{"id":14286,"date":"2011-07-17T00:00:00","date_gmt":"2011-07-17T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14286"},"modified":"2011-07-17T00:00:00","modified_gmt":"2011-07-17T00:00:00","slug":"14286","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14286\/","title":{"rendered":"Von der Republik zum B&#252;rgerkrieg"},"content":{"rendered":"<p>  aus dem Buch: Der Spanische B&#252;rgerkrieg 1936-1939<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 17. Juli 1936 um 22 Uhr erh&#228;lt Benjamin Balboa, Unteroffizier der   spanischen Kriegsmarine, den Aufruf zum faschistischen Aufstand. Er soll   den Text Francos an s&#228;mtliche Kommandanten der Armee und Marine   weiterleiten. Anstatt das zu tun, setzt sich Balboa um 1 Uhr Nachts mit   den spanischen Kriegsschiffen im Mittelmeer in Verbindung. Er fordert   die Matrosen auf, unverz&#252;glich die Offiziere zu &#252;berw&#228;ltigen und sich   der Schiffe zu bem&#228;chtigen. Und tats&#228;chlich &#252;bernehmen die Matrosen die   meisten Schiffe der spanischen Flotte. Der Anf&#252;hrer des faschistischen   Aufstandes, General Franco, kann deshalb nicht mehr ungehindert mit   seinen Truppen von Marokko auf das spanische Festland &#252;bersetzen. Der   offene Kampf der ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen gegen den Faschismus hatte   damit begonnen. Der eigentliche Startschuss zum Krieg zwischen   Fortschritt und Reaktion war aber bereits viel fr&#252;her gefallen.<\/p>\n<h4>  Die R&#252;ckst&#228;ndigkeit Spaniens<\/h4>\n<p>  Bereits Mitte des 19.Jahrhunderts kam es zu den ersten gro&#223;en   ArbeiterInnenaufst&#228;nden in Spanien, die schlie&#223;lich im Generalstreik der   katalonischen TextilarbeiterInnen gipfelten. Um die Jahrhundertwende war   Spanien noch eine industriell unterentwickelte Nationen. &#220;ber 70% der   arbeitenden Bev&#246;lkerung waren in der Landwirtschaft besch&#228;ftigt. Die   LandarbeiterInnen lebten in &#228;rmsten Verh&#228;ltnissen und jeder Versuch ihre   Lebensbedingungen zu verbessern wurden von den Gro&#223;grundbesitzern blutig   niedergeschlagen. Zur Bewirtschaftung der &#196;cker standen den   Kleinb&#228;uerInnen und LandarbeiterInnenn nur primitive Hilfsmittel zur   Verf&#252;gung. Sie unterschieden sich nur geringf&#252;gig von den Ger&#228;ten, die   bereits im Mittelalter benutzt wurden. Daher ist es auch nicht   verwunderlich, dass Spanien die niedrigsten Hektarertr&#228;ge von ganz   Europa hatte. Die L&#228;ndereien waren in den H&#228;nden weniger   Gro&#223;grundbesitzer und einer davon war die katholische Kirche.<\/p>\n<p>  Die breite Schicht der am Land lebenden Bev&#246;lkerung war v&#246;llig besitzlos   und verarmt. Die sozialen Gegens&#228;tze waren enorm. Eine Landreform, die   das Land ein wenig aufteilen wurde, gab es nicht und war auch nicht in   Aussicht. Mit der Industrie sah es auch nicht viel besser aus. Sie war   auf einige wenige Zentren beschr&#228;nkt und die Schl&#252;sselindustrie zum   gr&#246;&#223;ten Teil in der Hand des ausl&#228;ndischen Kapitals. Am Weltmarkt   spielte Spanien eine untergeordnete Rolle. Die einzigen G&#252;ter die   Spanien im Tausch gegen industrielle Fertigprodukte anbieten konnte,   waren Agrarprodukte und Bodensch&#228;tze, die teilweise aus den Kolonien in   &#220;bersee stammten.<\/p>\n<h4>  Die ArbeiterInnenorganisationen<\/h4>\n<p>  Trotz der industriellen R&#252;ckst&#228;ndigkeit wuchsen zwei unterschiedliche   &#196;ste der spanischen ArbeiterInnenbewegung heran &#8211; der Sozialismus und   der Anarchismus. Beide hatten urspr&#252;nglich die gleichen Wurzeln: die   ehemalige Sektion der 1864 gegr&#252;ndeten I. Internationale. In den meisten   L&#228;ndern setzte sich der Sozialismus gegen den Anarchismus als f&#252;hrende   Kraft der ArbeiterInnenbewegung durch. Anders im r&#252;ckst&#228;ndigen Spanien.   Wie es dazu kam ist schnell erkl&#228;rt: Sowohl die SozialistInnen wie auch   die AnarchistInnen waren gemeinsam in der I. Internationale. Nach   heftigen Auseinandersetzungen unter anderem &#252;ber die Organisationsform   (Partei oder nicht), verlie&#223;en schlie&#223;lich die AnarchistInnen um Bakunin   die I. Internationale und es kam zur Spaltung. Die AnarchistenInnen   riefen zum Wahlboykott auf, sprachen sich gegen den Kampf f&#252;r   Sozialreformen aus und lehnten es ab, sich in Form einer Partei zu   organisieren. Ihre St&#228;rke war ihre gro&#223;e Verankerung in den regionalen   Basisgewerkschaften. So entwickelte sich eine spezifische   Gewerkschaftsbewegung, der &quot;Anarcho-Syndikalismus&quot;. Die Eckpfeiler   dieser Mixtur aus der anarchistischen Theorie und dem franz&#246;sischen   Gewerkschaftssyndikalismus sind: Wahlboykott, Kampf f&#252;r den Sturz des   Staates und aber nicht f&#252;r Sozialreformen sowie die unantastbare   Unabh&#228;ngigkeit und Neutralit&#228;t der Gewerkschaften von Parteien.