{"id":14251,"date":"2011-05-31T09:00:00","date_gmt":"2011-05-31T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14251"},"modified":"2012-07-02T18:43:15","modified_gmt":"2012-07-02T16:43:15","slug":"14251","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/05\/14251\/","title":{"rendered":"Jugendrevolte in Spanien"},"content":{"rendered":"<p>  &#8222;Die W&#252;tenden&#8220; geben nicht auf<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Wir ver&#246;ffentlichen hier zwei Artikel von spanischen MarxistInnen der   SAV-Schwesterorganisation &#8222;Socialismo Revolucionario (SR)&#8220; &#252;ber die   anhaltende Jugendrevolte auf der iberischen Halbinsel. Die Aktiven von   SR nehmen in acht spanischen St&#228;dten an der Massenbewegung teil. Der   erste Artikel behandelt die Auswirkungen der Bewegung auf die Ende Mai   abgehaltenen Kommunalwahlen. Der zweite Artikel berichtet von dem   gescheiterten Versuch der Polizei, das Protestcamp auf Barcelonas   zentralem Platz zu r&#228;umen.<\/i><\/p>\n<h2>  So sieht echte Demokratie aus<\/h2>\n<h5>  <i>Geschrieben am 23. Mai 2011<\/i><\/h5>\n<p>  Nur wenige Stunden, bevor die Wahllokale f&#252;r die Regional- und   Kommunalwahlen &#246;ffneten, str&#246;mten am fr&#252;hen Sonntagmorgen Ges&#228;nge wie   &#8222;Die Revolution beginnt hier&#8220; &#252;ber Barcelonas Plaza de Catalunya. Wer   h&#228;tte vor einer Woche vorhersagen wollen, dass diese Wahlen so sehr an   den Rand des Geschehens gedr&#228;ngt werden w&#252;rden, zur&#252;ck auf die hinteren   Seiten der Tageszeitungen? Oder dass Spaniens zentrale Pl&#228;tze sich mit   zehntausenden von &#8222;Indignados&#8220; (w&#252;tende Menschen) f&#252;llen w&#252;rden, die   ihren Protest gegen den anti-sozialen Konsens von PSOE (&#8222;Sozialistische&#8220;   Partei) und PP (konservative Volkspartei) zum Ausdruck bringen? Aber   genau dies ist seit letzter Woche in ganz Spanien die Situation, weil   eine antikapitalistische Generation explosionsartig auf die B&#252;hne   gest&#252;rmt ist. Ob sie nun von der PSOE, der PP, CiU, der PNV oder wem   auch immer angef&#252;hrt werden: Die neuen Regional- und Lokalparlamente   habe keinen blassen Schimmer davon, was die &#8222;Indignados&#8220; &#8211; und die ihnen   bald folgende Arbeiterklasse &#8211; f&#252;r sie im Gep&#228;ck haben!<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/2011-05-23Grafik171133577569946311.jpg\">  <\/p>\n<h4>  PSOE: bei den Wahlen und auf den Plazas am Boden<\/h4>\n<p>  Die PSOE-Regierung von Zapatero und Rubacalba, deren blinde   Untert&#228;nigkeit gegen&#252;ber dem kapitalistischen Markt und deren Anschl&#228;ge   auf den Lebensstandard der Bev&#246;lkerungsmehrheit die Grundlage f&#252;r die   momentane Rebellion geliefert haben, bezog bei den Wahlen ordentlich   Pr&#252;gel. Sie erhielt das schlechteste Stimmergebnis seit mehr als 20   Jahren. In diesem Zusammenhang steht auch, dass Zapatero sich vor   einigen Monaten entschied, vor den n&#228;chsten Parlamentswahlen abzutreten.   Hierbei handelt es sich um eine Regierung, die nur darauf zu warten   scheint, durch die Hand der ArbeiterInnen und der Jugend gest&#252;rzt zu   werden. Ihre neoliberale Politik ist verantwortlich f&#252;r fast f&#252;nf   Millionen Menschen ohne Erwerbsarbeit und 45 Prozent arbeitslosen jungen   Leuten. Und ihre Pl&#228;ne f&#252;r die Zukunft werden die Lage nur weiter   verschlimmern.