{"id":13943,"date":"2010-11-01T00:00:00","date_gmt":"2010-10-31T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13943"},"modified":"2012-07-02T18:46:42","modified_gmt":"2012-07-02T16:46:42","slug":"13943","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/11\/13943\/","title":{"rendered":"&quot;Von Athen nach Pomigliano&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  Unter dem Titel &#8222;Von Athen nach Pomigliano&quot; organisierte die linke   oppositionelle Tendenz in der Rifondazione Comunista &quot;Controcorrente&quot; am   Montag, den 11. Oktober eine Veranstaltung in Genua.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b><i>&#220;bersetzung eines Artikels von der Webseite von &#8222;Xekinima ,   Schwesterorganisation der SAV in Griechenland vom 17. Oktober 2010<\/i><\/b><\/p>\n<p>  Auf einer au&#223;erordentlich interessanten &#246;ffentlichen Veranstaltung in   Genua, der gr&#246;&#223;ten, die in den letzten beiden Jahren in der Stadt   stattfand, versammelten sich am 11. Oktober 2010 AktivistInnen der   Arbeiterbewegung und der Linken. Einerseits, um sich zu informieren und   ihre Solidarit&#228;t mit der griechischen Arbeiterbewegung auszudr&#252;cken.   Andererseits, um &#252;ber den Weg der Linken allgemein, doch auch   insbesondere in Italien zu diskutieren.<\/p>\n<p>  Der Titel der Veranstaltung war: &quot;Von Athen nach Pomigliano.   Arbeiterk&#228;mpfe und die Linke unter Bedingungen von Krise und Angriffen&quot;<\/p>\n<p>  Den Auftakt machte Marco Veruggio, Vorsitzender von &#8222;Controcorrente,   Mitglied des Zentralkomitees von Rifondazione Comunista und des von   diesem gew&#228;hlten Nationalen Koordinationsb&#252;ros. Danach sprach Andreas   Payiatsos von &#8222;Xekinima (griechische Schwesterorganisation der SAV) und   daraufhin Gianni Rinaldini, ehemaliger Sekret&#228;r der   Gewerkschaftsf&#246;deration der Metallarbeiter FIOM und heute F&#252;hrer der   linken Opposition in der CGIL (der Konf&#246;deration der linken   Gewerkschaften, des gr&#246;&#223;ten Gewerkschaftsbundes in Italien mit ungef&#228;hr   sechs Millionen Mitgliedern). Den Abschluss der Veranstaltung machte   Sergio Olivetti, ehemaliger Parlamentarier und heute Sekret&#228;r der   Organisation der Rifondazione Comunista von Ligurien, wozu auch Genua   geh&#246;rt.<\/p>\n<p>  Neben diesen Rednern sprachen Vertreter der Werften von Genua, der   Metallgewerkschaft, von Arbeitern des Stadttheaters, das K&#252;rzungen   seitens der Stadt gegen&#252;bersteht, von der Lehrergewerkschaft, von der   Studentenbewegung der Stadt und andere AktivistInnen. An der   Veranstaltung nahm auch die Mutter von Carlo Giuliani teil, der auf der   gro&#223;en Demonstration in Genua gegen die G8 2001 ermordet wurde.<\/p>\n<p>  Die starke Anwesenheit der proletarischsten und k&#228;mpferischsten   Repr&#228;sentanten der Genueser Gesellschaft &#8211; die Region ist eine der   gr&#246;&#223;ten Industrieregionen des Landes mit vielen gro&#223;en Fabriken von   Tausenden Arbeitern, mit drei Werften, dem Hafen und gro&#223;en   Kampftraditionen &#8211; gab der Veranstaltung einen besonderen Charakter.<\/p>\n<p>  Die Diskussion &#252;ber den Weg der italienischen Linken war au&#223;erordentlich   interessant, da sich in Italien ein eigenartiger Zustand herausbildet.   