<\/p>\n<p>  Die kleine Gruppe von SozialistInnen, die nach der Spaltung &#252;brig blieb,   gr&#252;ndete 1879 die Sozialistische Partei Spaniens, PSOE, die vorl&#228;ufig   noch im Untergrund t&#228;tig war. Im Gegensatz zu den AnarchistInnen k&#228;mpfte   die PSOE f&#252;r Sozialreformen und beteiligte sich an den Wahlen mit   eigenen KandidatInnen. In Spanien aber standen Wahlbetrug durch   Manipulation oder Bestechungen auf der Tagesordnung. Das n&#252;tzte   nat&#252;rlich der anarchistischen Argumentation f&#252;r einen generellen   Wahlboykott. Noch immer gab es keine &#252;berregionalen Gewerkschaften.   Darum gr&#252;ndeten die Mitglieder der Sozialistischen Partei gegen Ende des   19. Jahrhunderts den sozialistischen Gewerkschaftsdachverband UGT. Die   Mehrheit der Industrie- und LandarbeiterInnen war aber noch in den   regionalen anarchistischen Gewerkschaften organisiert. Erst am Beginn   des 20. Jahrhunderts begannen die ArbeiterInnenInnen vermehrt in die UGT   und die PSOE zu einzutreten. Das kam, weil sich die UGT immer &#246;fter an   die Spitze von Streikbewegungen stellen konnte. Ein Beispiel daf&#252;r ist   der Metallarbeiterstreik in Bilbao, der der UGT ein festes Standbein im   Baskenland einbrachte. Nach der gro&#223;en Streikwelle von 1917 und 1918   hatte die UGT schlie&#223;lich 200.000 Mitglieder. Bald darauf wurde von den   katalanischen AnarchistInnen die syndikalistische   Gewerkschaftsorganisation CNT gegr&#252;ndet. In der CNT verbanden sich die   einzelnen regionalen anarchistischen Gewerkschaften zu einem nationalen   Verband. Von Anfang an war die CNT einer weit st&#228;rkeren staatlichen   Unterdr&#252;ckung und Verfolgung als die UGT ausgesetzt.<\/p>\n<p>  Nach der erfolgreichen Revolution in Russland und der Gr&#252;ndung der III.   Internationale, stellte sich auch f&#252;r die spanischen   ArbeiterInnenorganisationen die Frage, der III. Internationale bzw. der   &quot;Roten Gewerkschaftsinternationale&quot; (RGI) beizutreten. Innerhalb der   PSOE l&#246;ste die Diskussion &#252;ber einen Beitritt zur III. Internationale   einen heftigen Streit aus. Auf dem dritten au&#223;erordentlichen Parteitag   der PSOE wurde nur mit knapper Mehrheit ein Beitritt abgelehnt. Die   Bef&#252;rworter unterwarfen sich diesem Entschluss aber nicht. Sie gr&#252;ndeten   die Kommunistische Partei Spaniens, PCE, und nahmen fast die H&#228;lfte der   Funktion&#228;re der PSOE mit zur PCE. Bald sollte die Kommunistische Partei   Verst&#228;rkung aus den Reihen der CNT bekommen. Die CNT entschied sich   vorerst f&#252;r einen Beitritt der RGI. Aber nach den Ereignissen von   Kronstadt zog die CNT ihren Entschluss zur&#252;ck und trat doch nicht bei.   Nur ein kleiner Teil der CNT, darunter befanden sich auch Andres Nin und   Joaquin Maurin, trat daraufhin in die neu gegr&#252;ndete PCE &#252;ber. Von einer   Massenpartei war die PCE noch weit entfernt.<\/p>\n<h4>  Der Putsch des Generals Primo de Rivera und die 2. Republik<\/h4>\n<p>  Aus Angst, die Kontrolle &#252;ber das Land zu verlieren, unterst&#252;tzten die   B&#252;rgerlichen 1923 einen Putsch des konservativen Generals Primo de   Rivera. Das Parlament wurde aufgel&#246;st und Rivera stellte sich an die   Spitze des Staates, um mit der Unterst&#252;tzung des K&#246;nigs zu regieren.   Zwei Jahre regierte er unumschr&#228;nkt dann ernannte er sich zum   Ministerpr&#228;sident. Seine Regierungsziele fanden die Unterst&#252;tzung des   Adels und des B&#252;rgertums. Die ArbeiterInnenorganisationen wurden   verboten und ihre Mitglieder brutal verfolgt. Die sozialdemokratische   Gewerkschaft &quot;tolerierte&quot; den Putsch und entzog sich so der Verfolgung   w&#228;hrend die AnarchistInnen und KommunistInnen im Untergrund arbeiteten.   1930 hatte Primo de Rivera ausgedient &#8211; seine Diktatur war nicht mehr   haltbar. Er wurde vom K&#246;nig und den Gro&#223;grundbesitzern abberufen. In   einem letzten Hilferuf setzte der K&#246;nig den General Damaso Berenguer als   de Riveras Nachfolger ein &#8211; vergeblich. Nach den Wahlen musste nun   schlie&#223;lich auch der K&#246;nig seinen Hut nehmen und abdanken. Am 14. April   1931, nach einem &#252;berw&#228;ltigenden Wahlsieg der republikanischen Parteien   wurde die Republik ausgerufen. Es kam zu einer Koalition zwischen den   Liberalen und der Sozialdemokratie. Aber die B&#252;rgerlichen besetzten die   wichtigsten &#196;mter; so wurde Zamora Pr&#228;sident der Republik. Es kam zu   einer Koalition zwischen den b&#252;rgerlichen Liberalen und den   Sozialdemokraten. Aber die B&#252;rgerlichen besetzten die wichtigsten &#196;mter   des Staates; so wurde Alcala Zamora Pr&#228;sident der Republik.