{"id":14108,"date":"2011-02-23T00:00:00","date_gmt":"2011-02-23T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14108"},"modified":"2011-02-23T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-23T00:00:00","slug":"14108","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/02\/14108\/","title":{"rendered":"Jemen: 100.000 protestieren am &quot;Tag des Zorns&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  Regime mit verst&#228;rkten Protesten der Opposition konfrontiert<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Tausende Menschen protestierten am Donnerstag, den 3. Februar, in   Sanaa, der Hauptstadt des Jemen, gegen Korruption und mangelnde   demokratische Reformen. Dieser Tag wurde von der Opposition &#8222;Tag des   Zorns&#8221; getauft. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Khalid Bhatti, Socialist Movement Paksitan (CWI), verfasst am 9.   Februar 2011 <\/i><\/h4>\n<p>  Nach Angaben der Nachrichtenagentur SABA beteiligten sich an den   Protesten &#8222;Organisationen der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften,   bekannte Pers&#246;nlichkeiten und Frauen&#8221;, die Zahl der DemonstrantInnen   ging in die Hunderttausende. Insgesamt erfassten die Proteste sieben   Provinzen des Landes.<\/p>\n<p>  Die Proteste waren sogar noch gr&#246;&#223;er als die Demonstrationen die Woche   zuvor, die Pr&#228;sident Ali Abdullah Saleh veranlasste, nach &#252;ber 30 Jahren   im Amt zu versprechen, 2013 abzudanken und die Macht nicht an seinen   Sohn zu &#252;bergeben. Oppositionsf&#252;hrer bezeichneten diese Ank&#252;ndigung als   unzureichend und weigerten sich, die Demonstrationen am Donnerstag (3.   Februar) abzusagen, die dann in Sanaa und anderen urbanen Gebieten   stattfanden. In Sanaa rief die Menge &#8222;Keine neuen Reden, diese f&#252;hren zu   nichts.&#8221;<\/p>\n<p>  Demonstranten bildeten menschliche Ketten an den Zufahrtsstra&#223;en zu den   Protesten um gewaltt&#228;tige Eindringlinge zu stoppen. &#8222;Wir werden   niemanden erlauben, die Demonstrationen zu st&#246;ren und Zwietracht zu   s&#228;en. Wir m&#252;ssen sicher stellen, dass die Proteste friedlich ablaufen&#8221;   sagte Haider al-Alimi, ein Student. &#8222;Unser Aufstand kann noch gr&#246;&#223;er als   in Tunesien oder &#196;gypten werden&#8221; sagte Abdullah al-Faqih, ein weiterer   Demonstrant.<\/p>\n<p>  Der Jemen befand sich bereits am Rande der Instabilit&#228;t bevor die   Proteste in Nordafrika ausbrachen. Das Land leidet unter chronischer   Korruption, st&#228;ndigem Wassermangel, Aufst&#228;nde im Norden, eine   Unabh&#228;ngigkeitsbewegung im S&#252;den, schwer bewaffneten St&#228;mmen, eine   zunehmende Al-Quaida Pr&#228;senz und einem drastischen Anstieg der   Jugendarbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>  Die Revolutionen in &#196;gypten und Tunesien inspirierten Jemens Opposition,   die Menschen gingen in beispiellosen Zahlen in Sanaa und anderen St&#228;dten   auf die Stra&#223;e und forderten die Abdankung von Langzeitpr&#228;sident Ali   Abdullah Saleh. Auf Transparenten war zu lesen &#8222;Drei&#223;ig Jahre   Versprechungen und drei&#223;ig Jahre L&#252;gen&#8221; Demonstranten riefen: &#8222;Nieder,   nieder mit dem Regime.