{"id":14151,"date":"2011-03-21T00:00:00","date_gmt":"2011-03-20T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14151"},"modified":"2012-05-15T14:51:07","modified_gmt":"2012-05-15T12:51:07","slug":"14151","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/03\/14151\/","title":{"rendered":"&#187;In Hessen drohen drastische K&#252;rzungen&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  Kommt die &#187;Schuldenbremse&#171; bei der Volksabstimmung am 27. M&#228;rz durch,   w&#252;rde das den Sozialabbau erleichtern. Ein Gespr&#228;ch mit Simon Aulepp<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Das Interview f&#252;hrte Herbert Wulff. Es erschien zuerst in der Jungen   Welt am 18. M&#228;rz 2011. Simon Aulepp ist Vorsitzender der   Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kassel und kandidiert   dort f&#252;r die Linkspartei zur hessischen Kommunalwahl am 27. M&#228;rz<\/i><\/p>\n<h4>  Sie rufen dazu auf, bei der hessischen Kommunalwahl am 27. M&#228;rz nicht   nur die Linke zu w&#228;hlen, sondern zugleich bei der Volksabstimmung zur   &#187;Schuldenbremse &#171; mit Nein zu stimmen. Warum?<\/h4>\n<p>  Die Einf&#252;hrung der &#187;Schuldenbremse&#171; dient der Landesregierung zur   Rechtfertigung ihrer K&#252;rzungspolitik. Ein positives Votum bei der   Volksabstimmung w&#252;rde die Argumentation f&#252;r sozialen Kahlschlag in der   Zukunft deutlich erleichtern. Nach dem Motto: Ihr habt selbst gegen die   Aufnahme weiterer Schulden gestimmt, deshalb bleibt uns nichts anders   &#252;brig, als Schwimmb&#228;der zu schlie&#223;en, Stellen im &#246;ffentlichen Dienst   abzubauen und st&#228;dtische Leistungen einzuschr&#228;nken.<\/p>\n<h4>  Wie sch&#228;tzen Sie die Chancen ein, die &#187;Schuldenbremse&#171; zu verhindern?<\/h4>\n<p>  Die Ausgangslage ist denkbar schlecht. Nicht nur Union und FDP sind f&#252;r   den Gesetzentwurf. Nach kosmetischen Korrekturen sind auch SPD und Gr&#252;ne   umgefallen und unterst&#252;tzen die angestrebte Verfassungs&#228;nderung.   Erschwerend kommt hinzu, da&#223; der an alle Haushalte versandte   Begleitbrief v&#246;llig einseitig informiert &#8211; Gegenargumente bleiben   unerw&#228;hnt. Die Gewerkschaften, ATTAC und Die Linke sind die einzigen   relevanten Kr&#228;fte, die gegen das Projekt mobil machen. Dennoch habe ich   Hoffnung, denn die Erfahrung an unseren Infotischen zeigt, da&#223; viele   Menschen die negativen Auswirkungen einer &#187;Schuldenbremse&#171; erkannt haben.<\/p>\n<h4>  W&#252;rden mit einer Ablehnung der Verfassungs&#228;nderung weitere Einschnitte   verhindert?<\/h4>\n<p>  An sich noch nicht. Vor dem Hintergrund der miserablen Haushaltslage der   Kommunen ist eine Versch&#228;rfung der K&#252;rzungspolitik zu erwarten. Deshalb   geht es bei der Kampagne gegen die &#187;Schuldenbremse &#171; auch darum, den   gemeinsamen Widerstand von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen gegen   jeglichen Sozialkahlschlag aufzubauen. Er ist eine Vorbereitung auf   k&#252;nftige Auseinandersetzungen. Hierbei tr&#228;gt Die Linke eine besondere   Verantwortung.<\/p>\n<h4>  Wo sehen Sie Ans&#228;tze f&#252;r konkreten Widerstand?<\/h4>\n<p>  Kassel plant den Abbau von 60 Stellen im st&#228;dtischen Klinikum, Azubis   werden nur befristet &#252;bernommen &#8211; trotz der bereits jetzt untragbaren   Arbeitsbelastung. Dagegen organisieren wir gemeinsam mit ver.di den   Protest. So haben Mitte Februar rund 200 Menschen vor der   Aufsichtsratssitzung demonstriert. Eine weitere Auseinandersetzung   betrifft die Schlie&#223;ung einer Skaterhalle. Dagegen gab es Anfang Februar   vor dem Kasseler Rathaus eine Demonstration mit 250 Jugendlichen.   Daraufhin hat die Stadt eine neue Halle zugesichert, vorerst jedoch nur   bis Jahresende. Das zeigt: Widerstand kann etwas bewirken. F&#252;r die   unbefristete Finanzierung der Halle werden wir aber weiter streiten   m&#252;ssen. Was konsequente Opposition im Parlament erreichen kann, zeigt   das Beispiel des Hartz-IV-Betruges in Kassel. Die Stadt hatte die   Leistungsempf&#228;nger bei der Berechnung der Unterkunftskosten um etwa zwei   Millionen Euro betrogen. Das hat die Kasseler Linke aufgedeckt und   skandalisiert. Die Regierenden sahen sich daraufhin gezwungen, von   dieser illegalen Praxis abzur&#252;cken.<\/p>\n<h4>  Welche Ursachen sehen Sie f&#252;r die Haushaltskrise der St&#228;dte und   Gemeinden?<\/h4>\n<p>  Die Kommunen wurden durch die Steuerpolitik der vergangenen Jahrzehnte   ausgeblutet. W&#252;rde das Steuerniveau noch dem von 1998 entsprechen, w&#228;ren   j&#228;hrlich rund 50 Milliarden Euro mehr in den kommunalen Kassen. In der   Wirtschaftskrise wurden Milliarden f&#252;r die &#187;Bankenrettung&#171; verpulvert,   die jetzt in Kitas, Schulen und Krankenh&#228;usern fehlen. Vor diesem   Hintergrund schlagen wir vor, die Verm&#246;genssteuer wieder einzuf&#252;hren und   eine Million&#228;rssteuer durchzusetzen.<\/p>\n<h4>  In den Parlamenten sind Mehrheiten f&#252;r solche Forderungen aber doch bei   weitem nicht in Sicht.<\/h4>\n<p>  Entscheidend sind nicht nur parlamentarische Mehrheiten, sondern vor   allem der Druck von der Stra&#223;e und aus den Betrieben. Diesen zu   organisieren mu&#223; die Hauptaufgabe linker Parlamentarier sein. Ein gutes   Beispiel daf&#252;r ist die genannte Skaterhalle. Parallel zur Demonstration   der Jugendlichen hat die Kasseler Linke eine Anfrage zum Thema in der   Stadtverordnetenversammlung gestellt und damit f&#252;r weitere   &#214;ffentlichkeit gesorgt. In diesem Sinne kann es durchaus einen   Unterschied machen, ob eine k&#228;mpferische Linke im Parlament vertreten   ist oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kommt die &#187;Schuldenbremse&#171; bei der Volksabstimmung am 27. M&#228;rz durch,<br \/>\n      w&#252;rde das den Sozialabbau erleichtern. 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