{"id":14285,"date":"2011-07-15T00:00:00","date_gmt":"2011-07-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14285"},"modified":"2016-02-12T10:35:57","modified_gmt":"2016-02-12T09:35:57","slug":"14285","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/07\/14285\/","title":{"rendered":"Der Spanische B&#252;rgerkrieg 1936-1939"},"content":{"rendered":"<p>  Vorwort des Buchs von SAV und SLP<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Vorbemerkung:<\/b> In loser Reihenfolge werden wir aus Anlass des 75.   Jahrestags des Beginns des Spanischen B&#252;rgerkriegs in den n&#228;chsten   Wochen das Buch &quot;Der Spanische B&#252;rgerkrieg 1936-1939&quot; ver&#246;ffentlichen.   Auf 120 Seiten werden die Geschichte und Lehren der damaligen Ereignisse   behandelt. Erg&#228;nzt wird dies durch verschiedene Texte von Leo Trotzki   und anderen.<\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/shop.sozialismus.info\/shop\/article_36\/Der-Spanische-B\u00fcrgerkrieg.html\">Das   Buch kann im Online-Shop der SAV bestellt werden.<\/a><\/p>\n<h4>  Vorwort<\/h4>\n<p>  Kaum ein Kapitel in der Geschichte der internationalen   ArbeiterInnenbewegung wurde in so vielen Sprachen geschrieben, wie der   Spanische B&#252;rgerInnenkrieg &#8211; oder besser: die Revolution und   Konterrevolution in Spanien. Wenige Ereignisse fanden nicht nur unter so   gro&#223;er internationaler Anteilnahme, sondern auch mit so gro&#223;er direkter   internationaler Beteiligung statt. Und das vor den Zeiten des Fernsehens   und des Internet.<\/p>\n<p>  Wie kaum ein anderes Ereignis hat sich der Spanische B&#252;rgerInnenkrieg   auch mit bleibender Wirkung in der Kultur niedergeschlagen: in der   Weltliteratur mit Orwells &#8222;Mein Katalonien&#8220; und &#8222;Wem die Stunde schl&#228;gt&#8220;   von Ernest Hemingway; in der Malerei mit Picassos &#8222;Guernica&#8220;; im Film   mit Ken Loachs &#8222;Land and Freedom&#8220;; in der Fotografie durch die   imposanten Fotodokumentationen Robert Cappas.<\/p>\n<p>  Und bis heute geht von der spanischen Revolution und dem Kampf gegen den   Putsch des faschistischen Generals Franco eine besondere Aura aus. &#8222;No   Pasaran&#8220; &#8211; sie kommen nicht durch &#8211; lautete der Schlachtruf der   AntifaschistInnen in Spanien. Er wird heute von jugendlichen   AntifaschistInnen in der ganzen Welt verwendet, wenn sie sich den   Aufm&#228;rschen und der rassistischen Propaganda der Enkel von Franco und   Hitler entgegen stellen.<\/p>\n<p>  Warum diese Ausstrahlungskraft der Ereignisse in einem Land Europas zu   einer Zeit, als die Welt nicht arm war an K&#228;mpfen, Revolutionen und   Katastrophen? Und warum legen wir zum 70. Jahrestag des Beginns des   B&#252;rgerInnenkriegs diese Textsammlung auf?<\/p>\n<p>  Vielleicht weil die spanische Revolution das letzte Bollwerk war, das   die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs h&#228;tte verhindern und den Lauf der   Geschichte h&#228;tte ver&#228;ndern k&#246;nnen. Ein Sieg der spanischen   ArbeiterInnenklasse und der armen B&#228;uerinnen und Bauern &#8211; nicht nur &#252;ber   den faschistischen Putsch, sondern auch &#252;ber die Herrschaft der   Kapitalisten &#8211; h&#228;tte ein Signal f&#252;r die ArbeiterInnenklassen anderer   L&#228;nder sein k&#246;nnen, die die Fackel der sozialistischen Revolution h&#228;tten   aufgreifen k&#246;nnen. Dies h&#228;tte Hoffnung gegeben auf eine Erhebung der   Massen in Deutschland und Italien gegen