&#8221;<\/p>\n<p>  Nach Sch&#228;tzungen belief sich die Zahl der Demonstrierenden auf   Zehntausende im ganzen Land. Demgegen&#252;ber spiegeln   Pro-Regierungs-Demonstrationen, wenn auch kleiner, den bewussten Versuch   wieder, die Oppositionsbewegung zu untergraben, m&#246;glicherweise eine   Lektion der gewaltigen Demonstrationen, die &#196;gypten seit dem 25. Januar   ersch&#252;tterten. Es kam zu kurzen Raufereien und gegenseitigen Bewurf mit   Steinen, jedoch trennte die Polizei die beiden Seiten und es gibt keine   Berichte &#252;ber Verletzte.<\/p>\n<p>  Einige der an Pro-Regierungs-Kundgebungen beteiligten waren   Staatsangestellte. Viele junge Leute unter den Pro-Saleh-Demonstranten   berichteten Journalisten, dass sie arbeitslos sind und bezahlt wurden,   um an den Demonstrationen teilzunehmen. Aber selbst unter den   Pro-Saleh-Demonstranten herrschte das Gef&#252;hl vor, dass das Leben nie   wieder das Selbe sein w&#252;rde. Ali Nasser, ein Zivilingenieur des   Milit&#228;rs, sagte ganz offen, dass ihm und anderen Staatsangestellten   befohlen wurde, an Demonstrationen zur Unterst&#252;tzung Salehs teilzunehmen.<\/p>\n<p>  Yahya Nashwan, ein Angestellter des Ministeriums f&#252;r   Wasserangelegenheiten, erz&#228;hlte, dass die Geh&#228;lter der dort   Besch&#228;ftigten zur&#252;ckgehalten werden und seine Vorgesetzten ihm klar   machten, an den Pro-Regierungs-Demonstrationen teilzunehmen, falls er   seinen Lohn erhalten wolle. &#8222;Es wurde Druck auf uns ausge&#252;bt um an   Kundgebungen zur Unterst&#252;tzung des Pr&#228;sidenten teilzunehmen.&#8221; Einige   Demonstranten berichteten, dass Saleh Anh&#228;nger sie aufgefordert haben,   zu den Protesten zu kommen. Taha Abdukkah Abdu, 21 Jahre alt, sagte, der   Scheich seiner Ortschaft und zugleich Mitglied der regierenden Partei,   hat ihm und anderen Dorfbewohnern befohlen, sich an den Kundgebungen zu   beteiligen. Dann f&#252;gte Abdu noch schnell hinzu: &#8222;Wir lieben den   Pr&#228;sidenten.&#8221;<\/p>\n<h4>  Regime sponsert &#8222;Proteste&#8220;<\/h4>\n<p>  Die Opposition beschuldigt das Regime Pro-Regierungs-Proteste zu   unterst&#252;tzen, um der restlichen Welt den Eindruck zu vermitteln, dass   Saleh immer noch die Unterst&#252;tzung der Massen besitzt. Die Anzahl der   Teilnehmer bei Anti-Saleh-Kundgebungen und Demonstrationen ist   landesweit gr&#246;&#223;er als bei Pro-Regierungs-Veranstaltungen.<\/p>\n<p>  Pro-Regierungs-Demonstranten sind am Mittwoch in Sanaa zum Tahrir-Platz   marschiert, der den selben Namen wie der zentrale Platz in Kairo tr&#228;gt,   wo darauf hin Auseinandersetzung mit Regierungsgegnern bis zum   Donnerstag andauerten. Die Demonstranten trugen Transparente zur   Unterst&#252;tzung Salehs und mit der Warnung, dass die Opposition versuche,   den &#8222;Jemen zu destabilisieren.&#8221;<\/p>\n<p>  Die Kundgebungen der Opposition dauerten nur einige Stunden, aber die   Anf&#252;hrer der Proteste sagten, dass dies erst der Anfang ist. Sie   forderten sofortige und radikale Reformen, wobei einige von ihnen   hinzuf&#252;gten, sie rufen noch nicht zum R&#252;cktritt des Pr&#228;sidenten auf.   Nachdem sich die Menge am Donnerstag aufgel&#246;st hat, bildeten 150   oppositionelle Studenten einen Ring auf der Stra&#223;e und begannen mit   einem Sit-in. Sie riefen: &#8222;Wir werden so lange bleiben, bis der   Pr&#228;sident geht.&#8221; Als es Zeit f&#252;rs Morgengebet war, reihten sie sich auf   und beteten f&#252;r einen Wandel.