{"id":14302,"date":"2011-06-21T12:00:00","date_gmt":"2011-06-21T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14302"},"modified":"2011-06-21T12:00:00","modified_gmt":"2011-06-21T12:00:00","slug":"14302","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14302\/","title":{"rendered":"Blockaden in Brokdorf"},"content":{"rendered":"<p>  250 AktivistInnen blockieren Atomkraftwerk<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 18. und 19. Juni wurde die Revision des AKW Brokdorf drei mal   blockiert. Die friedlichen Blockaden konnten von der Polizei schnell   aufgel&#246;st werden. Die AktivistInnen zeigten dennoch ihre   Entschlossenheit.<\/b><\/p>\n<h4>  <b><i>von Michael Koschitzki, Teilnehmer der Blockaden aus Berlin<\/i><\/b><\/h4>\n<p>  <b><embed src=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/s\/c\/bin\/slideshow.swf\" height=\"267\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"400\" pluginspage=\"http:\/\/www.macromedia.com\/go\/getflashplayer\" flashvars=\"host=picasaweb.google.com&#038;hl=de&#038;feat=flashalbum&#038;RGB=0x000000&#038;feed=https%3A%2F%2Fpicasaweb.google.com%2Fdata%2Ffeed%2Fapi%2Fuser%2F102458489215897250915%2Falbumid%2F5620635381950895537%3Falt%3Drss%26kind%3Dphoto%26hl%3Dde\">  <\/embed>  <\/b><\/p>\n<p>  Mit der Verschiebung der Revisionsarbeiten um mehrere Tage reagierte der   Atomkonzern E.ON auf die angek&#252;ndigten Blockaden des Atomkraftwerks &#252;ber   Pfingsten. Anti-Atom AktivistInnen hatten angek&#252;ndigt die   Revisionsarbeiten zu verhindern, bei denen mehrere hundert, meist als   Leiharbeiter eingestellte, Besch&#228;ftigte und Material in das   Atomkraftwerk rein und rausgefahren werden m&#252;ssen. Nach der Verschiebung   wurden auch die Blockaden verschoben, was die Mobilisierung stark traf.<\/p>\n<h4>  <b>Drei blockierte Schichtwechsel<\/b><\/h4>\n<p>  Am Freitag den 17. Juni startete die Aktion mit Besprechungen im   Blockadecamp von x-tausendmalquer. Aus einer angemeldeten Demonstration   heraus wurde Samstag Vormittag das Atomkraftwerk an beiden Eing&#228;ngen   blockiert. An einem Tor wurde ein hohes Tripod aufgestellt, in dem sich   eine Aktivistin abseilte, was eine weitere H&#252;rde f&#252;r die R&#228;umung der   Polizei war. Allerdings konnten die AktivistInnen von insgesamt 1000   Polizisten, die nach Brokdorf geschickt worden waren, schnell ger&#228;umt   werden. An den Aktionen beteiligten sich nur 250 TeilnehmerInnen aus dem   ganzen Bundesgebiet. Die Polizei gab sich auch wegen der gro&#223;en &#220;berzahl   betont friedlich, wahrscheinlich weil Bilder von Polizisten, die gegen   AtomkraftgegnerInnen vorgehen, nicht gewollt waren.<\/p>\n<p>  Doch die AktivistInnen zeigten Entschlossenheit. Mit einer Wanderung   &#252;ber den Deich und durch das Durchflie&#223;en von einer Polizeiabsperrung   wurde das Tor wieder eingenommen und das AKW auch beim folgenden   Schichtwechsel blockiert. Die Besch&#228;ftigten des AKW waren von den   Protesten abgeschirmt, so dass die Flugbl&#228;tter, die f&#252;r sie vorbereitet   waren, nicht verteilt werden konnten. Vom Lautsprecherwagen wurde jedoch   mehrfach darauf hingewiesen, wie viele Arbeitspl&#228;tze bei regenerativen   Energien entstehen w&#252;rden. Die Forderung nach Ersatzarbeitspl&#228;tzen wurde   nicht erhoben, auch wenn deutlich gemacht wurde, dass sich die Aktion   nicht gegen sie richtet. Nach einer weiteren R&#228;umung folgte eine weitere   Blockade im Morgengrauen. Mit der Verlegung des Schichtwechsels dachte   die Polizei das sogar verhindern zu k&#246;nnen, was ihr nicht gelang.