   S-Bahn und eine deutliche Aufstockung von Z&#252;gen und Reservewagen. Und:   Wir halten es f&#252;r einen Skandal, dass der Verkehrsvertrag zwischen einer   bundeseigenen Aktiengesellschaft und dem Land Berlin nicht &#246;ffentlich   ist.<\/p>\n<p>  Die Hauptverantwortlichen f&#252;r das Chaos sind die Spitze der DB AG und   die Bundesregierung. Aber auch die rot-rote Landesregierung hat dem   Chaos wenig entgegengesetzt und den Zustand durch den Abbau des   Aufsichtspersonals auf den Bahnh&#246;fen seit 2006 verschlechtert.<\/p>\n<h4>  Warum das Mittel des Volksbegehrens?<\/h4>\n<p>  Das Volksbegehren ist vor allem ein Hebel, um der vorhandenen Wut in der   Bev&#246;lkerung mitten im Abgeordnetenwahlkampf einen politischen Ausdruck   zu verleihen.<\/p>\n<p>  Ich bin mir bewusst, dass Volksbegehren allein nicht dazu f&#252;hren, dass   das Volk das Sagen hat. Alles, was wir an Verbesserungen erreichen   wollen, m&#252;ssen wir uns erk&#228;mpfen und kann im Kapitalismus immer wieder   verschlechtert werden.<\/p>\n<p>  Das hei&#223;t: Erstens ist nicht gesichert, ob am Ende die Durchsetzung   unseres Gesetzesentwurfs vom Senat durch fadenscheinige Argumente   verhindert wird, wie das in manchen fr&#252;heren Volksbegehren der Fall war.   Ob wir Erfolg haben, wird vor allem von der geschaffenen &#214;ffentlichkeit   abh&#228;ngen. Das Volksbegehren soll Aktionen, Demonstrationen und auch   Streiks der Besch&#228;ftigten nicht ersetzen, sondern dazu ermutigen.<\/p>\n<p>  Zweitens ist es aus juristischen Gr&#252;nden gar nicht m&#246;glich, in dem   Volksbegehren all das zu fordern, was wir wollen, wie zum Beispiel den   direkten Ausschluss von Privatisierungen. Aber wenn es uns gelingt, f&#252;r   unsere Forderungen gegen Privatisierung in der &#214;ffentlichkeit breite   Unterst&#252;tzung zu gewinnen, wird eine Teilprivatisierung durch einen   k&#252;nftigen Senat politisch schwerer durchsetzbar. Zudem haben private   Investoren kein Interesse an guten L&#246;hnen und Arbeitsbedingungen und   h&#246;heren Investitionen &#150; wie wir es im Verkehrsvertrag festschreiben   wollen &#150;, weil das ihren Gewinn schm&#228;lert.<\/p>\n<p>  Beim &quot;S-Bahn-Tisch&quot; k&#246;nnen sowohl Menschen mitmachen, die eine   Direktvergabe an ein landeseigenes Unternehmen wie die BVG bef&#252;rworten,   als auch andere, die einen Verbleib der S-Bahn bei der Deutschen Bahn AG   favorisieren.<\/p>\n<h4>  Was ist an Aktionen geplant?<\/h4>\n<p>  Uns geht es vor allem darum, die Menschen zu motivieren, selbst aktiv zu   werden. Wenn die Resonanz gut ist, k&#246;nnen wir in Stadtteilen   Aktiventreffen der Kampagne gr&#252;nden.<\/p>\n<p>  Wir wollen &#246;ffentlichkeitswirksame Aktionen durchf&#252;hren. Eine weiterer   Vorschlag des S-Bahn-Tischs ist, mit anderen Initiativen und   Gewerkschaften eine gemeinsame Demo f&#252;r ein soziales Berlin vor der   Abgeordnetenhauswahl am 18. September auf die Beine zu stellen, um   deutlich zu machen, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen, wenn   Mieterinitiativen gegen Verdr&#228;ngung und Privatisierung von Wohnraum,   CFM-Besch&#228;ftigte gegen Lohndumping und Ausgr&#252;ndung, Lehrer f&#252;r bessere   Bezahlung und wir gegen das S-Bahn-Chaos k&#228;mpfen. Wir alle wollen eine   lebenswerte Stadt, in der Mobilit&#228;t, Wohnen, Gesundheitsversorgung und   Bildung kein Privileg ist, sondern alle daran Anteil haben k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview zum Volksbegehren zur Rettung der S-Bahn mit Lucy Redler,<br \/>\n      Mitglied des Koordinierungskreises des Berliner S-Bahn-Tischs\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75],"tags":[239],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14334"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14334"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14334\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14334"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14334"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}