{"id":14303,"date":"2011-06-22T00:00:00","date_gmt":"2011-06-22T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14303"},"modified":"2011-06-22T00:00:00","modified_gmt":"2011-06-22T00:00:00","slug":"14303","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14303\/","title":{"rendered":"Charit&#233; Facility Management: Tarifverhandlungen laufen"},"content":{"rendered":"<p>  Solidarit&#228;tskomitee setzt Aktivit&#228;ten fort<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Nach zwei Wochen Streik im Mai f&#252;r die Aufnahme von Verhandlungen &#252;ber   einen Tarifvertrag bei der Charit&#233; Facility Management (CFM), wird es in   dieser Woche die dritte Verhandlungsrunde geben. Die CFM ist der   ausgegliederte Dienstleistungsbereich der Universit&#228;tsklinik Charit&#233; in   Berlin, wo Reinigung, Krankentransport, K&#252;che, Wachschutz etc. zusammen   gefasst wurden.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic, aktiv im Solidarit&#228;tskomitee f&#252;r die   CFM-Besch&#228;ftigten<\/i><\/h4>\n<p>  Die VertreterInnen der ver.di-Tarifkommission haben einen Vorschlag f&#252;r   einen Manteltarifvertrag vorgelegt, der sich an dem entsprechenden Teil   des Tarifvertrags f&#252;r die Charit&#233;-Besch&#228;ftigten orientiert. Bei der   Aufstellung der Lohnforderungen wird es f&#252;r die GewerkschafterInnen   komplizierter, denn sie haben selber keinen genauen &#220;berblick &#252;ber die   verschiedenen individuellen Arbeitsvertr&#228;ge, die bei der CFM existieren   und versuchen seit Wochen die n&#246;tigen Informationen zu sammeln..<\/p>\n<p>  Eine Kleine Anfrage des LINKE-Abgeordneten Wolfgang Albers an den Senat   hat auch wenig Licht ins Dunkel gebracht. Da hei&#223;t es dann auf die Frage   nach der Verg&#252;tungsstruktur und nach Einhaltung des Mindestlohns: &#8222;Die   in 2009 im Hauptausschuss dargestellten Grunds&#228;tze haben sich nicht   ge&#228;ndert, wenngleich Entgeltanpassungen in Abh&#228;ngigkeit von der   Branchenentwicklung erfolgten. Gesetzliche Vorgaben werden von der   Charit&#233; selbstverst&#228;ndlich eingehalten.&#8220; Dass die Gesch&#228;ftsleitung   allerdings weiterhin auf dem Standpunkt steht, das Berliner   Vergabegesetz nicht einhalten zu m&#252;ssen, weil dieses erst nach Abschluss   der Vertr&#228;ge zwischen Charit&#233; und CFM beschlossen wurde zeigt sich in   einer weiteren Antwort des Senats: &#8222;F&#252;r die Besch&#228;ftigten des Berliner   und Brandenburger Wach- und Sicherheitsgewerbes gilt seit Jahresanfang   eine Lohnuntergrenze von 6,53 Euro pro Stunde. Die CFM zahlt ihren   Wachsch&#252;tzern einen Stundenlohn von 6,55 die Stunde zuz&#252;glich   &#252;bertariflicher Zeitzuschl&#228;ge und Zulagen, so dass sich in Summe   (Grundlohn + Zuschl&#228;ge) ein durchschnittlicher Stundenlohn von ca. 6,85   Euro pro Stunde ergibt. Nach Auskunft der Charit&#233; hat sich die   Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der CFM freiwillig verpflichtet, ab dem 01.06. 2011 im   Wachschutz den politisch avisierten Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde   umzusetzen, muss die Umsetzung jedoch aktuell vom Ausgang der laufenden   Arbeitskampfma&#223;nahmen abh&#228;ngig machen.&#8220; Eine interessante Zahl findet   sich jedoch in der Beantwortung auf diese Anfrage: in den letzten f&#252;nf   Jahren hat die Charit&#233; durch die Ausgr&#252;ndung der CFM 168 Millionen Euro   gespart &#8211; auf dem R&#252;cken der Besch&#228;ftigten.