{"id":14001,"date":"2010-12-06T20:00:00","date_gmt":"2010-12-06T20:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14001"},"modified":"2010-12-06T20:00:00","modified_gmt":"2010-12-06T20:00:00","slug":"14001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/12\/14001\/","title":{"rendered":"10. CWI-Kongress: Welt in Aufruhr"},"content":{"rendered":"<p>  Am Beginn einer &#196;ra von Massenbewegungen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 2. Dezember wurde der 10. Weltkongress des Komitees f&#252;r eine   Arbeiterinternationale (CWI) im belgischen Nieuwpoort er&#246;ffnet. 120   GenossInnen von &#252;ber 30 Gruppen und Organisationen des CWI nehmen bis   zum 9. Dezember daran teil.<\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm<\/i><\/h4>\n<p>  Im Referat zu Weltbeziehungen erinnerte Peter Taaffe vom Internationalen   Sekretariat (IS) daran, dass die irische Bev&#246;lkerung vor sechs Jahren   noch als die gl&#252;cklichste in ganz Europa galt. &#8222;All changed, changed   utterly &#8211; alles &#228;nderte sich, &#228;nderte sich vollst&#228;ndig&#8220;, diese ber&#252;hmten   Zeilen des Dichters W.B. Yeats aus den Tagen des Irischen Osteraufstands   1916 bringen den dramatischen Wandel Irlands &#8211; und die in Europa   einsetzenden sozialen Ersch&#252;tterungen des &#246;konomischen Bebens &#8211; auf den   Punkt. Die irische Krise h&#228;tte zu einem neuen   &#8222;Lehman-Brothers-Szenario&#8220;, wie der Guardian f&#252;rchtete, zu einer   Eskalation der Bankenturbulenzen und zu einem Scheitern des Euro f&#252;hren   k&#246;nnen. Am Samstag vor dem Beginn des Kongresses protestierten &#252;ber   100.000 Menschen auf der Gr&#252;nen Insel (mit einer Bev&#246;lkerung von 4,5   Millionen) gegen die angek&#252;ndigte K&#252;rzungsorgie. Auf einem   selbstgemalten Schild war zu lesen: &#8222;Weg mit dieser ganzen Art von   Dingen!&#8220;<\/p>\n<p>  Vor dem Hintergrund der j&#252;ngsten Ereignisse k&#246;nnen wir, so Peter Taaffe,   davon sprechen, dass wir &#8222;am Beginn einer neuen &#196;ra von   Massenbewegungen&#8220; stehen. In diesem Herbst z&#228;hlten die Demonstrationen   und Streiks, die innerhalb weniger Wochen in Frankreich stattfanden, in   der Summe &#252;ber 17 Millionen TeilnehmerInnen. Hinzu kommen nicht nur die   Generalstreiks in Griechenland, Spanien und Portugal in diesem Jahr,   sondern auch der 100 Millionen TeilnehmerInnen starke Generalstreik in   Indien am 7. September, die Ausst&#228;nde bei Honda, Foxconn und anderen   Fabriken in China sowie der s&#252;dafrikanische Lohnkampf von 1,3 Millionen   Besch&#228;ftigten des &#214;ffentlichen Dienstes.<\/p>\n<p>  Im reichsten Land der Welt, in den Vereinigten Staaten, verloren im Zuge   der Krise Millionen Arbeiterfamilien, so Bryan Koulouris aus Boston, ihr   Heim; der September markierte einen neuen traurigen Rekord mit 100.000   Zwangsr&#228;umungen. Ein Delegierter aus Israel verwies darauf, dass aktuell   ein Viertel aller Israelis in Armut lebt, vom Elend der   pal&#228;stinensischen Massen ganz zu schweigen. Liv Shange aus S&#252;dafrika   zeigte auf, dass die dortige Arbeitslosenquote offiziell 25 Prozent,   inoffiziell sogar 36 Prozent betr&#228;gt. Ein Genosse aus Indien erinnerte   an die 100.000 Bauern im Land, die aufgrund ihrer unertr&#228;glichen Lage   zwischen 2003 und 2008 Suizid begingen. F&#252;r mehr und mehr ArbeiterInnen,   sozial Benachteiligte und Jugendliche auf dem Planeten wird Kapitalismus   im Zuge dieser Krise, wie Lenin es einmal bezeichnete, &#8222;Horror ohne   Ende&#8220; bedeuten.