{"id":14236,"date":"2011-05-17T15:00:00","date_gmt":"2011-05-17T13:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14236"},"modified":"2012-05-15T14:50:06","modified_gmt":"2012-05-15T12:50:06","slug":"14236","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/05\/14236\/","title":{"rendered":"Welcher Weg vorw&#228;rts f&#252;r DIE LINKE in Mecklenburg-Vorpommern?"},"content":{"rendered":"<p>  Stellungnahme der SAV Rostock<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Liebe Genossinnen und Genossen,<\/h4>\n<p>  Nach dem letzten Parteitag der LINKEN MV hat eine breite Debatte &#252;ber   die Zukunft der Partei eingesetzt. Diese Stellungnahme bezieht sich   darauf und m&#246;chte einen Beitrag zum Aufbau einer k&#228;mpferischen,   sozialistischen Partei leisten.<\/p>\n<h4>  Ausgangslage<\/h4>\n<p>  Der Wahlausschuss hatte vor dem Parteitag einen Listenvorschlag   erarbeitet. Auf dem Parteitag selber, wurde dieser deutlich ver&#228;ndert.   Durch Intervention der Landesspitze wurde herbeigef&#252;hrt, dass der linke   Fl&#252;gel deutlich geschw&#228;cht wurde.<\/p>\n<p>  In der Partei wird nun von vielen AktivistInnen dieser Vorgang als   undemokratisches Vorgehen gewertet. Bisher g&#228;ngige Absprachen zwischen   den Fl&#252;geln der Partei seien &#252;ber den Haufen geworfen worden. Es besteht   bei einem nicht unerheblichen Teil der Mitglieder die Bef&#252;rchtung, dass   ein neues &#8222;Politb&#252;ro&#8220; Einzug h&#228;lt, welches zentralistisch die Partei   dirigiert. Als erste Reaktion auf die Vorkommnisse haben GenossInnen   erkl&#228;rt, dass sie sich nicht am Wahlkampf beteiligen werden oder gar mit   dem Gedanken spielen, die LINKE zu verlassen.<\/p>\n<h4>  Bewertung<\/h4>\n<p>  Wir stimmen mit der obigen Einsch&#228;tzung in dem Punkt &#252;berein, dass das   Vorgehen verdeutlicht, dass der Fl&#252;gel der uneingeschr&#228;nkten   Regierungsbef&#252;rworter um Bartsch und Bockhahn keine pluralistische   Partei will. Auch wenn das Vorgehen auf dem Parteitag formal   demokratisch war, ist das Wahlergebnis f&#252;r die Liste dennoch Resultat   von typischen Tricks und Intrigen. Eben das, was auch bei den   b&#252;rgerlichen Parteien passiert und was die gro&#223;e Bev&#246;lkerungsmehrheit   -vollkommen zu Recht- abst&#246;sst.<\/p>\n<p>  Die Verengung auf die &#8222;Demokratie-Frage&#8220; in der Partei greift jedoch zu   kurz. Warum hat die Parteispitze dies getan? Weil die &#8222;Reformer&#8220; in MV   wie auf Bundesebene genau wissen was sie wollen und wohin sich die   Partei ihrer Meinung nach hin entwickeln soll.<\/p>\n<p>  Sie wollen eine Partei, die das verweiste sozialdemokratische Erbe der   SPD aufgreift. Eine Partei, die sich auf die bessere Verwaltung des   Kapitalismus konzentriert und f&#252;r die &#8222;Demokratischer Sozialismus&#8220; eine   Worth&#252;lse bleibt. Das meint der Landesvorsitzende, wenn er in der OZ vom   21.5.11 vor &#8222;Luftschl&#246;ssern&#8220; warnt. Die Parteirechte will m&#246;glichst alle   Forderungen beseitigen, welche einer Koalition mit der SPD im Wege   stehen k&#246;nnten. Vor dem Hintergrund der strukturellen Krise des Systems   &#8211; unabh&#228;ngig vom momentanen Aufschwung in der BRD der in absehbarer Zeit   sein Ende finden wird &#8211; und den generellen Zw&#228;ngen dieser Gesellschaft,   kann eine Regierungsbeteiligung mit prokapitalistischen Parteien nur zu   den negativen Resultaten f&#252;hren, wie wir dies in MV, Berlin, Brandenburg   und vielen Kommunen in der Vergangenheit gesehen haben. Diesem Ziel   ordnet die Parteif&#252;hrung alles unter, eben auch innerparteiliche   Gepflogenheiten. Insofern denkt der rechte Fl&#252;gel der Partei den   Gedanken nur zu Ende. Dar&#252;ber muss sich der linke Fl&#252;gel in der LINKEN   bewusst sein und eine eigene Strategie und Taktik diskutieren.<\/p>\n<h4>  Welche Partei?<\/h4>\n<p>  Die Spitze und der rechte Fl&#252;gel kann sich bisher nur deshalb   durchsetzen, weil der linke Fl&#252;gel schwach ist und keine klare   Alternative formuliert. Dies ist aber ganz zentral, entsteht doch sonst   in der &#214;ffentlichkeit der Eindruck, dass es auch der LINKEN nur um   Postengeschacher und nicht um die Interessen der Arbeiterklasse geht.