<\/p>\n<p>  Zu diesem Zeitpunkt war die III. Internationale bereits von Stalin ihrer   revolution&#228;ren Funktion beraubt. Sie diente der Kreml-B&#252;rokratie nur   mehr als Instrument f&#252;r ihre konterrevolution&#228;re Au&#223;enpolitik. 1931   verbreitete Moskau gerade die Theorie des &quot;Sozialfaschismus&quot;. Kurz   gefasst besagt sie, dass die Sozialdemokratie nur eine besondere Facette   des Faschismus sei. Damit sind aber auch alle SozialdemokratInnen   Faschisten und jedes B&#252;ndnis mit ihnen abzulehnen. Aus diesem Grund   wurde in Spanien ganz im Sinne der Moskauer B&#252;rokratie die Regierung mit   sozialdemokratischer Beteiligung als eine &quot;faschistische&quot; bezeichnet.   Interessant ist dabei nur, dass sowohl die Sozialdemokratie wie auch die   b&#252;rgerlichen Republikaner f&#252;nf Jahre sp&#228;ter zu den engsten Verb&#252;ndeten   von Stalins Lakaien im Kampf gegen die revolution&#228;ren ArbeiterInnen   wurden. Inzwischen war aber eine Gruppe aus der Kommunistischen Partei   ausgeschlossen worden. Es waren dies die Anh&#228;nger der &quot;Linken   Opposition&quot;. Sie verteidigten das Erbe der Bolschewiki gegen Stalins   Politik. Unter den Ausgeschlossenen befand sich auch Andres Nin, ein   Mitbegr&#252;nder der PCE und langj&#228;hriger Sekret&#228;r der Roten   Gewerkschaftsinternationale.<\/p>\n<p>  Auch Juan Andrade, einer der wichtigsten Jugendfunktion&#228;re Spaniens   wurde aus den Reihen der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Sie   gr&#252;ndeten daraufhin die Izquierda Comunista (Kommunistische Linke). Sie   hatte zwar im S&#252;den so gut wie keinen Einfluss, war aber daf&#252;r im   Nordosten ein Faktor.<\/p>\n<h4>  Die Revolution geht weiter<\/h4>\n<p>  Die ArbeiterInnen hatten sich nach dem Ende der Diktatur mehr von der   Republik erwartet. Die verlangten Land- und Sozialreformen blieben fast   g&#228;nzlich aus. Die Monarchie als Staatsform wich zugunsten der Republik,   ohne dass die bestehende Gesellschaftsordnung angetastet worden w&#228;re.   Das war der &quot;Erfolg&quot; der Republik. Rund zwei Millionen   LandarbeiterInnenInnen blieben weiterhin besitzlos, w&#228;hrend sich zirka   50.000 Gro&#223;grundbesitzer den Boden Spaniens untereinander aufteilten.   Kaum Ver&#228;nderungen brachte die Republik f&#252;r die Bev&#246;lkerung der Kolonie   Marokko. F&#252;r sie gab es nach wie vor keinerlei demokratische Rechte, sie   wurde weiterhin mit der gleichen grausamen H&#228;rte der Fremdenlegion   unterjocht.<\/p>\n<p>  Noch im April verk&#252;ndete der neue Pr&#228;sident Alcala Zamora, selbst ein   Gro&#223;grundbesitzer, die Republik als Folge einer &quot;friedlichen   Revolution&quot;. Bereits im August trieb die Regierung tausende streikende   ArbeiterInnen unter Artilleriebeschuss zur&#252;ck an ihre Arbeitspl&#228;tze. F&#252;r   wen die Republik stand und f&#252;r wen nicht zeigte sich so fr&#252;her als   gedacht. Im Mai 1931 kam es zu blutigen Zusammenst&#246;&#223;en zwischen   Monarchisten und ArbeiterInnenn in Madrid. Im Juli und August legte eine   Streikwelle einen Teil des Landes lahm. Der Generalstreik in Sevilla   wurde gewaltsam durch Regierungstruppen niedergeschlagen. Bei den Wahlen   im Juni ging die PSOE als gr&#246;&#223;te Partei hervor. Der b&#252;rgerliche Manuel   Azana wurde Ministerpr&#228;sident. 1932 spitzte sich die Lage weiter zu:   Streiks und Aufst&#228;nde, die in Katalonien bis zur   Unabh&#228;ngigkeitserkl&#228;rung gingen.<\/p>\n<p>  Innerhalb der Armee sammelten sich die konservativen Kr&#228;fte. Die   Mehrheit der Offiziere und Armeef&#252;hrung waren Monarchisten, gegen die   Republik und erkl&#228;rte Feinde der ArbeiterInnen. Die Offiziere, oft aus   den Familien der Gro&#223;grundbesitzer stammend, geh&#246;rten zur privilegierten   Oberschicht Spaniens. Sie sahen durch die Forderungen der ArbeiterInnen   und B&#228;uerInnen ihre Vorrechte, die sie seit Jahrhunderten genossen, in   Gefahr. Als Reaktion auf die revolution&#228;ren ArbeiterInnen erhob sich ein   Teil der Armee unter General Sanjuro gegen die Republik. Der Putsch   misslang. Innerhalb der Kommunistischen Partei l&#246;ste dieser   Putschversuch aber einen heftigen Streit aus. Ein Teil der Partei hatte   zur Verteidigung der b&#252;rgerlichen Republik aufgerufen. Das entsprach   aber damals noch nicht der offiziellen &quot;ultralinken&quot; Linie Moskaus, die   ohnehin alles au&#223;er der KP selbst als faschistisch bezeichnete. Erst   drei Jahre sp&#228;ter auf dem VII. Kongress der III. Internationale kam die   Kehrtwendung Stalins die die KP dann rechts von der