{"id":13963,"date":"2010-11-08T09:00:00","date_gmt":"2010-11-08T09:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13963"},"modified":"2010-11-08T09:00:00","modified_gmt":"2010-11-08T09:00:00","slug":"13963","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/11\/13963\/","title":{"rendered":"Massenproteste gegen Atomkraft"},"content":{"rendered":"<p>  Zehntausende demonstrieren und blockieren im Wendland den Castortransport<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der Castortransport rollt wieder. Aber der Widerstand gegen den   Atomm&#252;lltransport im Interesse der Energiekonzerne hat eine neue Stufe   erreicht. Zehntausende haben sich bisher an Protesten und Blockaden   gegen den Transport beteiligt, so viele wie nie zuvor.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Holger Dr&#246;ge<\/i><\/h4>\n<p>  Erst elf Stunden sp&#228;ter als geplant erreichte der Castortransport   Sonntag gegen 16 Uhr L&#252;neburg, um sich dann auf den Weg nach Dannenberg   zu machen. Zahlreiche Sitzblockaden, Abseil- und Ankettaktionen schon   auf der Strecke nach L&#252;neburg hatten zu dieser Verz&#246;gerung gef&#252;hrt. F&#252;r   die 45 Kilometer von L&#252;neburg nach Dannenberg ben&#246;tigte der   Castortransport aufgrund von Massenprotesten weitere 17,5 Stunden.   Momentan werden die Castor-Beh&#228;lter in Dannenberg f&#252;r den   Stra&#223;entransport verladen und ist damit zu rechnen, dass die n&#228;chste   Etappe des Widerstands auf der Stra&#223;e heute beginnen wird. Vor dem   Zwischenlager im Gorleben sitzen weiterhin tausende auf der Stra&#223;e um   den Castortransport zu blockieren.<\/p>\n<h4>  Demonstration am Samstag<\/h4>\n<p>  Den ersten H&#246;hepunkt fanden die Proteste mit der Gro&#223;kundgebung am   Samstag. Mehr als 400 Busse waren aus dem gesamten Bundesgebiet   angereist, insgesamt versammelten sich mehr als 50.000 Menschen und   bildeten somit die gr&#246;&#223;te Demonstration, die jemals in der Geschichte   des Wendlands, das insgesamt etwa 50.000 EinwohnerInnen hat, stattfand.   Bauern beteiligten sich mit mehr als 600 Treckern an der Kundgebung.   Gleichzeitig fand in Hannover eine gro&#223;e Gewerkschaftsdemonstration   gegen Sozialabbau statt. Auch dort solidarisieren sich die Teilnehmer   mit dem Protest im Wendland.<\/p>\n<p>  Die vielen Demonstranten gegen den Castortransport ins Wendland stehen   f&#252;r Millionen Menschen in Deutschland, die es ablehnen, dass die   gef&#228;hrlichen Atomkraftwerke l&#228;nger laufen sollen, nur damit   Energiekonzerne Milliardenprofite machen k&#246;nnen. In Umfragen hatten sich   vorher bereits rund 80 Prozent solidarisch mit den Protesten gegen den   Castortransport erkl&#228;rt.<\/p>\n<h4>  Massenblockaden und Schottern<\/h4>\n<p>  Schon bei vergangenen Castortransporten hatten sich tausende an   Blockaden beteiligt. Doch diesmal &#252;bertraf die Beteiligung selbst die   k&#252;hnsten Erwartungen. Die Widerstands-Camps waren zum Teil v&#246;llig   &#252;berbelegt. In Hitzacker zum Beispiel waren rund 2000 Menschen im Camp.   Bei vorherigen Protesten waren es oft nur einige hundert.<\/p>\n<p>  &#220;ber Bezugsgruppen und Delegiertenplena wurden in den Camps die   Blockaden diskutiert und organisiert. Zus&#228;tzlich beteiligten sich   tausende Wendl&#228;nder an Protesten. Beeindruckend war wieder mal die   Unterst&#252;tzung der Proteste durch die Bev&#246;lkerung: An dutzenden Stellen   waren Versorgungspunkte errichtet worden. Dixie-Toiletten wurden   speziell f&#252;r Atomkraft-Gegner aufgestellt (und die Benutzung   PolizistInnen verboten).