{"id":14042,"date":"2010-12-31T00:00:00","date_gmt":"2010-12-31T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14042"},"modified":"2010-12-31T00:00:00","modified_gmt":"2010-12-31T00:00:00","slug":"14042","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/12\/14042\/","title":{"rendered":"Die sozialistische Bewegung weltweit aufbauen"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht von der Diskussion zum Aufbau des KAI (CWI) auf dem 10.   Weltkongress des Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale (Comitte for a   Workers International).<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  &#8222;Ich puzzle das hier aus ungef&#228;hr 50 SMS zusammen&#8221; berichtet Dave   Griffiths, ein Delegierter der Socialist Party of England and Wales.   &#8222;Die Bereitschaftspolizei hat gerade vor dem Parlament tausende Menschen   eingekesselt, vor allem Sch&#252;lerInnen. Aber unsere GenossInnen und die   F&#252;hrerInnen der Eisenbahnergewerkschaft veranstalten gerade eine   Kundgebung im Kessel!&#8221;<\/p>\n<h4>  <i>von Ty Moore, Socialist Alternative (CWI in den USA)<\/i><\/h4>\n<p>  Als die Abschlussdiskussion des 10. Weltkongress des Komitee f&#252;r eine   Arbeiterinternationale begann, versuchten 35.000 entschlossene britische   Jugendliche das Parlament zu st&#252;rmen, um gegen die bevorstehende   Abstimmung &#252;ber die Anhebung der Studiengeb&#252;hren und die K&#252;rzung der   Studentenhilfe zu protestieren. Mitglieder des CWI hatten dort eine   f&#252;hrende Rolle sowohl bei der Vorbereitung dieser Demo gespielt als auch   bei den Studentenstreiks mit einer Teilnahme von 130.000 und den   Schulbesetzungen zwei Wochen zuvor.<\/p>\n<p>  Tats&#228;chlich mussten einige der j&#252;ngeren Delegierten aus England nach   ihrem Bericht &#252;ber ihre exzellente Arbeit beim Aufbau der Jugendrevolte   den Kongress fr&#252;her verlassen, um bei der Vorbereitung der Demonstration   zu helfen.<\/p>\n<p>  Die Ereignisse in Gro&#223;britannien waren symptomatisch f&#252;r den   vollst&#228;ndigen Umschwung der internationalen politischen Lage. Vor diesem   Hintergrund tagten gew&#228;hlte VertreterInnen aus der ganzen Welt acht Tage   lang, um beim CWI- Weltkongress demokratisch Perspektiven, Programme und   Strategien f&#252;r die global Bewegung f&#252;r Sozialismus auszuarbeiten.   Bereits unter der Woche wurden die Ergebnisse der Tagungen zu   Weltbeziehungen, Europa, Lateinamerika und Asien in abgestimmten   Dokumenten zusammengefasst.<\/p>\n<p>  Die letzten beiden Tage des CWI- Kongresses konzentrierten sich auf die   Herausforderungen im Aufbau der einzelnen Sektionen des CWI und der   Ausweitung der Kr&#228;fte des revolution&#228;ren Marxismus in neue L&#228;nder.   Bereits dieses Jahr hat das CWI mit einer Pr&#228;senz in 47 L&#228;ndern und auf   jedem Kontinent unseren Einfluss weiter denn je ausdehnen. Vier neue   Sektionen mit Stimmrecht wurden beim Kongress anerkannt: Venezuela,   Bolivien, Italien und Taiwan\/ Hong Kong. Gruppen in Argentinien, Quebec,   Spanien, Portugal und Malaysia hatten ebenfalls VertreterInnen geschickt   und wurden als sympathisierende Sektionen des CWI anerkannt.