Sozialdemokratie   positionierte &#8211; zur Volksfront. Alles au&#223;er den Faschisten selbst wurde   dann pl&#246;tzlich zum &quot;antifaschistischen&quot; B&#252;ndnispartner. Die Direktiven,   welche die Kommunistische Partei aus Moskau erhielt, waren eindeutig:   Die Gruppe, die zur Verteidigung der Republik aufrief, hatte sich des   Opportunismus schuldig gemacht. Auf dem Parteitag 1932 wurden sie aus   der Partei ausgeschlossen. Die meisten Ausgeschlossenen waren hohe   Funktion&#228;re, darunter Jose Bullejos, Generalsekret&#228;r der Partei. Nun war   es die Gruppe um Jose Bullejos, die noch ein paar Jahre zuvor am   heftigsten gegen die Linke Opposition k&#228;mpfte und ihre Ausschl&#252;sse   forderte. Zum Zeitpunkt des Putschversuches durch das konservative   Milit&#228;r wurden die b&#252;rgerlichen Republikaner noch alle als &quot;Faschisten&quot;   bezeichnet. Ein paar Jahre sp&#228;ter pr&#228;sentierte sich der Moskauer Apparat   dann als die gro&#223;en Verb&#252;ndeten der ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen. 1932   f&#252;hrte die Unterst&#252;tzung der Republik noch zum Ausschluss hoher   Parteifunktion&#228;re. 1935 nach der 180 Grad Wendung zur bedingungslosen   Unterst&#252;tzung der b&#252;rgerlichen Republik war keine Kritik am neuen Kurs   Moskaus mehr zu h&#246;ren.&#160;<\/p>\n<h4>  Der Aufstand vom Oktober 1934<\/h4>\n<p>  Die Wahlen im April 1933 brachten gro&#223;e Gewinne fr die rechten Parteien.   Alejandro Lerroux, F&#252;hrer der rechten &quot;Radikalen Partei&quot;, l&#246;ste Azana   als Ministerpr&#228;sident im September ab. Die AnarchistInnen hatten wieder   ihre Parole von der Wahlenthaltung ausgegeben und die gro&#223;e   Mitgliedschaft der CNT ging nicht zur Wahl. Das Resultat dieser Politik   lies nicht lange auf sie warten: Kaum im Amt, begann Lerroux bereits   offen Reformen zu widerrufen. Im Oktober 1934 bildete Lerroux gemeinsam   mit den Mitgliedern der offen rechtsextremen Partei CEDA von Gil Robles   eine neue Regierung. Die Rechte ging in die Offensive.<\/p>\n<p>  Die spanischen ArbeiterInnen und ihre Organisationen waren fest   entschlossen, dieser Gefahr auch mit Waffengewalt entgegenzutreten. Eine   Niederlage der ArbeiterInnenklasse wie in Italien, Deutschland oder   &#214;sterreich sollte auf jeden Fall verhindert werden. Die Aufnahme der   CEDA in die Regierung wurde von vielen als Anzeichen einer kommenden   faschistischen Diktatur gesehen. Um diese Regierung zu st&#252;rzten riefen   die gro&#223;en Gewerkschaften in der Provinz Asturien zu einem Aufstand auf.   Am 4. Oktober begann der Aufstand und es bildete sich die so genannte   &quot;Asturische Kommune&quot;. Die Fabriken und die Felder wurden enteignet und   gemeinschaftlich gef&#252;hrt und bestellt. Zur Verwaltung wurden Komitees   gew&#228;hlt und alles stand unter dem Zeichen &quot;Unios Hermanos Proletarios!&quot;,   was soviel hei&#223;t wie: Vereinigt Euch proletarische Br&#252;der! Geleitet   wurde der Aufstand haupts&#228;chlich von den Gewerkschaften, den   Sozialdemokraten und den AnarchistInnen. Die KommunistInnen   unterst&#252;tzten den Aufstand erst in letzter Sekunde. Der Grund daf&#252;r   liegt auf der Hand: die Beteiligung der Sozialdemokraten an der   Asturischen Kommune. Die Weisungen der Moskauer B&#252;rokratie &#252;ber die   Komintern waren unmissverst&#228;ndlich gegen jegliche Zusammenarbeit   zwischen KommunistInnen und Sozialdemokratie. Sie waren ja &#8211; laut Stalin   &#8211; einfach &quot;Sozialfaschisten&quot;.<\/p>\n<p>  Begleitet wurde der Aufstand in Asturien von einem Aufruhr in   Katalonien, den die b&#252;rgerlichen Nationalisten unter Louis Companys   anf&#252;hrten. Sie riefen in Katalonien eine unabh&#228;ngige Republik aus und   bildeten in Barcelona eine provisorische Zentralregierung f&#252;r die neue   F&#246;derative Republik Spanien. Die Regierung unter Lerroux setzte nun das   Milit&#228;r ein und rief Francos Fremdenlegion gegen die ArbeiterInnen und   B&#228;uerInnen in Asturien zu Hilfe. Franco metzelte den Aufstand blutig   nieder. Nach einigen Wochen endete alles mit der Einnahme Oviedos durch   Regierungstruppen &#8211; geleitet von Franco. Die schreckliche Bilanz: Bei   Vergeltungsma&#223;nahmen wurden 5.000 revolution&#228;re ArbeiterInnen ermordet,   30.000 verhaftet, sowie alle Volksh&#228;user, egal ob sie der UGT oder CNT   geh&#246;rten, geschlossen.<\/p>\n<h4>  Die Volksfront und der Kriegsausbruch<\/h4>\n<p>  Lerroux hielt sich aber noch bis zum J&#228;nner 1936 an der Spitze des   Staates, bevor er nach einem Finanzskandal und etlichen   Korruptionsaffairen zur&#252;cktreten musste. Die f&#252;r Februar   ausgeschriebenen Neuwahlen brachten gro&#223;e Gewinne und den Wahlsieg eines   B&#252;ndnisses (Volksfront) der republikanischen Parteien, darunter auch   b&#252;rgerliche Republikaner.