Durch den Zusammenbruch der Rifondazione Comunista (diese ist nun   au&#223;erhalb des Parlaments und ihre Zukunft ist ungewiss) und die   vollst&#228;ndige Zersplitterung der Linken ist ein gewaltiges Vakuum   entstanden. Dieses Problem wird nun angegangen durch das k&#228;mpferische   Auftreten der FIOM, der Gewerkschaftsf&#246;deration Metall, mit 360.000   Mitgliedern. Die FIOM beginnt, f&#252;r Hunderttausende von K&#228;mpfern der   Arbeiterbewegung im weiteren Sinne und der Jugend zu einem Bezugspunkt   zu werden. Aufgrund ihrer k&#228;mpferischen Haltung gegen&#252;ber den   Arbeitgebern und der Regierung von Berlusconi.<\/p>\n<p>  Diese Prozesse spiegeln sich wider in einer bedeutenden Demonstration,   zu der die FIOM f&#252;r Samstag, den 16. Oktober in Rom gegen die   arbeiterfeindlichen Politiken der Arbeitgeber und der Regierung   Berlusconi aufgerufen hat.<\/p>\n<p>  Die FIOM war die einzige Gewerkschaftsf&#246;deration, die sich gegen die   Pl&#228;ne des leitenden Direktors von FIAT Sergio Marchione gewandt hat.   Dieser versuchte, unter der Drohung der Verlagerung der Fabriken in   Balkanl&#228;nder ein mittelalterliches Regime in den Arbeitsbeziehungen bei   FIAT aufzuzwingen. Er entwickelt eine Logik, dass es keinen   Klassengegensatz innerhalb der Fabrik gibt, sondern eine Konkurrenz der   Fabrik mit der &#252;brigen Automobilindustrie international, wobei die   Betriebsleitung und die Arbeiter von FIAT vereint handeln. Marchione   kritisiert sogar Berlusconi, dass er nicht, wie es notwendig w&#228;re, der   italienischen Industrie helfe. Alle &#252;brigen Gewerkschaften (es   repr&#228;sentieren noch drei Gewerkschaftsf&#246;derationen die FIAT-Arbeiter)   akzeptierten den Vorschlag von Marchione und nur die FIOM sagte nein.<\/p>\n<p>  Der neue Tarifvertrag, den Marchione vorschlug, wurde in den Fabriken   von FIAT zur Abstimmung gestellt, mit der Unterst&#252;tzung der Mehrheit der   Gewerkschaftsf&#252;hrungen einerseits und den unertr&#228;glichen Erpressungen   gegen&#252;ber den Arbeitern andererseits. Die Arbeitergeberseite und die   Presse hatten als Ziel die Zustimmung von achtzig bis neunzig Prozent   der Arbeiterstimmen f&#252;r den Vorschlag von Marchione. Zur &#220;berraschung   aller jedoch stimmten 40 Prozent der Arbeiter gegen den Vorschlag, der   die Tarifvertr&#228;ge abschaffen sollte und niedrigere L&#246;hne und &#8222;flexiblere   Arbeitsbeziehungen anstrebte.<\/p>\n<p>  Der darauf folgende Schritt des Angriffs der Arbeitgeber war die   K&#252;ndigung des Tarifvertrages in der Metallindustrie.<\/p>\n<p>  Es handelt sich um eine au&#223;ergew&#246;hnlich aggressive Handlung in der   Nachkriegszeit in Italien. Sie markiert den Beginn der Abschaffung des   Tarifvertrages f&#252;r die Metallindustrie und in der Folge zur   Ung&#252;ltigmachung aller Tarifvertr&#228;ge in Italien f&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Die einzige Kraft, die momentan entschlossen auf diese Entwicklung   reagiert, ist die Gewerkschaftsf&#246;deration Metall FIOM. Sogar die CGIL   hat in ihrer Mehrheit diese &#8222;Realit&#228;t akzeptiert.<\/p>\n<p>  Im Rahmen ihrer Gegenaktionen geht die FIOM in dieser Zeit voran zu   Streiks in verschiedenen Industrien und zu einer italienweiten   Mobilisierung am Samstag, 16. Oktober.<\/p>\n<h4>  Marco Veruggio<\/h4>\n<p>  Marco Veruggio begann mit einem Hinweis auf die Entwicklungen in   Griechenland und der Notwendigkeit der Unterst&#252;tzung der griechischen   Arbeiterbewegung. Er betonte, dass die Aktivisten der italienischen   Arbeiterbewegung die Entwicklungen in Griechenland mit gro&#223;er   Aufmerksamkeit verfolgen, da sie verstehen, dass der Ausgang der K&#228;mpfe   in Griechenland Auswirkungen hat auf die &#252;brige Arbeiterbewegung in   Europa.<\/p>\n<p>  In der Folge widmete er sich den Verh&#228;ltnissen in der italienischen   Arbeiterbewegung und der Linken.