{"id":14212,"date":"2011-05-08T00:00:00","date_gmt":"2011-05-08T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14212"},"modified":"2011-05-08T00:00:00","modified_gmt":"2011-05-08T00:00:00","slug":"14212","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/05\/14212\/","title":{"rendered":"Kapitalismus, Katastrophen und Krisenmanagement"},"content":{"rendered":"<p>  Nach dem GAU in Fukushima<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Selbst im Angesicht der nu-klearen Katastrophe lassen die   Kapitalisten und ihre politische Vertretung nicht von der   Pro-fitorientierung ab. Das Resultat: Versagen auf ganzer Linie und   unabsehbare Sch&#228;den f&#252;r Mensch und Umwelt.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ren&#233; Kiesel, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Der Konzern Tokyo Electric Power (Tepco) hat jahrelang eine Politik der   Vertuschung gefahren. Da das Unternehmen Daten und Schadensberichte   f&#228;lschte, war es beim gr&#246;&#223;ten Energiekonzern Japans sogar schon zu   Sonderpr&#252;fungen gekommen.<\/p>\n<h4>  Krisenmanagement &#8211; in wessen Interesse?<\/h4>\n<p>  Die japanische Regierung unter Ministerpr&#228;sident Naoto Kan von der   Demokratischen Partei diskutierte nach der Havarie des AKW die Option   einer Verstaatlichung des Konzerns. Allerdings nicht, weil der Konzern &#8211;   im Kampf gegen eine Kernschmelze &#8211; gez&#246;gert hatte, die Reaktoren mit   Meerwasser zu k&#252;hlen (Tepco, das die weniger besch&#228;digten Reaktoren   irgendwann wieder ans Netz nehmen wollte, hatte diesen Schritt   hinausgez&#246;gert, weil dieser einen irreparablen Schaden bedeutet). Auch   nicht, weil die Unternehmenssprecher st&#228;ndig widerspr&#252;chliche   Informationen geben &#8211; mal ist die Strahlung zehn Millionen Mal so hoch   wie &#8222;gew&#246;hnlich&#8220;, dann wieder &#8222;nur&#8220; 100.000 Mal so hoch. Und auch nicht,   &#252;ber eine Verstaatlichung betriebsexterne Experten einzubeziehen und die   Ma&#223;nahmen zentral und transparent koordinieren und effektiver gestalten   zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Nein, es ging vielmehr um die Frage, ob der Konzern in der Lage ist,   allein f&#252;r den Schaden aufzukommen. &#220;berlegt wurde, durch den Ankauf von   Anteilen das Unternehmen mit mehr Kapital auszustatten.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig will die Kan-Regierung die Verbrauchssteuern in einem   ersten Schritt auf zehn Prozent verdoppeln. Auf wessen R&#252;cken die   Katastrophe in mehrfacher Hinsicht ausgetragen wird, ist also   offensichtlich &#8211; auf dem der Besch&#228;ftigten, Erwerbslosen, RentnerInnen,   Jugendlichen. W&#228;hrend die Pfr&#252;nde der Reichen unangetastet bleiben.<\/p>\n<h4>  Die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen!<\/h4>\n<p>  Der Tepco-Direktor Masataka Shimizu lie&#223; sich zu Beginn der Vorf&#228;lle   entschuldigen, er sei &#252;berarbeitet, und schloss sich f&#252;r eine Woche in   seinem B&#252;ro ein, wo er nicht mehr erreichbar war.<\/p>\n<p>  Die rund 600 Arbeiter, die an Fukushima 1 gegen die Zeit und eine   drohende Kernschmelze k&#228;mpfen, sind zum Teil Tagel&#246;hner und   Leiharbeiter, die dort f&#252;r umgerechnet 80 Euro am Tag ihr Leben aufs   Spiel setzen. Sie arbeiten und schlafen unter bleiverst&#228;rkten Decken vor   Ort. Zum Fr&#252;hst&#252;ck um sechs Uhr gab es in den ersten Wochen 30   &#8222;&#220;berlebenscracker&#8220; und ein Glas Orangensaft. Die n&#228;chste Mahlzeit   erfolgte nach Feierabend um 17 Uhr.<\/p>\n<p>  Ein Krisenmanagement, das jene zur Verantwortung zieht, die f&#252;r diese   Katastrophe durch den Bau verantwortlich sind und j&#228;hrlich Gewinne in   Milliardenh&#246;he eingestrichen haben, sieht anders aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Nach dem GAU in Fukushima\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[114],"tags":[237],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14212"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14212\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}