{"id":14171,"date":"2011-04-04T00:00:00","date_gmt":"2011-04-04T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14171"},"modified":"2011-04-04T00:00:00","modified_gmt":"2011-04-04T00:00:00","slug":"14171","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/04\/14171\/","title":{"rendered":"Gleicher Lohn f&#252;r gleiche Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>  Lokf&#252;hrer streiken f&#252;r mehr Geld und einen Fl&#228;chentarifvertrag<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>&#8222;Und wieder einmal ist es die GDL, die &#196;rger macht.&#8220; So die Reaktion   eines Lehrers am Rande einer Kundgebung im Rahmen der Tarifrunde f&#252;r die   Besch&#228;ftigten der L&#228;nder. Was er damit meinte, war: Wenigstens eine   Gewerkschaft versteht es zu k&#228;mpfen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Steve K&#252;hne, Dresden<\/i><\/h4>\n<p>  Nicht alle Funktion&#228;re der DGB-Gewerkschaften sind &#252;ber diesen Umstand   so erfreut. Tats&#228;chlich, der Arbeitskampf der Gewerkschaft Deutscher   Lokomotivf&#252;hrer (GDL) polarisiert. Im Grunde k&#228;mpft die GDL f&#252;r einen   gewerkschaftlichen Grundsatz: &#8222;Gleicher Lohn f&#252;r gleiche Arbeit&#8220;.<\/p>\n<h4>  Mehr als ein Lohnkonflikt<\/h4>\n<p>  Es geht um f&#252;nf Prozent plus bei der Deutschen Bahn. Und es geht um   einen Fl&#228;chentarifvertrag, also darum, dass alle Lokf&#252;hrer, egal in   welchem Unternehmen, gleich bezahlt werden. Bei einigen Privatbahnen   verdienen Lokf&#252;hrer 200 Euro weniger als bei der Deutschen Bahn (DB).   Auch die DB AG bildet verst&#228;rkt Tochtergesellschaften, in diesen GmbHs   gibt es dann ebenfalls niedrigere Geh&#228;lter. Ein Beispiel daf&#252;r ist der   Gro&#223;raum Dresden: Dort soll demn&#228;chst genau das passieren. Es geht also   darum, zu verhindern, dass es Lokf&#252;hrer erster und zweiter Klasse gibt.<\/p>\n<p>  Und es geht ums Tarif- und Streikrecht &#8211; ein urdemokratisches Recht,   welches DGB-B&#252;rokraten und Arbeitgeberverb&#228;nde einschr&#228;nken wollen. So   haben sie im Sommer 2010 eine Gesetzesinitiative gestartet, die   Spartentarifgewerkschaften wie die GDL schw&#228;chen soll. Zudem schloss die   neue Bahngewerkschaft EVG an den Lokf&#252;hrerInnen vorbei einen   Branchentarifvertrag f&#252;r den Schienennahverkehr ab, der sechs Prozent   unterhalb des Deutsche-Bahn-Niveaus liegt. Dagegen geht die GDL jetzt   an. Den Arbeitgebern ist die GDL ein Dorn im Auge, weil sie k&#228;mpft. Den   DGB-Spitzenb&#252;rokraten aus demselben Grund. Denn die   Lokf&#252;hrer-Gewerkschaft zeigt, dass man k&#228;mpfen kann. Anders als die   ver.di-F&#252;hrung in der Tarifrunde der L&#228;nder.<\/p>\n<p>  Doch es geht auch um die Fahrg&#228;ste. Denn nur ausgeruhte Lokf&#252;hrerInnen,   die ordentliche Schichtzeiten haben, die sich keine Sorgen um ihr   Auskommen machen m&#252;ssen, bringen uns sicher und gesund zum Arbeitsplatz,   nach Hause oder in den Urlaub. Der GDL-Streik sagt im Endeffekt auch:   Schluss mit dem Sparwahn. Ihr spart dort, wo es um unser aller   Sicherheit geht, das lehnen wir ab!<\/p>\n<p>  Wenn es der GDL gelingen sollte, f&#252;r alle Lokf&#252;hrerInnen einheitliche   L&#246;hne durchzusetzen, dann w&#252;rde sie damit auch weitere Ausgr&#252;ndungen   unattraktiv machen. Das w&#228;re ein bedeutende Schritt gegen die peu &#224; peu   betriebenen Privatisierungsma&#223;nahmen, da Lohnkosten nicht mehr so   einfach gespart werden k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Kampfkraft nutzen<\/h4>\n<p>  Die GDL-Spitze betrachtete zum Redaktionsschluss den Fortgang der   Verhandlungen mit der Deutschen Bahn als Erfolg. Diese habe ihr   zugesichert, dass der &#8222;Lokomotivf&#252;hrertarifvertrag (BuRa-LfTV) in   Verkn&#252;pfung mit dem Haustarifvertrag der DB ohne Einschr&#228;nkung gilt&#8220;,   wie der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky verlauten lie&#223;. Und obwohl   es noch keine Angebote bei der Frage der Altersversorgung der   DB-Lokf&#252;hrer und der Nachtschichtzulagen bei der Usedomer B&#228;derbahn   (Tochter der DB AG) gibt, beschloss die GDL Ende M&#228;rz, auf Streiks bei   der Deutschen Bahn erst mal zu verzichten. Zum Redaktionsschluss setzte   die GDL nur auf Streiks bei Regionalzug-Konkurrenten der DB. Die   privaten Betreiber weigern sich zu verhandeln, sie erkennen teilweise   die GDL nicht als Verhandlungspartner an. Ein Beispiel hierf&#252;r ist die   Nord-Ostsee-Bahn (NOB).<\/p>\n<p>  Die Gefahr besteht, dass man sich so verzettelt. Besser w&#228;re es, die   ganze Kampfkraft in die Waagschale zu werfen und gemeinsam zu streiken.   Auch die Vorbereitung eines Vollstreiks sollte deshalb ernsthaft in   Betracht gezogen werden.<\/p>\n<h4>  &#214;ffentlichkeit ansprechen<\/h4>\n<p>  Die GDL k&#228;mpfte in den letzten Jahren beispielgebend. Dennoch geht sie   im Moment das Risiko ein, sich zwischen Privatbahnen und der DB AG   aufzureiben. Die privaten Betreiber setzen durch ihre Politik   Lohnsenkungen durch und schaffen dadurch ein Einfallstor f&#252;r   Lohnk&#252;rzungen bei der DB AG. Also ist es sinnvoll, &#252;berall zu streiken.   Das w&#228;re auch im Sinn der Fahrg&#228;ste, die von einem potenziell k&#252;rzeren,   entschlossenen Kampf (mit h&#246;heren Erfolgsaussichten) mehr h&#228;tten als von   einem langgezogenen Konflikt. Die GDL sollte bei den n&#228;chsten   Arbeitsniederlegungen mehr als bisher auch &#214;ffentlichkeitsarbeit leisten   und mit Flugbl&#228;ttern, Plakaten und Kundgebungen die Anliegen der   Lokf&#252;hrer erkl&#228;ren. Zudem sollte sie die B&#246;rsenbahn, die abgehobenen,   &#252;berbezahlten Bahn-Manager und die Profitorientierung auf der Schiene   offensiv ins Visier nehmen. Wichtig ist es auch, dass innerhalb der   DGB-Gewerkschaften ebenfalls f&#252;r Solidarit&#228;t mit den GDLern geworben   wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Lokf&#252;hrer streiken f&#252;r mehr Geld und einen Fl&#228;chentarifvertrag\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[236],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14171"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14171"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14171\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}