<\/p>\n<p>  Obwohl die ArbeiterInnenparteien den gr&#246;&#223;ten Anteil der Stimmen   errangen, &#252;berlie&#223;en sie die f&#252;hrenden &#196;mter wieder einmal den   B&#252;rgerlichen und so wurde Azana erneut Ministerpr&#228;sident. Innerhalb der   Volksfrontregierungen kam es st&#228;ndig zu personellen &#196;nderungen. Sp&#228;ter   traten auch PCE und AnarchistInnen in die Regierung ein. Bereits 1927   hatten die AnarchistInnen neben der Gewerkschaft CNT eine politische   Organisation mit der FAI geschaffen. Sie war zwar keine herk&#246;mmliche   Partei, diente aber zur Planung und Organisierung der anarchistischen   Bewegung und der CNT. Die urspr&#252;ngliche anarchosyndikalistischen Theorie   von der alleinigen Organisierung in Basisgewerkschaften hatte der Praxis   des Klassenkampfes nicht Stand gehalten. In der FAI bildeten sich zwei   in den 30er Jahren zwei Fl&#252;gel heraus. Ein Rechter unter dem sp&#228;teren   Justizminister der Volksfront Garcia Oliver, der sich schlie&#223;lich auch   in der FAI und CNT durchsetzte. Und dann ein linker Fl&#252;gel unter   Durutti, der den Ausbruch des Krieges in eine soziale Revolution   vorantrieb.<\/p>\n<p>  Die Regierungsbeteiligung markierte schlie&#223;lich den Wendepunkt der   bisherigen Politik beider Parteien. Vor allem bei den AnarchistInnen.   Eben hatten sie sich eben noch geweigert an Wahlen teilzunehmen. Jetzt   koalierten sie sogar mit den B&#252;rgerlichen. Eines aber hatten alle   kommenden Volksfrontregierungen gemeinsam: Sie weigerten sich mit H&#228;nden   und F&#252;&#223;en den B&#228;uerInnen Land, Marokko die Unabh&#228;ngigkeit und den   ArbeiterInnenn die politische Macht zu geben. Aber genau das war es   wof&#252;r die spanischen ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen letztendlich dann auch   k&#228;mpften und um was sie betrogen wurden. Von nun an ging es Schlag auf   Schlag. Kurz nach der Wahl rief der faschistische General Mola zum   Milit&#228;rputsch gegen die Regierung auf. Vorerst schien es, als blieb   dieser Aufruf ungeh&#246;rt. Aber Franco, der nach dem Wahlerfolg der   Republikaner auf die Kanarischen Inseln versetzt wurde, wartete nur mehr   auf einen Anlass, um losschlagen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Anfang Juli tauchte erneut Putsch-Ger&#252;chte auf. Der neue   Ministerpr&#228;sident glaubte nicht daran. Er behauptete: &quot;Mola ist ein der   Republik getreuer General!&quot;. Wie loyal Mola war, hat er ein paar Tage   sp&#228;ter eindrucksvoll bewiesen als f&#252;hrender Kopf des faschistischen   Putsches. Die T&#246;tung des Monarchistenf&#252;hrers Jose Calio Sotelo wurde von   den Faschisten als Vorwand f&#252;r den Putsch genutzt. Am 17. Juli war es   soweit, gro&#223;e Teile der spanischen Armeef&#252;hrung erhoben sich unter der   F&#252;hrung Francos gegen die Regierung. Es ist nicht verwunderlich, dass   der Putsch in Marokko begann. Denn dort war die Marokkanische   Fremdenlegion stationiert, die bereits im Oktober 1934 zur blutigen   Niederschlagung der &quot;Asturischen Kommune&quot; herangezogen wurde.<\/p>\n<p>  Die Volksfront stand den Ereignissen v&#246;llig machtlos gegen&#252;ber.   Ministerpr&#228;sident Quiroga verweigerte die Bewaffnung der ArbeiterInnen   und B&#228;uerInnen und auch der sonst so radikal schreienden katalonischen   Liberalen weigerte sich in Katalonien Waffen an die ArbeiterInnen zu   verteilen. Die Faschisten konnten schnell gro&#223;e Gebiete Spaniens   unterwerfen und bildeten bereits am 23. Juli eine &quot;nationale&quot;   Gegenregierung in Burgos n&#246;rdlich von Madrid. Noch zuvor hatte der   mittlerweile neue Ministerpr&#228;sident Martinez Barrio den Gener&#228;len Franco   und Mola die Posten als Innen- und Verteidigungsminister angeboten. Sie   lehnten jedoch ab. All das geschah im Namen der Volksfront, die ab Juli   auch offiziell von der KP und den AnarchistInnen unterst&#252;tzt wurde.<\/p>\n<p>  Bevor man\/frau Waffen an die ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen verteilte,   musste die Volksfrontregierung sicher gehen, dass die ArbeiterInnen die   Waffen nicht gegen die Bourgeoisie strecken und f&#252;r eine sozialistische   spanische Republik k&#228;mpfen w&#252;rden. Das war die Rolle, die den spanischen   ArbeiterInnenparteien und im speziellen der KP zukam.