{"id":14254,"date":"2011-06-02T00:00:00","date_gmt":"2011-06-02T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14254"},"modified":"2011-06-02T00:00:00","modified_gmt":"2011-06-02T00:00:00","slug":"14254","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/06\/14254\/","title":{"rendered":"Die &#8222;moderate&#8220; Lohnpolitik des DGB"},"content":{"rendered":"<p>  Schaden bringend f&#252;r die Arbeiter in Deutschland und vernichtend f&#252;r die   Arbeiter anderswo<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Im Jahr 2009 haben wir die einschneidenste Wirtschaftskrise seit 1929   gesehen. Heute gilt sie in Deutschland schon als &#252;berwunden. Eine   Behauptung, die angesichts des Zustandes deutscher Exportm&#228;rkte noch   einige Federn lassen wird. Doch darum soll es bei diesen Betrachtungen   nicht gehen. Stattdessen soll die Politik des Deutschen   Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Nutzen derselben f&#252;r die in ihm   organisierten Arbeiter untersucht werden.<\/p>\n<h4>  <i>von Klaus Franz, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Dabei soll vorab festgehalten werden, dass die negativen Konsequenzen   dieser Politik nicht mit schlechten Kampfesbedingungen zu rechtfertigen   sind. Denn schlechte Kampfbedingungen wie zur&#252;ckgehender   Organisationsgrad und ideologische Offensive der Arbeitgeber und des   Staates sind zu bew&#228;ltigende Hindernisse &#8211; aber nur f&#252;r den, der k&#228;mpft.   Wenn hingegen der Einsatz f&#252;r die Interessen der Arbeitnehmer unter die   Bedingung gestellt ist, dass er dem Arbeitgeber nicht schaden darf, weil   man seine eigene Abh&#228;ngigkeit von dem Gelingen der Anh&#228;ufung seiner   Milliarden in den Vordergrund stellt, verzichtet man weitgehend auf jede   Auseinandersetzung und kungelt Jahr f&#252;r Jahr Reallohnverluste und   Leistungssteigerungen in Form von allerhand Flexibilisierungen aus.<\/p>\n<p>  Aber gehen wir ins Detail:<\/p>\n<h4>  Reallohnverluste &#252;ber einen Zeitraum von 23 Jahren<\/h4>\n<p>  Die Auflistung der durchschnittlichen Netto-Monatsverdienste durch das   Bundesministerium f&#252;r Arbeit (in Bezug auf Normalarbeitsverh&#228;ltnisse)   dokumentiert, dass ein Arbeitnehmer in der BRD im Jahr 1986 1315,40 Euro   netto im Monat verdiente und im Jahr 2006 1320,42 Euro. Die 5 Euro   Anstieg erinnern stark an die Anhebung von Hartz IV um denselben Betrag,   sind allerdings auf 20 Jahre gerechnet dann doch noch um einiges weniger   als den Arbeitslosen, die ja ganz ohne Vertretung des DGB dastehen,   zugestanden wird. F&#252;r die Jahre 2007 bis 2009 fielen weitere   Reallohnverluste an, wie der &#8222;Global Wage Report&#8220; der Internationalen   Arbeitsorganisation (ILO) ausf&#252;hrt: &#8222;W&#228;hrend die durchschnittlichen   Stundenverdienste von 2007 bis 2009 um 2,4% stiegen, sanken die   Monatseinkommen deutscher Arbeitnehmer im gleichen Zeitraum um 1%.&#8220; Der   Bericht f&#252;hrt dies auf die durch Kurzarbeit reduzierten Arbeitszeiten   zur&#252;ck (1).