{"id":13985,"date":"2010-12-25T00:00:00","date_gmt":"2010-12-25T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13985"},"modified":"2010-12-25T00:00:00","modified_gmt":"2010-12-25T00:00:00","slug":"13985","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/12\/13985\/","title":{"rendered":"Daimler auf Erfolgsspur?"},"content":{"rendered":"<p>  Besch&#228;ftigte bleiben auf der Strecke<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Daimler-Chef Dieter Zetsche freut sich seit Mitte des Jahres &#252;ber   gewaltige Absatz- und Gewinnsteigerungen. Gute Nachrichten &#8211; f&#252;r die   Gro&#223;aktion&#228;re und Manager. Die Daimler-Besch&#228;ftigten sind weltweit mit   mehr Flexibilit&#228;t und Lohndr&#252;ckerei konfrontiert.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Angelika Teweleit, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Auf einem Treffen der Daimler-Koordination Ende Oktober, bei dem   kritische IG-Metall-KollegInnen aus den Werken Untert&#252;rkheim, Hamburg,   Berlin, Rastatt, Mannheim anwesend waren, wurde berichtet, dass die   Werksleitungen weiterhin von Personal&#252;berhang sprechen. Gleichzeitig   werden KollegInnen angehalten, zus&#228;tzliche Sonderschichten an   Wochenenden zu fahren. Au&#223;erdem soll dank der Allianz mit Renault durch   &#8222;Synergieeffekte&#8220; besonders in Planung und Verwaltung gespart werden.<\/p>\n<p>  Bis M&#228;rz 2011 l&#228;uft ein weiteres Abfindungsprogramm. Der Anteil der   Festbesch&#228;ftigten soll verringert werden. Deswegen hat Daimler mit dem   Gesamtbetriebsrat vereinbart, die Zahl der LeiharbeiterInnen in Zukunft   erh&#246;hen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Betriebsverlagerungen<\/h4>\n<p>  Im Zuge des Konkurrenzkampfs versucht Daimler, sich strategisch die so   genannten &#8222;neuen M&#228;rkte&#8220; zu erschlie&#223;en. Die Verlagerungspl&#228;ne haben   eine neue Dimension: &#8222;Daimler hat in China ein Gel&#228;nde gekauft, das so   gro&#223; ist wie das in Sindelfingen.&#8220; So der IG-Metall-Betriebsrat Michael   Claus von der &#8222;Alternative&#8220; in Untert&#252;rkheim. In wenigen Jahren soll ein   Gro&#223;teil der Motoren und Aggregate in China produziert werden. Die   Verlagerung der C-Klasse weg von Sindelfingen war nur ein Vorbote.<\/p>\n<h4>  Standortkonkurrenz<\/h4>\n<p>  W&#228;hrend dessen halten Gesamtbetriebsrat und IGM-Spitze an ihrer Politik   des Co-Managements fest. Sie ordnen sich der Standortlogik unter und   verkaufen so jede Verschlechterung als notwendiges Zugest&#228;ndnis zur   Sicherung der Arbeitspl&#228;tze. Das ist jedoch v&#246;llig widersinnig. Wie soll   die Zustimmung zu Sonderschichten und Betriebsvereinbarungen &#8211; in denen   auch noch (wie in Berlin und Rastatt) der Samstag zum Regelarbeitstag   gemacht wird &#8211; Arbeitspl&#228;tze sichern? Im Gegenteil. Es hilft dem   Daimler-Konzern, &#252;ber eine maximale Auslastung der Maschinen weitere   Stellen einzusparen. Auch jeder Wegfall von Pausen, jede   Taktzeitverk&#252;rzung dient der Leistungsverdichtung und damit dem   Stellenabbau.<\/p>\n<h4>  Keine &#220;berkapazit&#228;ten mehr?<\/h4>\n<p>  Absatzsteigerungen und &#8222;neue M&#228;rkte&#8220; k&#246;nnen den Eindruck erwecken, das   Problem der &#220;berkapazit&#228;ten sei Vergangenheit. Diese wurden in der Krise   jedoch kaum abgebaut. Die K&#252;rzungsprogramme der Regierungen in Europa   verringern die Massenkaufkraft, was zu einem weiteren Absatzr&#252;ckgang bei   den kleinen und mittleren Pkw f&#252;hren wird. Dazu kommt, dass der   Aufschwung in China wegen der Abh&#228;ngigkeit vom globalen Markt gef&#228;hrdet   ist.<\/p>\n<h4>  Neue Techonologien als Rettung?<\/h4>\n<p>  H&#228;ufig wird der Eindruck vermittelt, als k&#246;nnten die einzelnen   Autounternehmen &#252;berleben, wenn sie auf Elektro- und Hybridantrieb   umstellen. Doch Stefan Bratzel (Leiter des Center of Automotive an der   Fachhochschule in Bergisch Gladbach) sch&#228;tzt, dass &#8222;bis 2020 die   konventionellen Motoren das R&#252;ckgrat der Ums&#228;tze bleiben&#8220;. Wenn Daimler   die Produktion des E-Motors im Berliner Werk als gro&#223;en Fortschritt   feiert, geht es vor allem um das Image. F&#252;r das Berliner Werk bringt der   E-Motor ganze 50 Arbeitspl&#228;tze. &#214;kologisch ist das Elektroauto ebenfalls   keine Alternative, denn die CO2-Emissionen werden wegen dem erh&#246;hten   Strombedarf nicht geringer.<\/p>\n<h4>  Alternative zum Co-Management<\/h4>\n<p>  Der Standortlogik der IG-Metall-Oberen muss eine k&#228;mpferische, auf   internationaler Solidarit&#228;t basierende Gewerkschaftspolitik   entgegengesetzt werden. Es gilt, die Verzichtspolitik, die f&#252;r alle   ArbeiterInnen nur die Spirale nach unten beschleunigt, zu beenden.   Notwendig ist es, Sonderschichten und den vermehrten Einsatz von   Leiharbeit abzulehnen und stattdessen Neueinstellungen zu fordern.<\/p>\n<p>  Ende 2011 l&#228;uft der &#8222;Zukunftssicherungsvertrag&#8220; aus, mit dem Daimler   2004 durch die Zustimmung des Gesamtbetriebsrats der Belegschaft immense   Zugest&#228;ndnisse abgerungen hat. Jetzt sollten Forderungen entwickelt   werden, um weitere Verzichtsvereinbarungen zu blockieren.<\/p>\n<p>  Dar&#252;ber hinaus ist ein Programm zum Erhalt aller und der Schaffung neuer   Arbeitspl&#228;tze n&#246;tig. Dazu geh&#246;rt die Umstellung der Autoproduktion auf   gesellschaftlich und &#246;kologisch sinnvolle Produkte. In den H&#228;nden der   Bosse, die nur auf den Profit schielen, wird das jedoch nicht umsetzbar   sein. Deshalb ist es unausweichlich, die Forderung nach &#220;berf&#252;hrung der   gro&#223;en Autokonzerne in &#246;ffentliches Eigentum unter demokratischer   Kontrolle und Verwaltung der arbeitenden Bev&#246;lkerung offensiv in die   Diskussion zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Besch&#228;ftigte bleiben auf der Strecke\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[232],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13985"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13985"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13985\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13985"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13985"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}