{"id":14093,"date":"2011-02-10T11:00:00","date_gmt":"2011-02-10T11:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14093"},"modified":"2011-02-10T11:00:00","modified_gmt":"2011-02-10T11:00:00","slug":"14093","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/02\/14093\/","title":{"rendered":"Tarifabschluss bei Volkswagen"},"content":{"rendered":"<p>  Da war mehr drin!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die rund 100.000 Besch&#228;ftigten der Volkswagen AG erhalten ab Mai dieses   Jahres 3,2 Prozent mehr Geld. Dieses Ergebnis der in der Nacht zum   Dienstag abgeschlossenen Haustarifverhandlungen erscheint auf den ersten   Blick vergleichsweise positiv. Zieht man jedoch die &#8211; f&#252;r die IG Metall   au&#223;erordentlich g&#252;nstigen &#8211; Rahmenbedingungen in Betracht, f&#228;llt die   Bilanz kritischer aus.<\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi<\/i><\/h4>\n<p>  Volkswagen ist der Gewinner der Krise. Zwar ist der tiefe   Absatz&#173;einbruch im Fr&#252;hjahr 2009 auch an dem Wolfsburger Autobauer nicht   spurlos vorbeigegangen. Im Vergleich zur Konkurrenz erholte sich der   Konzern aber sehr schnell, unter anderem aufgrund der Abwrackpr&#228;mie, die   vor allem den Fahrzeugverkauf im von VW dominierten Massensegment   ankurbelte. W&#228;hrend Branchenprimus Toyota &#8211; den VW-Chef Martin   Winterkorn bis 2018 von der Weltspitze verdr&#228;ngen will &#8211; mit   R&#252;ckrufaktionen weitere Negativschlagzeilen produziert, dr&#228;ngt VW   scheinbar unaufhaltsam nach vorn. Allein in den ersten neun Monaten 2010   lieferte der Konzern 5,4 Millionen Fahrzeuge aus, 12,9 Prozent mehr als   im Vorjahreszeitraum. Der VW-Anteil am Weltmarkt liegt bereits bei 11,6   Prozent &#8211; Tendenz weiter steigend.<\/p>\n<p>  Der Laden brummt also. M&#246;glich gemacht haben das vor allem die   Besch&#228;ftigten. Die Ausgangslage von VW im internationalen   Konkurrenzkampf hat sich durch extrem flexible Arbeitszeitmodelle und im   Jahr 2006 durch die Schlechterstellung von Neueingestellten deutlich   verbessert. Jetzt w&#228;re die Gelegenheit gewesen, den Belegschaften ihren   verdienten Anteil am Boom zu sichern. Die Tr&#252;mpfe beim Tarifpoker waren   jedenfalls allesamt in den H&#228;nden der IG Metall. Der Konzern kommt bei   den Auslieferungen kaum hinterher. Selbst begrenzte   Arbeitsniederlegungen h&#228;tten in dieser Situation enormen Druck erzeugt.   Doch die gewerkschaftlichen Verhandlungsf&#252;hrer haben darauf verzichtet,   dieses Potential zu nutzen. Schon in der dritten Verhandlungsrunde und   ohne Warnstreiks akzeptierten sie den nun vorliegenden Kompromiss.<\/p>\n<p>  Das Ergebnis liegt &#8211; das betont das VW-Management mit Recht &#8211; nicht   allzu weit &#252;ber dem Fl&#228;chentarif f&#252;r die Metall- und Elektroindustrie.   Dort werden die L&#246;hne und Geh&#228;lter nach einer Nullrunde dieses Jahr um   2,7 Prozent erh&#246;ht. Die 3,2 Prozent bei VW sind nur unwesentlich mehr,   obwohl der Fl&#228;chentarifvertrag mitten in der Krise abgeschlossen wurde.   Die zus&#228;tzlich vereinbarte Einmalzahlung von einem Prozent des   Jahresgrund&#173;entgelts, mindestens 500 Euro, ist zwar ordentlich, aber   eben einmalig und nicht dauerhaft wirksam.<\/p>\n<p>  Letztlich hat die IG-Metall-Spitze mit dieser Vereinbarung die Logik des   VW-Managements akzeptiert, der Konzern d&#252;rfe gegen&#252;ber den dem   Fl&#228;chentarif unterliegenden Wettbewerbern nicht benachteiligt werden.   Sie hat damit aber die Gelegenheit verpasst, endlich f&#252;r deutlich   steigende Reall&#246;hne zu sorgen. Volkswagen h&#228;tte hier den Anfang machen   k&#246;nnen.<\/p>\n<h5>  <i>Der Artikel erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt vom 9.   Februar 2011<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Da war mehr drin!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14093"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14093\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}