{"id":14028,"date":"2011-01-15T00:00:00","date_gmt":"2011-01-14T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14028"},"modified":"2012-07-16T14:52:58","modified_gmt":"2012-07-16T12:52:58","slug":"14028","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/01\/14028\/","title":{"rendered":"Korpsgeist bek&#228;mpfen"},"content":{"rendered":"<p>  In der Bundeswehr demokratische Rechte einfordern<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und seiner Folgen war die   Ablehnung von Milit&#228;r und Wehrpflicht in Deutschland &#252;berw&#228;ltigend. Die   &#8222;Bedrohung durch die Sowjetunion&#8220; diente als Argument f&#252;r die   Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Die BRD trat der NATO bei, 1955   wurde die Bundeswehr gebildet, 1956 folgte die allgemeine Wehrpflicht.   Ein Einsatz der Bundeswehr au&#223;erhalb der Bundesrepublik schien aber   jahrzehntelang undenkbar. Immer wieder wurde beteuert, sie sei eine   reine Verteidigungsarmee.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Holger Dr&#246;ge, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Nach dem Zusammenbruch des Stalinismus in Osteuropa 1989\/90 ergriffen   die Herrschenden in Deutschland Ma&#223;nahmen, auch au&#223;erhalb Deutschlands   milit&#228;risch wieder mitreden zu k&#246;nnen. Wenn die Bundeswehr tats&#228;chlich   nur zur Verteidigung gegen die Armeen der Ostblockstaaten geschaffen   worden w&#228;re, dann h&#228;tte man sie ja jetzt aufl&#246;sen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Doch das genaue Gegenteil wurde unternommen. Es wurden Sondereinheiten   wie das Kommando Spezialkr&#228;fte (KSK) gebildet, sogenannte   Krisenreaktionskr&#228;fte aufgebaut und der Anteil der Wehrpflichtigen immer   weiter reduziert.<\/p>\n<p>  Im Jahr 2000 &#228;u&#223;erte der damalige Verteidigungsminister Scharping (SPD):   &#8222;Es ist schwer, eine Wehrpflichtarmee international einzusetzen, weil   auf jeden Wehrpflichtigen zwei Elternteile und vier Gro&#223;eltern schauen   und von der Notwendigkeit eines Einsatzes &#252;berzeugt werden wollen.&#8220;   (Interview mit dem SPIEGEL 22\/2000).<\/p>\n<p>  Unter der SPD\/Gr&#252;ne-Regierung von 1998 bis 2005 nahm die Bundeswehr im   Jugoslawien-Krieg erstmals wieder an einem Kriegseinsatz teil.<\/p>\n<h4>  Einsatz im Innern<\/h4>\n<p>  Ob Castortransporte oder G8-Gipfel. In den letzten Jahren wurde immer   wieder versucht, den Einsatz der Bundeswehr auch in Deutschland zu   etablieren. Den Anfang machten die &#8222;Notstandsgesetze&#8220;, die 1968 trotz   gro&#223;en &#246;ffentlichen Protesten verabschiedet wurden. Nach Artikel 87a   darf die Bundeswehr von der Bundesregierung unter bestimmten Bedingungen   auch eingesetzt werden &#8222;zur Abwehr einer drohenden Gefahr f&#252;r den   Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes   oder eines Landes&#8220;.<\/p>\n<p>  Aber die Bundeswehr betreibt auch Propaganda: Zum Beispiel gab es vor   zwei Jahren eine Ausstellung von Bundesamt f&#252;r Verfassungsschutz und dem   Logistikzentrum der Bundeswehr unter dem Titel: &#8222;Es betrifft Dich!   Demokratie sch&#252;tzen &#8211; Gegen Extremismus in Deutschland&#8221; mit der   Propaganda f&#252;r den b&#252;rgerlichen Staat gemacht wurde.<\/p>\n<p>  Mit der ab 2006 neu geordneten Zivil-Milit&#228;rischen-Zusammenarbeit (ZMZ)   wurde die Einbindung der Bundeswehr in die Innenpolitik vorangetrieben.   Die Frage, was mit den ZMZ in den Kommunen und Regionen bezweckt wird,   wurde nun durch eine Kleine Anfrage der Linksfraktion   (Bundestagsdrucksache 16\/13970) beantwortet: Der Einsatz der Bundeswehr   gegen Streikende und Demonstrierende im Rahmen der Zivil-milit&#228;rischen   Zusammenarbeit (ZMZ) ist nicht mehr auszuschlie&#223;en. Ob &#8222;Gro&#223;ereignisse   (Staatsbesuche, Gipfel) sowie damit in Zusammenhang stehende   Demonstrationen Anl&#228;sse f&#252;r die Zusammenkunft der   Katastrophenschutzst&#228;be sein&#8220; k&#246;nnen, obliege den f&#252;r die &#246;rtliche   polizeiliche und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr zust&#228;ndigen   Landesbeh&#246;rden, hei&#223;t es in der Antwort. Es bleibe &#8222;dem jeweiligen   konkreten Einzelfall vorbehalten&#8220;, ob Streiks im Transport-, Energie-   oder Sanit&#228;tssektor oder bei der M&#252;llabfuhr als Begr&#252;ndungen f&#252;r ein   T&#228;tigwerden der ZMZ-Strukturen herangezogen werden k&#246;nnen&#8220;.