<\/p>\n<p>  Vor dem Hintergrund der im dritten Jahr fortschreitenden   Wirtschaftskrise berichtete jede vertretene Sektion des CWI von ihrer   Arbeit. Die Tagung wurde von Stephan Kimmerle eingeleitet und von Clare   Doyle geschlossen. So gut wie alle Sektionen setzen sich mit der   scharfen Umschwungs der kapitalistischen Klasse international von nie da   gewesenen Konjunktur- hin zu nie gesehenen K&#252;rzungsprogrammen   auseinander. Die tiefer werdenden Klassenwiderspr&#252;che &#246;ffnen eine neue   Phase in der Krise, charakterisiert durch Massenbewegungen der   Arbeiterklasse und der Jugend. In einer Reihe von L&#228;ndern haben sich   bereits die Perspektiven f&#252;r den Aufbau des CWI ge&#228;ndert, besonders dort   wo wir eine f&#252;hrende Rolle in Massenprotesten spielen.<\/p>\n<h4>  Fortschritte in Asien<\/h4>\n<p>  Die europ&#228;ische Arbeiterklasse und die Jugend, unter welcher das CWI   seine gr&#246;&#223;te Unterst&#252;tzung aufgebaut hat, haben sich im letzten Jahr in   die erste Reihe des globalen Widerstandes gegen kapitalistische   K&#252;rzungsma&#223;nahmen gestellt. Gleichzeitig hat die Wirtschaftskrise so   klar wie nie zuvor die wachsende St&#228;rke und Wichtigkeit der aufkommenden   asiatischen Wirtschaften enth&#252;llt, und mit ihnen die ungemeine   strategische Bedeutung der gro&#223;en asiatischen Arbeiterklasse im Kampf   f&#252;r internationalen Sozialismus.<\/p>\n<p>  In diesem Kontext stand, unter den vielen Highlights des Weltkongress,   der Fortschritt im Aufbau der CWI- Sektionen in Asien sowie unsere   inspirierende Rolle in Bewegungen, oft angesichts staatlicher Repression.<\/p>\n<p>  Im &#246;lreichen Kasachstan, der gr&#246;&#223;ten Wirtschaft in Zentralasien, sind   CWI- Mitglieder Teil der F&#252;hrung der wachsenden Oppositionsbewegung   gegen die 20j&#228;hrige Diktatur von Nursultan Nazarbayev. Der breite   Dachverband Kasachstan 2012 organisiert Solidarit&#228;t f&#252;r alle wichtigen   Streiks und rettete dadurch in den vergangenen Jahren tausende von Jobs   und &#8222; erlaubte es, uns als F&#252;hrerInnen der Arbeiterklasse zu   pr&#228;sentieren,&#8221; erkl&#228;rte einer der kasachischen Delegierten. &#8222;Kasachstan   2012 ist keine vollst&#228;ndig sozialistische Organisation aber unsere   GenossInnen stehen im Zentrum der Organisation.&#8221; Die Website der   Socialist Resistance Kasachstan ist unter den zehn meist besuchten des   Landes.<\/p>\n<p>  Er erkl&#228;rte weiterhin: &#8222;Dies hat uns die Gr&#252;ndung einer neuen   landesweiten, unabh&#228;ngigen Gewerkschaft erm&#246;glicht. Wir sind das Land   durchreist um uns mit gestandenen GewerkschaftsaktivistInnen zu treffen.   Nat&#252;rlich gibt es bedeutende Schwierigkeiten aufgrund der Repression   gegen jeden F&#252;hrerIn, der\/die sich hervortut, und auch gegen unsere   GenossInnen.&#8221;<\/p>\n<p>  Ein weitere Indikator unseres wachsenden Einflusses war diesen Herbst zu   sehen, als der Kongress- Delegierte und prominenten kasachische   Oppositionsf&#252;hrer Ainur Kurmanov als Zeuge vor der   Menschenrechtskommission des Europ&#228;ischen Parlements geladen war. Eine   oppositionelle Tageszeitung in Kasaschstan &#252;berschrieb ihren Bericht   &#252;ber dieses Ereignis, bei dem Ainurs Bild neben dem des Pr&#228;sidenten   Nazarbayev stand, schlicht mit den Worten: &#8222;Wer wird wen schlagen?&#8221;<\/p>\n<p>  Auch in Pakistan hat sich das CWI weiterentwickelt, mitten in   zunehmenden politischen Spannungen und den verheerenden Fluten.   