<\/p>\n<p>  Auch wenn die konservative PP sich als der gro&#223;e Gewinner darstellt &#8211;   sie konnte ihren Stimmanteil in Wirklichkeit nur um zwei Prozent   verbessern. Weil viele darin die &#8222;effektivste&#8220; M&#246;glichkeit sahen, um   gegen PSOE zu stimmen, konnte die PP von der Wut &#252;ber die Regierung   Zapatero profitieren. Letztere wird als das Subjekt gesehen, das die   spanische Wirtschaft in dem Sumpf gezogen hat und die Wirtschaftskrise   falsch angegangen ist. Im Baskenland verzeichnete auch die j&#252;ngst   legalisierte nationalistische Partei &#8222;Bildu&#8220; gro&#223;e Gewinne. Alle   KommentatorInnen sehen darin den Anfang f&#252;r einen Sieg der PP n&#228;chstes   Jahr. Sollte dies der Fall sein, k&#246;nnen sich die ArbeiterInnen und   Jugendlichen auf noch brutalere Schl&#228;ge der Regierung gefasst machen &#8211;   auch wenn die Politik sich dadurch nicht grunds&#228;tzlich gegen&#252;ber der   heutigen Regierung &#228;ndern wird. Nichtsdestotrotz wird eine PP-Regierung   in einer solch aufgeladenen und von Wut und sozialem Aufruhr   gekennzeichneten Situation in gewissem Ma&#223;e die &#8222;Peitsche der   Konterrevolution&#8220; sein, was dazu f&#252;hren kann, dass der Klassenkampf eine   neue Ebene erreichen wird. Eine PP-Regierung hie&#223;e, dass die nationale   Frage sich zuspitzen w&#252;rde, weil mit ihr sicher Schritte gegen die   Autonomie der Regionen verbunden sein werden. Auch wird man dann sicher   weit skrupelloser mit den gewerkschaftlichen Rechten umgehen.<\/p>\n<h4>  Klares Programm n&#246;tig, um mit dem Kapitalismus zu brechen<\/h4>\n<p>  Was aber als Antwort auf die Brutalit&#228;t der PSOE-K&#252;rzungsprogramme und   die drohende PP-Regierung n&#246;tig ist, ist der Kampf f&#252;r eine politische   Alternative zu Sparpaketen und einer Politk im Sinne von Bankiers und   Konzernen im allgemeinen. Das Stimmenergebnis der &#8222;Izquierda Unida&#8221;   (Vereinte Linke), das leicht auf 6,3 Prozent stieg, zeigt, dass ihre   mangelhafte Antwort auf die Krise und ihr Versagen, die Krise zu   erkl&#228;ren und f&#252;r eine realistische Alternative zu den K&#252;rzungen zu   k&#228;mpfen, einen wirklichen Durchbruch verhindert hat. Sollte die   &#8222;Izquierda Unida&#8221; jetzt in den Lokal- und Regionalparlamenten mit der   PSOE paktieren und sich selbst &#252;ber Jahre hinweg in die Verantwortung   f&#252;r weiteres Sparen und weitere K&#252;rzungen bringen, so w&#228;re dies ein   weiterer Schlag gegen diese Partei.<\/p>\n<p>  Die Spr&#252;che, die von der Jugendrevolte gegen die Herrschaft der Bankiers   und Spekulanten und f&#252;r ein angemessenes Leben mit Arbeitspl&#228;tzen,   verbrieften Rechten und f&#252;r &#8222;wahre Demokratie&#8220; skandiert werden, k&#246;nnen   nur durch ein Programm wirklich politisch zum Ausdruck kommen, das den   Kapitalismus grunds&#228;tzlich herausfordert. Im Kampf befindliche   ArbeiterInnen und Jugendliche m&#252;ssen f&#252;r revolution&#228;re und   sozialistische Forderungen werben und diese selbst als ihre eigenen   annehmen: Nichtbezahlung der Schulden, Bruch mit der Diktatur des   Marktes durch Vergesellschaftung der Banken unter demokratischer   Kontrolle und &#246;ffentlich-demokratisches Eigentum am, sowie Kontrolle   &#252;ber den Wohlstand der Gesellschaft. So k&#246;nnen Arbeitspl&#228;tze geschaffen   und ein angemessenes Leben gesichert werden. Verkn&#252;pft werden muss dies   mir einer Ausweitung und Radikalisierung des eindrucksvollen Kampfes der   jungen Leute, f&#252;r die breite Schichten &#196;lterer aus der Arbeiterklasse   ihre Unterst&#252;tzung gezeigt haben. Die Notwendigkeit des Generalstreiks,   um zu zeigen, wer in der Gesellschaft in Wirklichkeit die Macht hat und   f&#252;r eine Alternative k&#228;mpft, ist jetzt klar.