die faschistischen Diktaturen   und in der Sowjetunion gegen die stalinistische B&#252;rokratie. Das   internationale Kr&#228;fteverh&#228;ltnis h&#228;tte sich zumindest gegen Faschismus   und Kapital verschoben und ausgehend von einer spanischen   ArbeiterInnenrepublik h&#228;tte eine internationale Bewegung gegen den Krieg   entstehen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Spanien war die letzte Hoffnung der internationalen ArbeiterInnenklasse   vor dem Massenschlachten, das mit der deutschen Invasion in Polen 1939   begann und auch den Holocaust beinhaltete. Deshalb die massenhafte   Beteiligung von SozialistInnen, KommunistInnen und anderen   AntifaschistInnen am Kampf gegen Franco, die in der Bildung der   Internationalen Brigaden ihren organisatorischen Ausdruck fand und   dadurch gleichsam zur Legende wurde.<\/p>\n<p>  Aber auch im inneren Verlauf der Revolution und Konterrevolution findet   sich eine Antwort auf die au&#223;ergew&#246;hnliche Bedeutung dieser historischen   Periode. Denn in den Jahren von 1934 bis 1939 findet sich in Spanien   alles, was der Klassenkampf zu bieten hat. Die spanischen Ereignisse   sind ein Lehrst&#252;ck sowohl f&#252;r die Kraft der Spontaneit&#228;t der Massen, als   auch f&#252;r die Grenzen dieser Spontaneit&#228;t. Die ArbeiterInnenklasse und   die Unterdr&#252;ckten Spaniens haben alles gegeben. Und doch mussten sie   feststellen, dass sie zwar Revolution machen konnten, aber nicht in der   Lage waren diese zu verteidigen. Dazu fehlte ihnen eine starke,   zentralisierte Kampfpartei mit einem klaren Programm f&#252;r eine   sozialistische Revolution und die Errichtung einer   ArbeiterInnendemokratie. Es fehlte ihnen das Instrument, das ihre   russischen Br&#252;der und Schwestern 19 Jahre zuvor in Form der   bolschewistischen Partei Lenins und Trotzkis hatten.<\/p>\n<p>  Dabei gab es genug Parteien und Organisationen der ArbeiterInnenbewegung   im Spanien der 30er Jahre, sogar mehr als in anderen L&#228;ndern. Neben den   international dominierenden Str&#246;mungen des sozialdemokratischen   Reformismus und des Stalinismus in Form der Sozialistischen Partei und   der Kommunistischen Partei, hatte Spanien eine anarchistische Bewegung   mit Massenverankerung in Form der CNT-FAI und mit der POUM eine   zentristische, zwischen Reformismus und revolution&#228;rer Politik   schwankende, Partei, die auf dem H&#246;hepunkt ihrer Entwicklung 40.000   Mitglieder z&#228;hlte. So wurden alle Str&#246;mungen der ArbeiterInnenbewegung   in der Spanischen Revolution einem Praxistest unterzogen, bis auf die   TrotzkistInnen, die &#8211; aus Gr&#252;nden, die in dieser Brosch&#252;re erkl&#228;rt   werden &#8211; keinen Einfluss auf die Ereignisse nehmen konnten.<\/p>\n<p>  Darin liegt auch die Aktualit&#228;t der spanischen Ereignisse. MarxistInnen   betrachten die Geschichte nicht aus akademischem Interesse. Unser Ziel   ist es Lehren aus der Geschichte zu ziehen, um die Zukunft besser   vorbereiten zu k&#246;nnen. Das Studium des Spanischen B&#252;rgerInnenkriegs ist   f&#252;r uns Anleitung zum Handeln. Wir wollen die einmal gemachten Fehler   nicht wiederholen.