Visa-Probleme verhinderten die Teilnahme der pakistanischen Delegierten   am Kongress, ihre heldenhafte Fluthilfe und die F&#252;hrung einer neuen   Gewerkschaftsverband mit 500.000 Mitgliedern wurden jedoch berichtet.   Das CWI in Indien bleibt klein, hat sich aber im vergangenen Jahr in   einige neue Gebiete ausgedehnt, und die Delegierten zeichneten ein   lebendiges Bild des Generalstreiks mit &#252;ber 100 Million Beteiligten, der   Indien diesen September ersch&#252;tterte.<\/p>\n<p>  Im Nachhall des brutalen B&#252;rgerkrieges in Sri Lanka erfahren sowohl die   tamilische Minderheit als auch die oppositionellen Kr&#228;fte weiterhin   schwere Repressionen. Trotz der extremen Schwierigkeiten leistet die   Vereinte Sozialistische Partei sowohl in den singhalesischen als auch in   den tamilischen Gebieten energische Wiederaufbauarbeit und ist eine   f&#252;hrende Anti-Kriegs- und Oppositionskraft im Land. Das CWI in Malaysia,   das erst vor einigen Jahren gegr&#252;ndet wurde, hat nun Ortsgruppen in drei   St&#228;dten.<\/p>\n<p>  Ein wichtiger Schritt nach vorne im letzten Jahr stellt die Entwicklung   der Ortsgruppen in Hong Kong und Taiwan dar, und die fortschreitende   Solidarit&#228;tsarbeit mit Arbeiterk&#228;mpfen auf dem Festland durch   Chinaworker.info. Die letzte Streikwelle in China untergr&#228;bt die   Stabilit&#228;t des Regimes weiter und er&#246;ffnet ein Potential f&#252;r den Aufbau   unabh&#228;ngiger Gewerkschaften und breitere Unterst&#252;tzung f&#252;r   sozialistische Ideen.<\/p>\n<h4>  Lateinamerika<\/h4>\n<p>  Die Delegierten aus Argentinien, Brasilien, Chile und Venezuela machten   wertvolle Beitr&#228;ge zur Entwicklung in Lateinamerika. In Venezuela zum   Beispiel wachsen unter den ArbeiterInnen Ungeduld und Desillusionierung   betreffend Chavez&#8217; Reformen, die innerhalb der Grenzen des Kapitalismus   geblieben sind und deshalb die sozialen Bedingungen nicht &#228;ndern   konnten. Im Zusammenhang mit der steigenden Frustration stehen   Repression gegen GewerkschafterInnen und linke Aktivisten, die eine   weitreichendere antikapitalistische Politik von Chavez fordern, mit   einer Reihe f&#228;lschlicher Inhaftierungen. CWI- SympathisantInnen in   Venezuela haben eine Verteidigungskampagne zu ihrer Verteidigung gef&#252;hrt   und waren daf&#252;r selbst Festnahmen und Bedrohungen ausgesetzt.<\/p>\n<p>  In Brasilien hat das CWI die wichtigsten Fortschritte gemacht. Die   Fusion mit einer anderen Gruppe im vergangenen Jahr hat die Reichweite   von &#8222;Freiheit, Sozialismus und Revolution&#8221;, der dortigen CWI- Sektion,   substantiell ausgeweitet, sowohl geographisch als auch was die Vielfalt   der Bewegung angeht. In Sao Paulo und Rio de Janeiro haben wir eine   starke Position in den Bildungsauseinandersetzungen, sowohl unter den   LehrerInnen als auch den StudentInnen, unter anderem bei einem   monatelangen Universit&#228;tsstreik.<\/p>\n<p>  In Minas Gerais sind CWI- Mitglieder in der F&#252;hrung der regionalen   Druckergewerkschaft und einer F&#246;deration von acht Druckergewerkschaften   aus unterschiedlichen Landesteilen. Im Bundesstaat Goi&#225;s leisteten wir   bedeutende Arbeit in der Bewegung der Landlosen und organisierten   verschiedene noch andauernde Landbesetzungen.<\/p>\n<h4>  Europa im Aufstand<\/h4>\n<p>  &#8222;Wir sind heute alle Franzosen!