{"id":14272,"date":"2011-06-11T00:00:00","date_gmt":"2011-06-11T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14272"},"modified":"2011-06-11T00:00:00","modified_gmt":"2011-06-11T00:00:00","slug":"14272","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14272\/","title":{"rendered":"Von Baustopps und Blockaden"},"content":{"rendered":"<p>  Proteste gegen Stuttgart 21 gehen weiter<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Auch nach der Landtagswahl geht der Widerstand gegen Stuttgart 21. Jeden   Montag demonstrieren um die 5.000 S21-GegnerInnen durch die Stuttgarter   Innenstadt. Auf unz&#228;hligen Veranstaltungen in Stuttgart und Umgebung   nehmen nehmen hunderte von Interessierten teil. Seit die Landtagswahlen   vorbei sind, dr&#228;ngt die Bahn aufs Weiterbauen. Einen vollst&#228;ndigen   Baustop hat es nie gegeben und deshalb blockieren   Stuttgart-21-GengnerInnen weiter Bauma&#223;nahmen.<\/p>\n<h4>  Michael Koschitzki berichtet aus Stuttgart<\/h4>\n<p>  Obwohl nach der Landtagswahl am 27. M&#228;rz ein Baustopp verk&#252;ndet wurde,   fanden Bauarbeiten beim Grundwassermanagement, dem Gleisvorfeld und den   Bahnsteigen statt. Ausgeblieben sind neue Baustellen. Die Verlegung von   17 km aufgest&#228;nderter Rohrleitungen durch die Stuttgarter Innenstadt ist   im Verzug.<\/p>\n<p>  Das kann auch mit den Problemen der Bahn bei den Bauarbeiten zu tun   haben. Die Parksch&#252;tzer schreiben in einer Pressemitteilung: &#8222;Die Bahn   baut, wo sie kann. An vielen Stellen kann die Bahn jedoch nicht   weiterbauen, weil Genehmigungen fehlen, Auftragnehmer das Risiko scheuen   und wichtige technische Probleme ungel&#246;st sind. Dies soll nun mit einem   gro&#223;z&#252;gig zugestanden &#8222;Baustopp&#8220; vertuscht werden. &#8220;<\/p>\n<h4>  Blockaden<\/h4>\n<p>  Doch auch der zu erwartende Widerstand spielt bei der vor&#252;bergehenden   Zur&#252;ckhaltung der Bahn eine Rolle. Der Kommentator der Stuttgarter   Zeitung Thomas Faltin schreibt: &#8222;Man mag sich nicht vorstellen, was   h&#228;tte geschehen k&#246;nnen, wenn die Deutsche Bahn tats&#228;chlich in dieser   Woche die Bauarbeiten an Stuttgart 21 wieder aufgenommen h&#228;tte.   Wom&#246;glich w&#228;ren Demonstranten und Polizei erneut aufeinander geprallt,   und das kann nun wirklich niemand wollen.&#8220;<\/p>\n<p>  Seit dem 23. Mai gab es Blockaden der Bauarbeiten des   Grundwassermanagements. Seit dem 29. Mai gibt es eine dauerhafte   Blockade eines harten Kerns von Aktivisten, die sogar vor der   Baustelleneinfahrt &#252;bernachten. Verst&#228;rkung erhalten die Dauerblockierer   morgens ab 6.00 Uhr von 30 bis 150 Aktivisten. Am 6. Juni blockierten   z.B. 150 Widerst&#228;ndler die Baustelleneinfahert und hielten dadurch acht   Fahrzeuge von Baufirmen bis zur polizeilichen R&#228;umung vier Stunden land.   Die Stimmung auf der Blockade war sehr gut. Die R&#228;umungsaufforderungen   der Polizei ernteten den Spott der AktivistInnen: &#8222;Es herrscht doch   Baustopp!