<\/p>\n<h4>  &#220;berakkumulationskrise<\/h4>\n<p>  Peter Taaffe und mehrere Delegierte betonten, dass die heutige Krise   letztlich auf das Ende des kapitalistischen Nachkriegsaufschwungs Mitte   der siebziger Jahre zur&#252;ckgeht. Mangels profitabler Anlagem&#246;glichkeiten   in der Produktion wurden Unsummen in die Finanzm&#228;rkte gesteckt, die zu   einer beispiellosen Aufbl&#228;hung spekulativer Blasen f&#252;hrten. Lynn Walsh   vom IS nannte die Krise eine &#8222;klassische Krise von struktureller   &#220;berakkumulation von Kapital&#8220;. Das global angeh&#228;ufte Kapital findet   keine ausreichenden Verwertungsm&#246;glichkeiten im produktiven Bereich, es   fehlt an entsprechender Nachfrage.<\/p>\n<p>  Peter Taaffe erinnerte in der Einleitung zur ersten Plenumsdebatte auf   dem Kongress daran, dass das CWI 2008 keinem &#8222;Katastrophenszenario&#8220; das   Wort redete, sondern die M&#246;glichkeit f&#252;r die B&#252;rgerlichen erkannte, mit   besonderen Ma&#223;nahmen (Konjunkturprogramme, Banken-Rettungsaktionen,   Politik der &#8222;Quantitativen Lockerung&#8220;, also eine Ausweitung der im   Finanzkreislauf befindlichen Geldmenge) eine Gro&#223;e Depression, wie wir   sie im Anschluss an 1929 erlebten, abzuwenden. Dennoch f&#252;hrten die   weltweit mehr als zehn Billionen in Rettungsprogrammen investierten   US-Dollar zu einer &#8222;Gro&#223;en Rezession&#8220;, wie die b&#252;rgerlichen &#214;konomen   Nouriel Roubini, Robert Shiller und andere es formulierten. In den USA   wurden eine Million Jobs gerettet &#8211; trotzdem gingen acht Millionen   Arbeitspl&#228;tze verloren. Neben dem staatlichen Eingreifen war das   fortgesetzte Wachstum in China &#8211; dank der besonderen Auswirkungen der   umgerechnet 400 Milliarden Euro Konjunkturgelder und der 1.000   Milliarden Euro Kreditdarlehen &#8211; ein wesentlicher Faktor, was einen   Crash verhinderte.<\/p>\n<p>  Allerdings drohen in der Folgezeit f&#252;r eine Reihe von L&#228;ndern Krisen vom   Ausma&#223; einer Depression. Durch die mobilisierten Gelder explodierten die   Staatsschulden. Um dieser Entwicklung Herr zu werden, steuern die   meisten b&#252;rgerlichen Regierungen inzwischen um &#8211; womit sie eine perfide   Kahlschlagspolitik losgetreten haben. So soll der Lebensstandard der   irischen Bev&#246;lkerung auf Basis der bisherigen K&#252;rzungspl&#228;ne auf einen   Schlag um 15 Prozent abgesenkt werden. Es ist sehr offen, wie der   Kongress diskutierte, ob der Euro in den n&#228;chsten Jahren in der heutigen   Form &#252;berleben kann &#8211; schlie&#223;lich ist die Zahlungsunf&#228;higkeit von   Griechenland, Irland und weiteren Staaten aller Wahrscheinlichkeit nach   nur eine Frage der Zeit.<\/p>\n<p>  Peter Taaffe betonte, dass die Herrschenden &#252;ber ihren   wirtschaftspolitischen Kurs tief zerstritten sind. Durch die von einem   Gro&#223;teil der Regierenden mittlerweile eingeschlagenen Ma&#223;nahmen zur   &#8222;Haushaltskonsolidierung&#8220; k&#246;nnte ihnen das gleiche Schicksal ereilen,   was der Roosevelt-Administration in den USA in den Drei&#223;igern widerfuhr:   Damals schwenkten sie vorzeitig von der keynesianischen Linie zur   &#8222;Sparpolitik&#8220; um und steuerten schon 1936\/37 auf die n&#228;chste Rezession   zu.<\/p>\n<p>  Eine gewisse Diskussion kam zur Frage auf, wie die Streitigkeiten im   b&#252;rgerlichen Lager &#252;ber den wirtschaftspolitischen Kurs zu werten sind.   W&#228;hrend Delegierte aus Schweden meinten, dass sich die b&#252;rgerlichen   &#214;konomen fast durch die Bank zu K&#252;rzungen gezwungen sehen (und aufgrund   m&#246;glicher Gegenwehr h&#246;chstens &#252;ber das Tempo und den Umfang streiten),   verwies Peter Taaffe auf b&#252;rgerliche &#214;konomen wie Paul Krugman, die vor   einem Abw&#252;rgen des Aufschwungsmotors warnen.