{"id":13999,"date":"2010-12-05T00:00:00","date_gmt":"2010-12-05T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13999"},"modified":"2010-12-05T00:00:00","modified_gmt":"2010-12-05T00:00:00","slug":"13999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/12\/13999\/","title":{"rendered":"Stuttgart 21: Gro&#223;demo und neue Polizeibrutalit&#228;t"},"content":{"rendered":"<p>  Nach Heiner Gei&#223;lers &quot;Schlichterspruch&quot;<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 4. Dezember fand die erste Gro&#223;demo gegen Stuttgart 21 nach dem   &quot;Schlichterspruch&quot; von Heiner Gei&#223;ler statt, der auch das Hauptthema der   Redebeitr&#228;ge war. Im Vorfeld hatte es im B&#252;ndnis gegen Stuttgart 21   gewisse Kontroversen gegeben, ob man an diesem Samstag &#252;berhaupt eine   Demo machen oder alle Kr&#228;fte auf die &#252;berregionale Demo am 11. Dezember   konzentrieren sollte. Vor diesem Hintergrund und angesichts der   eiskalten Temperaturen war die Beteiligung von 10.000 gut und zeigt,   dass der &quot;Schlichterspruch&quot; die Bewegung gegen Stuttgart 21 emp&#246;rt, aber   nicht demoralisiert hat.<\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein, aktiv im Cannstatter Aktionskreis gegen Stuttgart   21<\/i><\/h4>\n<p>  Die Stimmung auf der Kundgebung war selbstbewusst und k&#228;mpferisch. Schon   die Erw&#228;hnung des &quot;Schlichterspruchs&quot; oder von Politikern wie Mappus   reichte, um Sprechch&#246;re auszul&#246;sen. Klaus Gebhard, der &quot;Erfinder&quot; der   Parksch&#252;tzer, und der Bahnexperte Karl-Dieter Bodack f&#252;hrten aus, dass   die in der &quot;Schlichtung&quot; angef&#252;hrten Fakten f&#252;r die Modernisierung des   Kopfbahnhofs (K21) und damit gegen Stuttgart 21 und gegen den   Schlichterspruch sprechen.<\/p>\n<h4>  Spontandemo<\/h4>\n<p>  Urspr&#252;nglich war im Anschluss an die Kundgebung eine Demonstration   geplant gewesen. Ein Teil der Bewegung gegen Stuttgart 21 will die Zahl   der Demonstrationen und vor allem der Samstagsdemos verringern. Dabei   berufen sie sich vor allem auf Beschwerden des Einzelhandels. Aber da   die Industrie- und Handelskammer zu den fanatischsten Unterst&#252;tzern von   Stuttgart 21 geh&#246;rt, sollten wir uns nicht aus diesen Kreisen   einsch&#252;chtern und uns von ihnen vorschreiben lassen, wie oft wir   demonstrieren d&#252;rfen. Der Demoverzicht vom Samstag war aber nicht mit   den Beschwerden des Einzelhandels begr&#252;ndet worden, sondern mit dem   kalten Wetter. Aber auch das stie&#223; auf den Unmut vieler AktivistInnen,   die zu Recht argumentierten, eine Demonstration sei das beste Mittel, um   nach der langen Kundgebung wieder warme F&#252;&#223;e zu bekommen. Im Sommer war   nach der Errichtung des Bauzauns am Nordfl&#252;gel am 30. Juli eine Kultur   von Spontandemos entstanden. Allerdings hingen Spontandemos oft davon   ab, ob jemand nach der Kundgebung vor dem Nordfl&#252;gel die Initiative   ergriff, auf die Stra&#223;e zu gehen. Seitdem die Kundgebungen nicht mehr   dort stattfinden d&#252;rfen und auf die Stra&#223;e vor dem Hauptbahnhof verlegt   wurden, besteht dieses Problem nicht mehr. Wir m&#252;ssen nicht mehr auf die   Stra&#223;e gehen und den Verkehr zum Halten bringen. Wir sind schon auf der   Stra&#223;e, die Polizei hat die Stra&#223;e schon f&#252;r die Kundgebung gesperrt   (allerdings oft viel zu sp&#228;t, wenige Minuten vor Kundgebungsbeginn): wir   m&#252;ssen f&#252;r die Spontandemo nur auf der Stra&#223;e bleiben und loslaufen.   Daher ist es kein Wunder, dass sich auch diesmal ein gro&#223;er Teil der   KundgebungsteilnehmerInnen an der Spontandemo beteiligte.