{"id":14292,"date":"2011-09-16T00:00:00","date_gmt":"2011-09-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14292"},"modified":"2016-02-12T10:40:38","modified_gmt":"2016-02-12T09:40:38","slug":"14292","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/09\/14292\/","title":{"rendered":"Zur Brosch&#252;re &#8222;F&#252;r die Arbeiterrevolution in Spanien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  aus dem Buch: Der Spanische B&#252;rgerkrieg 1936-1939<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wir drucken hier Ausz&#252;ge aus der Brosch&#252;re &#8222;F&#252;r die Arbeiterrevolution   in Spanien&#8220; von Franz Heller alias Paul Thalmann ab. Das Besondere an   diesem im Dezember 1936 verfassten Text ist, dass es wohl die erste   deutschsprachige antistalinistische Brosch&#252;re &#252;ber den Spanischen   B&#252;rgerkrieg ist.<\/p>\n<p>  Hinter dem Pseudonym &#8222;Franz Heller&#8220; verbarg sich Paul Thalmann. Er wurde   1901 geboren und als jugendlicher Arbeiter in Basel durch den Ersten   Weltkrieg und die Russische Revolution radikalisiert. Er war in der   sozialistischen Jugendbewegung aktiv und bald Spezialist f&#252;r das   Schmuggeln von Literatur und Revolution&#228;rInnen &#252;ber die   deutsch-schweizer Grenze. Vor allem, nachdem die sozialistische Jugend   fast geschlossen der Kommunistischen Jugendinternationale beigetreten   war. Thalmann war zeitweise ihr Sekret&#228;r und Delegierter auf dem   Weltkongress der Kommunistischen Jugendinternationale 1922 und Gast auf   dem unmittelbar davor stattfindenden IV. Weltkongress der   Kommunistischen Internationale. Beim V. Weltkongress 1924 war er selbst   Delegierter und 1925-28 Student an der &#8222;Universit&#228;t f&#252;r nationale   Minderheiten des Westens&#8220; in Moskau. An ihr erhielten Angeh&#246;rige   nationaler Minderheiten in der Sowjetunion und Angeh&#246;rige   Kommunistischer Parteien des Westens eine marxistische Schulung. In den   Semesterferien versuchte er deutschsprachigen B&#228;uerInnen in Sibirien die   neuesten Beschl&#252;sse der Kommunistischen Partei nahe zu bringen oder nahm   an der Grundausbildung der Roten Armee teil.<\/p>\n<p>  Zu dieser Zeit hatte die Stalin-Fraktion im B&#252;ndnis erst mit Sinowjew   und Kamenjew, dann mit Bucharin den innerparteilichen Kampf bereits   gewonnen. Die Texte der trotzkistischen Opposition konnten nur noch   heimlich verbreitet werden. Als Thalmann bei einer Abstimmung Trotzkis   Thesen nicht verurteilte, sondern sich enthielt, weil er sie schlicht   und einfach nicht kannte, bekam er eine offizielle R&#252;ge.<\/p>\n<p>  Er kehrte mit einer tiefen Abneigung gegen die stalinistischen Praktiken   aus Russland zur&#252;ck, die ein Leben lang anhielt. Seine Kenntnis &#252;ber   Alternativen zum Stalinismus, wie sie Trotzki formulierte, war begrenzt.   In der Schweiz kam es bald zu Auseinandersetzungen &#252;ber die neue   sektiererische Politik, die Stalin der Kommunistischen Internationale   vorordnete. Die SozialdemokratInnen wurden als Sozialfaschisten   bezeichnet und die Gewerkschaften mit eigenen &#8222;roten&#8220; Gewerkschaften   gespalten. Viele Mitglieder der Schweizer KP wehrten sich gegen diesen   Kurs. In Schaffhausen, wo die KP gut verankert und die st&#228;rkste   ArbeiterInnenpartei war, f&#252;hrte das zur Spaltung. Die Opposition nahm   Kontakt zur deutschen KP Opposition von Brandler und Thalheimer auf. Wie   sie selbst, kritisierte die KPD Opposition die Sozialfaschismustheorie   und die Gewerkschaftsspaltung aber nicht die fatale Theorie vom   &#8222;Sozialismus in einem Lande&#8220;.