<\/p>\n<p>  Trotz des Aufrufs Salehs, die geplanten Proteste abzusagen, versammelten   sich in unterschiedlichen Teilen Sanaas Pro- und   Anti-Regierungs-Demonstranten. &#8222;Die Bev&#246;lkerung will einen   Regime-Wechsel&#8221;, riefen Demonstranten au&#223;erhalb der Universit&#228;t von   Sanaa. &#8222;Nein zu Korruption, nein zur Diktatur!&#8221; lauteten ihre   Sprechch&#246;re.<\/p>\n<p>  Pr&#228;sident Saleh versuchte, die Forderungen nach seinem Sturz mit seinem   Versprechen von letztem Dienstag, keine weiter Amtszeit anzustreben (die   jetzige dauert bis 2013), zu entkr&#228;ften und sagte, er werde die Macht   nicht seinem Sohn vererben. Jedoch w&#252;rden die vorgeschlagenen   Verfassungs&#228;nderungen Saleh erlauben, f&#252;r weitere zehn Jahre im Amt zu   bleiben. Anti-Regierungs-Demonstranten, von denen einige Tausend von der   Universit&#228;t von Sanaa losmarschierten, sagten, sie trauen Saleh nicht   und forderten seinen sofortigen R&#252;cktritt. Es gab ein massives Aufgebot   an Sicherheitskr&#228;ften vor dem Innenministerium und der Zentralbank.   Milit&#228;rhubschrauber kreisten &#252;ber dem Geschehen. Tausende von   Sicherheitskr&#228;ften wurden eingesetzt um die Demonstranten zu   kontrollierten und die Macht des Regimes zu demonstrieren.<\/p>\n<p>  In Aden trotzten tausende Anti-Regierungs-Demonstranten den   Sicherheitskr&#228;ften und gepanzerten Fahrzeugen, die durch Blockaden der   Hauptstra&#223;en die Demonstranten daran hindern wollten, sich zu   versammeln. Es kam zu Auseinandersetzungen als die Sicherheitskr&#228;fte die   Proteste mit Tr&#228;nengas aufl&#246;sten, bei denen zwei Menschen verletzt   wurden.<\/p>\n<p>  Demonstranten riefen: &#8222;Die Menschen wollen den Sturz des Regimes und des   Pr&#228;sidenten&#8220;. In ganz Jemen str&#246;mten zehntausende Menschen bei   Anti-Regierungs-Kundgebungen auf die Stra&#223;e, auch in Taiz, wo Saleh   fr&#252;her Milit&#228;rgouverneur war und in St&#228;dten des S&#252;dens, wo eine   Unabh&#228;ngigkeitsbewegung zunehmend an St&#228;rke gewinnt. Alle gr&#246;&#223;eren   Gesch&#228;fte in Sanaa und Aden hielten geschlossen und Unternehmen   engagierten Wachleute, um sich vor m&#246;glichen Pl&#252;nderungen zu sch&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Demonstranten lieferten sich auch Auseinandersetzung mit den   Sicherheitskr&#228;ften in Jaar, einer Stadt in der s&#252;dlichen Provinz Abyan,   wo Aufst&#228;ndische von Al-Quaida aktiv sind. Mindestens 22 Menschen wurden   in der Provinz Aden festgenommen, als sie an einer Kundgebungen der   Opposition, der Joint Meeting Parties, JMP teilnahmen. &#8222;Wir brauchen   Freiheit, verschwindet&#8220;, waren Slogans, mit denen der Sturz des Regimes   gefordert wurde.<\/p>\n<p>  Laut einem Augenzeuge wurden die Sicherheitsma&#223;nahmen in Aden von den   jemenitischen Beh&#246;rden versch&#228;rft, um Regierungsgegner von der Teilnahme   an den Protesten abzuhalten.