{"id":14156,"date":"2011-03-27T00:00:00","date_gmt":"2011-03-26T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14156"},"modified":"2012-07-18T15:54:55","modified_gmt":"2012-07-18T13:54:55","slug":"14156","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/03\/14156\/","title":{"rendered":"Wie den Kampf gegen Atomkraft ausweiten?"},"content":{"rendered":"<p>  aus der Sonderausgabe der Solidarit&#228;t &#8211; Sozialistische Zeitung zu   Atomkraft<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Katastrophe in Japan macht deutlich: Mit der Nutzung von   Atomkraft sind die Kapitalisten bereit das Leben von Millionen zu   gef&#228;hrden, um Milliarden zu verdienen. Damit muss Schluss sein. Doch   jede Regierung bewegt sich nur, wenn wir massenhaften Widerstand leisten.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Holger Dr&#246;ge, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Im letzten Jahr ist die Bewegung gegen Atomkraft deutlich st&#228;rker   geworden. Das hat sich vor allem bei den eindrucksvollen Aktionen rund   um den Castor-Transport ins Wendland im Herbst 2010 gezeigt. Trotzdem   h&#228;lt die Bundesregierung an ihrer Atompolitik fest. Daran &#228;ndert auch   das jetzige Moratorium nichts. Denn an der Atomkraft wollen Merkel und   andere festhalten. Deswegen muss unsere Antwort sein: Den Widerstand   st&#228;rken, um Atomkraft endg&#252;ltig abzuschalten.<\/p>\n<p>  Demonstrationen sind gut geeignet, um das Thema in die &#214;ffentlichkeit zu   r&#252;cken und politischen Druck aufzubauen. Aber was die Herrschenden aus   diesem Druck machen, bleibt unklar. Erfahrungsgem&#228;&#223; k&#246;nnen wir nicht   mehr als leere Versprechungen erwarten.<\/p>\n<h4>  Widerstand ausweiten<\/h4>\n<p>  Erfolgreich war aber Widerstand gegen Atomkraft vor allem dann, wenn   nicht nur demonstriert wurde. Mit radikalen Massenprotesten konnten   bedeutende Erfolge erzielt werden. Und zwar in der Bundesrepublik der   achtziger Jahre. Damals wollte die deutsche Atomlobby 80 neue Meiler   bauen. Nat&#252;rlich kann niemand sagen, wieviele Atomkraftwerke ohne   Proteste wirklich hochgezogen worden w&#228;ren. Aber der Bau einer ganzen   Reihe der urspr&#252;nglich geplanten Anlagen wurde dank des Aufruhrs nicht   in Angriff genommen.<\/p>\n<p>  So sollte im bayerischen Wackersdorf eine Wiederaufbereitungsanlage f&#252;r   Atomm&#252;ll errichtet werden. Gro&#223;proteste von Atomgegnern &#8211; und zwar nicht   nur von ausw&#228;rtigen DemonstrantInnen, sondern auch von gro&#223;en Teilen der   Bev&#246;lkerung vor Ort &#8211; sorgten daf&#252;r, dass die Anlage nach langen K&#228;mpfen   nicht fertig gestellt werden konnte. Auch in Whyl konnte der Bau eines   Atomkraftwerks durch Massenblockaden und Besetzungen des Baugel&#228;ndes   gestoppt werden.<\/p>\n<h4>  Blockieren<\/h4>\n<p>  Die sofortige und endg&#252;ltige Abschaltung der Atomkraftwerke wird nicht   durch Massendemonstrationen allein erreicht werden. Dazu bedarf es auch   Massenblockaden von Atomkraftwerken und aller Atomm&#252;ll-Transporte, um   Atomkraft stillzulegen. Wir unterst&#252;tzen daher die Blockaden der   Castor-Transporte. Im November 2011 wird der n&#228;chste Transport nach   Gorleben laufen. Diesen gilt es entschlossen zu blockieren. Wenn es   legal sein soll, das Leben von Millionen durch Atomkraft gef&#228;hrden, dann   setzen wir uns, auch mit Aktionen des zivilen Ungehorsams, dagegen zur   Wehr.<\/p>\n<h4>  Streiken<\/h4>\n<p>  Die Erfolge, die die Anti-Atom-Bewegung erzielen konnte, sind ein guter   Beweis daf&#252;r, dass Widerstand sich lohnt. Jedes verhinderte   Atomkraftwerk ist wichtig. Dass die Kapitalisten aber vehement an der   Atompolitik festhalten wollen, zeigt, dass der Widerstand weiter   ausgeweitet werden muss. Denn mit Atomstrom wird viel Geld verdient.<\/p>\n<p>  Eine konsequente Anti-Atombewegung darf deshalb nicht an den Grenzen des   Profitsystems halt machen &#8211; alles andere f&#252;hrt dahin, wo SPD und Gr&#252;ne   heute gelandet sind: N&#228;mlich beim Arrangieren mit den Interessen der   gro&#223;en Banken und Konzerne. Wir schlagen daher vor, die Bewegung gegen   Atomkraft auszuweiten. Nicht nur in einzelnen Gebieten, wie zum Beispiel   in Wackersdorf, sondern &#252;berregional, auf der Stra&#223;e, auch in den   Betrieben muss massenhafte Gegenwehr entwickelt werden. Wir wollen die   Herrschenden dort treffen, wo es ihnen wehtut: Bei ihren Gewinnen.<\/p>\n<p>  In Salzgitter beteiligten sich seit 2000 mehrfach tausende Besch&#228;ftigte   von Volkswagen und anderen Metallbetrieben an Demonstrationen w&#228;hrend   der Arbeitszeit gegen das geplante Atomm&#252;ll-Endlager Schacht KONRAD und   die Atompolitik. Dabei wurde auch die Verbindung zu anderen Themen   hergestellt. Im Aufruf der IG Metall Salzgitter hie&#223; es im Oktober 2010:   &#8222;Ungerechte Sparpakete, einseitige Belastungen der Besch&#228;ftigten bei der   Gesundheit, Rente erst mit 67 und eine unverantwortliche Energiepolitik   mit l&#228;ngeren Laufzeiten der Atomkraftwerke &#8211; das ist die Bilanz der   schwarz-gelben Bundesregierung. Dagegen m&#252;ssen wir uns endlich gemeinsam   wehren!&#8221;<\/p>\n<p>  W&#252;rden die Gewerkschaften zu Streiks gegen die Castortransporte   aufrufen, w&#228;ren diese schnell Geschichte.<\/p>\n<h4>  Andere Regierung n&#246;tig<\/h4>\n<p>  Die jetzige Bundesregierung ist mit ihrer Atompolitik lebensgef&#228;hrlich   f&#252;r uns alle. Auch Rot-Gr&#252;n hat bewiesen, dass sie keinen tats&#228;chlichen   Ausstieg aus der Kernenergie durchsetzen werden.<\/p>\n<p>  Wir brauchen eine Regierung, die konsequent Arbeiter- und   Umweltinteressen vertritt und bereit ist, sich daf&#252;r mit den   Kapitalisten und gro&#223;en Konzernen anzulegen und den Kapitalismus   abzuschaffen. F&#252;r eine solche Regierung sind Massenbewegungen und der   Aufbau einer starken sozialistischen Arbeiterpartei n&#246;tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      aus der Sonderausgabe der Solidarit&#228;t &#8211; Sozialistische Zeitung zu<br \/>\n      Atomkraft\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[115],"tags":[270,236],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14156"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14156\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}