{"id":14019,"date":"2011-01-08T00:00:00","date_gmt":"2011-01-07T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14019"},"modified":"2012-05-09T15:30:42","modified_gmt":"2012-05-09T13:30:42","slug":"14019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/01\/14019\/","title":{"rendered":"F&#252;r sozialistische Demokratie weltweit"},"content":{"rendered":"<p>  Zur LL-Demo 2011<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 9. Januar demonstrieren auch in diesem Jahr wieder tausende Linke   in Berlin zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Wer waren   sie, und warum sind sie heute noch wichtig?<\/b><\/p>\n<p>  Die Revolution&#228;rInnen Rosa und Karl (beide 1871-1919) waren vor dem 1.   Weltkrieg Mitglieder der SPD. Die war damals eine v&#246;llig andere Partei   als heute, als Massenpartei der ArbeiterInnen berief sie sich auf den   Marxismus und lehnte den Kapitalismus ab. Allerdings war sie keine   vollst&#228;ndig revolution&#228;re Partei. Innerhalb der SPD gab es verschiedene   Fl&#252;gel.<\/p>\n<p>  Der wichtigste Streitpunkt zwischen ihnen war die Frage &#8222;Sozialreform   oder Revolution&#8220;. Rosa Luxemburg war der Ansicht, dass Sozialismus nur   durch Massenbewegungen und -streiks erreicht werden k&#246;nnte. Sie   begr&#252;ndete diese These in ihrem ber&#252;hmten Buch &#8222;Sozialreform oder   Revolution&#8220;. Rosa Luxemburg z&#228;hlte zu den bedeutendsten und   entschlossensten F&#252;hrerInnen der Linken. In Zeitungsartikeln, Brosch&#252;ren   und B&#252;chern forderte sie, den allt&#228;glichen Kampf um Verbesserungen mit   dem gro&#223;en Projekt der Revolution zu verbinden und kritisierte die Idee   einer klaren Trennung zwischen &#8222;Nahzielen&#8220; und dem &#8222;Fernziel&#8220; der   Revolution. Sie erkannte Massenstreiks als Grundlage bzw. Vorstufe einer   Revolution, w&#228;hrend die SPD-Mehrheit Streiks nur als Mittel zur   Erzielung h&#246;herer L&#246;hne sah.<\/p>\n<h4>  Weltkrieg: Wer hat uns verraten?&#8230;<\/h4>\n<p>  Der linke SPD-Fl&#252;gel hatte im Gegensatz zu den anderen Fraktionen keine   festen Organisationsstrukturen und deshalb weniger Einfluss innerhalb   der Partei. So konnte er auch nicht verhindern, dass die   Reichstagsfraktion der SPD im August 1914 f&#252;r die Kriegskredite stimmte   und den Ersten Weltkrieg unterst&#252;tzte. Die meisten sozialdemokratischen   Parteien in den anderen kriegf&#252;hrenden Staaten verhielten sich &#228;hnlich.   Damit standen die Parteien der ArbeiterInnen (und auch die   Gewerkschaften) pl&#246;tzlich f&#252;r einen Krieg, nachdem sie vorher alle   Kriege stets abgelehnt hatten. Sie nahmen in Kauf, dass Arbeiter   verschiedener Nationalit&#228;ten gezwungen wurden, sich im Interesse des   Kapitals gegenseitig zu ermorden. Karl Liebknecht war der erste   SPD-Abgeordnete, der im Reichstag gegen den Krieg protestiert hatte &#8211;   daf&#252;r wurde er aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen und kam sp&#228;ter ins   Gef&#228;ngnis. Mit Rosa Luxemburg und anderen gr&#252;ndete er 1915 die &#8222;Gruppe   Internationale&#8220;, die, zun&#228;chst noch als Teil der SPD, weiter gegen Krieg   und Kapitalismus k&#228;mpfte. Durch den Krieg verschlechterte sich das Leben   der ArbeiterInnen erheblich. Daher wuchs bald auch der Widerstand gegen   die Politik der SPD-F&#252;hrung. In Russland wurde im November 1917 der   Kapitalismus gest&#252;rzt, und auch in Deutschland deuteten Massenstreiks   und -proteste darauf hin, dass eine Revolution in Reichweite lag.<\/p>\n<h4>  Novemberrevolution: &#8230;Sozialdemokraten!<\/h4>\n<p>  Anfang November 1918 war es soweit &#8211; mit der Meuterei der &#8222;roten   Matrosen&#8220; der Kriegsmarine begann die Novemberrevolution. Binnen wenigen   Tagen verbreitete sich der Aufstand &#252;ber ganz Deutschland, der Kaiser   musste abdanken. &#220;berall bildeten sich demokratische Arbeiter- und   Soldatenr&#228;te. Die SPD-F&#252;hrung lehnte die Revolution ab, stellte sich   aber zum Schein an ihre Spitze und rief die Republik aus. Sie schloss   allerdings ein B&#252;ndnis mit den Kapitalisten, verriet damit die   Revolution und setzte anstelle der R&#228;tedemokratie ein parlamentarisches   System durch, in dem der Kapitalismus erhalten blieb.<\/p>\n<p>  Karl und Rosa f&#252;hrten den Kampf f&#252;r die soziale Revolution und das   R&#228;tesystem weiter und gr&#252;ndeten an Sylvester 1918 die KPD, die   Kommunistische Partei Deutschlands. Die neue Partei &#252;bernahm direkt nach   ihrer Gr&#252;ndung die F&#252;hrung des spontan ausgebrochenen &#8222;Januaraufstandes&#8220;   der Berliner ArbeiterInnen. Um den Aufstand niederzuschlagen setzte die   Regierung neben der alten, noch von den kaiserlichen Gener&#228;len gef&#252;hrten   Reichswehr &#8222;Freikorps&#8220; ein, reaktion&#228;re M&#246;rderbanden, aus denen sich in   den 20er-Jahren die Nazis entwickelten. Ein Freikorps entdeckte am 15.   Januar 1919 Karl und Rosa in ihrem Versteck. Sie wurden verhaftet,   gefoltert und schlie&#223;lich ermordet &#8211; mit ausdr&#252;cklicher Billigung der   Regierung, die jeweils 50000 Mark Kopfgeld auf sie ausgesetzt hatte. Der   Januaraufstand wurde niedergeschlagen, aber der Kampf f&#252;r eine   sozialistische Gesellschaft ging weiter. Die Schriften Rosa Luxemburgs,   ihre Forderung nach einer sozialistischen Demokratie weltweit und ihre   Positionen zu Themen wie dem Generalstreik sind bis heute aktuell. <\/p>\n<p>  <i>Thies<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zur LL-Demo 2011\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90,104],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14019"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14019"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14019\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}