<\/p>\n<p>  Generell bestand auf dem Kongress &#220;bereinstimmung dar&#252;ber, dass die   globale Krise des Kapitalismus nicht gel&#246;st, sondern nur in ein neues   Stadium eingetreten ist: von der Finanz- und Wirtschaftskrise in eine   Krise der Staatsfinanzen. Durch die anvisierte Rotstiftpolitik k&#246;nnte   die Weltwirtschaft erneut einbrechen. Unabh&#228;ngig vom genauen Verlauf der   wirtschaftlichen Entwicklung befinden wir uns in einer langgezogenen   Depressionsperiode &#8211; wie Friedrich Engels, so Per Olsson aus Schweden,   die internationale Krise in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts   charakterisiert hatte.<\/p>\n<h4>  China, USA und der &#8222;W&#228;hrungskrieg&#8220;<\/h4>\n<p>  Nach einer Prognose des Internationalen W&#228;hrungsfonds (IWF) soll China   die USA &#246;konomisch im Jahr 2016 vom ersten Platz verdr&#228;ngt haben. Peter   Taaffe verwies darauf, dass China (dessen Wirtschaftskraft sich derzeit   auf 40 Prozent derjenigen der USA bel&#228;uft) in Sachen   Arbeitsproduktivit&#228;t und Lebensstandard noch weit zur&#252;ckliegt. Konsens   war auf dem Weltkongress zudem, dass sich das Wachstum des &#8222;Reichs der   Mitte&#8220; nicht auf Dauer in dieser Form fortsetzen l&#228;sst. Schlie&#223;lich kann   China seine auf den Export ausgerichtete &#214;konomie nicht einfach &#252;ber   Nacht grundlegend umstrukturieren. Zudem sind der Ausweitung der   kaufkr&#228;ftigen Nachfrage Grenzen aufgrund der dort praktizierten   Superausbeutung der Arbeiterklasse gesetzt; abgesehen davon stellen die   bestehenden Aktien- und Immobilienblasen &#8222;tickende Zeitbomben&#8220; dar.<\/p>\n<p>  Mit ihrer zweiten Runde der &#8222;quantitativen Lockerung&#8220; setzt die   US-Notenbank auf eine Abwertung des Dollar, um ihre Probleme zu   &#8222;exportieren&#8220;. Auch Russland und andere Staaten werten ihre W&#228;hrungen in   dieser Phase ab, um ihre Absatzaussichten zu verbessern. Dar&#252;ber   entsetzt sprach der brasilianische Finanzminister Mantega schon von   einem &#8222;W&#228;hrungskrieg&#8220; &#8211; der, wie der Kongress diskutierte, nur den Boden   f&#252;r einen erbitterten Handelskrieg und versch&#228;rfte Spannungen der   Gro&#223;m&#228;chte (bis hin zu milit&#228;rischen Konflikten und   Stellvertreterkriegen in Afrika, Asien und anderswo) bereitet. Sonja   Grusch aus &#214;sterreich erkl&#228;rte, dass die Einf&#252;hrung der Berufsarmee in   Deutschland und anderen L&#228;ndern zum jetzigen Zeitpunkt deshalb kein   Zufall darstellt.<\/p>\n<p>  Sollte China, dessen Renminbi um bis zu 40 Prozent unterbewertet ist,   zur Aufwertung gezwungen werden, k&#246;nnte das laut Premier Wen Jiabao   (worauf ein in Hongkong aktiver Genosse hinwies) eine Welle von   Fabrikschlie&#223;ungen ausl&#246;sen.<\/p>\n<p>  Die Weltlage ist heute auch davon gekennzeichnet, dass der   US-Imperialismus, nicht zuletzt wegen seinem Debakel im Irak und in   Afghanistan, an St&#228;rke eingeb&#252;&#223;t hat. Damit leben wir, so Peter Taaffe,   &#8222;nicht l&#228;nger in einer unipolaren Welt&#8220;. Trotzdem ist keine Macht in   Sicht, die die USA als f&#252;hrende Weltmacht abl&#246;sen kann.