{"id":13934,"date":"2010-10-25T11:00:00","date_gmt":"2010-10-25T11:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13934"},"modified":"2010-10-25T11:00:00","modified_gmt":"2010-10-25T11:00:00","slug":"13934","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/10\/13934\/","title":{"rendered":"Den Widerstand organisieren"},"content":{"rendered":"<p>  Erste Aktionskonferenz gegen Stuttgart 21<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Endlich fand eine erste Aktionskonferenz von Stuttgart-21-Gegnern statt!   Der gro&#223;e Saal des Gewerkschaftshauses war brechend voll. Die   Beteiligung von circa 400 TeilnehmerInnen, trotz einer kurzen   Mobilisierungszeit, zeigt, wie gro&#223; das Bed&#252;rfnis von AktivistInnen ist,   zusammenzukommen und gemeinsam &#252;ber den Stand der Bewegung und die   n&#228;chsten Aufgaben zu diskutieren. Unter den TeilnehmerInnen waren   AktivistInnen der Parksch&#252;tzer, der Jugendoffensive, der Gewerkschaften,   der Cannstatter Stadtteilgruppe, Stadtr&#228;te von LINKE und S&#214;S und viele   andere.<\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein<\/i><\/h4>\n<p>  Seit einigen Wochen hat die SAV die Idee einer &quot;Widerstandskonferenz   gegen Stuttgart 21&quot; propagiert. Gemeinsam mit anderen brachte sie die   Idee beim Widerstandsplenum, zu dem derzeit ein paar Dutzend Aktive im   Schlossgarten zusammenkommen, am 14. Oktober ein, das die Vorbereitung   einer &#8222;offenen Aktionskonferenz gegen Stuttgart21&#8220; in die Hand nahm.<\/p>\n<p>  Zuerst gab es eine Begr&#252;&#223;ung durch Ursel Beck, SAV-Mitglied und aktiv im   Cannstatter Aktionskreis gegen Stuttgart 21, die die Aktionskonferenz   mit vorbereitet hat. Sie betonte die Notwendigkeit, kollektiv &#252;ber die   Verhandlungen und den Stand der Bewegung zu diskutieren. Unter gro&#223;em   Beifall hob sie hervor, dass der Widerstand gegen S 21 auch in den   kommenden Wochen unvermindert weiter gest&#228;rkt werden muss.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img src=\"\/media\/z\/Begruessung_durch_Ursel_Beck2.jpg\" align=\"left\">  <\/p>\n<p>  Dann schilderte Hannes Rockenbauch (S&#214;S-Stadtrat) kurz die Geschichte   der Proteste gegen Stuttgart 21 seit 1994. Fritz Mielert von den   Parksch&#252;tzern stellte das komplizierte Geflecht der Strukturen des   Widerstands gegen Stuttgart 21 dar. Unter der &#220;berschrift &#8222;Chaos ist   nicht beherrschbar&#8220; wurden die Gruppen gegen Stuttgart 21 aufgelistet.   W&#228;hrend die Un&#252;bersichtlichkeit als St&#228;rke herausgestellt und von vielen   so gesehen wurde, und Fritz witzelte, dass kein Verfassungsschutz wissen   k&#246;nne, wo er Spitzel hinschicke, bleibt es eine Schw&#228;che der Bewegung,   die es zu &#252;berwinden ist. Die tolle Resonanz auf die Konferenz macht ja   gerade deutlich, dass es den Bedarf nach Berichten der Verhandlungen und   einen Raum f&#252;r Diskussion gibt. Aus Sicht der SAV ist es zudem dringend,   dass der Widerstand noch besser organisiert werden muss &#8211; wof&#252;r der   Aufbau von miteinander vernetzten Stadtteilgruppen, Schulgruppen etc.   gegen S 21 mit zentralen Ansprechpartnern wichtig w&#228;re.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img src=\"\/media\/z\/Fritz_Mielert_versuchte_die_Strukturen_durch_ein_Organigramm_zu_verdeutlichen.jpg\" align=\"left\">  <\/p>\n<p>  Im Anschluss an die Darstellung der Bewegung erkl&#228;rten Fritz und Hannes   ihre Haltung zu den &quot;Gespr&#228;chen zur Faktenkl&#228;rung&quot;, die am Freitag   beginnen sollen. Hannes begr&#252;ndete, warum das Aktionsb&#252;ndnis an den   Gespr&#228;chen teilnimmt. Er verwies auf die M&#246;glichkeiten, die die   Fernseh&#252;bertragung der Gespr&#228;che bietet, mit den Argumenten gegen   Stuttgart 21 neue Schichten zu erreichen. Zugleich betonte er, dass der   Nutzen der Gespr&#228;che keineswegs sicher sei und der Kampf gegen Stuttgart   21 keinesfalls in den Gespr&#228;chen gewonnen werde. Deshalb m&#252;ssten die   bisherigen Aktionsformen wie Demonstrationen und ziviler Ungehorsam   parallel zu den Gespr&#228;chen weitergehen. Fritz begr&#252;ndete unter gro&#223;em   Beifall, warum die Aktiven Parksch&#252;tzer nicht an den Gespr&#228;chen   teilnehmen: es gibt keinen vollst&#228;ndigen Baustopp, bei wichtigen Fragen   (z.B. Finanzierung) weigert sich die Bahn von vornherein, die Fakten auf   den Tisch zu legen etc. Wie schon bei der Kundgebung am Samstag war aber   die allgemeine Auffassung, dass dieser unterschiedliche Umgang mit den   Gespr&#228;chen keine Spaltung bedeute. Viele finden es positiv, zwei   verschiedene Strategien parallel zu verfolgen. Das Problem, dass die   Gespr&#228;che S21-GegnerInnen veranlassen k&#246;nnen, nicht mehr an Protesten   teilzunehmen, wurde thematisiert und immer wieder betont, dass man dem   entgegenwirken m&#252;sse. (Inzwischen hat die Kundgebung vom 23. Oktober mit   50.000 TeilnehmerInnen &#8211; und im Anschluss daran einer der gr&#246;&#223;ten   Spontandemos bisher &#8211; gezeigt, dass das keine leeren Appelle sind.)