&#8221; Diesen Slogan h&#246;rte man oft von   britischen Jugendlichen bei ihren ersten Massendemonstrationen Anfang   November. Er war symbolisch f&#252;r das instinktive internationalistische   Klassenbewusstsein welches sich im Widerstand zu den kapitalistischen   K&#252;rzungsorgien in gro&#223;en Teilen Europas entwickelt.<\/p>\n<p>  Der entschlossene Kampf weiter Teile der Besch&#228;ftigten und der Jugend-   und Studentenbewegung gegen die Rentenreform in Frankreich war eine   Kraftprobe zwischen den Klassen. W&#228;hrend Sarkozy am Ende in der Lage   war, die Reform durchs Parlament zu boxen, ist die Moral der   franz&#246;sischen ArbeiterInnen und Jugendlichen nicht gebrochen und   Massenbewegungen werden unausweichlich sein. Gauche Revolutionnaire, das   CWI in Frankreich, ist aus diesen K&#228;mpfen substantiell gewachsen hervor   gegangen, besonders was die Jugendlichen angeht, in deren Bewegung wir   eine f&#252;hrende Rolle spielten. Die Delegierten erkl&#228;rten, in Rouen waren   die Jugendlichen des CWI in der Lage, einige der Lycee &#8211; Sch&#252;lerstreiks   und Vollversammlungen in ihren Schulen zur Koordination des Kampf zu   organisieren.<\/p>\n<p>  Trotz des kraftlosen Wirtschaftswachstums, das den Massenkampf   vor&#252;bergehend zur&#252;ck gehalten hatte, rufen die neo-liberale Reformen und   K&#252;rzungen in Deutschland weiterhin Wut hervor. Am meisten inspiriert die   laufende Massenbewegung gegen das Bahnhofsbauprojekt &#8222;Stuttgart 21&#8220;   welches weithin als Verschwendung von Milliarden von Steuergeldern   gesehen wird, um die Vertragspartner reich zu machen. Zehntausende haben   an w&#246;chentlichen Demonstrationen teilgenommen. Am 30. September spielte   die Sozialistische Alternative, das CWI in Deutschland, eine zentrale   Rolle bei der Organisation eines Sch&#252;lerstreiks in Stuttgart. Die   Jugendlichen wurden von der Polizei brutal angegriffen, aber am   folgenden Tag kamen 100.000 zum Protest!<\/p>\n<p>  In Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien, von der   Wirtschaftspresse als &#8220;PIIGS&#8221; bezeichnet aufgrund der Staatsschulden   dieser L&#228;nder, sind die K&#228;mpfe gegen K&#252;rzungsma&#223;nahmen unter den   sch&#228;rfsten weltweit. Diese L&#228;nder sind es auch, wo das CWI nahe daran   ist, die gr&#246;&#223;ten Fortschritte in den kommenden Monaten und Jahren zu   machen. Die Generalstreiks in Spanien und Portugal diesen Herbst waren   die gr&#246;&#223;ten seit dem Fall des Faschismus vor fast vier Jahrzehnten und   er&#246;ffneten eine neuen Zeitabschnitt auf der Iberischen Halbinsel. Aus   diesen K&#228;mpfen heraus hat das CWI neue Gruppen mit Wurzeln in der   Gewerkschaftsbewegung aufgebaut.<\/p>\n<p>  Es ist eine der gr&#246;&#223;ten Ironien der Geschichte: die italienische   Arbeiterklasse muss sich der gro&#223;en Rezession stellen gerade dann, wenn   die einst m&#228;chtige PRC (Partei der Kommunistischen Neugr&#252;ndung) dem   vollst&#228;ndigen Zusammenbruch entgegen wankt und den ArbeiterInnen eine   politische Repr&#228;sentanz oder einen klaren Anziehungspunkt entzieht. Aus   dieser Krise der F&#252;hrung der Arbeiterklasse, welche tief greifende   Fragen und Debatten in der italienischen Linken hervorruft, hat das CWI   solide Unterst&#252;tzungspunkte f&#252;r unsere Ideen in Italien aufgebaut.