<\/p>\n<p>  Den gr&#246;&#223;ten Bock hat dabei die IG-Metall-F&#252;hrung bei der Tarifrunde 2010   geschossen: Die bisherige Mobilisierung der Belegschaften f&#252;r   Tarifabschl&#252;sse titulierte sie selbst als &#8222;Rituale&#8220;, die sie nun   angesichts der happigen Krise gleich ganz weglassen k&#246;nne. Ein &#8222;Ritual&#8220;   allerdings kann diese Mobilisierung nur dann sein, wenn die Gewerkschaft   sowieso blo&#223; eine Drohkulisse aufbauen will, um dann guten Willen zu   beweisen, indem man die Kollegen wieder abwiegelt. Dieses Ritual &#8211; so   die IGM-F&#252;hrung &#8211; hielt sie nun f&#252;r &#252;berfl&#252;ssig und ging ohne   Lohnforderung in die Tarifrunde. Auf elf Monate ohne tabellenwirksame   Lohnsteigerung folgen in weiteren 12 Monaten 2,7% mehr (2). Die Laufzeit   bis M&#228;rz 2012 und auch die in den letzten Jahren betriebene Aufweichung   der F&#228;chentarifvertr&#228;ge sichern den Unternehmern &#252;berdies die Freiheit   von Umgestaltung des Produktionsprozesses zum Zwecke vermehrter   Leistungsauspressung im gro&#223;en Ma&#223;stab. So bleibt die Verteilung des   produzierten Reichtums auf alle F&#228;lle gerecht: die Arbeiter verzichten   in der Krise f&#252;r den Aufschwung und im Aufschwung daf&#252;r, dass die   n&#228;chste Krise schneller kommt, weil die angeh&#228;uften Kapitalmassen sich   nicht mehr verwerten k&#246;nnen. Gerecht deswegen, weil dem Recht der   Kapitaleigent&#252;mer angemessen, Kapital berechtigt zu seiner Vermehrung.   Die Chef&#246;konomen in der IGM Zentrale haben ihren Marx gut gelesen, wenn   sie ihn auch sehr eigenwillig f&#252;r ihre Sichtweise reklamieren.<\/p>\n<p>  Die zweite gro&#223;e Einzelgewerkschaft, ver.di, ging mit einer   Lohnforderung von 5 % in die Verhandlungen, erm&#228;&#223;igte sie aber dann   schon freiwillig auf 3,5% und schloss mit 2,3% den Tarifvertrag ab.   &#8222;Immerhin &#252;ber der Inflationsrate!&#8220;, k&#246;nnte man ja da ausrufen, wenn   nicht die Laufzeit von 26 Monaten zu ber&#252;cksichtigen w&#228;re. Die   Inflationsrate m&#252;sste da schon unter 1,13% bleiben, wenn noch was davon   &#252;brig bleiben sollte. Allerdings kommen da noch diverse   Krankenkassenbeitragserh&#246;hungen und -zuschl&#228;ge sowie sonstige   Staatseingriffe in den Lohn hinzu. Die Forderung nach &#220;bernahme der   Auszubildenden wurde zudem in eine unverbindliche Absichtserkl&#228;rung der   Arbeitgeber verwandelt.<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaftsf&#252;hrungen rechtfertigen ihr ma&#223;volles Verhalten damit,   dass sie so Arbeitspl&#228;tze in der Krise retten konnten. Wenn der IGM Chef   Berthold Huber res&#252;miert, dass dieses Ziel weitgehend erreicht worden   sei, scheint er sich mit dem Zahlenmaterial des j&#228;hrlich erscheinenden   DGB-Index &gt;Gute Arbeit nicht allzu tiefsch&#252;rfend besch&#228;ftigt zu haben.   In demselben berichten mehr als 20% der Besch&#228;ftigten von Entlassungen   in ihrem Betrieb, 18 Prozent vom Abbau von Leiharbeitern (3).   Gleichzeitig &#228;u&#223;erten sich dort nur 15 % der Befragten zufrieden mit   ihrem Arbeitsplatz, w&#228;hrend ein Drittel denselben als mangelhaft   einstuft. Jeder Vierte klagt &#252;ber eine Intensivierung der Arbeit. Mehr   als 50% mussten ihren Konsum im Krisenjahr einschr&#228;nken, 30% R&#252;cklagen   aufl&#246;sen und 16% mussten sich (weiter)verschulden. Es gelang also vielen   nur mit M&#252;h&#180;und Not, ihre Familie &#252;ber Wasser zu halten und jeder zweite   musste krank zur Arbeit gehen.<\/p>\n<p>  F&#252;r Huber ergibt sich daraus aber eine andere Beschwerde: Die   Unternehmer w&#252;rden dieses Entgegenkommen nicht sch&#228;tzen und seien jetzt   dabei &#8222;den Konsens bei der Krisenbew&#228;ltigung aufzuk&#252;ndigen&#8220;. Das sei   &#8222;kein fairer Umgang mit den Besch&#228;ftigten, die einen Gro&#223;teil der   Krisenlasten geschultert haben.