{"id":14309,"date":"2011-06-25T00:00:00","date_gmt":"2011-06-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14309"},"modified":"2012-07-18T15:56:33","modified_gmt":"2012-07-18T13:56:33","slug":"14309","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14309\/","title":{"rendered":"Ehec-Krise: Essen kann t&#246;dlich sein"},"content":{"rendered":"<p>  Tierfabriken produzieren Fleisch und t&#246;dliche Bakterien<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>&#8222;Wie soll ich mich vor Ehec sch&#252;tzen?&#8220; fragt man sich nun beim   Einkaufen. Und das zu Recht, denn das Bakterium kann t&#246;dlich sein. 37   Menschen waren bis Mitte Juni schon daran gestorben, Hunderte werden   lebenslang an den Folgen ihrer Erkrankung leiden. Und so wird jeder   Verbraucher zum Spezialisten: Sprossen nein! Gurken ja!? Haben die Eier   Dioxin? Ist das wohl Gammelfleisch? Kommt der Thunfisch aus dem Pazifik,   ist er radioaktiv? Doch jede Vorsicht sch&#252;tzt uns nicht, selbst das   Bio-Zeichen gibt uns keine Garantie. Es l&#228;uft etwas ganz gr&#252;ndlich   schief in der Lebensmittelproduktion heutzutage!<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Maren Albert, Karlsruhe<\/i><\/h4>\n<p>  Die Ehec-Bakterien (Enteroh&#228;morrhagische Escherichia coli) finden sich   im Darm von Wiederk&#228;uern (Rinder, Schafe, Ziegen). Es gibt sie in den   verschiedensten Formen und sie m&#252;ssen &#8211; auch beim Menschen &#8211; nicht zum   Ausbruch kommen. Der f&#252;r die momentane Epidemie verantwortliche Subtyp   des Ehec-Erregers ist in dieser Form vorher nicht bekannt gewesen. Doch   Ehec-Erreger kommen schon seit l&#228;ngerem auf der ganzen Welt vor und   k&#246;nnen zu epidemischen Erkrankungen f&#252;hren.<\/p>\n<h4>  Ursache der diesj&#228;hrigen Epidemie<\/h4>\n<p>  Nach letzten Erkenntnissen soll ein nieders&#228;chsischer Biohof der   Ausl&#246;ser der Epidemie sein. In seinen Sprossen sei das Bakterium an die   VerbraucherInnen transportiert worden. Der genaue Hergang und wie das   Bakterium nun dort in die Sprossen gelangt sein soll, war bislang nicht   nachvollziehbar. Doch etliche Lebensmittelexperten kommen schon heute   unabh&#228;ngig voneinander zu einem Schluss: Die Ursache f&#252;r die Epidemie   liegt in den riesigen Tierfabriken.<\/p>\n<h4>  Moderne Fleischfabriken<\/h4>\n<p>  In der &#8222;modernen&#8220; Fleischproduktion werden die Tiere in riesigen Hallen   gem&#228;stet. So zum Beispiel in Ferdinandshof in Mecklenburg-Vorpommern.   Dort steht die gr&#246;&#223;te Rindermastanlage Europas. 24.000 Tiere sind hier   zusammengepfercht. In diesen Stallgeb&#228;uden stehen die Bullen   dichtgedr&#228;ngt in langen Laufgittern. Oder in Celle, dort wird gerade   Europas gr&#246;&#223;ter H&#228;hnchenschlachthof hochgezogen. 2,5 Millionen H&#228;hnchen   will man in der Woche schlachten, das sind am Tag 400.000 Tiere oder 20   LKW-Ladungen. Daf&#252;r entstehen rundherum Mastst&#228;lle. Hier sollen die   Tiere so effektiv wie m&#246;glich verkaufsfertiges Fleisch bilden, daher   wird ihnen Spezialfutter verabreicht, das nicht zu ihrem Verdauungstrakt   passt.<\/p>\n<h4>  Moderne Tierbehandlung<\/h4>\n<p>  Der Stress, der enge Raum und die Fehlern&#228;hrung f&#252;hren zu Krankheiten   bei den Tieren. Krankheiten breiten sich auf so engem Raum schnell aus   und gef&#228;hrden die gesamte Produktion. Au&#223;erdem k&#246;nnen in so gro&#223;en   Dimensionen nicht einzelne Tiere beobachtet und behandelt werden. Daher   bekommen alle routinem&#228;&#223;ig Antibiotika ins Futter gemischt.