{"id":14296,"date":"2011-06-18T00:00:00","date_gmt":"2011-06-18T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14296"},"modified":"2011-06-18T00:00:00","modified_gmt":"2011-06-18T00:00:00","slug":"14296","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14296\/","title":{"rendered":"Stoppt Polizeigewalt"},"content":{"rendered":"<p>  Gekn&#252;ppelt wird nicht &#8222;aus Versehen&#8220;!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am Wochenende sind Blockaden des AKW Brokdorf geplant. Damit wollen   AktivistInnen f&#252;r die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen   demonstrieren. Auch die Polizei wird da sein. &#8222;Normal&#8220; ausgestattet: Mit   Helmen, Kn&#252;ppeln, Pfefferspray, Wasserwerfern, Hunden und vielem mehr.   Sie werden da sein, um die Blockaden zu verhindern, um Profite aus   Atomkraft zu sch&#252;tzen. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Christian Walter, Aachen<\/i><\/h4>\n<p>  Doch die &#252;bergro&#223;e Mehrheit der deutschen Bev&#246;lkerung ist gegen   Atomkraft. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage will sogar eine Mehrheit   den Ausstieg sofortig oder sp&#228;testens in f&#252;nf Jahren, trotz aller   Propaganda von fl&#228;chendeckenden Stromausf&#228;llen. Da stellt sich sehr   konkret die Frage: Wenn nicht im Interesse der Mehrheit&#8230;<\/p>\n<h4>  &#8230;in wessen Interesse handelt die Polizei?<\/h4>\n<p>  Die Polizei handelt im Auftrag eines Staates, der nicht unser Staat ist.   Es ist der Staat der Banken und Konzerne, der Superreichen, derjenigen,   die selbst aus den Krisenfolgen und dem Leid unz&#228;hliger Menschen noch   Profite schlagen. Durch Parteispenden, Berater und Lobbyverb&#228;nde nehmen   die Konzerne Einfluss auf die Politik. Obendrein darf Ackermann im   Kanzleramt Geburtstag feiern. Andere Bereiche des Staates, wie Justiz,   Polizei, Armee usw. werden gar nicht gew&#228;hlt. Durch tausend Str&#228;nge sind   die kapitalistischen Eliten mit den staatlichen Eliten verkn&#252;pft.<\/p>\n<p>  Der Staat hat mit allen seinen Organen die Aufgabe, die Verh&#228;ltnisse   aufrecht zu erhalten. Dazu geh&#246;ren die Verteidigung des Privateigentums   und die Aufrechterhaltung der Reichtumsverh&#228;ltnisse. Weil man mit   Atomkraft oder Kriegen Profite machen kann, wurden Laufzeiten verl&#228;ngert   und Soldaten nach Afghanistan geschickt &#8211; nicht weil es im Interesse der   Mehrheit w&#228;re.<\/p>\n<p>  Friedrich Engels hat den Staat einmal als eine Formation bezeichnet, die   in letzter Instanz aus bewaffneten Menschen besteht &#8211; bewaffnet, um die   Interessen der jeweils &#246;konomisch herrschenden Klasse zu verteidigen.   Gekn&#252;ppelt wird also f&#252;r eine Minderheit, f&#252;r die Interessen des   Kapitals. &#8222;Alle Macht geht vom Volke aus&#8220; &#8211; von wegen!<\/p>\n<p>  Im Zweifelsfall &#228;ndert auch eine andere Regierung nichts an dem   Staatsapparat. Auch unter Gr&#252;n-Rot in Baden-W&#252;rttemberg wurden diese   Woche Sitzblockaden vor Baustellen des Projektes Stuttgart 21 durch die   Polizei aufgel&#246;st. Auch hier wird die Polizei im Interesse der Bahn,   Bau- und Immobilienfirmen eingesetzt und nicht im Interesse der Mehrheit   der Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<h4>  Der &#8222;Kn&#252;ppelbulle&#8220;: Weder Einzelfall, noch ungewollt<\/h4>\n<p>  Nach dem &#8222;schwarzen Donnerstag&#8220;, dem 30. September 2010, an dem in   Stuttgart die Polizei hunderte Menschen verletzte, darunter auch Kinder   und alte Menschen, wurde von Teilen der Bewegung gegen Stuttgart 21 und   auch von manchen Medien das Bild von einem Polizisten verbreitet, der   besonders brutal war. So sehr er sich auch durch besonders perverse und   brutale Gewalt hervorgetan hat, ging es nicht um einen Polizisten, der   &#8222;&#252;ber die Str&#228;nge geschlagen ist&#8220;. Bestraft werden solche Polizisten   selten. F&#252;r den Staat ist Einsch&#252;chterung eine wichtige Waffe gegen   Proteste. Und auch wenn das Bild von einem brutalen Polizisten   verbreitet wird, sind doch diejenigen verantwortlich, die   Hundertschaften und Wasserwerfern losschicken.<\/p>\n<p>  In Stuttgart ging es (zumindest teilweise) nach hinten los, denn nur   einen Tag sp&#228;ter versammelten sich Massen, um gegen Stuttgart 21 und   Polizeigewalt zu protestieren. Aber viele Menschen werden doch &#8211;   verst&#228;ndlicherweise &#8211; abgeschreckt: Wenn es die Gefahr gibt,   Pfefferspray oder einen Kn&#252;ppel ab zu bekommen, &#252;berlegt man sich eher   zweimal, ob man wirklich zu einer Demonstration, Blockade oder sonstigen   Protestaktion geht. Dagegen m&#252;ssen wir mit entschlossenen   Mobilisierungen und m&#246;glichst gutem eigenen Schutz ank&#228;mpfen.<\/p>\n<h4>  Unsere Alternative<\/h4>\n<p>  Wir wollen keine Gesellschaft, in der eine kleine Minderheit   entscheidet, was passiert &#8211; und daf&#252;r auch vor Gewalt nicht   zur&#252;ckschreckt. Das Interesse der Mehrheit der Bev&#246;lkerung muss   durchgesetzt werden.<\/p>\n<p>  In Tunesien haben im Verlauf der Revolution im Fr&#252;hjahr bedeutende Teile   von Polizei und Milit&#228;r Befehle verweigert und sich auf die Seite der   Revolution gestellt. Das kann nur durch eine Bewegung erreicht werden,   die die herrschenden Verh&#228;ltnisse in Frage stellt und erkennt, dass es   im Rahmen des Kapitalismus keine Zukunft f&#252;r die Menschheit geben kann.   Denn Polizei und Polizeigewalt ist nur ein Aspekt des Kapitalismus, und   h&#228;ngt direkt zusammen mit Ausbeutung, Armut, und dem Versuch, den   Widerstand dagegen klein zu halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Gekn&#252;ppelt wird nicht &#8222;aus Versehen&#8220;!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,92],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14296"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14296"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14296\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}