<\/p>\n<p>  Thalmann war Redakteur der Schaffhausener &#8222;Arbeiterzeitung&#8220; und   verzichtete darauf, f&#252;r seine abweichenden Ideen in der Organisation zu   k&#228;mpfen. Als die Differenzen zu gro&#223; wurden, ging er einfach mit seiner   Lebensgef&#228;hrtin Clara auf Reisen. Nach seiner R&#252;ckkehr bildeten sie 1934   in seiner Heimatstadt Basel mit radikalisierten StudentInnen und   ArbeiterInnen, die zum Teil Mitglied der Sozialdemokratischen Partei   waren, die Gruppe &#8222;Marxistische Aktion&#8220;. Dann nahmen sie Kontakt zur   trotzkistischen Gruppe um Walter Nelz in Z&#252;rich auf. Zu dieser Zeit   f&#252;hrten die Weltwirtschaftskrise, der Faschismus und der Stalinismus zu   einer Radikalisierung in vielen sozialdemokratischen Parteien. Eine neue   Schicht von ArbeiterInnen war nun in der Sozialdemokratie. Trotzkis   Anh&#228;ngerInnen traten in verschiedenen L&#228;ndern in sozialdemokratische   Parteien ein, um die sich radikalisierenden Mitglieder f&#252;r die   Revolution zu gewinnen. In der Schweiz ging die Parteif&#252;hrung aber in   die andere Richtung. Der Sieg des Faschismus in Deutschland war f&#252;r sie   Anlass ihre traditionelle Opposition gegen Regierungsbeteiligung und   Milit&#228;rausgaben fallen zu lassen. Es gab heftige Auseinandersetzungen   und Thalmann fand sich pl&#246;tzlich als ein Sprecher der linken Opposition   wieder. Aber die Opposition war zu uneinheitlich, obwohl sie sogar auf   einem Parteitag einen knappen Sieg davontrug.<\/p>\n<p>  In diese Auseinandersetzungen platze der Spanische B&#252;rgerInnenkrieg.   Paul und Clara Thalmann gingen nach Spanien. Bei einem kurzen   Zwischenstopp in der Schweiz schrieb Thalmann Ende 1936 seine Brosch&#252;re,   die von den Schweizer TrotzkistInnen herausgegeben wurde. Das Vorwort   verfasste Walter Nelz, der im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit anderen   Schweizer TrotzkistInnen von der ach so demokratischen Schweiz wegen   ihrer antimilitaristischen Arbeit zu einer mehrj&#228;hrigen Gef&#228;ngnisstrafe   verurteilt wurde. Nach dem Krieg vergaloppierte sich Nelz leider in   Versuche, den Marxismus durch das Urchristentum und die Hegelsche   Religionsphilosophie zu &#8222;bereichern&#8220;.<\/p>\n<p>  In Spanien war Thalmann teils Korrespondent f&#252;r die sozialistische   Presse, teils Mitk&#228;mpfer in verschiedenen Milizen und teils im   stalinistischen Gef&#228;ngnis. Er stand zwar im engen Kontakt mit den dort   aktiven TrotzkistInnen, aber seine Einsch&#228;tzung der Sowjetunion   entfernte sich zunehmend von ihnen. Er hielt sie f&#252;r eine Form von   kapitalistischem Staat.<\/p>\n<p>  Nachdem er gl&#252;cklich aus Spanien entkommen war, lie&#223; er sich in Paris   nieder, war im Hilfskomitee f&#252;r Spanienfl&#252;chtlinge aktiv und versuchte   sich durchzuschlagen. W&#228;hrend der deutschen Besatzung von Paris wurde   die Wohnung von Paul Thalmann und Clara Eisner zum Schlupfwinkel f&#252;r   untergetauchte J&#252;dInnen und Revolution&#228;rInnen. Zu ihren Sch&#252;tzlingen   geh&#246;rte auch Paul Widelin (oder Wittelin) alias Viktor, ein deutscher   Jude und Trotzkist, der nach Frankreich kam, um die Arbeit der   franz&#246;sischen TrotzkistInnen unter den deutschen Besatzungssoldaten zu   organisieren. Thalmann unterst&#252;tzte die Produktion der Zeitung &#8222;Arbeiter   und Soldat&#8220;, die Viktor zusammen mit einer Gruppe von Wehrmachtssoldaten   in Brest erstellte. Kurz nachdem Viktor ein anderes Versteck bezogen   hatte, wurde er verhaftet und der Gestapo &#252;berstellt. Er wurde gefoltert   und schlie&#223;lich ermordert.