<\/p>\n<p>  Wie aber k&#246;nnen die Interessen der Masse der Bev&#246;lkerung durchgesetzt   werden? B&#252;rgerliche Wahlen und Arbeit in Parlamenten hat zweifellos eine   wichtige Bedeutung. Alle geschichtliche Erfahrung zeigt jedoch, dass   jene linken Parteien scheiterten und entarteten, die sich darauf   konzentrierten. Seien es die Sozialdemokraten oder die Gr&#252;nen. Auch bei   diesen Parteien gab es fast identische Debatten wie in unserer Partei.   Die &#8222;Reformer&#8220; setzen sich durch und der Charakter der Partei wandelte   sich hin zu b&#252;rgerlichen Parteien.<\/p>\n<p>  Wir setzen uns f&#252;r eine sozialistische, demokratische, plurale und   offene Partei ein, die ihren Schwerpunkt darin sieht, durch   Massenmobilisierungen auf der Stra&#223;e, im Betrieb, an der Schule und in   der Uni Ver&#228;nderungen zu erk&#228;mpfen. Wir sind der Auffassung, dass die   Arbeit in Parlamenten den au&#223;erparlamentarischen Mobilisierungen und   K&#228;mpfen untergeordnet werden muss.<\/p>\n<p>  DIE LINKE hat den Anspruch, als einzige Partei die Interessen von   Erwerbslosen, Besch&#228;ftigten, RentnerInnen und Jugendlichen zu vertreten.   Daraus folgt unter anderem, dass die Mandatstr&#228;gerInnen der Partei   sowohl ihren Mitgliedern als auch ihren Unterst&#252;tzerInnen gegen&#252;ber   rechenschaftspflichtig sein m&#252;ssen und keine Privilegien oder Geh&#228;lter   beziehen sollten, die sie materiell von den Menschen entfernen, die sie   vertreten wollen. Wir setzen uns deshalb daf&#252;r ein, die Mandatsbez&#252;ge   auf einen Lohn in H&#246;he eines durchschnittlichen Tariflohns zu begrenzen.<\/p>\n<p>  DIE LINKE ist Bezugspunkt f&#252;r viele Menschen, weil sie die einzige gro&#223;e   Partei ist, die auf Bundesebene den Krieg in Afghanistan, Hartz IV und   die Rente mit 67 ablehnt. Wenn man f&#252;r die Positionen k&#228;mpfen will, muss   sich die Partei mit dem Kapital und ihren Vertretern in den Parteien von   CDU, SPD. FDP und Gr&#252;nen anlegen, anstatt auf weitere Beteiligungen an   Regierungen mit den prokapitalistischen Parteien SPD und Gr&#252;ne zu   setzen. Wir wollen keine LINKE als soziales Korrektiv zur SPD, sondern   eine grundlegend andere Partei als die etablierten Parteien. Die   Erfahrungen in den Regierungsbeteiligungen in Berlin und Brandenburg   zeigen, dass dadurch nicht die SPD nach links ger&#252;ckt ist, sondern die   LINKE sich dem Sozialabbau der SPD angepasst hat. Wir lehnen daher   Beteiligungen an oder die Tolerierung von Regierungen mit SPD und Gr&#252;nen   ab. Der Eintritt in eine Regierung ist f&#252;r DIE LINKE nur dann sinnvoll,   wenn sie damit zur Mobilisierung der lohnabh&#228;ngigen   Bev&#246;lkerungsmehrheit, zur Verbesserung ihrer Lage sowie zur &#220;berwindung   der kapitalistischen Macht- und Eigentumsverh&#228;ltnisse beitragen kann.<\/p>\n<p>  Wir stehen f&#252;r eine Partei, die den Sozialismus nicht nur auf dem Papier   einfordert, sondern sich als sozialistische Kraft pr&#228;sentiert und eine   Br&#252;cke schl&#228;gt von den K&#228;mpfen gegen Schwarz-Gelb, f&#252;r den sofortigen   Ausstieg aus der Atomenergie, gegen Sozialabbau und lokalen   Auseinandersetzungen zur Notwendigkeit einer sozialistischen   Gesellschaft. Die Umfragen zeigen eine gro&#223;e Offenheit f&#252;r Alternativen   zu diesem System. Immer mehr Menschen verstehen, dass der Kapitalismus   nur im Interesse einer Minderheit ist, die ihre Profite steigern will.   DIE LINKE muss unmissverst&#228;ndlich deutlich machen, dass sie den   Stalinismus ablehnt und f&#252;r eine sozialistische Demokratie eintritt.<\/p>\n<h4>  N&#228;chste Schritte in MV<\/h4>\n<p>  Um einen Schritt in diese Richtung zu unternehmen, schlagen wir   Basistreffen in den Orten vor, um eine breite Diskussion -die nicht von   den hauptamtlichen Funktion&#228;ren dominiert wird- zu gew&#228;hrleisten. Aus   Sicht der Linken in der Partei ist es n&#246;tig, jetzt die Chance zu sehen,   eine Opposition aufzubauen. Am Anfang muss eine grundlegende,   programmatische Debatte stehen und es m&#252;ssen Strukuren aufgebaut werden   um der Parteispitze Paroli bieten zu k&#246;nnen. Zudem sollte jetzt   besprochen werden, wie der Wahlkampf daf&#252;r genutzt werden kann, deutlich   zu machen, wie k&#228;mpferische, sozialistische Politik aussehen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stellungnahme der SAV Rostock\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14236"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14236"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14236\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}