<\/p>\n<p>  Er ging ein auf die K&#228;mpfe, die zur Zeit die Gewerkschaftsf&#246;deration der   Metallindustrie in Italien f&#252;hrt. Er erkl&#228;rte, dass eine Niederlage f&#252;r   die Metallgewerkschaft auch eine Niederlage f&#252;r die Gesamtheit der   italienischen Arbeiterbewegung w&#228;re. Er ging ein auf die Demonstration,   zu der die Metallgewerkschaft FIOM f&#252;r den 16. Oktober aufgerufen hatte,   und sagte, dass die Aktivisten der Linken darauf mit einem Enthusiasmus   antworten, den man seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Und der   viel gr&#246;&#223;er ist als auf irgendeinen Aufruf durch die Rifondazione   Comunista oder andere Parteien der Linken.<\/p>\n<p>  Warum geschieht dies? Weil sie verstehen, dass eine Antwort und ein   alternativer Vorschlag auf Berlusconi notwendig ist, ein Vorschlag, den   die Linke heute nicht macht. Die Basisaktivisten, die linken Aktivisten,   doch auch die breiten Schichten der Arbeitnehmer verstehen, dass die   Antwort auf Berlusconi nicht aus einem erneuten Versuch einer &#8222;Einheit   der vorhandenen kleinen Kr&#228;fte der Linken von oben und noch weniger auf   b&#252;rokratische Weise bestehen kann. Sie besteht aus der Einheit der   verschiedenen Schichten der Gesellschaft, die angegriffen werden und   k&#228;mpfen, auf einer Klassenbasis: Arbeitnehmer, soziale Bewegungen und   Jugend. Diese Schichten m&#252;ssen heute eine Perspektive sehen. Und diese   Perspektive geben die Parteien der Linken nicht.<\/p>\n<p>  Diese Schichten betrachten heute die FIOM als Vorbild. Sie sehen, dass   die einzige Kraft, die Widerstand gegen Berlusconi und Marchione   geleistet hat, die FIOM ist. Angesichts des gewaltigen Vakuums aufder   italienischen Linken hat die FIOM gezeigt, dass die Bewegung &#8222;Nein!   sagen kann, Widerstand leisten kann und K&#228;mpfe entwickeln kann. Heute   ist die FIOM viel bekannter, sie ist viel n&#228;her an den aktuellen   Ereignissen, viel n&#228;her an der Gesellschaft insgesamt als es die linken   Parteien sind.<\/p>\n<p>  Die Arbeitnehmer, die der FIOM angeh&#246;ren, haben ein Gef&#252;hl f&#252;r das   politische Vakuum, das existiert. Die Initiativen, die sie ergreifen,   spiegeln die Notwendigkeit wider, dass dieses Vakuum gef&#252;llt wird. Sie   bringen das Thema der politischen Repr&#228;sentierung der Arbeiterbewegung   aufs Tapet &#8211; etwas, das es heute nicht gibt.<\/p>\n<p>  Unser Ziel ist, sagte Marco am Ende, dass die Demonstration am 16.   Oktober, zu der die FIOM aufruft und zu der es einen offenen Aufruf an   alle sozialen Bewegungen gibt, zu einem gro&#223;en Erfolg wird. (Die   Demonstration war mit 500.000 Demonstranten au&#223;erordentlich erfolgreich,   Anm. d. Verf.) Und dieser Erfolg soll der Anfang daf&#252;r sein , dass   zumindest eine breite Diskussion in der Arbeiterbewegung &#252;ber die Form   er&#246;ffnet wird, die die politische Repr&#228;sentierung der Arbeiterklasse   annehmen muss, damit das Vakuum auf der Linken in Italien gef&#252;llt wird.<\/p>\n<h4>  Andreas Payiatsos<\/h4>\n<p>  Andreas Payiatsos ging auf den Angriff ein, dem die griechische   Arbeiterbewegung ausgesetzt ist. Er erkl&#228;rte, dass die Krise nicht eine   griechische ist, obwohl die griechische Arbeiterbewegung in der ersten   Reihe des Angriffs steht. Die herrschende Klasse ist gesamteurop&#228;isch   und international entschlossen, die Kosten der Krise auf die   Arbeitnehmer abzuw&#228;lzen. Der Internationalismus ist heute notwendiger   denn je, denn der Angriff ist gemeinsam gegen die Arbeitnehmer des   gesamten Kontinents gerichtet und eine Antwort darauf muss auch eine   gemeinsame sein.