<\/p>\n<p>  Die Jugend, die auf die Plazas in ganz Spanien gest&#252;rmt ist, versp&#252;rt   einen tiefen Hass auf das System. Darunter befinden sich breite   Schichten, die sich mit einem Kampf gegen den Kapitalismus   identifizieren. Aber solche Stimmungen und Meinungen m&#252;ssen Klarheit   bekommen und in Form eines politischen Programms vertreten werden: f&#252;r   die revolution&#228;re Ver&#228;nderung der Gesellschaft. &#8222;Socialismo   Revolucionario&#8220; beteiligt sich an der 15-M-Revolte und tritt f&#252;r deren   Fortf&#252;hrung ein.<\/p>\n<p>  Die Demokratie von den Plazas gibt ein genaueres Bild davon, was wir in   der kommenden Phase &#8211; statt dieser Wahlergebnisse &#8211; erwarten k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  &#8222;Generalstreik n&#246;tig&#8220;<\/h4>\n<h5>  Interview mit jungen Arbeitern in Madrid<\/h5>\n<p>  &#8222;Ich protestiere, weil ich unzufrieden bin mit den Politikern, sie   verschwenden unser Geld. es gibt eine Wirtschaftskrise, aber f&#252;r sie   nicht. Ein Politiker verdient zwanzig Mal mehr als ein Arbeiter&#8220;, sagt   Jos&#233; Antonio Fernandez.<\/p>\n<p>  &#8222;Wir brauchen einen Politikwechsel, um das Arbeitsrecht und die   Lebensbedingungen der Menschen zu ver&#228;ndern&#8220;, so Pedro San Cristobal.<\/p>\n<p>  Jose arbeitet in einem Callcenter, Pedro ist Busfahrer. Keiner der   beiden ist Mitglied einer Gewerkschaft, aber beide sind der Meinung,   dass ein Generalstreik n&#246;tig ist.<\/p>\n<p>  &#8222;Die Gewerkschaften tun nichts; sie h&#228;ngen am Rockzipfel von Politikern   und Konzernen. Der Generalstreik im September war nur was f&#252;rs   Bilderbuch. Wir brauchen aber mehr als das&#8220;, meinen beide.<\/p>\n<p>  &#8222;Die L&#246;hne sind niedrig, und regul&#228;r bezahlt wirst du eh nur f&#252;r ein   paar Arbeitsstunden; der Rest l&#228;uft &#252;ber Schwarzarbeit in bar &#8211; oder gar   nicht. Ich selbst arbeite 16 Stunden, kriege aber nur acht bezahlt. F&#252;r   die Politiker gilt das Gegenteil! Jeder wei&#223; das, aber niemand tut   etwas. Wenn du im Betrieb protestierst, landest du auf der Stra&#223;e&#8220;,   erg&#228;nzt Pedro.<\/p>\n<p>  Bei den Wahlen am Sonntag gaben sowohl Pedro als auch Jos&#233; ihre Stimme   der &#8222;Izquierda Unida&#8220;. &#8222;Sie sind klein, aber sie k&#228;mpfen f&#252;r die   Menschen&#8220;, sagen die beiden.<\/p>\n<p>  Pedro macht sich Sorgen dar&#252;ber, dass die Polizei die Zeltstadt   abbrechen wird, die die Bewegung &#8222;M-15&#8220;, die am 15. Mai mit ihren   Protesten anfing, aufgebaut hat. Auf der Piazza del Sol sieht man keine   Parteien, Gewerkschaften oder Organisationen.<\/p>\n<p>  &#8222;Mehr Leute als du hier und auf den Stra&#223;en sehen kannst unterst&#252;tzen   uns&#8220;, sagt Jose. &#8222;Ich werde bis zum Eende k&#228;mpfen!&#8220;<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/2011-05-23Grafik2648800778996642766.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<h2>  Barcelona: Der Repression standgehalten<\/h2>\n<h4>  Wiederbesetzung der Plaza de Catalunya zeigt Widerstandsf&#228;higkeit der   Bewegung<\/h4>\n<h5>  <i>Geschrieben am 29. Mai 2011<\/i><\/h5>\n<p>  Die gestrigen Ereignisse in Barcelona sind ein schlagender Beweis daf&#252;r,   dass der Aufstand der &#8222;Bewegung des 15. Mai&#8220; l&#228;ngst noch nicht vor&#252;ber   ist. Das kapitalistische Establishment hatte gehofft, dass sich die   Massenbewegung der Jugendlichen, die s&#228;mtliche gro&#223;en Parteien und deren   reichen-freundliche Politik abkanzelt, nach den Wahlen vom vergangenen   Sonntag irgendwie