<\/p>\n<p>  Nach einigen Jahren der Diskussion sprach sich eine wichtige linke   Tendenz innerhalb der PRC, Controcorrente, bei ihrer Konferenz Anfang   des Jahres daf&#252;r aus, dem CWI beizutreten. Und k&#252;rzlich haben einige   anderen PRC- Ortsgruppen ihr Interesse an den Ideen von Controcorrente   bekundet! W&#228;hrend die politische Lage in Italien extrem kompliziert   bleibt, unter anderem durch eine ausgepr&#228;gte Anti-Partei-Haltung   besonders unter Jugendlichen, so spornt die tiefer werdenden politische   und &#246;konomische Krise ArbeiterInnen und Jugendliche doch zu militanten   Massenaktionen an, aus welchen die Kr&#228;fte des wahren Marxismus ein   wachsendes Echo f&#252;r unsere Ideen gewinnen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Den historischen Angriffe auf die griechische Arbeiterklasse, die unter   dem Diktat des Rettungsplans von IWF und EU verhangen worden waren,   wurde heftig Widerstand geleistet mit einer Serie von Generalstreiks und   Massendemonstrationen. Xekinima, eine der gr&#246;&#223;ten Sektionen des CWI, hat   eine bedeutende Rolle in diesen K&#228;mpfen gespielt, in dem sie ein klares   Programm von &#220;bergangsforderungen und Kampfstrategie aufstellte, im   Gegensatz zu den &#8222;Dampfablassaktionen&#8220; der Regierungs- verbundenen   Gewerkschaftsf&#252;hrer. Die regierende &#8222;sozialistische&#8220; Partei (PASOK) hat   sich selbst klarer als je zuvor als direkte Vertreterin des griechischen   und selbst des europ&#228;ischen Finanzkapitals entpuppt. In diesem   Zusammenhang f&#252;hrte Xekinima eine Kampagne zur Vereinigung der Linken,   um eine klare programmatische Alternative zum krisengesch&#252;ttelten   griechischen Kapitalismus aufzustellen, inklusive der Verstaatlichung   der gro&#223;en Banken und der Weigerung einer Schuldenr&#252;ckzahlung an die   parasit&#228;ren Gl&#228;ubiger, sowohl im Inland als auch international.<\/p>\n<h4>  Gelegenheiten in Irland<\/h4>\n<p>  Irland ist das zweite europ&#228;ische Land nach Griechenland, welches unter   dem intensiven Druck des Marktes einem Rettungspaket des IWF und der EU   zugestimmt hat, kombiniert mit einem schweren K&#252;rzungsprogramm. Und hier   hat auch das CWI das Potential, einen bedeutenden politischen Durchbruch   zu erzielen. Die kommenden Wahlen, die der Regierungskoalition von der   massiven Wut und der wirtschaftlichen Katastrophe aufgezwungen worden   waren, bieten der Socialist Party die M&#246;glichkeit, einige Sitze im   Parlament zu gewinnen. Mit Joe Higgins als wichtigster &#246;ffentlicher   Figur haben wir mit anderen SozialistInnen in Irland die United Left   Alliance (Vereinte Linke Allianz) gegr&#252;ndet, die eine breite   Kandidatenliste f&#252;r die landesweiten und lokalen &#196;mter aufstellt. Ein   historischer Durchbruch f&#252;r die revolution&#228;re Linke ist dort m&#246;glich.<\/p>\n<p>  Joe Higgins&#8217; Sieg bei den Wahlen zum Europ&#228;ischen Parlament im letzten   Jahr hat die Socialist Party in die Lage versetzt, eine f&#252;hrende Rolle   in den wachsenden Massenprotesten gegen die drohenden tiefen Einschnitte   im &#214;ffentlichen Dienst zu spielen. In ganz Europa war Joe in der Lage,   sein Position im Europ&#228;ischen Parlament zu nutzen, um breite   Unterst&#252;tzung f&#252;r die Idee eines europ&#228;ischen Aktionstages gegen die   K&#252;rzungen am 29. September anzusto&#223;en und aufzubauen.