<\/p>\n<h4>  Milizen, Volksarmee und Interbrigaden<\/h4>\n<p>  Der &quot;Aufstand&quot; der Gener&#228;le f&#252;hrte zun&#228;chst zu einer extremen   Polarisierung von links. Eines der revolution&#228;ren Zentren war die   Provinz Katalonien und ihre Hauptstadt Barcelona. Um den Faschisten   schnell Widerstand leisten zu k&#246;nnen, bildeten die politischen   Organisationen eigene Milizen. Die Milizen waren demokratisch   organisiert. Frauen und M&#228;nner k&#228;mpften gleichberechtigt nicht nur gegen   den Faschismus, sondern f&#252;r eine gerechtere, sozialistische Welt.   Unterst&#252;tzung bekamen die spanischen AntifaschistInnen von K&#228;mpferInnen   aus der ganzen Welt. Ein Teil von ihnen befand sich zum Zeitpunkt des   Ausbruchs des Krieges in Barcelona bei der ArbeiterInnenolympiade.   Andere kamen direkt nach Spanien um gegen die Faschisten zu k&#228;mpfen. Oft   gr&#252;ndeten sie eigene Abteilungen, die Vorform der sp&#228;teren Interbrigaden.<\/p>\n<p>  Hatten die Milizen einen Landstrich von den Faschisten befreit, wurde   ein Dorfkomitee gebildet. Darin wurden alle weiteren Entscheidungen   demokratisch getroffen. Das Land wurde gerecht aufgeteilt und wie die   Betriebe gemeinschaftlich bewirtschaftet. Das war das R&#252;ckgrat der   Revolution und des Kampfes gegen den Faschismus! Die Hauptstadt der   Revolution wurde Barcelona. Die Stadt war vollst&#228;ndig in die H&#228;nde der   ArbeiterInnenorganisationen &#252;bergegangen. Angestellte oder Titel gab es   nicht mehr, jeder zollte dem anderen Respekt. Die Kapitalisten flohen   entweder oder hielten sich versteckt. Aber es sollte nicht allzu lange   dauern, bis die Reaktion mit weitgehender Hilfe der PCE zur&#252;ckschlagen   w&#252;rde. Sehr bald erkannte die Zentralregierung die Gefahren, die von den   Milizen f&#252;r die b&#252;rgerliche Gesellschaftsordnung ausging. Also mussten   sie untergraben werden. Auch das wieder eine Aufgabe f&#252;r Stalins   Gehilfen in Spanien.<\/p>\n<p>  Schon im Oktober 1936 begann die Unterdr&#252;ckung der Milizen durch die   Gr&#252;ndung der Volksarmee. Die Milizen sollten in die Volksarmee   integriert werden. Aber schon bald wurden die Milizen ausgehungert,   schlie&#223;lich teilweise verboten und verfolgt. Einmal in die Volksarmee   eingliedert, war auch das soziale R&#252;ckgrat der AntifaschistInnen   gebrochen. Statt Demokratie, Br&#252;derlichkeit und Gleichheit herrschte   wieder milit&#228;rischer Kommandoton. Die Frauen wurden aus den   Kampfverb&#228;nden ausgesondert und durften sich nur noch um &#8222;klassische&#8220;   Bereiche wie K&#252;che, Putzen oder Krankenpflege k&#252;mmern. Die k&#228;mpfende   Frau lag nicht im Interesse Moskaus und der spanischen Volksfront!<\/p>\n<p>  Die Ausl&#228;nderInnen wurden ebenfalls in die regul&#228;re Volksarmee   eingegliedert. Dazu wurden die Internationalen Brigaden in der Armee   geschaffen. Wer aber in die Interbrigaden aufgenommen wurde, hing mehr   vom Hauptquartier der PCE, als der antifaschistischen Gesinnung ab. Wer   zuvor in der falschen &#8211; sprich anarchistischen oder POUM Milizen &#8211;   gek&#228;mpft hatte, hatte nur wenig Chancen f&#252;r einen Platz bei den   Interbrigaden. Und oft wurde die Entscheidung schon im Heimatland der   K&#228;mpferInnen von der dortigen KP F&#252;hrung getroffen.<\/p>\n<p>  Tausende Arbeiter (Frauen durften ja nicht mehr k&#228;mpfen) waren nach   Spanien gekommen. Die Komintern z&#246;gerte lange, bevor sie im Herbst 1936   anfing, Transporte aus allen L&#228;ndern nach Spanien zu organisieren. Der   erste gro&#223;e Transport von K&#228;mpfern traf am 13. Oktober im Hafen von   Alicante ein. An Bord waren 600 Freiwillige aus nahezu allen   europ&#228;ischen L&#228;ndern. Mittlerweile hatten sich die Internationalen   Brigaden, wie sich die Kampfformationen nun nannten, in Albacete ein   Basislager geschaffen. Dort wurden die &quot;Neuank&#246;mmlinge&quot; mit dem Umgang   von Waffen vertraut gemacht und den verschieden Einheiten zugeteilt. Aus   den ehemaligen Hundertschaften bildeten sich Bataillone, das erste war   das Bataillon &quot;Edgar Andre&quot; und etliche weitere folgten. Im Oktober   schufen die polnisch sprechenden Freiwilligen das Dombrowski-Bataillon,   das bereits kurz darauf seine Feuertaufe bei der gro&#223;en   Verteidigungsschlacht um Madrid am 7. Oktober hatte. Trotz einer   gewaltigen &#220;bermacht gelang es den Faschisten nicht, in Madrid   einzumarschieren. Der Preis daf&#252;r war allerdings hoch; rund ein Drittel   der K&#228;mpfer des Dombrowski-Bataillons wurde durch die Kugeln der   Faschisten get&#246;tet. Obwohl die Internationalen Brigaden erst am 22.   Oktober 1936 offiziell als Bestandteil des republikanischen Heeres   anerkannt wurden, war ihnen ihr Ruf bereits weit vorausgeeilt. Fortan   gab es kaum eine Schlacht, an der nicht die Interbrigaden eine   entscheidende Rolle spielten. Sei es bei der Novemberschlacht um Madrid,   bei den Gefechten um Cerro de Los Angeles, den K&#228;mpfen um Teruel und   Lopera an der Cordoba-Front im Dezember 1936, bei den Schlachten im   Jaramatal um Madrid im Frhjahr 1937, in Malaga, Guadalajara oder bei den   gro&#223;en republikanischen Offensiven bei Brunette, Teruel und der   Ebro-Schlachten; nie fehlten die K&#228;mpfer der Internationalen Brigaden.