{"id":14242,"date":"2011-05-20T00:00:00","date_gmt":"2011-05-20T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14242"},"modified":"2011-05-20T00:00:00","modified_gmt":"2011-05-20T00:00:00","slug":"14242","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/05\/14242\/","title":{"rendered":"Satzungsdebatten, zugepitzte Konflikte und &#8222;viel b&#246;ses Blut&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  R&#252;ckbericht vom Linksjugend [`solid]-Bundeskongress<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Mit knapp 200 TeilnehmerInnen fand vom 13.-15. Mai in Hannover der 4.   Bundeskongress von Linksjugend [<\/b>`<b>solid] statt. Zeitgleich tagte   auch der BuKo des SDS, dem Studierendenverband der LINKEn. Neben   langatmigen Satzungsdebatten gab es zahlreiche versch&#228;rfte Kontroversen,   die eine deutliche politische Polarisierung zwischen den Str&#246;mungen und   Landesverb&#228;nden des Jugendverbandes deutlich machte. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Sebastian F&#246;rster, Dortmund <\/i><\/h4>\n<p>  &#8222;Viel b&#246;ses Blut geflossen&#8220; titelte das der Partei DIE LINKE   nahestehende Tagesblatt Neues Deutschland und zitierte damit die   Deligierten aus Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Entt&#228;uschung &#252;ber die   heftigen Konflikten beim Bundeskongress von Linksjugend [`solid] zum   Ausdruck brachten. Tats&#228;chlich war das gesamte Wochenende vor allem von   heftigen Zusammenst&#246;&#223;en zweier Gruppen gepr&#228;gt.<\/p>\n<p>  Der erste gro&#223;e Kontroverse, die sich &#252;ber einen halben Tag erstreckte,   ging um eine geplante Satzungs&#228;nderung des Verbandes. Dem links vom   Jugendverband stehenden SDS sollten mehr Eigenst&#228;ndigkeit einger&#228;umt   werden, was die Mehrheit der Landesverb&#228;nde Bayern, Berlin, Hessen und   Sachsen ablehnte. Die Diskussion um die Satzung wurde gr&#246;&#223;tenteils   unpolitisch und formal gef&#252;hrt. Dennoch war un&#252;bersehbar, was der   politische Hintergrund der Debatte war: der angepasstere Teil von   Linksjugend [`solid] hatte sich zum Ziel gesetzt hatte, die Befugnisse   des SDS nicht zu erweitern. Was ihm angesichts der n&#246;tigen   Zweidrittelmehrheit auch gelang.<\/p>\n<h4>  Kontroverse Debatten<\/h4>\n<p>  Die Lager, die sich bereits bei dieser Debatte gebildet hatten,   verfestigten sich im weiteren Verlauf des Kongresses.<\/p>\n<p>  Die Deligierten des Landesverbandes von Nordrhein-Westfalen hatten einen <a href=\"\/media\/m\/20110524102652Eine Welt in Bewegung_Jugendverband in Aktion_NEU.doc\">Leitantrag   <\/a>mit einem konkreten Arbeitsprogramm eingebracht, der gemeinsam mit   Deligierten, die auch bei der SAV sind, entworfen wurde und vor allem   aus Hamburg, Schleswig-Holstein und weiteren einzelnen Deligierten   Unterst&#252;tzung bekam. Dieser Antrag, der das weitestgehende Papier des   Wochenendes darstellte, wurde mit 80 zu 50 Stimmen und 36 Enthaltungen   abgelehnt. Ein alternatives Arbeitsprogramm, was von Mitgliedern des   BSPR als Gegenantrag geschrieben wurde, bekam nur 5 F&#252;rstimmen. Der   Kongress verabschiedete also keine Arbeitsgrundlage f&#252;r das n&#228;chste Jahr.<\/p>\n<p>  Auch in weiteren Diskussionen, vor allem auch beim Thema   Regierungsbeteiligung wiederholte sich die Lagerbildung, die sich   bereits bei der SDS-Diskussion abzeichnete und bei der der   fortschrittlichere Teil des Kongresses in der Minderheit war. Zu einer   grunds&#228;tzlichen Ablehnung von Koalitionen mit pro-kapitalistischen   Parteien konnte so kein Beschluss gefasst werden. Viele TeilnehmerInnen   argumentierten offen f&#252;r eine Regierungsbeteiligung. Andere setzten ihre   Hoffnungen in die Formulierung von Mindestbedingungen und   Regierungsbeteiligung mit SPD und Gr&#252;ne &#8222;unter bestimmten   Voraussetzungen&#8220;, wenn z.B. die Kommunikation mit der Parteibasis gut   laufen w&#252;rde. Eine Kritik an der neusten Version des DIE   LINKE-Programmentwurfs wurde besprochen, ohne jedoch, dass diese konkret   wurde.<\/p>\n<h4>  Polarisierung zwischen den Landesverb&#228;nden<\/h4>\n<p>  Insgesamt war bemerkbar, dass es eine Neuorganisierung der rechteren   Mitglieder verschiedener Landesverb&#228;nde gibt, die sich unter Anderem an   den Positionen der Emanzipatorischen Linken orientieren, am   Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) oder tendenziell antideutschen   Positionen. Unter dem Deckmantel des BGE soll die Orientierung auf die   Arbeiterklasse untergraben werden und ist ein Vorsto&#223; den Jugendverband   weiter nach rechts zu R&#252;cken. Das wird neben anderen Vorst&#246;&#223;en weiterhin   ein Thema bleiben und beim n&#228;chsten BuKo verst&#228;rkt diskutiert werden.<\/p>\n<p>  Positiv war, dass sich der Teil, der f&#252;r Eingreifen in Bewegungen mit   sozialistischen Positionen und f&#252;r eine Einmischung in die Partei unter   anderem mit einer klaren Haltung gegen Regierungsbeteiligung war, mehr   gemeinsam &#252;ber Landesverb&#228;nde hinweg agierte. Leider gab es noch keine   bewusste Herausforderung bei den Wahlen zum BSPR. Es wurde beim Kongress   ein BSPR mit sieben Mitgliedern gew&#228;hlt. Michael Koschitzki von der   Basisgruppe Berlin X-Berg und Mitglied der SAV erhielt 40 Stimmen und   kam damit nicht in den SprecherInnenrat.<\/p>\n<p>  &#220;ber die Bl&#246;cke hinaus fanden sich jedoch auch Mehrheiten f&#252;r eine   Kampagne zum Thema &#187;Bundeswehr an Schulen&#171; und die Blockade der   Afghanistankonferenz in Bonn am 5. Dezember. Zu dem wurde beschlossen,   sich an den kommenden Anti-AKW-Protesten zu beteiligen und dabei die   Forderung nach dem sofortige Ausstieg die Enteignung der Atomkonzerne   nach vorne zu bringen.<\/p>\n<p>  Am Ende unterst&#252;tzte die gro&#223;e Mehrheit der Delegierten den Antrag von   Michael Koschitzki und solidarisierten sich mit den CFM-Besch&#228;ftigten   der Berliner Charit&#233;, die unter den Folgen der &#187;rot-roten&#171; Sparpolitik   zu leiden haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      R&#252;ckbericht vom Linksjugend [`solid]-Bundeskongress\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14242"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14242"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14242\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}