&#8220;<\/p>\n<p>  Er will aber nicht den Schluss daraus ziehen, dass man diese undankbaren   Gesellen an der Ausbeutung hindern muss. Denn der &#220;berschuss, der sich   da zu Milliarden und Billionen anh&#228;uft, ist immer noch die unbezahlte   Arbeit, die Verschlei&#223;, Krankheit und ein Leben in menschenunw&#252;rdiger   Arbeitsdisziplin bei den Arbeitern bedeutet. F&#252;r Huber ist das alles   mehr ein Anlass zum Beleidigtsein, weil seine Gro&#223;z&#252;gigkeit (beim   Schenken von unbezahlter Arbeitskraft) als Gewerkschaftsf&#252;rst vom   Arbeitgeber so sch&#228;big belohnt wird.<\/p>\n<h4>  Wettbewerbsf&#228;higkeit Deutschlands ist spitze<\/h4>\n<p>  Die kluge seri&#246;se politische F&#252;hrung und die deutsche Ingenieurskunst,   die daf&#252;r verantwortlich sein sollen, vergessen allerdings die Leistung   des DGB. Er ist (in Gestalt der in ihm vereinigten Einzelgewerkschaften)   der Tarifvertragsabschlusspartner, der bei anderen (europ&#228;ischen)   Regierungen und auch der ILO so gro&#223;e Besorgnis wegen ansteigender   Ungleichgewichte hervorruft. Die beschweren sich schon &#252;ber Lohndumping   und die deutsche Exportwalze, die sie platt macht. Die Lohnst&#252;ckkosten,   die das Verh&#228;ltnis von L&#246;hnen und Produktivit&#228;t ausdr&#252;cken, sind vom   Jahr 2000 bis 2008 in der Eurozone um 27% gestiegen, in Deutschland   hingegen nur um 7%, die deutschen Waren sind seit 1998 um 12% billiger   geworden, die Griechenlands um 13 und die Spaniens um 15% teurer, was   die Deutsche Bundesbank zu dem Kommentar hinriss:<\/p>\n<p>  &#8222;Die verbesserte Wettbewerbssituation hierzulande war vor allem Reflex   der moderaten Lohnpolitik, die durch die einschneidenden Reformen am   Arbeitsmarkt gef&#246;rdert wurden.&#8220;Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Juli   2010 (4) 1975 betrug die Lohnquote in den europ&#228;ischen Industriel&#228;ndern   rund 74%, 2010 sind es noch 62%. Zahlen, die aussagen, dass relativ   immer weniger Besch&#228;ftigte ein immer h&#246;heres Volkseinkommen erschaffen,   von dem sie aber immer geringere Teile erhalten. (5) Eben genauso wie   Marx es abgeleitet hatte.<\/p>\n<h4>  Lohnzur&#252;ckhaltung = St&#228;rkung des deutschen Kapitals= massenhafte   Ruinierung von Arbeitern anderswo<\/h4>\n<p>  &#8222;Das starke Gewicht des Exports in der Bundesrepublik basiert &#8211; vor   allem in Bezug auf die anderen EU-Staaten &#8211; auf dem Motto &quot;Des einen   Brot ist des Anderen Tod&quot;&#8220;. (Luciano Gallino, Vorsitzender des   italienischen Soziologenverbandes)<\/p>\n<p>  Was Gallino hier f&#252;r den Export des BRD Kapitals formuliert, will er   keineswegs nur als Schaden f&#252;r die italienische Wirtschaft, sondern   prim&#228;r als Existenzgef&#228;hrdung der italienischen Arbeiter verstanden   wissen:<\/p>\n<p>  &#8222;Der kritische Punkt dieser Krise ist, dass wir Jahre vor uns haben, in   denen es eine gro&#223;e Zahl von Langzeitarbeitslosen geben und die   Schwarzarbeit zunehmen wird. Jugendliche werden M&#252;he haben, eine   Besch&#228;ftigung zu bekommen und eine Menge Leute werden sie nach dem 45.   Lebensjahr gar nicht mehr finden.&#8220;<\/p>\n<p>  Die BRD-Wirtschaft h&#228;ngt nicht nur die anderen Nationalstaaten ab,   sondern verursacht anderswo Massenpleiten und gewaltige Einschnitte. Die   Arbeitenden haben die Konsequenzen in Form von Massenarbeitslosigkeit,   prek&#228;ren Arbeitsverh&#228;ltnissen und Sozialkahlschlag zu bezahlen. Denn das   Gesch&#228;ft des Einen ist die Entwertung des Kapitals des Anderen und f&#252;r   die schlechten Gesch&#228;fte werden die Produzenten haftbar gemacht. Die   Italiener, Spanier, Iren, Portugiesen, Griechen und andere, denen   Sparprogramme auferlegt werden, dass sie quietschen, um es mit dem   B&#252;rgermeister unserer Hauptstadt auszudr&#252;cken.