&#8220; wurde ihnen entgegengehalten. Unter den Demonstranten war   auch Dietrich Wagner, der am 30. September durch einen Wasserwerfer sein   Augenlicht verlor. Er wurde wie alle anderen Blockierer von der Polizei   weg getragen, fotografiert und hat einen Platzverweis und eine Anzeige   erteilt bekommen. Auch unter der Gr&#252;n-Roten Landesregierung gehen die   Polizeima&#223;nahmen weiter. Ein Demonstrant erlitt beim Wegtragen eine   Kopfverletzung und musste vom Notarzt behandelt werden.<\/p>\n<h4>  Montagsdemonstration<\/h4>\n<p>  Zur Montagsdemonstration am 6. Juni kamen erneut 5000 Menschen, um gegen   Stuttgart 21 und die Provokationen der Bahn zu demonstrieren. Bahnchef   Grube hatte den verl&#228;ngerten Baustopp an die Bedingung gekn&#252;pft, dass   die Stadt Stuttgart auf 33 Millionen Euro verzichten muss. Die Bewegung   gegen Stuttgart 21 lehnt das ab. F&#252;r Freitag den 10. Juni ist ein   erneutes Gespr&#228;ch geplant. Ab dann kann Grube die Warnung wahr machen,   die Bauarbeiten gegen Stuttgart 21 hoch zu fahren.<\/p>\n<p>  Die TeilnehmerInnen der Montagsdemonstration akzeptierten das nicht und   zogen im Anschluss an die Kundgebung in Solidarit&#228;t mit den   Blockierenden zur Baustelle des Grundwassermanagements. Am Tag darauf   versammelten sich erneut 70 Menschen vor der Baustelleneinfahrt.   Stundenlang wurden neun Baufahrzeuge und ca. 20 Besch&#228;ftigte von   S-21-Baufirmen blockiert. Wieder r&#228;umte die Polizei und erstattete den   Sitzblockieren Anzeigen wegen N&#246;tigung. F&#252;r das Wegtragen m&#252;ssen die   Blockierer 45 bis 80 Euro bezahlen. Der gut gef&#252;llte Rechtshilfefonds   &#252;bernimmt die H&#228;rtef&#228;lle.<\/p>\n<h4>  Organisieren<\/h4>\n<p>  Das kommende Anfahren der Bauarbeiten markiert nach den konflikt&#228;rmeren   Wochen seit der Landtagswahl den Beginn einer neuen Phase der Bewegung.   Wie wird die Landesregierung mit den Provokationen der Bahn umgehen? Ist   sie nach ersten Zugest&#228;ndnissen beim Stresstest bereit sich mit Bahn und   Baufirmen konsequent anzulegen oder l&#228;sst sie weiterhin Blockaden durch   baden-w&#252;rttembergische Polizei r&#228;umen? Wie kann die Bewegung effektiven   Widerstand organisieren?<\/p>\n<p>  Eines ist jedenfalls sicher: der Widerstand geht weiter. Die   Bereitschaft zu Zivilem Ungehorsam und Blockaden wird weiter zunehmen,   wenn die Bahn neue Bauabschnitte verwirklicht und f&#252;r jeden sichtbar   ist, dass die Bahn weiter Fakten schafft. F&#252;r effektive Blockaden ist   eine weitere Vernetzung und effektive und demokratische Organisierung   des Widerstands entscheidend.<\/p>\n<p><embed src=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/s\/c\/bin\/slideshow.swf\" pluginspage=\"http:\/\/www.macromedia.com\/go\/getflashplayer\" flashvars=\"host=picasaweb.google.com&#038;hl=de&#038;feat=flashalbum&#038;RGB=0x000000&#038;feed=https%3A%2F%2Fpicasaweb.google.com%2Fdata%2Ffeed%2Fapi%2Fuser%2Fkoschitzki%2Falbumid%2F5615442264235573393%3Falt%3Drss%26kind%3Dphoto%26hl%3Dde\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" height=\"267\" width=\"400\"><\/embed><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Proteste gegen Stuttgart 21 gehen weiter\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[58],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14272"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14272\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}