<\/p>\n<p>  Nach dem Krieg versuchten Paul und Clara Thalmann mit Gleichgesinnten   eine Art Kommune in der N&#228;he von Nizza (S&#233;r&#233;na) zu gr&#252;nden. Schon nach   wenigen Jahren waren sie von den Gr&#252;ndern als Einzige &#252;brig. Sie setzten   ihr Projekt mit wechselnden G&#228;sten bis zu ihrem Tod (Paul starb 1980,   Clara 1987) fort. Politisch blieben sie antistalinistische   Revolution&#228;rInnen, auch wenn sie sich vom Marxismus in vielen Fragen   entfernten.<\/p>\n<h2>  Franz Heller: F&#252;r die Arbeiter-Revolution in Spanien<\/h2>\n<h4>  X. Die Revolution wird verraten &#8211; Die Stalinisten l&#246;sen die Sowjets auf<\/h4>\n<p>  Der k&#252;hne revolution&#228;re Schwung der Bewegung, der es den Arbeitern und   Bauern gestattete, in Barcelona, Madrid und Asturien den Generalsputsch   gr&#252;ndlich zu liquidieren, die Gener&#228;le in die Defensive zu dr&#228;ngen, sich   die eigenen Machtorgane in den R&#228;ten bildete, verebbte ab Mitte   September langsam. Statt die Revolution k&#252;hn vorw&#228;rts zu treiben,   amputierten die Stalinisten, die Bourgeoisie und die Sowjetb&#252;rokratie   gewissenhaft ein Organ der Revolution nach dem anderen, Anarchisten und   POUM sind die teils willigen, teils widerspenstigen Patienten. Der   R&#252;cklauf der revolution&#228;ren Bewegung ist kalendarisch festzuhalten:<\/p>\n<p>  Anfangs September: Bildung der Volksfrontregierung Caballero, die sofort   versucht, das alte Heer gegen&#252;ber der Miliz wieder aufzup&#228;ppeln.   (Guardia Civil wird nur dem Namen nach in die Guardia National   Republicana umbenannt: auf der Grundlage der alten Heeresorganisation   werden die Milit&#228;rpflichtigen zum Heer einberufen!)<\/p>\n<p>  Mitte September: Das zentrale Milizkomitee in Barcelona l&#246;st sich auf.   An seiner Stelle wird die katalanische Regierung gebildet. Die POUM   l&#228;sst die Losung der Arbeiterregierung unter dem Einfluss der SAP fallen   und tritt in die Regierung ein.<\/p>\n<p>  Ende Oktober: Stalinistisch-anarchistischer Einheitspakt gegen die POUM.   Die Anarchisten treten in die Madrider Regierung mit 4 Vertretern ein,   lassen die gestellten Bedingungen fallen und nehmen bedingungslos teil.<\/p>\n<p>  Anfang Dezember: Unter dem russischen Druck wird die POUM aus der   katalanischen Regierung ausgeschifft. Eine Regierung auf   gewerkschaftlicher Grundlage gebildet, das hei&#223;t die radikalen Vertreter   der Anarchisten gleichzeitig ausgewechselt.<\/p>\n<p>  Mitte Dezember: Die Madrider Regierung dekretiert die Umbildung der   Miliz in ein republikanisches Heer.<\/p>\n<p>  Ende Dezember: Auf Antrag des kommunistischen Unterrichtsministers   beschlie&#223;t die Madrider Regierung die Aufl&#246;sung der R&#228;te und ihre   Ersetzung durch Provinzialr&#228;te.<\/p>\n<p>  Die Richtung, die Stalinisten &#8211; Bourgeoisie &#8211; Sowjetb&#252;rokratie der   Revolution geben wollen, zeichnet sich deutlich ab. Versch&#228;rfter Kampf   gegen alle revolution&#228;ren Tendenzen, gegen die POUM und gegen die   Anarchisten, gegen die Massen durch die Aufl&#246;sung ihrer Machtorgane, der   Komitees. Nach rechts: Verst&#228;rkung der Zentralregierung in Madrid,   B&#252;ndnis mit den baskischen Nationalisten, Appellation an den V&#246;lkerbund,   Illusionen auf die kapitalistischen Demokraten, Hoffnungen auf   Nichtintervention. Die politische Linie des schm&#228;hlichen Blocks:   Stalinismus-Reformismus-Bourgeoisie-Sowjetb&#252;rokratie arbeitet an der   Restauration der b&#252;rgerlich-demokratischen Republik und scheut selbst   vor der offen kapitalistischen Losung: Verteidigung des Privateigentums   nicht zur&#252;ck!