<\/p>\n<p>  Analysten sprechen davon, dass nur ein gro&#223;es Aufgebot von traditionell   keiner Partei zuordenbaren Jemeniten und unzufriedenen Jugendlichen, die   mit stark steigender Jugendarbeitslosigkeit und geringen Einkommen   konfrontiert sind, den Wendepunkt f&#252;r weiterreichende Unruhen im Jemen   darstellen w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Jedoch scheint unter den Anti-Regierungs-Demonstranten keine   einheitliche Linie vorzuherrschen. Einige fordern den R&#252;cktritt Salehs   w&#228;hrend andere ihm die Gelegenheit bieten wollen, seine Versprechen in   die Tat umzusetzen. Die F&#252;hrung der JPM ist bereit, Pr&#228;sident Saleh   seine Amtszeit bis 2013 fortsetzen zu lassen, wenn er konkrete Schritte   unternimmt, die Forderungen der Opposition umzusetzen. Einige Beobachter   und Experten sind der Meinung, dass die Demonstranten eher auf Dialog   und der Suche nach einer neuen Einigung, anstatt den Sturz des Regimes,   setzten w&#252;rden.<\/p>\n<p>  Aber die &#220;berw&#228;ltigende Mehrheit der Studenten und der Jugend, die das   R&#252;ckgrat der Protestbewegung sind, wollen den sofortigen R&#252;cktritt des   Pr&#228;sidenten und ein Ende der Tyrannei und Unterdr&#252;ckung. Sie wollen   politische Freiheit und demokratische Rechte. Viele der jungen   Demonstranten sagten der BBC, dass sie Jobs, mehr Chancen und Demokratie   wollen, in der sie bestimmen, wie das Land gef&#252;hrt wird. Sie sind auch   gegen jegliche &#220;bereinkunft mit der regierenden Partei. Aber die F&#252;hrung   der Opposition scheint verzweifelt eine Abmachung zur Teilung der Macht   mit Pr&#228;sident Saleh zu suchen, um in eine Regierung der nationalen   Einheit eintreten zu k&#246;nnen. Die unterschiedlichen Forderungen auf den   Transparenten und Plakaten spiegeln deutlich diese entgegengesetzten   Stimmungen wieder.<\/p>\n<p>  Einige Aktivisten der Opposition werden wahrscheinlich mit Salehs   Zugest&#228;ndnissen zufrieden sein aber die Mehrheit ist nicht bereit, ihm   zu vertrauen. Noch bevor der Pr&#228;sident zustimmte, keine weitere Amtszeit   anzustreben, sagte Mohamad al-Mutawakel von der Common Forum Opposition   Alliance: &#8222;Ich denke, Herr Abdullah Saleh wird von &#196;gypten und Tunesien   lernen&#8230; er ist intelligent genug um einen Wandel herbeizuf&#252;hren&#8220;. Aber   er f&#252;gte hinzu: &#8222;Wenn er keine politischen Reformen durchf&#252;hrt und freie   Wahlen abh&#228;lt, wird es Tunesien sein&#8220;. Zum Common Forum geh&#246;ren die f&#252;nf   gr&#246;&#223;ten Oppositionsgruppen im Jemen, die Reform, die Sozialisten, die   Nasseristen, die Popular Force und al-Haq.<\/p>\n<p>  &#8222;Als politische Parteien glauben wir, dass es f&#252;r den Jemen besser ist,   dieses Problem friedlich zu l&#246;sen, da hier jeder Waffen hat&#8220;, sagte   Mutawakel. Das ist die gro&#223;e Sorge. Jemen ist eine   semi-Stammes-Gesellschaft und Waffen sind &#252;berall erh&#228;ltlich. Es ist das   &#228;rmste Land der Region und die Alphabetisierungsrate ist gering.<\/p>\n<p>  Der Sturm der Ver&#228;nderung hat den Jemen erreicht und die vereinigte   Opposition, die Joint Meeting Parties (JMP), hat versprochen, die   Proteste solange fortzusetzen, bis Saleh ihre Forderungen nach   politischen Reformen erf&#252;llt. Die Opposition hat sich geweigert mit   jenen am selben Tisch zu sitzen, die sie als &#8222;das korrupte Regime Saleh&#8220;   bezeichnet, seit im Oktober der letzte &#8222;nationale Dialog&#8220; zur Diskussion   politischer Reformen gescheitert ist.