<\/p>\n<p>  Circa ein Drittel der CFM&quot;lerInnen sind so genannte &#8222;Gestellte&#8220;, also   aus der Charit&#233; an die CFM entliehene Arbeitskr&#228;fte, die nach   Charit&#233;-Tarifen bezahlt werden. Diese verdienen zum Teil vierzig Prozent   mehr als direkt bei der CFM angestellte ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>  Ziel der Gewerkschaft ist es nun eine Entgelttabelle zu entwickeln, die   sich an der Tabelle f&#252;r die Charit&#233;-Besch&#228;ftigten orientiert und die   &#252;ber den zur Zeit bei der CFM existierenden h&#246;chsten Entgelten liegt.<\/p>\n<p>  Das ist auch dringend n&#246;tig, um die Belegschaft wieder zu Kampfma&#223;nahmen   zu mobilisieren. Nicht zuletzt die Erfahrung des Charit&#233;-Streiks hat   gezeigt, dass die Kampfbereitschaft w&#228;chst, wenn es um Forderungen geht,   die tats&#228;chlich sp&#252;rbare Verbesserungen bedeuten und f&#252;r die es sich zu   k&#228;mpfen lohnt.<\/p>\n<p>  Zur Zeit werden befristete Arbeitsvertr&#228;ge nicht verl&#228;ngert und   gleichzeitig versucht der Arbeitgeber sich offensichtlich durch die   Einstellung zus&#228;tzlicher Leiharbeiter im Kranken- und   Wirtschaftstransport, durch die Firma SEMO, auf eine m&#246;gliche   Wiederaufnahme des Streiks vorzubereiten. Diese LeiharbeiterInnen werden   im Falle eines Streiks sicher unter Druck gesetzt, um   Streikbrechert&#228;tigkeiten auszu&#252;ben &#8211; was sie aber nach den geltenden   Tarifvertr&#228;gen der Zeitarbeitsfirmen nicht machen m&#252;ssen!<\/p>\n<p>  Druck aus&#252;ben scheint eine Spezialit&#228;t der CFM-Gesch&#228;ftsleitung zu sein.   Mehrere KollegInnen erhielten Abmahnungen aufgrund ihres Verhaltens im   Streik. Dagegen werden sich der Betriebsrat und ver.di zu Wehr setzen.   Es werden auch Besch&#228;ftigte dazu gedr&#228;ngt, einen &#196;nderungsvertrag zu   unterschreiben, der aus einem unbefristeten Arbeitsverh&#228;ltnis ein   befristetes mit schlechteren Konditionen macht!<\/p>\n<p>  Das Solidarit&#228;tskomitee f&#252;r die CFM-Besch&#228;ftigten in Berlin setzt seine   Aktivit&#228;ten fort und wird in dieser Woche <a href=\"\/media\/z\/2011-06-20-Solikomitee_Flugi.pdf\">ein   Flugblatt<\/a> an die Besch&#228;ftigten verteilen. Es werden weiter   Unterschriften zur Solidarit&#228;t mit dem Kampf der Belegschaft f&#252;r einen   Tarifvertrag gesammelt und es ist geplant, gemeinsam mit ver.di ein   &#8222;Schwarzbuch CFM&#8220; zu erstellen. &#8222;Wenn es knallt, knallt es im August&#8220;,   hie&#223; es beim letzten Treffen des Solidarit&#228;tskomitees. Das w&#252;rde einen   Streik in einem mehrheitlich in Landeseigentum befindlichen Betrieb   w&#228;hrend des Wahlkampfes zum Abgeordnetenhaus bedeuten. Das beinhaltet   f&#252;r die Belegschaft die Chance, diese Auseinandersetzung als das zu   f&#252;hren, was sie ohnehin in Wirklichkeit ist: ein politischer Kampf gegen   die Politik der Ausgr&#252;ndungen, Privatisierungen und Lohndr&#252;ckerei.<\/p>\n<h6>  Foto: Copyright ver.di Betriebsgruppe Charit&#233;<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Solidarit&#228;tskomitee setzt Aktivit&#228;ten fort\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,11,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14303"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14303\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}