{"id":13971,"date":"2010-11-17T00:00:00","date_gmt":"2010-11-16T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13971"},"modified":"2012-07-02T18:46:32","modified_gmt":"2012-07-02T16:46:32","slug":"13971","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/11\/13971\/","title":{"rendered":"Aldi macht in Griechenland dicht"},"content":{"rendered":"<p>  Besch&#228;ftigte k&#228;mpfen um Arbeitsplatzerhalt<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Nach nur zwei Jahren gibt Aldi-S&#252;d seine Filialen in Griechenland wieder   auf. 700 Arbeitspl&#228;tze sollen dem R&#252;ckzug zum Opfer fallen. Doch unter   den griechischen Besch&#228;ftigten des deutschen Discountriesen entwickelt   sich Widerstand. F&#252;r diese Woche ist eine erste Arbeitsniederlegung   geplant.<\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi<\/i><\/h4>\n<p>  Mit hochfliegenden Pl&#228;nen war Aldi-S&#252;d im Herbst 2008 in Griechenland   gestartet: J&#228;hrlich rund 40 M&#228;rkte sollten er&#246;ffnet werden. Langfristig   wollte der Konzern landesweit auf 400 Standorte und einen Marktanteil   von 20 Prozent kommen. Das Investitionsvolumen wurde seinerzeit auf etwa   eine Milliarde Euro beziffert. Bis heute ist das Unternehmen aber nur   mit 38 Filialen vornehmlich in Nordgriechenland vertreten &#8211; die nun vor   der Schlie&#223;ung stehen. Im Sommer gab die Konzernspitze bekannt, man   werde die Aktivit&#228;ten in Griechenland einstellen. Man wolle sich   verst&#228;rkt der Expansion in den L&#228;ndern widmen, in denen der Konzern   bereits fr&#252;her pr&#228;sent war, teilte das Management mit. Neben   Deutschland, &#214;sterreich und der Schweiz sind dies Slowenien, Ungarn,   Gro&#223;britannien, Irland, die USA und Australien. Branchenkennern zufolge   ist es der erste R&#252;ckzug von Aldi aus einem Land mit bestehendem   Filialnetz.<\/p>\n<p>  Warum der Konzern sein Gesch&#228;ft in Griechenland gerade jetzt aufgibt,   ist unklar. Denn eigentlich beg&#252;nstigt die tiefe Wirtschafts- und   Haushaltskrise des Landes die Billigangebote der Discounter gegen&#252;ber   traditionellen Einzelhandelsunternehmen. W&#228;hrend der Umsatz mit   Markenprodukten in dem Mittelmeerstaat zuletzt um 2,2 Prozent   zur&#252;ckgegangen ist, hat das Gesch&#228;ft mit Eigenmarken um 5,1 Prozent   zugenommen. Einige Analysten meinen, Aldi-S&#252;d habe die Konkurrenz durch   den ewigen Rivalen Lidl untersch&#228;tzt, der mit mehr als 200 Filialen in   Griechenland vertreten ist.<\/p>\n<p>  Auch die Besch&#228;ftigten gehen davon aus, dass Managementfehler eine   entscheidende Ursache f&#252;r die Schwierigkeiten sind. So seien Filialen in   den falschen Gegenden gebaut und Subunternehmen zu deutlich &#252;berh&#246;hten   Preisen engagiert worden. Das neu gew&#228;hlte Besch&#228;ftigtenkomitee bei Aldi   in Griechenland fordert die Offenlegung der Gesch&#228;ftszahlen, um   nachvollziehen zu k&#246;nnen, ob die &#246;konomische Lage des Unternehmens   tats&#228;chlich so schlecht ist, wie vom Management behauptet. &#187;Die   Angestellten haben die Probleme nicht verursacht. Warum sollen gerade   sie nun darunter leiden?&#171;, fragte Panayiota Vekiari vom   Besch&#228;ftigtenkomitee im Gespr&#228;ch mit jW. Die Konzernspitze zeige   keinerlei Interesse am Erhalt der Arbeitspl&#228;tze. Im Gegenteil: Ger&#252;chten   zufolge steht Aldi-S&#252;d in Verkaufsverhandlungen mit der Supermarktkette   Alfa-Beta. Das zum belgischen Delhaize-Konzern geh&#246;rende Unternehmen ist   die Nummer drei im griechischen Einzelhandel und konnte seine Ums&#228;tze im   vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent auf etwa 1,5 Milliarden Euro   steigern. Allerdings will Alfa-Beta dem Vernehmen nach nur die Filialen   und Logistikzentren von Aldi-S&#252;d &#252;bernehmen &#8211; nicht aber die   Mitarbeiter, die mit Monatseinkommen von 800 bis 1000 Euro   bessergestellt sind als ihre Kollegen bei Alfa-Beta. Daher wolle Aldi   die Besch&#228;ftigten noch vor dem Verkauf &#187;loswerden&#171;, hei&#223;t es.<\/p>\n<p>  Doch die wollen sich das nicht so einfach gefallen lassen. Ein niedriges   Abfindungsangebot des Managements empfinden sie als &#187;Provokation&#171;,   insbesondere weil externe Vertragspartner zugleich mit hohen Summen   entsch&#228;digt werden. Am Dienstag findet eine erneute Verhandlungsrunde   statt. Falls sich die Konzernleitung dann nicht bewegt, soll am Mittwoch   auf einer Betriebsversammlung &#252;ber Streik entschieden werden. &#187;Wir   werden f&#252;r den Erhalt unserer Arbeitspl&#228;tze k&#228;mpfen&#171;, betonte Vekiari.   Angesichts der Wirtschaftskrise k&#246;nnten sich weder die Angestellten noch   die Region die Jobverluste leisten. &#187;Die Aldi-Eigent&#252;mer haben mehr als   genug Geld, um ihrer sozialen Verantwortung gegen&#252;ber den Besch&#228;ftigten   nachzukommen&#171;, findet die Aktivistin. Aldi-S&#252;d-Besitzer Karl Albrecht   liegt mit einem gesch&#228;tzten Verm&#246;gen von 23,5 Milliarden Dollar auf   Platz zehn der vom Wirtschaftsmagazin Forbes ver&#246;ffentlichten Liste der   reichten Menschen der Welt. In Deutschland h&#228;lt er seit Jahren die   Spitzenposition. Selbst im Krisenjahr 2009 konnte der Konzern laut   Lebensmittel Zeitung eine &#187;ungew&#246;hnlich erfolgreiche Jahresbilanz&#171;   vorlegen.<\/p>\n<p>  An ihre deutschen Gewerkschaftskollegen appellieren die griechischen,   sich solidarisch zu zeigen und dabei zu helfen, die Unternehmensspitze   unter Druck zu setzen. &#187;Gerade in international agierenden Konzernen wie   Aldi ist es notwendig, dass sich die Besch&#228;ftigten &#252;ber L&#228;ndergrenzen   hinweg zusammenschlie&#223;en&#171;, sagte Vekiari.<\/p>\n<h4>  Solidarit&#228;tsadressen an: vekiari_p@hotmail.com<\/h4>\n<h4>  Dieser Artikel erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Besch&#228;ftigte k&#228;mpfen um Arbeitsplatzerhalt\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,44],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13971"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13971"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13971\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}