<\/p>\n<h4>  Rhetorik der Oppositionsf&#252;hrer<\/h4>\n<p>  Aber trotz all ihres Gehabe und ihrer Rhetorik haben die   Oppositionsf&#252;hrer weiterhin enge Verbindungen zum Pr&#228;sidenten. Bei   vielen Gelegenheiten haben Parteif&#252;hrer sich offen bei Pressekonferenzen   gegen den Pr&#228;sidenten gewandt, nur um mit Saleh sp&#228;ter am Tag hinter   verschlossenen T&#252;ren zu sprechen. Experten sprechen davon, dass die   Oppositionsparteien noch nicht f&#252;r das Regieren bereit seien und noch   kein offensichtlicher Nachfolger f&#252;r Saleh in Sicht sei.<\/p>\n<p>  Im Gegensatz zu Tunesien sind Jemens sechs Oppositionsparteien unter dem   Dach der JMP vereint. Jedoch wies Ali Jaradi, der Chefredakteur von   Jemens unabh&#228;ngigen Tageszeitung Ahale, darauf hin, dass sich diese   Situation schnell &#228;ndern k&#246;nnte. &#8222;Im Moment vereinigt die JMP die   Opposition gegen eine Person, gegen Saleh&#8220;. Aber wenn er &#8222;von der   Bildfl&#228;che verschwunden ist, werden Konflikte innerhalb der JMP   ausbrechen, da sie aus sechs ideologisch unterschiedlich ausgerichteten   Parteien besteht&#8220;.<\/p>\n<p>  Laut dem jemenitischen politischen Analyst Mohammed al Khaberi ist das   Ziel der gr&#246;&#223;ten Oppositionspartei des Jemen, der Islah, nicht zu   regieren, sondern das Regime zu ver&#228;ndern und eine transparente   Regierung zu schaffen. Alle anderen Parteien, die in der JMP vertreten   sind, wollen das Gegenteil und sehnen sich nach der Regierung. Sie sehen   in der Islah ein Hindernis f&#252;r ihre politischen Ambitionen. &#8222;Pr&#228;sident   Saleh wird diesen Umstand gegen die Islah verwenden und sehr   wahrscheinlich andere Oppositionsf&#252;hrer mit hohen &#196;mtern in seiner   Regierung bestechen, wenn sie im Gegenzug aus der JMP austreten&#8220; sagt al   Khaberi.<\/p>\n<p>  In den vergangenen zwei Jahren hat die regierende Partei, der General   People&quot;s Congress, verzweifelt versucht, die JMP zu spalten. W&#228;hrend   einer Ansprache fr&#252;her in diesem Monat hat Saleh die Islah aufgerufen,   an den Parlamentswahlen im April teilzunehmen. Er erkl&#228;rte, dass die   anderen Parteien der JMP, die nur einen oder zwei Sitze haben, nicht   stark genug f&#252;r eine Beteiligung sind. Islah hat 47 der 301 Sitze im   Parlament, jedoch sprach sich die JMP gegen die Wahlen im April aus, da   sie vor dem Ende des nationalen Dialogs &#252;ber Reformen mit Pr&#228;sident   Saleh festgesetzt wurden.<\/p>\n<p>  Oppositionsf&#252;hrer best&#228;tigten, dass Saleh kleineren Parteien der JMP   Posten in der Regierung angeboten hat, wenn sie sich seiner Seite   anschlie&#223;en w&#252;rden. Einen Monat zuvor hat Saleh der Socialist Party die   Mehrheit der Sitze im s&#252;dlichen Jemen versprochen, wenn sie sich aus der   JMP zur&#252;ckzieht. Wie erwartet, hat die Partei dies abgelehnt.<\/p>\n<p>  Hassan Zaid, der Generalsekret&#228;r der Haq Partei erkl&#228;rte, Saleh m&#246;chte   mit jeder Partei einzeln verhandeln, um ihre Differenzen auszunutzen.   Der Pr&#228;sident hat ihn mehrmals angerufen und versuchte ihn zu &#252;berreden,   sich seiner Koalition anzuschlie&#223;en. &#8222;Sogar wenn wir uns weigerten, mit   ihm alleine zu verhandeln, hat er uns angerufen. Saleh versucht eine   starke Beziehung zu den Oppositionsf&#252;hrern aufzubauen, selbst wenn sie   mit ihm unterschiedlicher Meinung sind, und das ist der Grund, weshalb   seine Herrschaft nicht leicht zu st&#252;rzen sein wird.&#8220;<\/p>\n<p>  Quellen im nahen Umfeld von Saleh berichteten, er sei geschockt gewesen,   wie schnell Pr&#228;sident Mubarak die Kontrolle &#252;ber &#196;gypten verloren hat.   