{"id":14069,"date":"2011-02-09T00:00:00","date_gmt":"2011-02-09T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14069"},"modified":"2011-02-09T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-09T00:00:00","slug":"14069","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/02\/14069\/","title":{"rendered":"Holen wir uns unser Wasser zur&#252;ck!"},"content":{"rendered":"<p>  Zum Berliner Volksentscheid &#252;ber die Wasserwerke<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 13. Februar wird in Berlin &#252;ber die Offenlegung der Geheimvertr&#228;ge   in Folge der Teilprivatisierung der Wasserbetriebe abgestimmt. Im Zuge   der Teilprivatisierung kam es zu enormen Preissteigerungen, an denen   sich Veolia und RWE bereicherten. Das soll durch den Volksentscheid   offengelegt werden. Die Privatisierung wird damit noch nicht r&#252;ckg&#228;ngig   gemacht.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Steffen Strandt, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  1999 hatte die CDU\/SPD-Regierung in Berlin die Wasserbetriebe zu 49,9   Prozent an den Energiekonzern RWE und an Veolia Wasser verkauft, also   (teil)privatisiert. Die Vertr&#228;ge &#252;ber diese Verk&#228;ufe wurden geheim   abgeschlossen. Gegen die Privatisierung und f&#252;r die Ver&#246;ffentlichung der   Geheimvertr&#228;ge hat die B&#252;rgerinitiative &#8222;Berliner Wassertisch&#8220; durch   Unterschriftensammlungen erfolgreich einen Volksentscheid herbeigef&#252;hrt,   bei dem die BerlinerInnen am 13. Februar &#252;ber die Ver&#246;ffentlichung der   Geheimvertr&#228;ge abstimmen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Ziel der Konzerne ist es, Profite zu machen. Diese Profite werden durch   Preissteigerungen und Entlassungen erzielt. Von 2001 bis 2009 stieg der   Preis f&#252;r Wasser und Abwasser f&#252;r Privathaushalte um 35 Prozent und   liegt so im Vergleich mit anderen europ&#228;ischen St&#228;dten an der Spitze.   Von 1999 bis 2010 wurden die Arbeitspl&#228;tze in den Wasserwerken von 6.265   auf 5.283 zusammengestrichen.<\/p>\n<h4>  R&#252;ckverstaatlichung mit der Linkspartei?<\/h4>\n<p>  Seit 2002 ist die Partei DIE LINKE (damals PDS) als erkl&#228;rter   Privatisierungsgegner in der Regierungskoalition mit der SPD. Die   Chance, die Geheimvertr&#228;ge zu ver&#246;ffentlichen, die Privatisierung   r&#252;ckg&#228;ngig zu machen und die Wasserbetriebe &#246;ffentlich zu verwalten,   schien gekommen zu sein. Offiziell lehnt die Fraktion der Partei DIE   LINKE weiterhin die Wasserprivatisierung ab, unternahm jedoch keine   Schritte f&#252;r eine R&#252;ckverstaatlichung und privatisierte gleichzeitig   &#252;ber 100.000 Wohnungen. 2004 unterschrieb Berlins Wirtschaftssenator   Harald Wolf (DIE LINKE, damals PDS) &#196;nderungen der Geheimvertr&#228;ge, die   die hohen Gewinngarantien der Konzerne fortsetzten.<\/p>\n<p>  Nur durch massiven Druck von unten kann die Politik der Privatisierung   gestoppt werden. Die Unterschriftensammlung des &#8222;Berliner Wassertisches&#8220;   hat das Thema im Bewusstsein gehalten und wieder auf die Tagesordnung   gesetzt. Weil in Berlin keine Volksentscheide, die auf &#196;nderungen des   Haushaltes zielen, durchgef&#252;hrt werden k&#246;nnen, konnte die Initiative nur   f&#252;r die Ver&#246;ffentlichung der Geheimvertr&#228;ge werben. Nachdem sich bereits   der Erfolg der Unterschriftensammlung f&#252;r einen Volksentscheid   abzeichnete und die &#8222;tageszeitung&#8220; vorab Dokumente ver&#246;ffentlichte,   wurden vom Senat einige Dokumente der Vertr&#228;ge, jedoch nicht alle,   ver&#246;ffentlicht. Dennoch ist der Volksentscheid weiterhin wichtig. Um   gegen die Vertr&#228;ge (juristisch) vorgehen zu k&#246;nnen, m&#252;ssen auch alle   Nebenabsprachen mit den Konzernen ver&#246;ffentlicht werden; so kann   festgestellt werden, wie genau die Profite der Konzerne zustande   gekommen sind. Au&#223;erdem fordert der Volksentscheid, dass zuk&#252;nftig nicht   offengelegte Vertr&#228;ge oder Absprachen ung&#252;ltig werden.<\/p>\n<h4>  Wasserwerke unter &#246;ffentliche demokratische Kontrolle!<\/h4>\n<p>  Die Folgen der Privatisierung zeigen deutlich, dass eine   Wasserversorgung im Interesse der Menschen nicht mit den   Profitinteressen der Konzerne vereinbar ist. Wer, wenn nicht die   Besch&#228;ftigten und die VerbraucherInnen, kann am besten entscheiden, wie   die Wasserversorgung organisiert werden soll? Die SAV fordert daher die   demokratische Kontrolle und Verwaltung der &#246;ffentlichen Wasserwerke   durch VertreterInnen von Besch&#228;ftigten und VerbraucherInnen, von   gew&#228;hlten GewerkschaftsvertreterInnen und Umweltverb&#228;nden. Daf&#252;r ist ein   Kampf n&#246;tig, der sich gegen die Kapitalinteressen der Konzerne richtet.   Der Volksentscheid ist ein erster Schritt in die richtige Richtung,   dennoch sollte man sich nicht nur auf den parlamentarischen und   juristischen Weg begeben. Gemeinsam mit den Gewerkschaften und den   Besch&#228;ftigten der Wasserbetriebe muss entschlossen f&#252;r eine   demokratische R&#252;ckverstaatlichung gegen die Interessen der Konzerne   gek&#228;mpft werden.<\/p>\n<p>  Auch Mitglieder der Linkspartei sollten sich, wie bereits in einigen   Bezirksverb&#228;nden geschehen, gegen den Kurs ihrer Fraktion wenden und   sich gegen die Privatisierung und gegen Regierungsbeteiligungen im   Interesse des Kapitals aussprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zum Berliner Volksentscheid &#252;ber die Wasserwerke\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75],"tags":[234],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14069"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14069\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}