<\/p>\n<p>  Ausl&#228;ndische Korrespondenten schrieben in Zeitungen von hunderdtausenden   freiwilligen roten Spanienk&#228;mpfern, die sich in den Internationalen   Brigaden vereinigten. Tats&#228;chlich waren es insgesamt rund 40.000   gewesen, die nach Spanien zogen, um die Sache der ArbeiterInnen und   B&#228;uerInnen gegen Franco zu verteidigen. Als Ende 1938 der Krieg bereits   entschieden war, begann auch der R&#252;ckzug der Internationalen Brigaden   aus Spanien. Doch wohin sollten ihre K&#228;mpfer gehen. Die meisten konnten   nicht mehr in ihre Heimatstaaten zur&#252;ck, da die Faschisten bereits auf   sie warteten. Nachdem sie Spanien verlassen hatten, wurden sie in   Frankreich in Lager zusammengepfercht und lebten in L&#246;chern, die sie   sich in die Sandd&#252;nen gegraben hatten. Sp&#228;ter wurden sie an die Nazis   ausgeliefert und sofort in Konzentrationslager verschleppt. Aber   trotzdem gaben die meisten von ihnen nicht auf und setzten den Kampf   gegen die Faschisten im Untergrund weiter. Der &#214;sterreicher Leopold   Frieml war sp&#228;ter Mitorganisator der Widerstandsgruppe im   Konzentrationslager Auschwitz, bis er von den Nazis ermordet wurde.   Sevek Kirschenbaum aus Polen fl&#252;chtete noch vor seiner Auslieferung an   die Deutschen nach Paris und organisierte dort mit anderen   Spanienk&#228;mpfern die Untergrundorganisation &quot;Division Stalingrad&quot;. Er   starb schlie&#223;lich in Auschwitz an Typhus. Und so war auch einer der   wesentlichsten Organisatoren des Warschauer-Aufstandes ein ehemaliger   Spanienk&#228;mpfer, Andrezej Schmidt. Er wurde noch vor Ausbruch des   Aufstandes von der Gestapo verhaftet, veriet aber trotz schlimmsten   Folterungen, an denen er auch starb, nichts an die Nazis.<\/p>\n<p>  Der heldenhafte Einsatz und die gelebte internationale Solidarit&#228;t sind   bis heute Vorbild f&#252;r die ArbeiterInnenbewegung geblieben.<\/p>\n<h4>  Die POUM<\/h4>\n<p>  Die POUM, die &quot;Arbeiterpartei der Marxistischen Einheit&quot;, entstand im   September 1935 aus einer Vereinigung des &quot;Arbeiter und Bauernblocks&quot; und   der &quot;Izquierda Comunista&quot;, der ehemaligen Sektion der Liga der   KommunistInnen Internationalisten (TrotzkistInnen). Aber bereits vor der   Gr&#252;ndung der POUM war es zwischen dem Anf&#252;hrer der &quot;Izquierda   Comunista&quot;, Andres Nin, und Trotzki zu Meinungsverschiedenheiten   gekommen. Nin weigerte sich in die nach links treibende Sozialdemokratie   einzutreten. Das taten allerdings zehntausende ArbeiterInnen die offen   waren f&#252;r revolution&#228;re Ideen. Statt zeitweiliger Kompromisse auf der   organisatorischen Ebene machte man\/frau daf&#252;r welche auf der   politischen. Entgegen allen Behauptungen der Stalinisten war die POUM   nie &quot;trotzkistisch&quot; war. Trotzki bezeichnete sie sp&#228;ter, nach ihrem   Eintritt in die Volksfrontregierung endg&#252;ltig als &quot;zentristisch&quot; also   zwischen Reform und Revolution schwankend.<\/p>\n<h4>  Die stalinistische Reaktion<\/h4>\n<p>  Nat&#252;rlich hatte das Erstarken der ArbeiterInnenklasse die paar   b&#252;rgerlichen Republikaner, die auf Seiten der Volksfront standen,   erschreckt. Sie besa&#223;en keine Mittel um die ArbeiterInnenklasse   zur&#252;ckzuschlagen und gegen die Revolution zu mobilisieren; das war die   Aufgabe von Stalin, dem Totengr&#228;ber der russischen und jetzt auch der   spanischen Revolution. Stalin warb gerade um die Gunst der franz&#246;sischen   und britischen B&#252;rgerlichen und da konnte er eine sozialistische   Revolution in Spanien &#252;berhaupt nicht brauchen. Er musste seine   &quot;B&#252;ndnisf&#228;higkeiten&quot; den westlichen B&#252;rgerlichen beweisen und das tat er   auf Kosten der spanischen ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen. Au&#223;erdem h&#228;tte   eine gegl&#252;ckte spanische Revolution auch Auswirkungen auf die Herrschaft   der B&#252;rokratie in der UdSSR gehabt. Denn das w&#228;re unweigerlich ein   Signal f&#252;r die sowjetischen ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen gewesen.