{"id":13951,"date":"2010-11-18T00:00:00","date_gmt":"2010-11-18T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13951"},"modified":"2010-11-18T00:00:00","modified_gmt":"2010-11-18T00:00:00","slug":"13951","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/11\/13951\/","title":{"rendered":"300 Euro mehr f&#252;r alle!"},"content":{"rendered":"<p>  Interview mit Carsten Becker, ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender an der   Charit&#233;*<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Im Uniklinikum steht die n&#228;chste Tarifrunde an. Welche Forderungen   stellt ver.di auf?<\/h4>\n<p>  Wir sind noch mitten in der Konkretisierung. Aber soviel ist zun&#228;chst   schon beschlossen: Wir wollen in dieser Runde den Angleich an das   Bundesniveau erreichen. Nach einer umfassenden Besch&#228;ftigtenbefragung   hat sich die Tarifkommission zusammengesetzt und die Ergebnisse   ausgewertet. Aus meiner Sicht eine spannende, auch anstrengende Arbeit,   aber auch beispielhaft, wie &#8211; unter den Bedingungen eines Haustarifes &#8211;   herangegangen wird, zu Forderungen zu kommen.<\/p>\n<h4>  Warum denn eine Besch&#228;ftigtenbefragung?<\/h4>\n<p>  An der Charit&#233; ist ver.di, typisch f&#252;r Krankenh&#228;user, nicht gut   organisiert. Wir haben circa zw&#246;lf Prozent Organisationsgrad. Damit kann   man die Durchsetzungsf&#228;higkeit nur erreichen, wenn gleichzeitig die   Nichtorganisierten mit einbezogen werden. Nat&#252;rlich auch mit dem Ziel,   diese f&#252;r ver.di zu gewinnen. Aber das erste, was wir den Besch&#228;ftigten   immer wieder vermitteln m&#252;ssen, ist, dass sie selbst f&#252;r ihre Interessen   stark werden m&#252;ssen. Wer sich nicht bewegt, kann nichts bewegen. Das   klingt von au&#223;en betrachtet einfacher, als es im betrieblichen Alltag   ist.<\/p>\n<h4>  Was sind aber Eure Forderungen?<\/h4>\n<p>  Die Tarifkommission hat am 4. Oktober getagt und wird sich in einer   Klausur Anfang November mit den einzelnen Fragen zum Mantel befassen;   mit anderen Worten, wir haben uns f&#252;r einen Haustarif entschieden. Hier   hat es bei mir auch einen Wandel gegeben. Ein Haustarifvertrag ist f&#252;r   uns von Vorteil, weil der bundesweite TV&#214;D\/TV-L viele Fallstricke   enth&#228;lt. Mit einem Haustarifvertrag k&#246;nnen wir, je nach   Kr&#228;fteverh&#228;ltnis, selbstbestimmt und unmittelbar mit den Kolleginnen und   Kollegen zusammen agieren.<\/p>\n<h4>  Ein Haustarif mit welchem Inhalt?<\/h4>\n<p>  Wie gesagt, Angleichung an das Bundesniveau. Aber nicht prozentual,   sondern mit einer Festgeldforderung von 300 Euro f&#252;r alle. Wir brauchen   im Entgelt eine kurze Laufzeit, um dann in Zukunft im selben Zeittakt zu   sein wie Bund und Kommunen.<\/p>\n<p>  Dann werden wir noch eine Reihe von Regelungen f&#252;r den Mantel vornehmen,   die Vieles aus der TV&#214;D-Systematik konkretisieren und vereinfachen. Aber   auch &#8211; besonders wichtig &#8211; Forderungen in Richtung Gesundheitsschutz und   Arbeitsbelastung. Wir werden immer &#228;lter an der Charit&#233; und steuern   gleichzeitig auf einen Fachkr&#228;ftemangel hin.<\/p>\n<h4>  Wie geht es konkret weiter? Wie lange soll verhandelt werden?<\/h4>\n<p>  Am 28.Oktober war das erste Sondierungsgespr&#228;ch. Die Tarifkommission hat   sich klar festgelegt, um einen engen Verhandlungskorridor zu halten.   Wenn nicht sp&#228;testens bis 8. M&#228;rz die Verhandlungen abgeschlossen sind,   geht es in die Urabstimmung. Ob das eventuell schon fr&#252;her der Fall ist,   werden die Verhandlungen zeigen. Da wir jede Verhandlungsrunde   engmaschig mit den Mitgliedern und Besch&#228;ftigten vor Ort r&#252;ckkoppeln,   wird sich dieses im Laufe der Verhandlungen zeigen. Wir rechnen aber   nicht damit, dass wir einen Tarif, wie die &#196;rzte an der Charit&#233;, ohne   Arbeitskampf geschenkt bekommen. Zumal wir auch nicht die Absicht haben,   durch Geheimverhandlungen nur eine einzige Berufsgruppe zu beg&#252;nstigen.   Wir verhandeln f&#252;r alle Besch&#228;ftigten der Charit&#233; &#8211; unter Einbeziehung   m&#246;glichst aller Besch&#228;ftigten. Das ist f&#252;r uns auch der einzig richtige   Weg, denn einen wahrscheinlichen Arbeitskampf k&#246;nnen wir ja nur mit   m&#246;glichst vielen Besch&#228;ftigten gewinnen.<\/p>\n<p>  <i>*Angabe zur Funktion dient nur zur Kenntlichmachung der Person<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview mit Carsten Becker, ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender an der<br \/>\n      Charit&#233;*\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[111],"tags":[231],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13951"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13951"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13951\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}