<\/p>\n<p>  Die Demo f&#252;hrte die schon eingespielte Route &#252;ber den   Gebhard-M&#252;ller-Platz, den Wilhelmsplatz zum Roteb&#252;hlplatz, wo sich auch   die CDU-Zentrale befindet. Dort gab es einige Sprechch&#246;re, neben dem   g&#228;ngigen &quot;L&#252;genpack&quot; auch &quot;Bahnhof weg, Tasche leer, CDU, danke sehr&quot;   und &quot;Was will ich und was willst Du, das Verbot der CDU&quot;. Als eine   Gruppe DemonstrantInnen sich der CDU-Zentrale n&#228;herte, wurde schnell die   T&#252;r geschlossen und die Polizei marschierte auf. Kurz vor dem Bahnhof   bog der Demozug dann zum Schlossplatz ab, wo gerade der Weihnachtsmarkt   ist, weil hinter dem Schlossplatz das Neue Schloss liegt, in dem sich   Ministerpr&#228;sident Mappus aufhalten sollte. Die Polizei wollte den Weg   zum Neuen Schloss absperren, das war aber auf dem gro&#223;en Schlossplatz   aussichtslos. Also begn&#252;gte sie sich damit, sich vor dem entsprechenden   Geb&#228;udefl&#252;gel des Schlosses aufzustellen. Einige hundert   DemonstrantInnen zogen zum Neuen Schloss, riefen Sprechch&#246;re, spielten   Musik und tanzten dazu, unter anderem AktivistInnen der Jugendoffensive   gegen Stuttgart 21.<\/p>\n<h4>  Polizeibrutalit&#228;t<\/h4>\n<p>  Allm&#228;hlich schrumpfte die Zahl der DemonstrantInnen zusammen. Es wurde   auch langsam dunkel. Deshalb riefen AktivistInnen dazu auf, in Gruppen   wegzugehen. Aber die beginnende Dunkelheit, bei der man z.B. vom   Weihnachtsmarkt aus nicht mehr sehen konnte, was vorging, war wohl f&#252;r   irgend welche Polizeiverantwortlichen ein guter Zeitpunkt f&#252;r   Provokationen. Wenn eine Gruppe von Jugendlichen auf dem Heimweg ist und   pl&#246;tzlich aus mehreren Richtungen Polizeieinheiten auf sie zust&#252;rmen,   dann halten die Vors&#228;tze zusammenzubleiben nicht sehr lange. Die Leute   liefen auseinander und die Polizei konnte einen Jugendlichen   herauspicken (dem sie vorwirft, am Roteb&#252;hlplatz, also lange vorher,   Polizisten beleidigt zu haben). Als die Umstehenden merkten, dass die   Polizei versuchte, einen Jugendlichen festzunehmen, der gerade mit   anderen friedlich auf dem Heimweg gewesen war, waren sie nat&#252;rlich   emp&#246;rt. Viele Menschen liefen hin und forderten die Polizei auf, die   Provokationen einzustellen. Polizisten reagierten gewaltt&#228;tig, mehrere   Jugendliche bekamen Pfefferspray aus k&#252;rzester Entfernung in die Augen.   Laut Augenzeugen wurde ein Jugendlicher blutig geschlagen und mehrere   Polizisten trampelten &#252;ber eine am Boden liegende Frau hinweg, die   ernsthaft verletzt wurde und in einem Rettungswagen behandelt werden   musste. (In der Pressemitteilung der Polizei ist dann statt von   &quot;Polizisten&quot; von &quot;Personen&quot; die Rede.) Eine Sch&#252;lerin erlitt eine   Prellung am Kopf und musste zwei Stunden im Krankenhaus verbringen.<\/p>\n<p>  In meinem <a href=\"\/?p=13996\">Artikel <\/a>zur   Schlichtung am Freitag stand: &quot;Mit seiner &#220;bernahme der Sprachregelungen   von Mappus, Rech &amp; Co bereitet Gei&#223;ler neue Gewaltorgien der Polizei   vor.&quot; Leider hat sich das schon am folgenden Tag bewahrheitet.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Nach Heiner Gei&#223;lers &quot;Schlichterspruch&quot;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[56,58],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13999"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13999"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13999\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13999"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13999"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13999"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}