<\/p>\n<p>  In Schweden haben wir die Stimmen f&#252;r unsere Partei in den letzten   Wahlen ausgeweitet und f&#252;nf Stadtratssitze bekommen. Diese Position   wurde mit unserem Ruf aufgebaut, den wir im kommunalen Kampf gegen   K&#252;rzungen und gegen die wachsenden Bedrohungen rassistischer   rechtsextremer Gruppen erworben haben. Durch diese Arbeit ist unsere   Sympathie, besonders unter MigrantInnen, gestiegen. Genauso wie im   australischen Melbourne, wo wir mit unserem Ruf bei kommunalen K&#228;mpfen   die Unterst&#252;tzung verschiedener Gewerkschaften f&#252;r Steve Jollys   Kandidatur in den landesweiten Wahlen gewinnen konnten und wir fast 10   Prozent der Stimmen erreichten.<\/p>\n<p>  Eine neue Welle von K&#228;mpfen scheint sich auch in Gro&#223;britannien   aufzut&#252;rmen. Die gro&#223;artige Entschlossenheit der Jugendlichen und   StudentInnen hat die neue &#8220;ConDem&#8221; &#8211; Regierungskoalition ersch&#252;ttert,   und Selbstbewusstsein unter weiteren Teilen der Arbeiterklasse gehoben.   Angesichts der dramatischen, fl&#228;chendeckenden K&#252;rzungen von 20 Prozent   im &#214;ffentlichen Dienst hat unser Aufruf f&#252;r einen eint&#228;gigen   Generalstreik wachsenden Anklang erhalten.<\/p>\n<p>  Mit der Wahl von neunzehn Mitgliedern in landesweite   Gewerkschaftsvorst&#228;nde hat sich die Socialist Party of England and Wales   eine starke Position innerhalb der immer noch m&#228;chtigen Arbeiterbewegung   erarbeitet. Wir spielten eine f&#252;hrende Rolle im wachsenden National Shop   Stewards Network (NSSN), das gerade eine &#8222;britannienweite   Anti-K&#252;rzungskampagne&#8220; (&#8222;All-Britain Anti-Cuts Campaign&#8221;) ins Leben   gerufen hat. Die NSSN hat bereits mit anderen Anti-K&#252;rzungs-Verb&#228;nden   die wir f&#252;hrten, regionale Demonstrationen angesto&#223;en: 4.000 in London,   2.000 in Bristol, 600 in Cardiff, 1.000 in Nottingham, 500 in Leicester,   und viele andere kleinere &#246;rtliche Demonstrationen. Diese Initiativen   &#252;ben gemeinsam mit der Jugendbewegung einen immensen Druck auf die   Gewerkschaftsf&#252;hrerung aus, Massenaktionen und einen eint&#228;gigen   Generalstreik im &#214;ffentlichen Dienst zu organisieren.<\/p>\n<h4>  Kampf gegen die Rechte<\/h4>\n<p>  Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise haben die Wahlen in einem Land   nach dem anderen schonungslos die Krise der Organisationen der   Arbeiterklasse aufgedeckt. Die Umfragen spiegeln eine massive Wut wider,   in einer scharfen Haltung gegen jede Amtsperson, nach dem Motto:   &#8222;Schmei&#223;t die &#196;rsche raus!&#8221;. Wo einen klare linke Alternative   kandidiert, gibt es das Potential f&#252;r bedeutende Gewinne, sowie in   Irland. Fehlen diese jedoch, wie bei den letzten Wahlen in den USA,   k&#246;nnen populistische Kr&#228;fte wie die Tea Party bedeutende Fortschritte   machen.<\/p>\n<p>  Socialist Alternative, das dortige CWI, warnte vor dieser Gefahr und   erkl&#228;rte vorab, dass ohne einen Bruch der Arbeiterbewegung und der   sozialen Bewegungen mit den Demokraten und dem Angebot einer k&#228;mpfenden   linken Alternative der Rechtspopulismus wachsen wird. Wir veranstalteten   gut besuchte &#246;ffentliche Debatten mit der Tea Party, wo wir erkl&#228;rten,   wie wichtig es ist, klare Antworten auf ihre Propaganda zu geben. In der   wachsenden Protestwelle gegen Schulschlie&#223;ungen und K&#252;rzungen spielten   wir eine f&#252;hrende Rolle in einigen Gebieten, wobei wir die Idee des   Aufbaus einer neue politische Stimme konsequent vorstellen.