<\/p>\n<p>  Als erstes musste die KP Einfluss auf die Regierung bekommen. Das gelang   dadurch, dass die UdSSR, neben Mexiko, die einzige Nation war, die das   republikanische Spanien mit Waffen belieferte. F&#252;r die Waffen bekam   Stalin das spanische Gold und die KP-Beteiligung an der Regierung. Und   es sollte nicht lange dauern, bis Stalin Spezialeinheiten seines   Geheimdienstes, der GPU, nach Spanien schickte. Die Stalinisten begannen   sofort mit der Liquidierung ihrer Feinde; revolution&#228;re ArbeiterInnen   und ihre Anf&#252;hrer &#8211; vermeintliche und wirkliche TrotzkistInnen,   AnarchistInnen, SozialistInnen. Anstatt die katalonischen Milizen &#8211; die   &quot;Hausmacht der Regierung&quot; &#8211; mit Waffen zu beliefern, wurden die Waffen   verwendet, um in Barcelona die Polizei wiederaufzubauen. St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck   wurden die Erfolge der Revolution wieder zur&#252;ckgenommen. In der Provinz   Aragon war nach der Befreiung durch die katalonischen Milizen rund 3\/4   des Landes im Besitz der ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen &#252;bergegangen. Was   tat die Volksfront mit ihrem KP-Landwirtschaftsminister Uribe? Sie   sandten Regierungstruppen unter dem KP-General Lister, der das Land an   die Ausbeuter zur&#252;ckgab. In Spanien bek&#228;mpften Volksfront und KP die vom   Volk ausgehende freiwillige Kollektivierung w&#228;hrend kurz darauf in der   UdSSR die Zwangskollektivierung von ein paar B&#252;rokraten beschlossen   wurde.<\/p>\n<p>  Anfang 1937 gingen die Stalinisten nun daran die Macht in Barcelona aus   den H&#228;nden der ArbeiterInnen zu nehmen und sie wieder an die   Kapitalisten zur&#252;ckzugeben. Die Lage spitze sich immer weiter zu. Und   als nun schlie&#223;lich die Regierung die von den AnarchistInnen besetzte   Telefonzentrale annektierte brach der Konflikt aus. Stra&#223;en- und   Barrikadenk&#228;mpfe &#252;berzogen ganz Barcelona. Schlie&#223;lich aber   kapitulierten die AnarchistInnenf&#252;hrer und nahmen den Verlust der   Telefonzentrale hin. Symbolisch f&#252;r den Wandel, der sich nun in Spanien   und vor allem auch in Barcelona vollzog, wurde die rot-schwarze Fahne   der AnarchistInnen von der Telefonzentrale entfernt und durch die   Nationalflagge ersetzt; Nationalismus statt Sozialismus war die neue   Losung. Nach den Maik&#228;mpfen wurde auf Dr&#228;ngen der KP die POUM endg&#252;ltig   aus der Volksfront gedr&#228;ngt, dann verboten und schlie&#223;lich grausam   verfolgt.<\/p>\n<h4>  Rolle der Westm&#228;chte nach Kriegsausbruch<\/h4>\n<p>  Sofort nach Ausbruch des Krieges verk&#252;ndeten die Westm&#228;chte, vorrangig   Frankreich und England, &quot;neutral&quot; zu bleiben. Am 2. August startete die   franz&#246;sische Regierung eine Offensive, um die Nichteinmischung zu   dokumentieren. Offiziell stimmten alle zu, einschlie&#223;lich der Deutschen   und Italiener. Die Italiener bezeichneten ihre Spanienk&#228;mpfer als   Freiwillige und erreichten so die Akzeptanz der Westm&#228;chte. Bereits im   Juli begannen die Deutschen mit dem Aufstellen und Eingriff der &quot;Legion   Condor&quot;. Condor unterstand dem Befehl der deutschen Luftwaffe und kam   dem Wunsch der spanischen Faschisten nach Luftunterst&#252;tzung durch den   Einsatz von Stukas, Aufkl&#228;rern, J&#228;gern und Bombern nach. Die Deutschen   bildeten nebenbei noch die faschistischen Heere aus.<\/p>\n<p>  Am 28. M&#228;rz 1939 marschierten die Faschisten in Madrid und Valencia ein,   das bedeutete das Ende des B&#252;rgerInnenkrieges. Zuvor schon im J&#228;nner   1939, noch zu einem Zeitpunkt, wo die republikanischen Truppen 1\/3   Spaniens kontrollierten, erkannten die franz&#246;sischen und britischen   Regierungen Franco an. Kurz nach Beendigung der Kriegshandlungen trat   der neue &quot;Caudillo&quot; (=F&#252;hrer), wie er sich anreden zu lassen pflegte,   sofort dem Anti-Komintern Pakt bei. Am 6. April 1939 kam es zu einem   Siegesappell f&#252;r die Legion Condor durch Hitler in Berlin. 20.000   Soldaten wurden geehrt im Kampf gegen den Bolschewismus aktiv gewesen zu   sein. Aber alles das hinderte Stalin nicht daran im August mit Hitler   einen Nichtangriffspakt zu unterzeichnen.<\/p>\n<p>  Offiziell beteiligte Spanien sich nicht am 2. Weltkrieg, jedoch schickte   Franco als Gegenleistung f&#252;r die Unterst&#252;tzung der Deutschen im   Spanischen B&#252;rgerInnenkrieg die &quot;blaue Division&quot; zur Unterst&#252;tzung beim   &#220;berfall Hitlers auf die ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen der Sowjetunion.<\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/shop.sozialismus.info\/shop\/article_36\/Der-Spanische-B%C3%BCrgerkrieg.html\">Das   Buch im Online-Shop der SAV kaufen.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      aus dem Buch: Der Spanische B&#252;rgerkrieg 1936-1939\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14286"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14286\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}