<\/p>\n<h4>  Brisante Situation im Nahen Osten<\/h4>\n<p>  Mehrere Delegierte, darunter auch Genossen aus Israel, betonten, dass   ein Milit&#228;rschlag Israels gegen Iran derzeit zwar nicht die   wahrscheinlichste Perspektive ist, aber nicht ausgeschlossen werden   kann. Im ganzen Nahen Osten ist von sich alarmierend ausweitenden   Gefahrenherden auszugehen. Im Irak droht eine &#8222;Libanonisierung&#8220;, der   US-Imperialismus k&#246;nnte in den kommenden Jahren nicht nur mit einem,   sondern mit mehreren &#8222;neuen Saddam Husseins&#8220; konfrontiert sein.<\/p>\n<p>  Parallel dazu nimmt der Widerstand zu. Allen voran im Iran, wo die   Massenbewegung vom Sommer 2009, wie Robert Bechert im Schlusswort   erkl&#228;rte, als Beginn einer revolution&#228;ren Krise eingestuft werden kann.   Verwiesen wurde in mehreren Beitr&#228;gen auch auf die eindrucksvolle   Zunahme von Arbeitsk&#228;mpfen in &#196;gypten, einem Schl&#252;sselland in der Region.<\/p>\n<h4>  Jugend muckt auf<\/h4>\n<p>  In der Diskussion wurde auf Sch&#252;ler- und Studierendenproteste in Irland,   Schottland, Gro&#223;britannien, Italien, aber auch auf eine eindrucksvolle   Beteiligung von Jugendlichen an den Protesten der franz&#246;sischen   Besch&#228;ftigten gegen die &#8222;Rentenreform&#8220; hingewiesen. Darum geht in   Frankreich schon das &#8222;Gespenst von 1968&#8220; um.<\/p>\n<p>  In London protestierten im November 50.000 gegen die drohende   Verdreifachung der Studiengeb&#252;hren auf 9.000 Pfund im Jahr. Damit   demonstrierten zehn Mal so viele wie die Veranstalter erwartet hatten.   Aber nicht nur zahlenm&#228;&#223;ig war der Protest beeindruckend. Es zeigte sich   auch eine enorme Radikalit&#228;t. Robin Clapp, Delegierter aus Bristol,   berichtete, dass zwei Sch&#252;ler ihm zuriefen: &#8222;Jetzt kommt Frankreich nach   Gro&#223;britannien!&#8220;<\/p>\n<h4>  Stimmung wandelt sich<\/h4>\n<p>  Die Entfremdung vom b&#252;rgerlichen Establishment hat in dieser Krise   weiter zugenommen. Der Hass auf die Politiker, aber auch auf die Banker   ist massiv. Da der Arbeiterbewegung in den meisten L&#228;ndern heute jedoch   eine eigene politische Stimme, eine eigene Partei, fehlt, verz&#246;gern sich   Bewusstseinsentwicklungen deutlich.<\/p>\n<p>  Kevin McLoughlin aus Irland und GenossInnen aus Schweden betonten, dass   die Erfahrungen mit Krise, K&#252;rzungen und zugespitzten Klassenkonflikten   Bewusstseinsentwicklungen in der kommenden Zeit in jedem Fall pr&#228;gen und   forcieren werden.<\/p>\n<p>  Sascha Stanicic, SAV-Bundessprecher, stimmte zu, dass wir noch nicht von   einem ausgepr&#228;gten antikapitalistischen Bewusstsein sprechen k&#246;nnen,   aber uns fragen m&#252;ssen, was wir in dieser Phase betonen sollten. Seiner   Meinung nach distanzieren sich nicht nur mehr und mehr Menschen vom   Establishment (in einer Umfrage von ARD-DeutschlandTrend gaben 90   Prozent an, dass sie f&#252;r Demonstrationen sind, damit die Politiker auf   sie h&#246;ren), au&#223;erdem w&#228;chst die Bereitschaft zum Widerstand &#8211; vor allem   aber erh&#246;ht sich die Zahl derjenigen, die meint, dass etwas v&#246;llig   falsch in dieser Gesellschaft l&#228;uft. In der Hinsicht haben wir es heute   mit einer antikapitalistischen Stimmung beziehungsweise Einstellung zu   tun.<\/p>\n<p>  Philip Locker aus den USA f&#252;hrte aus, dass die Unterst&#252;tzung f&#252;r die   &#8222;Tea-Party&#8220;-Bewegung keinen Rechtsruck in den USA, sondern eher eine   gesellschaftliche Polarisierung bedeutet, und verwies auf eine   US-Umfrage, wonach 30 Prozent der Jugend Sozialismus unterst&#252;tzen &#8211;   allerdings gibt es v&#246;llig vage und verwirrte Vorstellungen davon, was   Sozialismus bedeutet.