<\/p>\n<p>  Gallino meint allerdings nicht, dass die Anerkennung dieser   internationalen kapitalistischen Konkurrenz dem deutschen Arbeiter etwas   bringen w&#252;rde:<\/p>\n<p>  &#8222;Die deutschen Arbeiter hat das alles einiges gekostet. Einerseits haben   sie 25% mehr in der Lohnt&#252;te als ihre italienischen Kollegen, mussten   andererseits aber alle zusammen eine Stagnation ihrer Einkommen bezogen   auf die Produktivit&#228;t hinnehmen, die in der Zwischenzeit erheblich   gestiegen ist. Das Ergebnis ist, dass der Anteil der Besch&#228;ftigten, die   trotz Arbeit arm sind, heute &#252;ber dem EU-Durchschnitt liegt. Diese   &quot;working poor&quot; machen 22 Prozent aus. In Frankreich sind es nur halb so   viel.&#8220;<\/p>\n<p>  Das relativ h&#246;here Einkommen ist also f&#252;r sich nichts wert. Es muss ins   Verh&#228;ltnis zur Produktivit&#228;t gesetzt werden und zwar aus einem doppelten   Grund. Das h&#246;here Einkommen dr&#252;ckt in der BRD einen sinkenden Anteil der   Arbeitseinkommen am gesamten produzierten Reichtum aus. Der immer   gr&#246;&#223;ere Reichtum kommt den Arbeitern also nicht zugute. Die andere Seite   ist, dass st&#228;ndig steigende Leistungsanforderungen dieses relativ h&#246;here   Einkommen begleiten, ein deutscher Arbeiter in der Regel also intensiver   arbeitet als der Arbeiter anderer L&#228;nder. Ein solcher Mehrverschlei&#223;   kann von einem relativ h&#246;heren Lohn nicht mehr kompensiert werden, wenn   der Ausgangspunkt der Mehrwertproduktion schon der systematische   Verschlei&#223; von Muskel, Nerv und Hirn ist. Es ist also kein Privileg,   deutscher Arbeiter zu sein, der Marx&#180;sche Ausspruch: &gt;Lohnarbeiter zu   sein, ist ein Pech gilt gerade auch f&#252;r ihn. Gerade auch die, die zu   ihrem Lohn staatliche Unterst&#252;tzung beantragen m&#252;ssen und die, die eine   solche nicht erhalten, aber trotzdem in die staatliche Kategorie &#8222;arm&#8220;   fallen (weniger als 60% des Durchschnittseinkommens) sind in Deutschland   besonders zahlreich. Die F&#252;hrung des Deutsche Gewerkschaftsbunds   vers&#252;ndigt sich mit ihrer am Kapitalwohl orientierten Politik gleich   doppelt an denen, die sie vertritt. Sie akzeptiert die Verarmung immer   gr&#246;&#223;erer Teile ihres Klientels, so dass diese schon offiziell als arm   gelten und setzt sie immer gr&#246;&#223;eren Leistungsforderungen der Arbeitgeber   aus. Gleichzeitig ist sie mitverantwortlich, die Existenzgrundlage der   internationalen Arbeiterschaft zu ruinieren: Denn deren Anwender k&#246;nnen   mit der deutschen Produktivit&#228;t nicht mehr mithalten und gehen pleite,   oder setzen sie mit der &#252;berlegenen deutschen Produktivit&#228;t so unter   Druck, dass sie Absenkungstarifvertr&#228;ge von gewaltigem Ausma&#223; hinnehmen.   Wie neulich bei Fiat in Neapel.<\/p>\n<p>  Die h&#246;here Produktivit&#228;t kommt n&#228;mlich durch jahrzehntelange   Lohnzur&#252;ckhaltung zustande. Die gewaltigen Gewinne, die das   Co-Management den Unternehmern erm&#246;glichte setzten diese in ihre   konkurrenzlose Produktivit&#228;t um.<\/p>\n<p>  Nun kann man sagen: Der DGB ist f&#252;r die deutschen Arbeiter zust&#228;ndig und   kann nicht f&#252;r die Misere auf der ganzen Welt zust&#228;ndig gemacht werden.   