<\/p>\n<p>  Wie jede revolution&#228;re Bewegung hat sich die spanische Revolution   spontan ihre eigenen neuen Machtorgane geschaffen. Nach den Erfahrungen   der russischen Revolution, dem asturischen Aufstand entstanden neben den   alten Unterdr&#252;ckungsorganen die R&#228;te der Arbeiter und Bauern. Diese R&#228;te   &#8211; in Spanien Komitees &#8211; &#252;bernahmen in St&#228;dten und D&#246;rfern, in Fabriken   und Gruben die Macht. Sp&#228;ter entstanden an der Front und in der   Milizarmee die Komitees der Milizion&#228;re. Diese Komitees &#8211; die spanische   R&#228;teform &#8211; waren die lokalen Machtorgane, die alles regelten: Die   Anwerbung und Bewaffnung der Milizen, die S&#228;uberung der Orte von den   reaktion&#228;ren Elementen, die Bildung der Sicherheitsmiliz, die Ern&#228;hrung   und Verpflegung der ganzen Bev&#246;lkerung und der Milizarmee. Sie bildeten   die faktische Gemeindeverwaltung auf den D&#246;rfern und in den St&#228;dten. Die   Komitees leiteten die Enteignung des Grund und Bodens, &#252;berwachten die   Verteilung des Bodens an die Bauern, bestimmten Produktion und   Verbrauch. Sie waren die Grundlage der Macht, der neuen   gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse. An zahlreichen Orten waren sie   &#252;berhaupt die einzige Macht, die bestand und f&#252;r das Weiterleben   gesellschaftlicher Formen sorgte. In allen anderen Orten bestanden sie   als Organe der Doppelherrschaft neben den alten b&#252;rgerlichen   Unterdr&#252;ckungsapparaten und Organen, wobei meist die Komitees die   wirkliche Macht repr&#228;sentierten. Auch dem einfachsten Bauern und dem   r&#252;ckst&#228;ndigsten Arbeiter leuchtet es ein, dass hier seine Organe   entstanden waren im Gegensatz zu den alten staatlichen   Unterdr&#252;ckungsmaschinen. Es war seine eigene Kraft und Macht, die er in   den Komitees wirken sah. Waren doch die Komitees in ihrer sozialen und   politischen Zusammensetzung meist von Arbeitern und Bauern beherrscht,   zogen es die republikanischen Antifaschisten vor, in den alten Organen   des b&#252;rgerlichen Staates zu sitzen und sich dort als die Lenker der   Geschicke aufzuspielen, was nur noch fauler Zauber war. Eine   revolution&#228;re Partei konnte sich nur auf diese Organe st&#252;tzen, eine   revolution&#228;re Bewegung musste von ihnen ausgehen, die Vertiefung der   Revolution konnte nur durch eine St&#228;rkung der Arbeiter-, Bauern- und   Soldatenr&#228;te erfolgen.<\/p>\n<p>  Weder die POUM noch de Anarchisten vermochten diese ungeheure   revolution&#228;re Bedeutung der Komitees einzusehen. Die POUM begn&#252;gte sich   anf&#228;nglich mit der Losung der Arbeiterregierung, ohne sich zur Frage der   R&#228;te &#252;berhaupt zu &#228;u&#223;ern. Sp&#228;ter verzichtete sie mit ihrem Eintritt in   die katalanische Regierung auf diese Losung. Die Anarchisten lie&#223;en sich   wie gewohnt von den Ereignissen treiben, f&#252;rchteten sich unerm&#252;dlich vor   dem Wiedererstehen staatlicher Autorit&#228;t, nicht sehend, dass die R&#228;te   die demokratische Form waren, die alle Garantien gegen staatliche   Autorit&#228;t und B&#252;rokratie bot. Stalinisten und Bourgeoisie versuchten vom   ersten Tag an, die revolution&#228;re Bedeutung der Sowjets einzuschr&#228;nken.   Die Milizkomitees unterstellten sie den Offizierscliquen, versuchten das   alte Heer wieder zu reorganisieren, beabsichtigen heute, da sie gen&#252;gend   Kraft und Macht besitzen, die Milizarmee &#252;berhaupt abzuschaffen und sie   in eine b&#252;rgerliche Armee zur&#252;ck zu verwandeln. Laut Beschluss der   Madrider Regierung auf Antrag des kommunistischen Unterrichtsministers   sollen die Komitees der Arbeiter, Bauern und Milizion&#228;re aufgel&#246;st und   durch Provinzialr&#228;te ersetzt werden. Die Provinzialr&#228;te stellt nat&#252;rlich   die Madrider Regierung liebensw&#252;rdig zur Verf&#252;gung. Das