<\/p>\n<p>  Andre Ferrari aus Brasilien erkl&#228;rte, dass in Lateinamerika vor allem   Mexiko, Venezuela und zentralamerikanische Staaten durch die globale   Rezession verheerend in Mitleidenschaft gezogen wurden. Vor diesem   Hintergrund gibt es in Brasilien bei einem Teil der Arbeiterklasse die   Stimmung, dass kurzfristige Einschr&#228;nkungen Sinn hatten, um der   Wirtschaft als Ganzes zu helfen und an Betriebsschlie&#223;ungen vorbei zu   kommen. Da L&#228;nder wie Brasilien sich jedoch der Krise der Weltwirtschaft   nicht dauerhaft entziehen k&#246;nnen (vor allem wenn China als wichtiger   Rohstoffabnehmer einbrechen sollte), wird sich bald auch der   Stimmungswandel in Brasilien und weiteren L&#228;ndern Lateinamerikas   verst&#228;rken. Verkomplizierend hinzu kommt aktuell nat&#252;rlich die   widerspr&#252;chliche Lage in Venezuela unter Hugo Chavez, wo zwar 30 Prozent   der Wirtschaft verstaatlicht sind, B&#252;rokratie, Korruption und Armut aber   zunehmen und Chavez weniger als in den Vorjahren als Anziehungspunkt   gesehen wird.<\/p>\n<p>  Rob Jones aus Russland hob in der Diskussion hervor, dass wegen dem   Fehlen von Arbeiterparteien in vielen L&#228;ndern am Beginn der Krise gerade   auch rechte Kr&#228;fte punkten konnten. So stellt zum Beispiel die   Jobbik-Partei in Ungarn, die auf Wahlebene mehr als 15 Prozent der   Stimmen erh&#228;lt, und gerade auch in Arbeitervierteln aktiv ist, f&#252;r die   Linke eine ernste Gefahr dar.<\/p>\n<p>  Andros Payiatsos aus Griechenland sagte in seinem Beitrag, dass die   Krise neue Herausforderungen f&#252;r unsere Politik und unsere   programmatischen Vorschl&#228;ge mit sich bringt. Er f&#252;hrte aus, wie die   griechischen GenossInnen ihre Forderung nach Einstellung der   Schuldenzahlungen und Verstaatlichung der Banken entwickelten. Den   Austritt aus dem Euro-Raum stellen wir heute nicht als Forderung auf,   weil das falsche Illusionen in ein kapitalistisches Griechenland wecken   w&#252;rde.<\/p>\n<h4>  Klimakatastrophe<\/h4>\n<p>  Grundlage der Diskussion war ein zehnseitiger Entwurf des IS zu   Weltbeziehungen und weitere Resolutionsentw&#252;rfe zum Mittleren Osten und   Osteuropa. Diese Dokumente sollen vor dem Ende des Weltkongresses   verabschiedet werden. Arne Johannson und weitere Delegierte aus Schweden   begr&#252;ndeten in der Diskussion &#196;nderungsantr&#228;ge, die der Frage der   Umweltzerst&#246;rung mehr Gewicht geben sollen. Wie die Klimagipfel in   Kopenhagen und Cancun unterstreichen, werden die Kapitalisten in   Krisenzeiten noch weniger bereit sein zu einem Umsteuern in der   Klimapolitik. Eine Genossin aus dem Nahen Osten wies darauf hin, dass im   Libanon seit Mai kein Regen fiel und der durch Privatisierungsma&#223;nahmen   herbeigef&#252;hrte Wassermangel auch dort die Umweltproblematik st&#228;rker ins   Bewusstsein r&#252;ckt. Alex Rouillard hob darauf ab, dass wir nicht nur f&#252;r   ein Umschwenken in der Klimapolitik eintreten k&#246;nnen, sondern auch bei   Solar- oder Windanlagen auf eine demokratische Kontrolle und Verwaltung   durch die arbeitende Bev&#246;lkerung insistieren m&#252;ssen. Die deutschen   GenossInnen haben einen &#196;nderungsantrag eingebracht, der herausstellt:   Angesichts der &#246;konomischen und &#246;kologischen Krise stellt sich die   Frage, die Friedrich Engels einmal aufgeworfen hatte, heute neu und in   aller Sch&#228;rfe &#8211; &#8222;Sozialismus oder Barbarei!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am Beginn einer &#196;ra von Massenbewegungen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102,103],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14001"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14001\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}