<\/p>\n<p>  Viele der Fragen, die sich in den 30er Jahren den AktivistInnen in   Spanien stellten, geh&#246;ren nicht der Vergangenheit an. Sie stellen sich   heute in verschiedenen L&#228;ndern in unterschiedlicher Form. Die   R&#252;ckst&#228;ndigkeit Spaniens von 1936 spiegelt sich heute in der sozialen   und wirtschaftlichen Struktur von L&#228;ndern wie Brasilien, in denen die   Aufgaben der b&#252;rgerlich-demokratischen Revolution, wie die Verteilung   des Landes, noch nicht erf&#252;llt wurden. In Nepal treten heute maoistische   &#8222;KommunistInnen&#8220; in eine kapitalistische Regierung ein, weil sie   dieselbe Revolutions-Konzeption verfolgen, die auch die Kommunistische   Internationale unter Stalins Anleitung in der Spanischen Revolution   vertrat: die Etappentheorie. Zuerst gemeinsam mit angeblich   &#8222;progressiven&#8220; Teilen des B&#252;rgertums &#8222;die Demokratie&#8220; erk&#228;mpfen und   sp&#228;ter, in einer mehr oder weniger fernen Zukunft, die zweite,   sozialistische Etappe angehen. In Spanien f&#252;hrte diese Etappentheorie   zur Katastrophe, d.h. zur Niederlage der Revolution und der   Machtergreifung der Faschisten.<\/p>\n<p>  In den Revolten und Massenbewegungen Lateinamerikas in den letzten   Jahren ging die spontane Bildung von ArbeiterInnenr&#228;ten zwar noch nicht   so weit, wie in Spanien. Aber auch hier, zum Beispiel in Argentinien im   Dezember 2003, stellte sich die Frage, wie die Massen die Macht   ergreifen k&#246;nnen, wenn sie faktisch auf der Stra&#223;e liegt und die   herrschende Klasse paralysiert ist. Die Bildung unterschiedlicher   Volkskomitees, ArbeiterInnenr&#228;te und Strukturen sozialer Bewegungen und   indigener V&#246;lker erinnern an die R&#228;te und Milizen der spanischen   Revolution, wenn sie auch deren Qualit&#228;t noch nicht erreicht haben. Und   auch hier wird sich, wie im Spanien des Jahres 1936, die Frage stellen,   wie diese Organe der Volksmacht so organisiert werden k&#246;nnen und welches   Programm sie brauchen, dass sie den Beginn eines neuen Zeitalters, einer   neuen Gesellschaftsordnung, einl&#228;uten k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Das Studium von Revolution und Konterrevolution in Spanien l&#228;sst nur   eine Schlussfolgerung zu: der Kampf f&#252;r eine sozialistische Welt ist   dringende Notwendigkeit &#8211; und: dazu bedarf es einer starken   marxistischen Organisation. Wir hoffen mit dieser Brosch&#252;re einen   Beitrag dazu zu leisten, dass ArbeiterInnen und Jugendliche,   insbesondere aus der neuen Generation antikapitalistischer AktivstInnen,   diese Schlussfolgerung ziehen.<\/p>\n<p>  Diese Textsammlung ist, ganz im Geiste der spanischen Revolution, eine   internationalistische Koproduktion der deutschen und &#246;sterreichischen   Sektionen des Komitees f&#252;r eine ArbeiterInneninternationale,   Sozialistische Alternative (SAV) und Sozialistische LinksPartei (SLP).   Unser besonderer Dank gilt Albert Kropf und Leonie Blume f&#252;r die Auswahl   und redaktionelle Bearbeitung der Texte und Harald Mahrer f&#252;r die   Gestaltung.<\/p>\n<p>  <i>Sascha Stanicic <\/i><\/p>\n<p>  <i>Berlin, 18.7.2006<\/i><\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/shop.sozialismus.info\/shop\/article_36\/Der-Spanische-B\u00fcrgerkrieg.html\">Das   Buch bestellen im Online-Shop der SAV.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Vorwort des Buchs von SAV und SLP\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90,97],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14285"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14285"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32248,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14285\/revisions\/32248"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}