<\/p>\n<p>  Leider gab es im Anschluss keine Diskussion, sondern nur kurze Fragen.   Anschlie&#223;end formulierten die TeilnehmerInnen an den einzelnen Tischen   Fragen, die dann zu Themen geb&#252;ndelt wurden.<\/p>\n<p>  Auf dieser Basis wurden f&#252;nf Fragen in getrennten Diskussionsrunden sehr   lebhaft debattiert: Strategie &#8211; Demokratisierung &#8211; R&#252;ckkoppelung der   Gespr&#228;che &#8211; Aktionen &#8211; &#214;ffentlichkeitsarbeit\/Informationsoffensive.   Leider gab es auch nach den R&#252;ckberichten im gro&#223;en Saal keinen Raum f&#252;r   eine gemeinsame Plenumsdiskussion, wichtige Personen aus dem   Aktionsb&#252;ndnis und der Bewegung konnten so ihre Positionen nicht allen   Anwesenden gegen&#252;ber &#228;u&#223;ern. Die Protestbewegung in Frankreich blieb   unerw&#228;hnt, was in eine Diskussion h&#228;tte einflie&#223;en k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Es zeigte sich, dass in verschiedenen Runden zum Teil die selben Fragen   diskutiert wurden (z.B. verst&#228;rkte Arbeit au&#223;erhalb Stuttgarts,   Blockaden, Pressearbeit), wir dann von einander aber nur die Ergebnisse   erfuhren.<\/p>\n<p>  Da die gro&#223;e Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, das Projekt wirklich   zu stoppen, die f&#252;r die ganze Bewegung gegen Stuttgart 21 typisch sind,   auch diese Konferenz pr&#228;gte, gab es trotzdem wichtige Ergebnisse.   Nat&#252;rlich konnte man sich in einer knapp vierst&#252;ndigen Konferenz nicht   auf einen Stein der Weisen einigen. Ein wichtiges Ergebnis ist daher,   dass es alle zwei Wochen weitere Konferenzen geben soll. Weiter gab es   die Forderung, dass nicht nur die Kundgebungen weiter gehen sollen,   sondern sie mit Demonstrationen verbunden werden sollen, weil dann   erfahrungsgem&#228;&#223; mehr Leute kommen. Aus mehreren Arbeitsgruppen wurde die   Forderung berichtet, die Blockaden wieder aufzunehmen, teils mit   konkreten Vorschl&#228;gen (z.B. Schwerpunktblockaden). Aus den   Arbeitsgruppen Strategie und Demokratisierung wurde die Forderung nach   Gr&#252;ndung von Stadtteil- und Regionalgruppen eingebracht. Sie seien das   Mittel, um Menschen erreichen zu k&#246;nnen, die Mobilisierung zu   verbessern, mehr Diskussion in der Bewegung zu erm&#246;glichen und eine   bessere Koordinierung zu bewirken. Der Vorschlag, die Gr&#252;ndung von   Stadtteil- und Regionalgruppen bei der n&#228;chsten Aktionskonferenz zu   konkretisieren, konnte mangels Diskussion nicht weiter verfolgt werden.   Die Jugendoffensive gegen Stuttgart 21 hat zudem das Ziel, Schulgruppen   gegen Stuttgart 21 aufzubauen.<\/p>\n<p>  Sehr wichtig war die Forderung, dass die TeilnehmerInnen der Gespr&#228;che   an k&#252;nftigen Aktionskonferenzen berichten und Rechenschaft geben und das   Feedback der TeilnehmerInnen abholen.<\/p>\n<p>  Mehrfach kam zudem auf, die Orientierung auf Betriebe und Gewerkschaften   zu verst&#228;rken.<\/p>\n<p>  Die n&#228;chste Aktionskonferenz muss bald stattfinden, um die Gespr&#228;che,   ihren Inhalt und die Forderungen der Bewegung zu diskutieren. Auf der   Aktionskonferenz muss es mehr Raum f&#252;r gemeinsame Diskussionen geben, wo   die Ergebnisse von Arbeitsgruppen gemeinsam diskutiert werden k&#246;nnen.   Mit der Gr&#252;ndung von Stadtteil- und Regionalgruppen, sowie der Teilnahme   der Verhandlungsdelegation, kann sich die regelm&#228;&#223;ige Aktionskonferenz   entwickeln und zum wichtigsten Diskussions-, Austauschs- und   Handlungszentrum der Bewegung werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Erste Aktionskonferenz gegen Stuttgart 21\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[58],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13934"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13934\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}