totlaufen w&#252;rde. Jedoch scheint die unglaubliche   Antwort der Bewegung in Barcelona auf den Versuch des Staates, den   Protest aufzul&#246;sen, alle diese Hoffnungen bis auf weiteres hinweggefegt   zu haben. Das ist eine Warnung an die Beh&#246;rden und staatlichen   Vertreter, dass die Bewegung und die von ihr begonnene Revolte nicht mit   repressiven Mitteln zu beenden ist. Der Aufstand ist der Anfang eines   Prozesses von Massenk&#228;mpfen, weil eine ganze Generation, die von der   kapitalistischen Krise ins Abseits gedr&#228;ngt wurde, nun ihr Haupt erhebt.   Diese Generation ist entschlossen, ihre Sache vorzubringen. Die Revolte   entstand aus der Misere von Millionen von jungen Menschen, die mit einer   45-prozentigen Arbeitslosenquote in eine Falle aus Unterbezahlung,   Prekarisierung und miesen Arbeitsbedingungen getappt ist. So lange diese   Bedingungen fortbestehen &#8211; und in Wirklichkeit ist es am   wahrscheinlichsten, dass sich die Lage unter dem Eindruck der weiteren   K&#252;rzungsma&#223;nahmen noch weiter verschlechtern wird &#8211; wird die   &#8222;Bedrohungslage&#8220; durch Jugendrebellionen die Situation weiterhin   beherrschen. Wenn der Kapitalismus meint, er k&#246;nne das Problem einfach   wegkn&#252;ppeln, dann liegt er damit reichlich falsch.<\/p>\n<p>  Um sechs Uhr fr&#252;h wurden die CamperInnen auf der Plaza de Catalunya wie   von einer Armee von hunderten &#8222;Mossos&#8220; (katalanische Polizei) geweckt,   die sie umzingelt hatten. &#220;ber die Motivation des Polizei&#252;berfalls kann   weiterhin nur spekuliert werden. Da es am Rande fr&#252;herer Demonstrationen   bereits zu von der Polizei provozierten gewaltt&#228;tigen Zusammenst&#246;&#223;en   gekommen ist, steckt vielleicht die Hoffnung dahinter, die   Polizeiintervention auf der Plaza w&#252;rde zu einer &#228;hnlichen Eskalation   f&#252;hren. Das h&#228;tte den Staat in die Lage versetzt, im voraus auch gegen   andere Besetzungsaktionen &#252;berall im Land vorzugehen. M&#246;glich ist aber   auch, dass die neuerdings von der CiU (katalonisches   liberal-konservatives B&#252;ndnis; Anm. d. &#220;bers.) gef&#252;hrten   Regionalparlamente und Gemeinder&#228;te ein &#8222;Zeichen der St&#228;rke&#8220; setzen   wollten. Die CiU ist ob ihrer in den letzten sechs Monaten errungenen   Wahlerfolge immer noch betrunken und strotzt vor Arroganz. Zudem   bereitet sie sich darauf vor, trotz der breiten Opposition und des   Protests einen &#252;blen K&#252;rzungshaushalt durchzupeitschen. Was aber auch   immer der Grund f&#252;r diese Entscheidung war: In der Bilanz wird klar,   dass es eine schlechte Entscheidung war! Ein Blick auf die   Menschenmenge, die die Plaza letzte Nacht &#252;berflutete und zahlenm&#228;&#223;ig   die gr&#246;&#223;te seit Beginn der Bewegungwar, best&#228;tigt dies eindrucksvoll.<\/p>\n<p>  Die BesetzterInnen der Plaza machten sofort einen Aufruf an ihre   Unterst&#252;tzerInnen, sie sollten kommen und ihnen helfen. Um zehn Uhr   vormittags umkreisten tausende w&#252;tender und emotional geladener   ProtestiererInnen den Polizeikessel. Unter diesen befanden sich auch   zahlreiche &#228;ltere ArbeiterInnen, von denen einige ihren Arbeitsplatz   verlassen hatten, um der Bewegung, die sie so inspiriert hat, zur Hilfe   zu kommen. Einige Stunden lang kam es daraufhin zu einer Pattsituation.   