ist keine   verwaltungstechnische oder organisatorische Frage, hier geht es um das   Leben der Revolution. Die Aufl&#246;sung der R&#228;te bedeutet den Arbeitern und   Bauern den Teil der Macht wieder zu entrei&#223;en, den sie sich bereits   erobert haben. Bedeutet, der Revolution ihre lebenswichtigen Organe   abschneiden. Das ist die Kastration der Revolution! Der kommunistische   Unterrichtsminister in der Madrider Regierung handelt ja nur im Sinne   seiner Auftraggeber in Moskau, die in der Vernichtung der Revolution   bereits reiche Erfahrung gesammelt haben. Diese Auftraggeber haben nach   demselben Rezept die Revolution in China zerschlagen, mit dem Verbot,   jawohl Verbot! der Bildung von Sowjets, R&#228;techina verhindert und die   chinesischen Arbeiter und Bauern dem Tschiang Kai-Schek ausgeliefert.   Spanien soll die zweite Auflage dieses blutigen Abenteuers werden.<\/p>\n<p>  Die Haltung der Stalinisten wird bestimmt durch die politischen   Bed&#252;rfnisse der Sowjetb&#252;rokratie. Die diplomatischen Bed&#252;rfnisse mit den   kapitalistischen Staaten, das grenzenlose Unvertrauen in die Kraft der   Arbeiterklasse lie&#223; die stalinistischen Menschewiken die   Volksfrontpolitik &#8222;entdecken&#8220;. Wo? In der Rumpelkammer des Menschewismus   und Reformismus. Diesen alten Ladenh&#252;ter putzten sie neu auf mit dem   leeren Wort &#8222;Volksfrontpolitik&#8220;. Was dahinter steckt ist die   schmutzigste Koalition mit dem Klassenfeind, mit der Bourgeoisie. So   auch in Spanien. Die Volksfrontpolitik der Reformisten und Stalinisten,   die jetzt daran geht: Die Miliz aufzul&#246;sen und eine b&#252;rgerliche Armee zu   schaffen, die R&#228;te aufhebt, um sie durch b&#252;rokratische Regierungsorgane   zu ersetzen, besorgt alles im Bunde und Einvernehmen mit der spanischen   liberalen Bourgeoisie. Die Stalinisten besorgen in Spanien die Gesch&#228;fte   der b&#252;rgerlichen Demokratie, sie verraten die proletarische Revolution.<\/p>\n<h4>  (&#8230;)<\/h4>\n<h4>  XII. Vorw&#228;rts f&#252;r die spanische Revolution. Vorw&#228;rts zur Gr&#252;ndung der   IV. Internationale<\/h4>\n<p>  Die revolution&#228;re Bewegung in Spanien wird nur siegen, wenn sie durch   eine revolution&#228;re Partei offen, konsequent und energisch vertieft, in   der Richtung der proletarischen Revolution weiter getrieben und   vollendet wird. Die Volksfrontparteien: Sozialisten, Kommunisten und   liberale Bourgeoisie stehen der proletarischen Revolution hindernd im   Wege. Die politische und theoretische Unf&#228;higkeit der Anarchisten, das   haltlose Schwanken der POUM unter dem SAPistischen Einfluss zwischen   revolution&#228;rer Theorie und zentristisch-reformistischer Praxis ist der   Aufgabe nicht gewachsen. An die L&#246;sung dieser Aufgaben herantreten kann   nur eine revolution&#228;re Partei, die aus den Erfahrungen der K&#228;mpfe der   internationalen Arbeiterklasse, der chinesischen Revolution, der   deutschen und italienischen Niederlage, der &#246;sterreichischen Erfahrungen   und der sowjetrussischen Entwicklung die marxistischen Lehren und   Schl&#252;sse zog. Diese Partei existiert in Spanien nicht. Die ehemalige   trotzkistische Organisation in Madrid und Barcelona ist durch ihre   prinzipienlose Vereinigung mit dem Block der Arbeiter und Bauern zur   POUM verschwunden. Die wenigen Bolschewiki-Leninisten in Spanien, eine   Handvoll Menschen, unbeirrt durch ihre Schw&#228;che m&#252;ssen und werden sich   an diese Aufgabe heranwagen. Mitten im Feuer des B&#252;rgerkrieges und der   Proletarierrevolution wird sich die Partei aus den besten revolution&#228;ren   Elementen der spanischen Arbeiter und Bauern schmieden und st&#228;hlen. Die   theoretische Verarbeitung der Lehren aller gro&#223;en K&#228;mpfe, die feste   Geschlossenheit, der geschulte marxistische Blick f&#252;r die gestellten und   zu l&#246;senden Aufgaben bef&#228;higt die Bolschewiki-Leninisten trotz ihrer   zahlenm&#228;&#223;igen Schw&#228;che zur Schaffung dieser Partei.