<\/p>\n<p>  Die Gefahr des Rechtspopulismus und rassistischer Parteien w&#228;chst   international, wenn die Wirtschaftskrise fortschreitet. In &#214;sterreich   startet das CWI &#8222;H&#228;nde weg von unseren FreundInnen&#8221; &#8211; Komitees in   Schulen, um sofortige Proteste gegen die Abschiebung migrantischer   Jugendlicher zu organisieren.<\/p>\n<p>  Auch in Russland ist Antifaschismus ein zentraler Schwerpunkt unserer   Arbeit. 1500 faschistisch organisierte Fussballfans marschierten im   Dezember durch Moskau, besch&#252;tzt von der Polizei. CWI- Mitglieder dort   sehen sich permanent bedroht, sowohl durch die Regierung als auch rechte   Kr&#228;fte. Trotzdem haben wir erfolgreiche Kampagnen mit einem hohen Profil   gegen h&#228;usliche Gewalt und f&#252;r gleiche Rechte f&#252;r Schwule, Lesben,   Bisexuelle und Transgender durchf&#252;hren k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Ein neuer Zeitabschnitt<\/h4>\n<p>  Der Beginn eines beachtlichen Umschwungs im Bewusstsein zog sich wie ein   roter Faden durch die Berichte so gut wie aller Sektionen. Es ist nicht   nur ein zunehmendes Infragestellen des Kapitalismus und eine Offenheit   f&#252;r sozialistische Ideen zu verzeichnen, was besonders seit der   Finanzkrise 2008 ein Schl&#252;sselmerkmal des Bewusstseins ist. Aber auch   der Durst nach Ideen nimmt zu, besonders in der immer l&#228;ngeren Liste von   L&#228;ndern, wo sich Massenbewegungen entfalten. Durst nach Ideen, wie man   effektiv Gegenwehr leisten kann &#8211; Programm und Strategie &#8211; und was die   Alternative ist. Wo Sektionen des CWI die Position haben, um weite   Schichten mit unseren Ideen zu erreichen, er&#246;ffnet das die M&#246;glichkeit   eines gro&#223;en Wachstums in Zahlen und Einfluss.<\/p>\n<p>  Das zeigte eine kleine Protestaktion im englischen Coventry sehr   deutlich, am selben Abend, als 35.000 Jugendliche das Parlament in   London st&#252;rmten. Laut eines Berichtes am letzten Abend des Kongresses   brachte dort ein junges Mitglied der Socialist Party 250 Sch&#252;lerInnen   seiner Schule auf die Stra&#223;e.<\/p>\n<p>  Er fragte die Menge: &#8222;Sind wir gegen diese K&#252;rzungen?&#8221; Die Sch&#252;lerInnen   br&#252;llten zur&#252;ck: &#8222;Ja!&#8221;<\/p>\n<p>  &#8222; Werden wir weiter k&#228;mpfen?&#8221;<\/p>\n<p>  &#8222;Ja!&#8221; erwiderten die Jugendlichen.<\/p>\n<p>  &#8222;Und k&#228;mpfen wir darum, diese Gesellschaft zu &#228;ndern und f&#252;r   Sozialismus?&#8221; Berichten zufolge antworteten alle 250 Jugendlichen und   selbst einige Polizisten mit einem vereinten &#8222;JA!&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht von der Diskussion zum Aufbau des KAI (CWI) auf dem 10.<br \/>\n      Weltkongress des Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale (Comitte for a<br \/>\n      Workers International).\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[103],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14042"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14042"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14042\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}