{"id":13978,"date":"2010-11-26T00:00:00","date_gmt":"2010-11-25T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13978"},"modified":"2012-07-02T18:46:22","modified_gmt":"2012-07-02T16:46:22","slug":"13978","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/11\/13978\/","title":{"rendered":"Portugal lahmgelegt"},"content":{"rendered":"<p>  Augenzeugenbericht aus Lissabon<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>In der Geschichte Portugals hat es seit der Revolution vor 36 Jahren   sieben Generalstreiks gegeben. Doch keiner war je so gro&#223; wie der   eint&#228;gige Streik am 24. November.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Anne Engelhardt, z.Zt. Lissabon<\/i><\/h4>\n<p>  Zu dem Streik hatten die zwei gr&#246;&#223;ten Gewerkschaftsverb&#228;nde UGT und CGTP   gemeinsam aufgerufen. Damit gaben sie dem massiven Druck an der Basis   nach, die schon im Mai diesen Jahres die Forderung nach einem   Generalstreik erhoben hatte.<\/p>\n<p>  16.000 AktivistInnen aus beiden Verb&#228;nden waren im Vorfeld in die   Mobilisierung des ereignisreichen Tages involviert und das war auf den   Stra&#223;en sichtbar: &#220;berall hingen Plakate, mit der Aufforderung, am 24.   November die Arbeit nieder zu legen, riesige Graffitis prangten an   Br&#252;ckenpfeilern und H&#228;userw&#228;nden.<\/p>\n<h4>  Streikposten<\/h4>\n<p>  Bei einem Streik vor dem Betrieb zu stehen und Streikbrecher von der   Arbeit abzuhalten, hatte in Portugal komplett an Tradition verloren.   Streiken bedeutete meist, einfach einen freien Tag zu haben. Nicht aber   in der Nacht zum 24. November. Mit Mitgliedern von Socialismo   Revolucionario habe ich sieben Streikposten besuchen k&#246;nnen. Darunter   das Zentralkrankenhaus, wo &#196;rzte und Pflegepersonal Seite an Seite den   Streik verteidigten.<\/p>\n<p>  Als das Post-Management wegen des dortigen Streiks Privatunternehmen   bem&#252;hte, blockierten 150 Besch&#228;ftigte gemeinsam mit KollegInnen aus   anderen Bereichen die Ausfahrt der Post. Mit Hilfe uniformierter Polizei   sollten die Streikposten ger&#228;umt werden. Doch das Ringen dauerte f&#252;nf   Stunden. Es gab sogar Polizisten, die sich w&#228;hrend der Aktionen bei den   Protestierenden entschuldigten. Die KollegInnen begannen revolution&#228;re   Arbeiterlieder anzustimmen und riefen: &#8222;Wir lassen uns nicht l&#228;nger   berauben!&quot;<\/p>\n<p>  Ein erwerbsloser Kollege, der sich uns unterst&#252;tzte, indem er uns mit   seinem Auto von Streikposten zu Streikposten fuhr, sorgte f&#252;r Aufsehen,   als er bei dem ersten Versuch der Polizei, die Stra&#223;e zu r&#228;umen, eine   Ohnmacht vort&#228;uschte, weshalb die Polizei ihren Einsatz vorerst abbrach.<\/p>\n<h4>  Keine Demonstration?<\/h4>\n<p>  Die Gewerkschaftsf&#252;hrung hatte sich gegen eine Demonstration in Lissabon   ausgesprochen Daraufhin riefen AnarchistInnen zu einer Demo im   Stadtzentrum auf, an der sich auch streikende LehrerInnen und weitere   KollegInnen beteiligten. Wegen der Blockade der Gewerkschaftsspitze war   der Protestzug jedoch recht klein. Am Abend fand schlie&#223;lich noch ein   gro&#223;es Konzert statt.<\/p>\n<p>  Leider blieben die Erfahrungen, die die Einzelnen w&#228;hrend des Streiks   machten, so meist vereinzelt. Trotzdem war der Generalstreik ein gro&#223;er   Erfolg: 90 Prozent der Besch&#228;ftigten beteiligten sich daran. 12.000   Schulen blieben an diesem Tag geschlossen. Kein Flugzeug konnte starten   oder landen. Drei Abschnitte der Polizei streikten, der M&#252;ll lag in   Bergen an den Stra&#223;enecken, L&#228;den blieben zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Augenzeugenbericht aus Lissabon\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44,17],"tags":[232],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13978"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13978\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}