<\/p>\n<p>  Die proletarische Revolution in Spanien hat begonnen. Eine revolution&#228;re   Partei, die die Revolution zu ihren n&#228;chsten Aufgaben f&#252;hren will, kann   und muss sich st&#252;tzen auf die spanischen R&#228;te, die sich die Arbeiter und   Bauern geschaffen haben. Das ist die dringendste, unaufschiebbarste   Aufgabe der Stunde: Die Macht in die Komitees zu verlegen, die Macht der   Komitees in der Fabrik, auf dem Dorf und an der Front zu verst&#228;rken. Mit   der Doppelherrschaft zugunsten der Arbeiter und Bauern Schluss machen.   Sich losl&#246;sen aus der giftigen Umklammerung des   stalinistisch-b&#252;rgerlichen Blocks, der sich Volksfront nennt. Den Bruch   mit den liberalen F&#252;hrern, den Sturz der Minister-Kapitalisten   verlangen. Die vollst&#228;ndige Vernichtung des b&#252;rgerlichen Staates   durchf&#252;hren. Die v&#246;llige Aufl&#246;sung der b&#252;rgerlichen Armee, der   demokratischen National- und Sturmgarden. In die Massen gehen mit der   Forderung nach regionaler Zusammenfassung der Kampfkomitees der   Werkt&#228;tigen, nach Bezirks- und Landeskongressen der R&#228;te und einer von   ihnen getragenen Arbeiter- und Bauern-R&#228;teregierung. Die Milizion&#228;re   sammeln und zentral organisieren unter der Losung und der Fahne einer   wahrhaften roten Armee. Die unbedingte Gewerkschaftseinheit herstellen.   Die Enteignung der Gro&#223;grundbesitzer und der kapitalistischen   Wirtschaft, zugunsten der Werkt&#228;tigen f&#252;r ganz Spanien proklamieren und   dekretieren. Einen f&#246;derativen demokratischen Bund iberischer   Sowjetrepubliken schaffen. Endlich die Befreiung der unter spanisches   Joch gebeugten Kolonialv&#246;lker feierlich proklamieren. Die Arbeiter   Frankreichs, Belgiens und der ganzen Welt, die g&#228;renden Kolonialv&#246;lker   Nordafrikas und des Orients zur aktiven revolution&#228;ren Unterst&#252;tzung des   sozialistischen Spaniens aufrufen. Die proletarische Revolution wird nur   durch sich selbst, durch ihre Permanenz siegen. Auf den   Bolschewiki-Leninisten liegt eine gewaltige geschichtliche Aufgabe. Sie   m&#252;ssen sich derselben w&#252;rdig zeigen. Es gilt gleichzeitig, sich an die   Spitze der spanischen proletarischen Revolution zu stellen und in   Spanien neue Grundlagen der IV. Internationale zu bilden.<\/p>\n<p>  Unter den revolution&#228;ren Parolen Lenins gehen die Bolschewiki-Leninisten   in den Kampf f&#252;r die spanische Revolution:<\/p>\n<p>  Alle Macht den R&#228;ten!<\/p>\n<p>  F&#252;r die Arbeiter- und Bauern-R&#228;te-Regierung!<\/p>\n<p>  F&#252;r die spanische rote Armee!<\/p>\n<p>  F&#252;r die spanische Sowjet-Republik!<\/p>\n<p>  Vorw&#228;rts, f&#252;r die proletarische Welt-Revolution!<\/p>\n<\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/shop.sozialismus.info\/shop\/article_36\/Der-Spanische-B%C3%BCrgerkrieg.html\">Das   Buch im Online-Shop der SAV kaufen.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      aus dem Buch: Der Spanische B&#252;rgerkrieg 1936-1939\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90,97],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14292"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14292"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32253,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14292\/revisions\/32253"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}