Klar war aber, dass die Polizei nicht mehr in der Lage sein w&#252;rde, die   Plaza zu r&#228;umen. Und dann kam es zu einem Strategiewechsel: In   Verhandlungen mit VertreterInnen der Besetzungsaktion, beharrten sie   darauf, dass sie nur vor Ort seien, um den Platz zu reinigen und dass   die Besetzung danach nat&#252;rlich weitergehen k&#246;nne! Auch wenn das   offenkundig die Unwahrheit war (schlie&#223;lich wurde bereits damit   begonnen, die &#8222;Infrastruktur&#8220; der BesetzerInnen abzurei&#223;en, Computer zu   beschlagnahmen etc.), entbehrte auch diese &#8222;Begr&#252;ndung&#8220; jeglicher   Grundlage. Die BesetzerInnen der Plaza, die auch nach allen Regeln der   ordentlichen &#8222;Haushaltsf&#252;hrung&quot; sehr gut organisiert sind, erledigen   regelm&#228;&#223;ig die Reinigung der Plaza. Dazu z&#228;hlt das S&#228;ubern des Pflasters   ebenso wie das der Brunnen usw. Die VertreterInnen der Plaza wiesen die   Aufforderung der Polizei also zur&#252;ck. Sie forderten hingegen, den   Protest fortsetzen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Dann, um die Mittagszeit herum, kam es zu einer ver&#228;nderten Situation.   Die tausenden Menschen, die sich um den Platz und die Polizeiketten   herum zusammengefunden hatten, erkannten, wie viele sie mittlerweile   geworden waren. Und nun antworteten sie auf den Aufruf der   PlatzbesetzerInnen an sie, damit, dass sie umgekehrt den freien Zugang   auf den Platz forderten. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Bilder von der   brutalen Polizeigewalt produziert, die rasch durchs Land und um die Welt   gingen. Die Protestierenden legten ein bewundernswertes   Durchhalteverm&#246;gen an den Tag. In ihren Versuchen, auf die Plaza zu   gelangen, blieben sie absolut friedlich. Dann gelang es einem Schwall   von Leuten, durch eine L&#252;cke in der Polizeikette durchzubrechen und   Tausende str&#246;mten auf den Platz. Die Polizei wurde stetig   zur&#252;ckgedr&#228;ngt. Einige Beamte verteilten weitere Stockschl&#228;ge, doch dann   kam der Befehl von oben zum R&#252;ckzug. &#8222;Die Revolution beginnt hier!&#8220;,   wurde angestimmt, als die Plaza wieder uns geh&#246;rte.<\/p>\n<p>  Sp&#228;ter am Abend marschierte eine Demonstration gegen K&#252;rzungen im   Gesundheitsbereich in Katalonien in Richtung der Plaza. So kam es, dass   tausende von jungen &#8222;Indignados&#8220; (die PlazabesetzerInnen nennen sich   selbst &#8222;die W&#252;tenden&#8220;; Anm. d. &#220;bers.) neben Besch&#228;ftigten aus dem   Gesundheitsbereich und AktivistInnen aus den Gemeinden her liefen. Das   widerspiegelt die Aktionsform, die es braucht, um die Bewegung   weiterzuentwickeln, damit sie ihre Ziele erreichen kann. &#8222;Socialismo   Revolucionario&#8220; (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in   Spanien) nimmt &#252;berall im Land an der &#8222;Bewegung des 15. Mai&#8220; teil. Wir   bringen Vorschl&#228;ge dazu ein, wie der Kampf ausgeweitet werden kann,   bringen die Kraft der organisierten Arbeiterklasse ins Spiel, indem wir   f&#252;r einen Aufruf zum Generalstreik k&#228;mpfen. Jetzt, da die Macht der   spanischen Jugendrevolte auf dem ganzen Kontinent und dar&#252;ber hinaus   wahrgenommen wird, da in den vergangenen Tagen zehntausende griechischer   Jugendlicher auf die gro&#223;en Pl&#228;tze der dortigen St&#228;dte gehen, ist die   Aufgabe des Aufbaus einer internationalen Kraft, die sich um ein   revolution&#228;res politisches Programm herum organisiert und den   Forderungen der Jugend und der Arbeiterklasse nach einem angemessenen   Leben damit Ausdruck verleiht, von dr&#228;ngender Bedeutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#8222;Die W&#252;tenden&#8220; geben nicht auf\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14251"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}