Der Gedanke greift aber sehr kurz, weil der DGB eben durch seine   Sozialpartnerschaft und Zur&#252;ckhaltung gegen&#252;ber den Arbeitgebern zu   dieser Misere der internationalen Arbeiter beitr&#228;gt. Die DGB-Oberen   verschwenden keinen Gedanken daran, wie ihre Lohnpolitik, ihre   Flexibilisierung der Arbeitsverh&#228;ltnisse, ihre Erlaubnisse in puncto   Rente mit 67, Gesundheitsreform usw. Arbeiter anderer L&#228;nder betreffen.   W&#252;rden sie es tun, w&#252;rden sie kritisch gegen die Konkurrenz des Kapitals   werden. Dann w&#252;rden sie sagen. Des einen Brot soll nicht des anderen Tod   sein. Aber leider sagen sie: An der Konkurrenz k&#246;nnen wir auch nichts   &#228;ndern, so wie wir nichts gegen das Gesch&#228;ftemachen machen k&#246;nnen: Wir   sind davon abh&#228;ngig und m&#252;ssen das Beste daraus machen und wenn die   anderen bei diesem internationalen Kapitalverh&#228;ltnis noch mehr absaufen   als die deutschen Arbeiter, dann ist es eben so. Die angeblich   gemeinsamen Interessen mit der &#8222;deutschen Wirtschaft&#8220; stehen uns n&#228;her   als die tats&#228;chlichen mit der internationalen Arbeiterschaft.<\/p>\n<h4>  Klassenkampf als einziges Gegenrezept<\/h4>\n<p>  Wenn man als Lohnabh&#228;ngiger von dem von einem selbst produzierten   Produkt relativ immer weniger erh&#228;lt und gleichzeitig die   Schwierigkeiten zunehmen, seinen Lebensstandard zu halten, wenn die   Freiheiten des Unternehmers steigen, einen mit den Prek&#228;r-Besch&#228;ftigten   oder den Leiharbeitern zu erpressen (und erst recht, wenn man selber   schon ein Prek&#228;rer ist), hilft der Vergleich mit den anderen   europ&#228;ischen Arbeitern, die h&#228;ufig noch schlechter da stehen, nichts.   Dann muss man schon mal selbst aktiv werden und sich bestehenden   klassenk&#228;mpferischen Zusammenschl&#252;ssen wie der Automobil-Koordination,   dem Netzwerk f&#252;r eine k&#228;mpferische und demokratische ver.di oder einer   der vielen anderen Initiativen anschlie&#223;en. Es f&#252;hrt kein Weg daran   vorbei, dass man in der Gewerkschaft neue Mehrheiten schafft und die   F&#252;hrung, die auf Sozialpartnerschaft setzt, abw&#228;hlt. Wenn die   Gewerkschaften als Kampfinstrument von den Vers&#246;hnlern, die immer nur   die Brotkrumen vom Tische des Kapitals auflesen wollen, blockiert wird,   muss man sie wieder zum Kampfinstrument machen. Denn die Unzufriedenheit   der Kollegen in der Gewerkschaft ist offensichtlich, es gilt aus ihr   etwas zu machen.<\/p>\n<p>  Und das wird nicht gehen, ohne dass man im Betrieb selbst aufsteht,   seine Argumente aufschreibt und sie m&#252;ndlich und schriftlich den anderen   Kollegen mitteilt. Eines von vielen Projekten ist daf&#252;r die   Betriebszeitung &#8222;Alternative&#8220; bei Daimler, die auch die SAV unterst&#252;tzt.   Um sie zu einem allgemeinen Ph&#228;nomen in allen Branchen zu machen,   braucht es neue Mitstreiter.<\/p>\n<h5>  (1)Vgl:   http:\/\/www.ilo.org\/public\/german\/region\/eurpro\/bonn\/aktuelles\/gwr2010.htm<\/h5>\n<h5>  (2)Siehe: Daniel Behruzi in der jungen welt vom 21.12.2010, S.15<\/h5>\n<h5>  (3)Siehe: Herbert Wulff in der jw vom14.12.2010, S.15<\/h5>\n<h5>  (4) isw, Institut f&#252;r sozial-&#246;kologische Wirtschaftsforschung e.V.,   Report Nr.82, S.15<\/h5>\n<h5>  (5)ebda, S.17<\/h5>\n<h5>  (6)Luciano Gallino, in &#8222;junge welt&#8220; vom 13.9.2010.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Schaden bringend f&#252;r die Arbeiter in Deutschland und vernichtend f&#252;r die<br \/>\n      Arbeiter anderswo\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14254"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14254\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}