<\/p>\n<h4>  Blockade in Harlingen<\/h4>\n<p>  Die gr&#246;&#223;te und wichtigste Blockade wurde in Harlingen organisiert. Mit   einem Demostrationszug von etwa 1000 TeilnehmerInnen wurde vom Camp   Hitzacker aus losmarschiert und gelang es die Gleise zu besetzen. Mit   zus&#228;tzlichen Treckerblockaden wurde verhindert, dass die Polizei in der   Lage war, zus&#228;tzliche Einsatzkr&#228;fte heranzuziehen. So konnten sich   insgesamt rund 5000 Menschen bei der Blockade sammeln und deren R&#228;umung   dauerte rund acht Stunden, nachdem der Beginn der R&#228;ung schon um 12   Stunden verschoben werden musste.<\/p>\n<h4>  Pr&#252;gelrepublik &#8211; Teil 2<\/h4>\n<p>  Merkel und Co sagen immer wieder, dass die Meinungsfreiheit ein hohes   Gut sei. Solange es bei Samstags-Demonstrationen bleibt, bleiben sie   auch dabei. Doch wenn Menschen sich entschlossen f&#252;r ihre Interessen zur   Wehr setzen, dann kriegen sie sp&#252;ren, was Meinungsfreiheit wirklich wert   ist. Bei den Protesten gegen Stuttgart 21 wurde mit massiver   Polizeigewalt eine Abholzung von B&#228;umen durchgesetzt, im Wendland war es   eindeutig die Polizei von der Gewalt ausging.<\/p>\n<p>  Nach Einsch&#228;tzung von Friedrich Nieh&#246;rster, Chef des Polizei-Einsatzes,   seien ein Prozent der Demonstranten gewaltbereit. Das l&#228;sst sich schon   bezweifeln. Werden doch von der Polizei schnell Bilder von brennenden   Barrikaden sonst pr&#228;sentiert, l&#228;sst sich festhalten, dass von dem   &#8222;angez&#252;ndeten R&#228;umpanzer&#8221; diese fehlen. Nach eigenen Erfahren brannten   allenfalls Holzfeuer im Wald. Angesichts von Temperaturen rund um den   Gefrierpunkt ist es sicherlich verst&#228;ndlich, dass DemonstrantInnen sich   w&#228;rmen wollten.<\/p>\n<p>  Doch festhalten l&#228;sst sich, dass die Polizei gegen 100 Prozent der   Demonstranten mit Gewalt vorging, ohne das diese irgend einen Anlass   daf&#252;r geboten h&#228;tten. Es wurden zum Teil wahllos Tr&#228;nengasgranaten   verschossen, massiv Wasserwerfer, Schlagst&#246;cke und Pfefferspray   eingesetzt. Bei Beginn der Blockade in Harlingen wurde berittene Polizei   eingesetzt, die &#228;u&#223;erst brutal vorging. Eine junge Frau wurde von einem   Polizeipferd &#252;berritten und dabei schwer verletzt.<\/p>\n<p>  Aber auch mit dem Einsatz der Bundeswehr gab es eine neue Qualit&#228;t, die   eine ernste Warnung an die Linke darstellt. Es wurden von der Bundeswehr   nicht nur Kasernen und Verpflegung f&#252;r die Polizei bereitgestellt,   sondern auch Pionierpanzer eingesetzt, wie die BI Umweltschutz   L&#252;chow-Dannenberg berichtete.<\/p>\n<h4>  Der Widerstand gegen weiter<\/h4>\n<p>  Heute abend wird sich der Castortransport auf sein letzten Wegst&#252;ck &#252;ber   die Stra&#223;e nach Gorleben machen. Tausende blockieren diese Strecke   bereits und werden nicht weichen. Es wird f&#252;r die Polizei nur mit Gewalt   m&#246;glich sein, diese Strecke zu r&#228;umen. Das wird auf Anordnung von   Politikern geschehen, aber im Interesse der gro&#223;en Energiekonzerne, die   ihre Profite sichern wollen. So wichtig und erfolgreich der Widerstand   im Wendland ist, es wird nicht reichen. Den wahren Profteuren der   Atomkraft muss das Handwerk gelegt werden. Daher wirbt die SAV f&#252;r   entsch&#228;digungslose sofortige Enteignung der Atomkonzerne, um sie dann   sofort stilllegen zu k&#246;nnen. Jeder Tag Laufzeit sind Profite f&#252;r Wenige   und ein Umweltrisiko f&#252;r Viele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zehntausende demonstrieren und blockieren im Wendland den Castortransport\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[114,119],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13963"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13963\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}