Der Pr&#228;sident wei&#223;, wenn ein Herrscher, der so m&#228;chtig wie Mubarak ist,   gest&#252;rzt wird, w&#252;rde er keine Chance haben, wenn die Bev&#246;lkerung   revoltiert.<\/p>\n<p>  Mohammed al Saadi, Islahs stellvertretender Generalsekret&#228;r, sagte,   Saleh sollte aus dem, was anderen Herrschern in der Region widerfahren   ist, lernen und dass seine &#220;berheblichkeit zu seinem Untergang f&#252;hren   kann.<\/p>\n<p>  Die Bewegung im Jemen beginnt zu wachsen. ArbeiterInnen und einige   Gewerkschaften beginnen sich ebenfalls zu beteiligen. Auch wenn die   Gewerkschaften sich nicht mit eigenen Transparenten und Forderungen   beteiligten, wird die Teilnahme der ArbeiterInnen die Stimmung und den   Inhalt dieser Bewegung ver&#228;ndern. Die Oppositionsparteien sind nicht   gewillt, die Bewegung in eine revolution&#228;ren Richtung zu f&#252;hren. Die   Oppositionsparteien m&#246;chten das kapitalistische System, welches die   miserablen Bedingungen, unter denen die Masse der Bev&#246;lkerung leidet,   erst geschaffen hat, beibehalten.<\/p>\n<p>  Die ArbeiterInnen und Armen im Jemen k&#246;nnen der JMP als echter   Alternative nicht trauen. Die JMP n&#252;tzt diese Proteste um politische   Gewinne zu machen, anstatt f&#252;r wirkliche Ver&#228;nderung zu k&#228;mpfen.   ArbeiterInnen, Jugendliche und Arme m&#252;ssen ihre eigenen politischen   Ausdruck finden und eine Organisation schaffen, die f&#252;r ihre Interessen   k&#228;mpfen und zu wirklichen sozialen und politischen Wandel f&#252;hren kann.   Die Linke und die Gewerkschaftsbewegung m&#252;ssen einen unabh&#228;ngigen Kampf   f&#252;r den Sturz des verfaulten Saleh Regimes f&#252;hren und eine Regierung der   ArbeiterInnen und Armen des Landes schaffen.<\/p>\n<p>  Das CWI steht f&#252;r die volle Anerkennung aller demokratischen Rechte,   Freiheit der Rede, Versammlungsfreiheit, Freiheit der Presse und f&#252;r das   sofortige Ende des Ausnahmezustands. Wir fordern die sofortige   Freilassung aller politischen Gefangenen im Jemen. Jemens Zukunft darf   nicht durch eine Abmachung zwischen Saleh und den pro-kapitalistischen   Oppositionsf&#252;hrern entschieden werden sondern es m&#252;ssen freie und   vollkommen demokratischen Wahlen zu einer revolution&#228;ren   verfassungsgebenden Versammlung stattfinden, in der VertreterInnen der   ArbeiterInnen und der Armen die Zukunft des Landes selbst bestimmen   k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  F&#252;r ein Ende der neoliberalen Angriffe und der Politik der freien   M&#228;rkte! F&#252;r die Verstaatlichung der gro&#223;en Unternehmen des Jemen, der   Banken und der gro&#223;en Verm&#246;gen unter demokratischer Verwaltung und   Kontrolle durch die ArbeiterInnen und Armen und der demokratischen   Planung der Wirtschaft im die Interessen der Mehrheit der Bev&#246;lkerung   und nicht f&#252;r eine kleine Elite!<\/p>\n<p>  F&#252;r einen sozialistischen Jemen und eine sozialistische Konf&#246;deration   der Region auf gleichberechtigter und freiwilliger Basis!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Regime mit verst&#228;rkten Protesten der Opposition konfrontiert\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14108"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14108\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}