<\/p>\n<p>  Der Angriff in Griechenland ist barbarisch. Der Widerstand ist gro&#223;,   doch die Regierung bringt ihre Ma&#223;nahmen durch, da die   Gewerkschaftsf&#252;hrungen nicht gewillt sind, K&#228;mpfe in solchem Ausma&#223; zu   entwickeln, die die Macht der Regierung bedrohen k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Unter diesen Bedingungen befindet sich die griechische Linke in einer   Sackgasse. Vor zwei Jahren &#252;berschritten die Umfragewerte der Linken   insgesamt 25 %. (Gemeint sind vor allem die KKE und SYRIZA zusammen bei   Meinungsumfragen, Anm. d. &#220;bers.) Heute befinden sie sich nicht einmal   bei der H&#228;lfte dieses Prozentsatzes. SYRIZA (B&#252;ndnis der Radikalen   Linken) durchl&#228;uft eine au&#223;erordentlich tiefe Krise, die zur Aufl&#246;sung   f&#252;hren kann. Die KKE (Kommunistische Partei Griechenlands) zeigt einen   sehr niedrigen Anstieg bei ihren Umfragewerten, was &#252;berhaupt nicht   zufriedenstellend ist, insbesondere, da der Anteil der B&#252;rger, die   &#8222;Keine Partei&#8221; bei den Meinungsumfragen angeben, oft 30 Prozent   &#252;berschreiten und bis zu 50 Prozent reichen.<\/p>\n<p>  Die grundlegende Ursache dieser Krise ist die Schw&#228;che der Linken,   Antworten auf die Krise zu geben. Es sind Vorschl&#228;ge notwendig wie die   der &#8222;Weigerung der Schuldenzahlung &#8211; eine Position, die kein Teil der   &#8222;offiziellen Linken vertritt. Es ist eine Position f&#252;r die   &#8222;Verstaatlichung des gesamten Bankensystems notwendig &#8211; die Parteien der   Linken k&#228;mpfen nicht einmal daf&#252;r. Jenseits der praktischen Vorschl&#228;ge   muss die Linke der Basis der Arbeiterbewegung ein sehr dynamisches   Kampfprogramm vorschlagen, das zur allgemeinen Lahmlegung der Wirtschaft   und des Staatsapparates f&#252;hrt. Solange die Linke das nicht macht, wird   sie in einer Krise bleiben.<\/p>\n<p>  Andreas Payiatsos beendete seine Rede, indem er auf den Zustand einging,   der im gegnerischen Lager, bei der Bourgeoisie herrscht. Er erkl&#228;rte,   dass trotz des widerspr&#252;chlichen Zustandes, der in der Arbeiterbewegung   herrscht (Zorn zusammen mit Entt&#228;uschung) die herrschende Klasse   au&#223;erordentlich in Sorge ist &#252;ber die Zukunft, die kommen. Und dies   obwohl sie es schafft, ihre Politik durchzubringen. Erkl&#228;rungen wie jene   des Chefs des Internationalen W&#228;hrungsfonds (IWF) Strauss-Kahn, Bez&#252;ge   in der b&#252;rgerlichen Presse Europas, von denen mehrere den heutigen   Zustand Griechenlands mit dem Zustand Frankreichs vor der Revolution von   1789 vergleichen, zeigen, wie besorgt die Vertreter des Kapitals sind   hinsichtlich gro&#223;er Explosionen, die ihre Herrschaft bedrohen k&#246;nnen.   Unser Ziel muss sein, dass ihre &#196;ngste zur Wirklichkeit von morgen   werden &#8211; eine sozialistische Gesellschaft, gest&#252;tzt auf die   Arbeiterdemokratie.<\/p>\n<h4>  Gianni Rinaldini<\/h4>\n<p>  Die Rede von Gianni Rinaldini war ebenso au&#223;erordentlich interessant.   Denn er war von Marco Veruggio aufgefordert worden, Position zu beziehen   zum Thema der politischen Repr&#228;sentierung der italienischen Linken.