{"id":14009,"date":"2010-12-13T13:00:00","date_gmt":"2010-12-13T13:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14009"},"modified":"2010-12-13T13:00:00","modified_gmt":"2010-12-13T13:00:00","slug":"14009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/12\/14009\/","title":{"rendered":"&#8222;Widerstand plus&#8220; meldet sich zu Wort"},"content":{"rendered":"<p>  50.000 auf der Stra&#223;e gegen Stuttgart 21<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wenn Merkel, Mappus und Bahnchef Grube gehofft hatten, durch die   wochenlangen Schlichtungsgespr&#228;che zu Stuttgart 21 der Protestbewegung   den Wind aus den Segeln zu nehmen, so wurden diese Hoffnungen am Samstag   entt&#228;uscht. &#220;ber 50.000 beteiligten sich an der &#252;berregionalen   Demonstration unter dem Motto &#8222;Stuttgart ist &#252;berall &#8211; F&#252;r eine   Demokratie der B&#252;rger&#8220;. Und alle Beteiligten waren sich einig: im neuen   Jahr wird es mit &#8222;Widerstand plus&#8220; gegen &#8222;Stuttgart 21 plus&#8220; &#8211; so hei&#223;t   der als Schlichterspruch bezeichnete Vorschlag Heiner Gei&#223;lers f&#252;r die   Umsetzung des milliardenschweren Bahnhofsprojekt mit einigen   Ver&#228;nderungen &#8211; weiter gehen.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Die Stuttgarter Demonstrationen, die seit einem Jahr regelm&#228;&#223;ig   stattfinden, sind ein Fest der Kreativit&#228;t. Unz&#228;hlige selbstorganisierte   Gruppen machten am Rande des Marsches witzige oder zum Nachdenken   anregende Aktionen, mit einem Blasorchester wurden die Busse aus Berlin   empfangen, auf hunderten selbst gemalten Schildern und Plakaten wurden   die Verantwortlichen f&#252;r Stuttgart 21 angeklagt oder auf die Schippe   genommen. Sogar das Symbol f&#252;r die Bauarbeiten der Deutsche Bahn AG, der   Maulwurf Max, wollten DemonstrantInnen von seinem Los befreien und   forderten seine Freilassung &#8230;.<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/berlin_transpi2.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  W&#228;hrend alle RednerInnen dazu aufriefen, die Demonstrationen auch im   neuen Jahr fortzusetzen, wurde doch deutlich, dass es unter den   AktivistInnen einen unterschiedlichen Umgang mit dem Ergebnis der so   genannten Schlichtungsgespr&#228;che gibt und einige Kr&#228;fte immer mehr auf   die Landtagswahlen am 27. M&#228;rz orientieren. W&#228;hrend viele   DemonstrantInnen deutlich macheten, dass sie von Schlichtung und   Schlichterspruch nichts halten, bezogen sich die auf der Kundgebung   redenden PolitikerInnen von SPD, Gr&#252;nen und LINKE positiv auf das   Schlichtungsverfahren und gaben keine Erkl&#228;rung daf&#252;r, warum dieses   Verfahren unterm Strich den Projektbef&#252;rwortern geholfen hat.<\/p>\n<p>  Boris Palmer von den Gr&#252;nen besa&#223; gar die Frechheit seine Partei als   einzige verl&#228;ssliche Kraft gegen Stuttgart 21 darzustellen und   gleichzeitig den Eindruck zu erwecken, als sei das Projekt schon   gestorben: &#8222;Wir m&#252;ssen keine Angst haben. Das Projekt erledigt sich von   selbst. Es ist halt ein Tod auf Raten.&#8220; Die in solchen &#196;u&#223;erungen zum   Ausdruck kommende Hoffnung, dass die von Gei&#223;ler genannten Bedingungen   f&#252;r eine Umsetzung des Projekts tats&#228;chlich eingehalten und dann den   Kostenrahmen sprengen werden, ist eine Illusion. In einem Interview mit   den Stuttgarter Nachrichten gibt Bahnchef Grube sich sehr gelassen   hinsichtlich des Stresstests und der m&#246;glichen Zusatzkosten. Warum? Weil   er wei&#223;, dass er und seine Kumpanen durch die Schlichtung das Ruder   wieder mehr in der Hand halten.<\/p>\n<p>  Palmers Bemerkung, dass Stuttgart am Ende einen funktionierenden Bahnhof   haben werde &#8211; &#8222;egal, was gebaut wird&#8220;, sollte auch aufhorchen lassen.   Hier bereitet sich ein Vertreter der Partei, die nach den Landtagswahlen   wahrscheinlich den Ministerpr&#228;sidenten stellen wird , m&#246;glicherweise   darauf vor, faulen Kompromissen zuzustimmen.