{"id":14261,"date":"2011-06-06T18:00:00","date_gmt":"2011-06-06T18:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14261"},"modified":"2011-06-06T18:00:00","modified_gmt":"2011-06-06T18:00:00","slug":"14261","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14261\/","title":{"rendered":"Demonstration gegen Sarrazins Lesung"},"content":{"rendered":"<p>  300 TeilnehmerInnen bei Protest gegen Sarrazin-Lesung in Aachen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 25. Mai hielt Sarrazin im &quot;Forum M&quot;, der Mayerschen Buchhandlung   in Aachen, eine Lesung aus seinem Buch &#8222;Deutschland schafft sich ab&#8220;.   Eingeladen hatte die Lokalpresse &#8211; Aachener Zeitung-Chefredakteur Bernd   Mathieu moderierte die Veranstaltung sogar. Bereits eine knappe Woche   vorher, am 19. Mai, bekam Sarrazin in Heinsberg bei Aachen &#8211; auf   Initiative von Lokalpresse und lokalem Buchhandel &#8211; die M&#246;glichkeit,   seine Hetze zu verbreiten. In der Ank&#252;ndigung dieser Veranstaltung   schrieb die Zeitung, &quot;stolz&quot; zu sein, Sarrazin zu Gast zu haben.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Anne und Caro, Aachen<\/i><\/h4>\n<p>  Am 25. Mai protestierten dann bis zu 300 AntirassistInnen gegen die   Sarrazin-Veranstaltung, darunter &#252;ber 20 Mitglieder von Linksjugend   [&quot;solid] und der SAV. Wir waren mit Flyern vor Ort, die Sarrazin und die   herrschende Klasse als wahre Parallelgesellschaft beschrieben. Au&#223;erdem   hatten wir ein Transparent mit der Aufschrift: &quot;Achtung   Parallelgesellschaft: Sarrazin und seine Freunde in Banken und   Konzernen&quot;.<\/p>\n<p>  Die DemonstrantInnen wollten zeigen, dass sie es nicht in Ordnung   finden, dass Sarrazin, der in seinem Buch offen gegen MigrantInnen und   sozial benachteiligte Menschen hetzt, auch noch eine B&#252;hne in der   &#214;ffentlichkeit geboten bekommt. Sarrazin profitierte nicht nur schon vor   der Ver&#246;ffentlichung seines Buches von einer Medienpr&#228;senz, die   insbesondere durch &quot;Bild&quot; und &quot;Spiegel&quot; hervorgerufen wurde, sondern   kann auch nach der Ver&#246;ffentlichung seine rassistischen Ansichten   ungehindert in der &#214;ffentlichkeit verbreiten. Es ist ein Skandal, das   die Mayersche Buchhandlung rassistischen Inhalten Raum gibt.<\/p>\n<h4>  Sarrazins Rassismus<\/h4>\n<p>  Das SPD-Mitglied Sarrazin, der gleichzeitig ehemaliger Berliner   Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand ist, hat extrem rassistische   Thesen aufgestellt. Sie laufen unter Anderem darauf hinaus, dass   MigrantInnen, vor allem die aus mehrheitlich islamisch gepr&#228;gten   L&#228;ndern, selbst verantwortlich seien f&#252;r Probleme wie Arbeitslosigkeit   und Armut. Sarrazin behauptet, dass die Grundlage dieser Probleme in   deren Kultur und sogar in den Genen der MigrantInnen verankert sei. Er   tritt daher auch nicht f&#252;r ein besseres Zusammenleben zwischen Menschen   verschiedener Kulturen ein, sondern propagiert Ausgrenzung und   Diskriminierung. Das ist ganz normal im Kapitalismus: Die Arbeiterklasse   &#8211; ArbeiterInnen, Erwerbslose, Jugendliche, RentnerInnen &#8211; soll gespalten   werden, um so gemeinsamen Widerstand zu verhindern.<\/p>\n<h4>  Verlauf der Demonstration<\/h4>\n<p>  Bevor die Demonstration angemeldet wurde, hat die Linksjugend [&quot;solid]   Aachen einen offenen Brief an die Mayersche Buchhandlung und das   dazugeh&#246;rige Forum M geschrieben. Darin wurde sie dazu aufgefordert, die   Lesung wegen der &#246;ffentlichen Verbreitung rassistischer Inhalte   abzusagen. W&#252;rde sie der Forderung nicht nachkommen, w&#252;rde Protest gegen   diese Veranstaltung stattfinden. Da die Mayersche Buchhandlung der   Aufforderung nicht nach kam, fand vor und w&#228;hrend der   Sarrazin-Veranstaltung eine gut besuchte Kundgebung gegen Sarrazin und   seine rassistischen Ansichten statt.<\/p>\n<p>  Anders als die lokale Presse berichtete, ging der Protest nicht prim&#228;r   von &quot;Linksautonomen&quot; aus, womit Gewaltt&#228;ter gemeint sind und der gesamte   Protest kriminalisiert werden soll. Der Versuch von einigen   AktivistInnen, den Protest in die Buchhandlung zu tragen wird von der   lokalen Presse als Versuch dargestellt, die Buchhandlung zu &quot;st&#252;rmen&quot;   oder sogar zu &quot;besetzen&quot;. Das ist der Versuch der Presse, der   &#214;ffentlichkeit weiszumachen, dass die antirassistischen DemonstrantInnen   die &#220;belt&#228;ter seien. Darauf, dass zur gleichen Zeit in der Mayerschen   offen rassistische Inhalte verbreitet wurden, geht die lokale Presse   jedoch kaum ein, bzw. sehr besch&#246;nigend. Bei dem Versuch, auch innerhalb   der Buchhandlung zu protestieren, griff die offensichtlich vollkommen   &#252;berforderte Polizei direkt zu Reizgas und Schlagstock. Dabei wurden   DemonstrantInnen verletzt. Zus&#228;tzlich beschlagnahmte die Polizei mehrere   Transparente, ohne daf&#252;r jedoch einen konkreten Grund zu nennen.<\/p>\n<p>  Obwohl die Jusos sich eigentlich doch dazu endschieden hatten Protest   gegen das SPD-Mitglied Sarrazin mitzutragen, war letztendlich auf der   Demonstration kein erkennbares Juso-Mitglied anwesend.<\/p>\n<p>  Die SAV war neben einem Infotisch, der durchweg ein Anziehungspunkt f&#252;r   interessierte PassantInnen war, durch Megafone, gute Parolen und Reden,   Transparente, Fahnen und &#252;ber 20 SAV-Mitgliedern aus Aachen und K&#246;ln   vertreten. Am Infotisch wurden nicht nur politische Diskussionen gef&#252;hrt   sondern auch sieben &quot;Anti-Sarrazin&quot;-B&#252;cher, die &quot;Solidarit&#228;t&quot; und   Buttons verkauft.<\/p>\n<p>  Die Demonstration war trotz der Zwischenf&#228;lle und der tendenzi&#246;sen   Berichterstattung der lokalen Presse ein erfolgreiches und klares   Zeichen gegen Rassisten und die Menschen, die diesen aufgrund von   Profiten eine B&#252;hne geben.<\/p>\n<p>  Link: <a href=\"http:\/\/linksjugendsolidaachen.blogsport.de\/images\/BriefanMayersche.pdf\">Offener   Brief der Linksjugend [&quot;solid] Aachen an die Mayersche Buchhandlung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      300 TeilnehmerInnen bei Protest gegen Sarrazin-Lesung in Aachen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14261"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14261"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14261\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}