{"id":14323,"date":"2011-07-02T13:00:00","date_gmt":"2011-07-02T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14323"},"modified":"2012-06-24T16:40:24","modified_gmt":"2012-06-24T14:40:24","slug":"14323","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14323\/","title":{"rendered":"48-st&#252;ndiger Generalstreik in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p>  Die griechische PASOK-Regierung verabschiedete das gr&#246;&#223;te K&#252;rzungspaket   in der Geschichte des Landes &#8211; die Antwort war einer der gr&#246;&#223;ten   Generalstreiks des Landes.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die Verabschiedung des milliardenschweren K&#252;rzungspaketes mobilisierte   Massen zum l&#228;ngsten Generalstreik in Griechenland seit 1992. Hintergrund   dieses K&#252;rzungspaketes ist die davon abh&#228;ngige Auszahlung der n&#228;chsten   Kredittranche von EU-Kommission, EZB (Europ&#228;ische Zentralbank) und IWF   (Internationaler W&#228;hrungsfond). &#220;berall in Griechenland beteiligten sich   Besch&#228;ftigte verschiedenster Bereiche am Streik und den Demonstrationen.<\/p>\n<h4>  <i>von Krischan Friesecke, Berlin<\/i><\/h4>\n<h4>  Das Ausbluten Griechenlands<\/h4>\n<p>  Am 28. und 29. Juni gab es in Griechenland den vierten Generalstreik des   Jahres, seit Beginn der K&#252;rzungsma&#223;nahmen der griechischen Regierung war   es schon Nummer elf! Der Unterschied zu den vorrangegangen   Generalstreiks im Februar, Mai und ebenfalls Juni war die Dauer, diesmal   w&#228;hrte der kollektive Ausstand 48 Stunden. In allen gr&#246;&#223;eren St&#228;dten des   Landes gingen die Menschen auf die Stra&#223;e, um gegen das insgesamt 78   Milliarden Euro schwere Sparpaket der PASOK-Regierung zu demonstrieren.   Das Paket setzt sich aus 28 Milliarden Euro durch K&#252;rzungen und   Steuererh&#246;hungen, sowie 50 Milliarden Euro durch Privatisierung von   Staatsbesitz zusammen. Rechnet man das Sparpaket, das 2010 beschlossen   wurde mit dazu, sollen auf Kosten der griechischen Bev&#246;lkerung allein 40   Milliarden Euro bis 2015 gek&#252;rzt werden. Und niemand wei&#223;, ob die   &#8222;Troika&#8220; (EU-Kommission, EZB und IWF) Griechenland nicht noch weitere   Sparpakete auferlegen werden.<\/p>\n<p>  Gek&#252;rzt werden sollen unter anderem 150.000 Besch&#228;ftigte im &#214;ffentlichen   Dienst, 1,74 Milliarden Euro im Gesundheitsbereich und 700 Millionen   Euro &#246;ffentliche Investitionen. Die Mehrwertsteuer wird in verschiedenen   Bereichen angehoben, sowie eine &#8222;Solidarit&#228;tssteuer&#8220; ab Einkommen von   1.000 Euro Brutto eingef&#252;hrt. Zahlreiche Staatsbetriebe sollen   privatisiert werden, mit den bekannten negativen Auswirkungen auf die   dort besch&#228;ftigten ArbeiterInnen. Zur Privatisierung des Staatsbesitzes   wird ein &#8222;nationaler Verm&#246;genfonds&#8220; eingerichtet, der direkt der   EU-Kommission unterstellt werden soll. Manch einer wird sich da an die   Verscherbelung der DDR-Staatsbetriebe durch die bundesdeutsche Treuhand   erinnern. Die 50 Milliarden Staatsbesitz, die jetzt der Privatisierung   zum Opfer fallen, werden aber nur der Anfang des Ausverkaufs sein.   Insgesamt hat Griechenland 300 Milliarden Euro an Staatsbesitz, auf den   sich internationale Anleger mit Freude st&#252;rzen werden (ISW-Info).<\/p>\n<h4>  Der Generalstreik und wie weiter<\/h4>\n<p>  Der Generalstreik begann mit Demonstrationen in vielen griechischen   St&#228;dten. Mehrere Zehntausend demonstrierten in Athen und versuchten das   Parlamentsgeb&#228;ude zu umzingeln, was durch Polizeikr&#228;fte mit Einsatz von   Tr&#228;nengas und Gummikn&#252;ppeln verhindert wurde. Der Syntagmaplatz sollte   dauerhaft besetzt werden, wurde aber von der Polizei mehrmals brutal   angegriffen und teilweise ger&#228;umt. In Thessaloniki demonstrierten &#252;ber   10.000 Menschen gegen das Sparpaket. In Pir&#228;us blockierten   ArbeiterInnen, wie schon beim Generalstreik am 15. Juni, den Hafen,   einen der gr&#252;&#223;ten in Griechenland. Auf Lesbos demonstrierten &#252;ber 1.000   Menschen, landesweit gab es mehrere Besetzungen &#246;ffentlicher Geb&#228;ude.   Die Zentrale des staatlichen Energieunternehmens wurde besetzt, ebenso   die nationale Fernseh- und Rundfunkanstalt. Rathausbesetzungen gab es   unter anderem in Chania (Kreta) und auf der Insel Chios, in Xanthi   (Nordgriechenland) wurde das Finanzamt besetzt. Immer wieder gab es   gewaltt&#228;tige &#220;bergriffe der Polizei auf streikende Demonstranten, &#252;ber   300 wurden verletzt.<\/p>\n<p>  Nachdem zweit&#228;gigen Generalstreik und dem verabschiedeten K&#252;rzungspaket   stellt sich die Frage: wie weiter? Mittlerweile elf Generalstreiks   konnten die massive K&#252;rzungs- und Privatisierungswelle der   PASOK-Regierung nicht stoppen. Die Regierung setzt noch immer die   Vorgaben von EU-Kommission, EZB und IWF um, zu Lasten der griechischen   Bev&#246;lkerung. Es hat sich gezeigt, dass zeitlich begrenzte   Generalstreiks, die von der Gewerkschafftsf&#252;hrung zum Dampf ablassen   benutzt werden, aber nicht Teil einer wirklichen Kampfstrategie sind, in   Griechenland nicht ausreichen. Xekinima, die griechische   Schwesterorganisation der SAV, brachte schon zwei Wochen vor dem   zweit&#228;gigen Generalstreik Forderungen und Positionen in die Bewegung   ein, die eine Ausweitung &#252;ber ein- oder zweit&#228;gige Generalstreiks hinaus   aufwerfen<\/p>\n<h4>  Artikel zu den Vorschl&#228;gen von Xekinima: <a href=\"\/?p=14315\">hier.<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die griechische PASOK-Regierung verabschiedete das gr&#246;&#223;te K&#252;rzungspaket<br \/>\n      in der Geschichte des Landes &#8211; die Antwort war einer der gr&#246;&#223;ten<br \/>\n      Generalstreiks des Landes.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44],"tags":[275],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14323"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14323"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14323\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}