<\/p>\n<h4>  Moderne Bakterienproduktion<\/h4>\n<p>  Dies ist die beste Brutst&#228;tte f&#252;r Bakterien, Keime und Viren. Sie   ver&#228;ndern sich, sie bilden Antibiotikaresistenzen und sie gelangen in   Umlauf. Hier sehen Lebensmittelexperten die Ursache f&#252;r Ehec, die   Vogelgrippe, die Schweinegrippe, aber auch f&#252;r den gef&#252;rchteten   multiresistenten Krankenhauskeim MRSA.<\/p>\n<h4>  Ehec im Gem&#252;se?<\/h4>\n<p>  Der genaue Weg von Ehec auf die Sprossen ist noch nicht bekannt, aber   viele Wege sind denkbar. Die &#220;bertragung auf den Menschen erfolgt durch   orale Aufnahme. Dazu m&#252;ssen Nahrung oder Getr&#228;nke durch die F&#228;kalien von   Ehec in sich tragenden Tieren verunreinigt worden sein. Nun dementieren   Landwirtschaftsbetriebe, dass Gem&#252;se mit G&#252;lle ged&#252;ngt werde. Die G&#252;lle   werde nur auf die leeren Felder ausgebracht. Doch dort k&#246;nnen sich   Ehec-Bakterien ein Jahr lang halten und mit dem Gem&#252;se zum Verbraucher   gelangen. Oder verunreinigtes Wasser&#8230; Oder ArbeiterInnen, die Ehec in   sich tragen&#8230; Oder verunreinigte Samen&#8230;<\/p>\n<h4>  Warum?<\/h4>\n<p>  Warum wird dieses Risiko von Fleischfabrikanten eingegangen? Weil es   Profite bringt. Die gewerbliche Fleischproduktion erreichte im Jahr 2010   in Deutschland einen neuen Rekordwert von insgesamt acht Millionen   Tonnen. Dies bedeutet gegen&#252;ber dem Vorjahr eine Steigerung um 302.000   Tonnen oder 3,9 Prozent. Die Gewinne daraus teilen sich im Wesentlichen   vier marktf&#252;hrende Konzerne, die sich nun jeweils die Gewinnanteile   abjagen wollen und daher alle flei&#223;ig aufr&#252;sten.<\/p>\n<h4>  Ohne uns!<\/h4>\n<p>  Wir k&#246;nnen Vegetarier werden und im Bioladen einkaufen, doch die   Ehec-Krise macht deutlich, dass es nicht gen&#252;gt, als schlauer   Verbraucher durch das Leben zu gehen. Wir m&#252;ssen diese fahrl&#228;ssige Form   der Lebensmittelproduktion stoppen.<\/p>\n<h4>  Proteste erfolgreich<\/h4>\n<p>  Gegen etliche Intensivmastanlagen haben B&#252;rgerinitiativen erfolgreich   Widerstand geleistet. So protestierten EinwohnerInnen von Salzwedel   Anfang April gegen eine geplante H&#228;hnchenmastanlage mit 160.000   Mastpl&#228;tzen. In Etelsen (Landkreis Verden) wurde der Bau einer   H&#228;hnchenmastanlage mit 100.000 geplanten Mastpl&#228;tzen gestoppt. Und der   Ausbau einer Milchviehanlage mit 3.200 K&#252;hen in der Samtgemeinde Braver   (Landkreis Diepholz) konnte gerade noch verhindert werden.<\/p>\n<h4>  Fleischkonzerne enteignen<\/h4>\n<p>  Skandale wie Ehec oder Dioxin-Fleisch in diesem Jahr schreien nach   Kontrolle. Aber das wurde auch schon vor zehn Jahren in der BSE-Krise   gefordert. Passiert ist wenig. Denn wirksam kontrollieren l&#228;sst sich   nur, was einem auch geh&#246;rt. Um den Profiteuren endg&#252;ltig das Handwerk zu   legen, m&#252;ssen die Fleischkonzerne enteignet werden. Verbraucher-,   Umwelt- und Tierschutzverb&#228;nde, Besch&#228;ftigte und die ganze arbeitende   Bev&#246;lkerung m&#252;ssen endlich demokratisch entscheiden k&#246;nnen, wie eine   moderne Lebensmittelproduktion heute aussehen muss.<\/p>\n<p>  Wenn es nicht mehr darum geht, Profite zu machen, dann k&#246;nnen wir die   wirklich wichtigen Fragen stellen und beantworten: Was ist gesund f&#252;r   den Menschen? Was ist umweltfreundlich? Was ist artgerecht? Dann kann   das gesammelte neue und &#252;berlieferte Wissen der Landwirte, der   Wissenschaft, der Medizin zusammenflie&#223;en und im Sinne von Mensch und   Natur eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Tierfabriken produzieren Fleisch und t&#246;dliche Bakterien\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[116],"tags":[270,239],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14309"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14309"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14309\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}