{"id":14329,"date":"2011-07-19T00:00:00","date_gmt":"2011-07-19T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14329"},"modified":"2011-07-19T00:00:00","modified_gmt":"2011-07-19T00:00:00","slug":"14329","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14329\/","title":{"rendered":"Der Protest der &quot;Schlampen&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  Engagement gegen Sexismus mit sozialen K&#228;mpfen verbinden!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Nachdem im April erstmals sogenannte Slutwalks in Kanada statt   fanden, folgten Proteste in den USA, Australien, England und Indien. Nun   ist auch in Berlin ein Slutwalk geplant. Haupts&#228;chlich junge Frauen   schlossen sich dem &quot;Schlampen-Marsch&quot; bisher an, aber auch einige junge   M&#228;nner nahmen daran teil. Es waren Menschen verschiedenen Alters und   sexueller Orientierung, die auf die Stra&#223;e gingen, um gegen sexuelle   Gewalt zu protestieren. Diese Proteste r&#252;cken das Problem der sexuellen   Gewalt gegen Frauen wieder st&#228;rker in das &#246;ffentliche Bewusstsein.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Steffi Berkemeyer, Dortmund<\/i><\/h4>\n<p>  Die Welle der Proteste wurde ausgel&#246;st durch einen Vortrag des   Polizisten Michael Sanguinetti aus dem kanadischen Toronto, der von   einer dortigen Universit&#228;t eingeladen wurde, um &#252;ber   Pr&#228;ventionsma&#223;nahmen gegen Verbrechen zu referieren.<\/p>\n<h4>  Wie es zu den Slutwalks kam<\/h4>\n<p>  In seinem Vortrag sagte der Polizist aus Toronto: &quot;Frauen sollten sich   nicht wie Schlampen kleiden, um nicht schikaniert zu werden.&quot; Diese   Aussage suggeriert, dass Opfer sexueller Gewalt selber Schuld seien. Das   ist fatal, denn so bekommen viele Frauen Schuldgef&#252;hle und zeigen den   T&#228;ter nicht an.<\/p>\n<p>  In Deutschland werden j&#228;hrlich etwa 12.000 bis 13.000 F&#228;lle von   Vergewaltigung und sexueller N&#246;tigung angezeigt. Die Dunkelziffer soll   bis zu hundertfach h&#246;her liegen.<\/p>\n<p>  Seit den &#196;u&#223;erungen des Polizisten gehen Tausende Frauen auf die Stra&#223;en   f&#252;r ihr Recht, sich kleiden zu d&#252;rfen, wie es ihnen gef&#228;llt &#150; ohne dabei   Gefahr zu laufen, bel&#228;stigt oder gar vergewaltigt zu werden. Die   Kleidung oder das Verhalten einer Frau darf nie die   Legitimationsgrundlage sein, ihr Gewalt anzutun!<\/p>\n<h4>  Sexuelle Gewalt<\/h4>\n<p>  Bei Vergewaltigungen geht es weniger um Sex als um die Aus&#252;bung von   Macht, sie sind ein Mittel zur Dem&#252;tigung und Unter-werfung von M&#228;dchen   und Frauen. Die verschiedenen Formen sexueller Gewalt gegen Frauen sind   ein Ausdruck von Ungleichheit in der auf Klassenunterschieden   basierenden kapitalistischen Gesellschaft. Dadurch, dass Frauen bis   heute gegen&#252;ber M&#228;nnern benachteiligt werden &#8211; schlechtere Bezahlung,   sexistische Darstellungen in den Medien, Rollenbilder von der Frau als   Mutter und Hausfrau -, wird die Vorstellung gesch&#252;rt, dass M&#228;nner &#252;ber   Frauen bestimmen k&#246;nnten, auch &#252;ber deren K&#246;rper.<\/p>\n<p>  Die Aufrechterhaltung der heutigen Macht einer Minderheit &#252;ber die   Mehrheit st&#252;tzt sich auf die Spaltung der Mehrheit: &quot;Teile und   Herrsche&quot;. Sexismus ist ein Spaltungsinstrument. Im Kapitalismus haben   die Herrschenden kein Interesse daran, dass M&#228;nner und Frauen sich auf   gleicher Augenh&#246;he begegnen und wom&#246;glich sogar gemeinsam f&#252;r die   Verbesserung ihrer Lebensstandards k&#228;mpfen.<\/p>\n<h4>  Gegenwehr<\/h4>\n<p>  Um gegen die Unterdr&#252;ckung der Frau anzugehen, muss auch ein   fl&#228;chendeckendes Angebot an gut ausgebauten, selbstverwalteten   Frauenh&#228;usern, Frauenberatungsstellen und -notrufen erk&#228;mpft werden. Und   auch die Gewerkschaften m&#252;ssen in die Pflicht genommen werden, Kampagnen   gegen h&#228;usliche Gewalt, Vergewaltigung in Ehe und Partnerschaften und   gegen Frauendiskriminierung am Arbeitsplatz zu organisieren und diese   mit anderen K&#228;mpfen zu verbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Engagement gegen Sexismus mit sozialen K&#228;mpfen verbinden!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[32],"tags":[239],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14329"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14329"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14329\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}