<\/p>\n<p>  Er bezog sich anfangs auf den Aufstieg der extremen Rechten in Europa im   Verlauf der letzten Periode. Und er erkl&#228;rte, dass die Krise nicht   notwendigerweise eine Verschiebung nach links bedeutet, sondern dass   diese als Hauptergebnis die St&#228;rkung der extrem rechten Einstellungen   haben kann, wenn es der Linken nicht gelingt, das Vakuum zu f&#252;llen. Er   f&#252;hrte die 30er Jahre an und den Aufstieg des Faschismus, um seine   Argumentation zu st&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Er ging detailliert auf die Entwicklungen bei FIAT ein und auf die Rolle   ihres neuen Chefs Sergio Marchione. Die grundlegende Position von   Marchione ist, dass das Unternehmen um zu &#252;berleben mit Erfolg den   Wettbewerb mit den anderen Unternehmen bestehen muss. Und um dies zu   erreichen, m&#252;sste der Klassenkampf innerhalb des Unternehmens beseitigt   werden. Dies l&#228;sst sich &#252;bersetzen in Lohnabbau, &#8222;wenn es notwendig ist   , und Flexibilisierung der Arbeitsbeziehungen, mit einer parallelen   Verpflichtung der Gewerkschaften darauf, dass keine &#8222;grundlosen Streiks   stattfinden. Marchione bedrohte die Arbeitnehmer von FIAT damit, dass,   wenn seine Vorschl&#228;ge nicht akzeptiert werden, Fabriken in andere L&#228;nder   verlegt werden wie etwa Serbien oder Polen. Rinaldini stellte ins   Einzelne gehend dem Publikum die Verhandlungen dar, die die FIOM mit   Marchione f&#252;hrte. Als Rinaldini auf die Vorschl&#228;ge von Marchione   antwortete und ihm sagte, dass das von ihm Vorgeschlagene   gleichbedeutend sei mit der Vernichtung der Arbeiterbewegung, antwortete   Marchione darauf: &#8222;Du verstehst nicht &#8211; das ist die Globalisierung.<\/p>\n<p>  Nach der Abstimmung bei FIAT gibt es keinen Tarifvertrag mehr f&#252;r den   Industriezweig Metall, sagte Rinaldini. Und dies ist das Ende der   Tarifvertr&#228;ge im Allgemeinen. Was heute geschieht, ist gleichbedeutend   mit einem Schlag gegen die Demokratie selbst. Dies ist ein Ergebnis des   Zustandes, in dem sich die Linke heute befindet. Die Linke befindet sich   in einer Krise und dies erlaubt den Repr&#228;sentanten der herrschenden   Klasse, zu solchen Angriffen voran zu kommen. Es ist eine Gesamtkrise   der Linken, es ist eine Krise der gesamten Linken. Die Verantwortung   daf&#252;r ist nicht individuell. Sie liegt insgesamt bei den Parteien der   Linken.<\/p>\n<p>  Als Antwort auf den Vorschlag von Marco Veruggio sagte Gianni Rinaldini,   dass die FIOM nicht die Rolle einer politischen Partei &#252;bernehmen kann,   da eine Gewerkschaft nicht die Aufgabe der linken Parteien erf&#252;llen   kann. &#8222;Doch , sagte er, &#8222;wir k&#246;nnen die Bedingungen schaffen, den Boden   bereiten, dass diese Diskussion er&#246;ffnet wird, damit das Problem der   politischen Repr&#228;sentierung der Linken angepackt wird, damit eine L&#246;sung   f&#252;r die Krise der Linken gefunden wird.<\/p>\n<p>  Diese Positionierung des F&#252;hrers der linken Opposition in der gr&#246;&#223;ten   Arbeiterf&#246;deration Italiens, des Gewerkschaftsbundes CGIL, kann nur als   sehr bedeutsam angesehen werden. In dem Ma&#223;e, wie dies die allgemeine   Ansicht widerspiegelt, die in der F&#252;hrung der Metallgewerkschaft   herrscht, haben wir hier den ernsthaftesten Versuch vor uns,eine L&#246;sung   auf das Problem des Fehlens einer starken Linken in Italien zu   entwickeln. Und dies durch die klassenk&#228;mpferischsten italienischen   Gewerkschaften mit historischen Traditionen.<\/p>\n<p>  <i>&#220;bersetzung aus dem Neugriechischen von Hubert Sch&#246;nthaler<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Unter dem Titel &#8222;Von Athen nach Pomigliano&quot; organisierte die linke<br \/>\n      oppositionelle Tendenz in der Rifondazione Comunista &quot;Controcorrente&quot; am<br \/>\n      Montag, den 11. 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