<\/p>\n<h4>  <b>Warum so wenige?<\/b><\/h4>\n<p>  Viele AktivistInnen waren von der geringen Teilnehmerzahl der Blockaden   &#252;berrascht. Bei einer Umfrage unter den &#252;ber tausend Menschen, die   online angegeben hatten, dass sie blockieren w&#252;rden, gaben sehr viele   an, dass sie die Terminverschiebung nicht einrichten konnten. Das   B&#252;ndnis Block Brokdorf, welches ein eigenes Blockadecamp zu Pfingsten   organisiert hatte, konnte gar kein zweites Camp auf die Beine stellen.   Von den Unterst&#252;tzerInnen von Block Brokdorf beteiligten sich nur sehr   wenige an dem Camp von x-tausendmalquer. Im Gegensatz zu Pfingsten   konnte in keiner Stadt mehr ein Bus organisiert werden.<\/p>\n<p>  Daraus entwickelte sich eine Eigendynamik und viele zweifelten daran,   dass man das AKW noch wirksam blockieren k&#246;nnte. Bei der Abw&#228;gung ob man   bei schlechtem Wetter, den langen Weg auf sich nehmen sollte,   entschieden sich deshalb sehr viele Menschen dagegen. Eine Rolle spielte   auch, dass bei der Mobilisierung nach der Verschiebung nicht nachgelegt   wurde. DIE LINKE hatte die Verschiebung nicht mal auf ihrer Homepage   vermerkt. Die Gewerkschaften hatten insgesamt erst gar nicht zu den   Blockaden mobilisiert.<\/p>\n<p>  Die geringe Beteiligung ist sicher nicht als Zustimmung zum Atomausstieg   der Bundesregierung zu werten. Dem auf den Blockaden viel gerufenen   Slogan &#8222;Was klingt faul und ranzig: Zweitausendzweiunzwanzig!&#8220; w&#252;rden   sich zehntausende AktivistInnen anschlie&#223;en. Trotzdem hat die Stimmung,   die allgemeine Medienpropaganda und die Zustimmung des Gr&#252;nen   Bundesvorstandes zum Ausstieg auch eine R&#252;ckwirkung auf viele   AktivistInnen.<\/p>\n<h4>  <b>Wie weiter?<\/b><\/h4>\n<p>  Von Brokdorf geht nicht das Erfolgssignal f&#252;r weitere geplante Blockaden   in Gorleben und Neckarwestheim aus, wie man gehofft h&#228;tte. Ob die   ehrgeizigen Blockaden, wie Gorleben365, bei dem jeden Tag das geplante   Endlager Gorleben blockiert werden soll, Erfolg haben, h&#228;ngt auch davon   ab, ob die Mobilisierung verbessert werden kann und mehr Menschen, die   bisher &#8222;nur&#8220; demonstrieren waren, in Blockaden einbezogen werden k&#246;nnen.   In den Gewerkschaften sollten sich Mitglieder f&#252;r die Mobilisierung dazu   einsetzen und Antr&#228;ge einbringen. DIE LINKE muss entschlossen, die   Blockaden unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Das ist auch f&#252;r die Verhinderung der Castor Transporte diesen Herbst   wichtig. An die Mobilisierung des letzten Jahres kann angekn&#252;pft werden.   Dazu braucht es entschlossene Kampagnen und Unterst&#252;tzung. Die SAV   beteiligte sich an den Aktionen in Brokdorf und ist aktiv f&#252;r die   sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke, die Enteignung der   Stromkonzerne und &#220;berf&#252;hrung in demokratische Kontrolle und Verwaltung   sowie f&#252;r eine sozialistische Energieplanung zur Rettung von Mensch und   Klima. Werde auch du mit uns aktiv!<\/p>\n<h4>  <iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/6CWC-XbbRY8\" height=\"349\" width=\"560\" allowfullscreen=\"#DEFAULT\" frameborder=\"0\">  <\/iframe><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      250 AktivistInnen blockieren Atomkraftwerk\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[114],"tags":[264],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14302"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14302\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}