<\/p>\n<h4>  Demokratie in der Bundeswehr<\/h4>\n<p>  Der Stern titelte zum 50 j&#228;hrigen Bestehen der Bundeswehr: &#8222;Armee der   Demokratie&#8221;, doch die Realit&#228;t sieht anders aus. In der Bundeswehr   werden demokratische Rechte missachtet. Soldaten d&#252;rfen nicht streiken,   keine Betriebsr&#228;te w&#228;hlen. Soldaten, die protestieren, m&#252;ssen mit   Problemen rechnen.<\/p>\n<p>  Gleichzeitg werden sie, abgesondert von der arbeitenden Bev&#246;lkerung, in   Kasernen untergebracht. Das beg&#252;nstigt bei diesen Berufssoldaten einen   rechten, reaktion&#228;ren Elite- und Korpsgeist.<\/p>\n<h4>  Nicht unsere Armee<\/h4>\n<p>  Das gilt letztendlich f&#252;r alle Armeen weltweit und die Welt w&#228;re   sicherer und friedlicher ohne Armeen. Aber solange der Kapitalismus das   herrschende System ist, kann es keine friedliche Welt geben. Schon der   preu&#223;ische General Clausewitz hielt fest: &#8222;Der Krieg ist eine blo&#223;e   Fortsetzung der Politik unter Einbeziehung anderer Mittel&#8221; (Vom Kriege   I, 1, 24). Und die herrschende Politik ist eine im Interesse der Banken   und Konzerne. Bundeswehr und Kapitalismus sind untrennbar verbunden. Und   es ist daher nicht die Aufgabe von ArbeiterInnen und Jugendlichen die   Interessen der Kapitalisten zu vertreten, schon gar nicht mit Waffen und   nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam. Der Kampf gegen Militarismus   ist daher verbunden mit dem Kampf gegen den Kapitalismus.<\/p>\n<h4>  Programm der SAV<\/h4>\n<p>  Die SAV ist gegen die Umwandlung der Bundeswehr in eine Berufsarmee,   aber auch eine Armee von Wehrpflichtigen wird im Interesse der   Herrschenden eingesetzt, wie zum Beispiel der Vietnamkrieg zeigt. F&#252;r   uns steht im Vordergrund, dass die Bundeswehr kein taugliches Mittel der   Herrschenden zur Durchsetzung ihrer Politik ist.<\/p>\n<p>  Wenn deutsche Soldaten im Ausland k&#228;mpfen, dann tun sie dies nicht im   Interesse der Arbeiterklasse. Es sind die Interessen des deutschen   Kapitals die am Hindukusch verteidigt werden. Daher setzen wir f&#252;r ein   Ende aller Auslandseins&#228;tze ein, egal unter welchem Mandat sie   stattfinden. Das Kommando Spezialkr&#228;fte, die Krisenreaktionskr&#228;fte und   alle anderen Sondereinheiten geh&#246;ren abgeschafft.<\/p>\n<p>  Aber auch dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren muss ein Riegel   vorgeschoben werden. Die ZMZ geh&#246;rt abgeschafft.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig sind demokratische Rechte in der Bundeswehr von N&#246;ten. Die   SAV fordert die Wahl aller Offiziere durch die Mannschaften   (einschlie&#223;lich der M&#246;glichkeit der Abwahl). Es muss das Recht geben,   auf allen Ebenen demokratische Soldatenkomitees zu w&#228;hlen, welche die   Interessen der Mannschaften vertreten.<\/p>\n<p>  Dazu geh&#246;rt das Recht auf gewerkschaftliche, einschlie&#223;lich des   Streikrechts, und politische Bet&#228;tigung bei der Bundeswehr, sowie volle   Rede- und Versammlungsfreiheit. Wir setzen uns gegen die Kasernierung   und heimatferne Stationierung der SoldatInnen ein.<\/p>\n<p>  Der Kampf f&#252;r diese Forderungen und gegen den Militarismus muss zum Ziel   haben, die Armee im Ernstfall unbrauchbar f&#252;r die aggressiven Ziele der   Herrschenden zu machen. Letztendlich lehnen SozialistInnen eine Armee,   die die Interessen der Kapitalisten nach innen und au&#223;en vertritt,   grundlegend ab. Darum k&#228;mpfen wir f&#252;r eine sozialistische Ver&#228;nderung &#8211;   in Deutschland und weltweit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In der Bundeswehr demokratische Rechte einfordern\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[62],"tags":[270,233],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14028"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14028"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14028\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}