<\/p>\n<p>  An der Demonstrationen nahmen auch viele Mitglieder der LINKE-F&#252;hrung   teil, die ihre Parteivorstandssitzung extra nach Stuttgart verlegt   hatte. Sabine Leidig, die verkehrspolitische Sprecherin der   LINKE-Bundestagsfraktion, sprach auf der Kundgebung, w&#228;hrend Gregor Gysi   und Gesine L&#246;tzsch in der ersten Reihe Beifall spendeten.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/sav_transpi2.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  So erfolgreich die Demonstration auch war, so blieb sie hinsichtlich der   &#252;berregionalen Beteiligung doch hinter den Erwartungen zur&#252;ck. Busse   reisten nur aus Berlin, NRW und Hessen an, in den meisten F&#228;llen durch   DIE LINKE oder Linksjugend[&quot;solid] organisiert. Der urspr&#252;nglich f&#252;r   Berlin geplante Sonderzug wurde in zwei Reisebusse umgewandelt. Das   hatte sicher auch damit zu tun, dass das ganze Schlichtungsverfahren den   Bef&#252;rwortern von Stuttgart 21 geholfen hat und die Dramatik und   Bedeutung der Auseinandersetzung weniger klar ist, als nach dem brutalen   Polizeieinsatz vom 30. September im Stuttgarter Schlossgarten.   Zweifellos spielten auch die schlechten Wetterverh&#228;ltnisse eine Rolle   dabei, dass S21-GegnerInnen aus dem Bundesgebiet die Reise nicht auf   sich nahmen. Aber vor allem nutzten die Organisationen, die eine starke   bundesweite Mobilisierung erm&#246;glichen k&#246;nnten, ihr Potenzial nicht.   Allen voran die Gewerkschaften, die zu diesem Thema ohnehin weitgehend   schweigen, aber auch DIE LINKE. Die Partei hat zwar zur Demo aufgerufen   und versucht zu mobilisieren, aber es ist dem Parteivorstand nicht   gelungen in der eigenen Mitgliedschaft deutlich zu machen, weshalb der   Kampf gegen Stuttgart 21 &#8211; gerade nach dem Ausbleiben eines hei&#223;en   Herbstes gegen das Sparpaket &#8211; von gr&#246;&#223;ter Bedeutung ist. Angesichts der   Tatsache, dass die Bewegung gegen S21 die einzige Massenbewegung ist,   die zur Zeit eine reale Chance auf einen Erfolg hat und ein solcher   Erfolg nicht nur ein Nagel am Sarg der Merkel-Regierung w&#228;re, sondern   generell allen Protestbewegungen Auftrieb geben w&#252;rde, h&#228;tte eine viel   entschlossenere Mobilisierungskampagne gef&#252;hrt werden m&#252;ssen. Die   Gr&#252;nen, die sich in den letzten Monaten wieder gerne als Protestpartei   pr&#228;sentieren, haben f&#252;r die &#252;berregionale Mobilisierung gar keinen   Finger krumm gemacht.<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/foto_pelad2.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder waren aus dem ganzen Bundesgebiet angereist und hatten   vor allem in Kassel, Berlin und NRW einen Beitrag zur Mobilisierung f&#252;r   die Sonderbusse geleistet. Mit den Slogans &#8222;L&#252;gner regieren &#8211; Konzerne   profitieren&#8220; und &#8222;Widerstand plus statt Stuttgart 21 plus&#8220; versuchten   wir, in die Demonstration Vorschl&#228;ge f&#252;r die weitere Strategie f&#252;r die   Bewegung und antikapitalistische Ideen hinein zu tragen. Dazu wurden   zehntausend <a href=\"\/media\/z\/s21_flyer.pdf\">Flugbl&#228;tter<\/a>   verteilt und hunderte Zeitungen und <a href=\"\/media\/z\/2010-12-11-S21_Faltblatt.pdf\">Extra-Faltbl&#228;tter<\/a>   zum Thema verkauft. Drei Demonstranten erkl&#228;rten auf der Demo bzw. dem   Heimweg, dass sie SAV-Mitglied werden wollen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Weitere Fotos <a href=\"http:\/\/picasaweb.google.com\/stanicic.sascha\/Stuttgart21Demo11122010?feat=directlink\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      50.000 auf der Stra&#223;e gegen Stuttgart 21\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,104,58],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14009"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14009"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14009\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}