{"id":13913,"date":"2010-10-02T13:00:00","date_gmt":"2010-10-02T13:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13913"},"modified":"2010-10-02T13:00:00","modified_gmt":"2010-10-02T13:00:00","slug":"13913","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/10\/13913\/","title":{"rendered":"100.000 gegen den Wahnsinn"},"content":{"rendered":"<p>  Stuttgart erlebt gr&#246;&#223;te Demonstration gegen &#8220;Stuttgart 21&quot;<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der Stuttgarter Schlossgarten war vom einen bis zum anderen Ende mit   einer un&#252;berschaubaren Menschenmenge gef&#252;llt. Der brutale Polizeieinsatz   vom Donnerstag und der Beginn der Baumf&#228;llarbeiten im Park sind f&#252;r die   Stuttgarterinnen und Stuttgarter offensichtlich nur ein Grund mehr   massenhaft auf die Stra&#223;e zu gehen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic, z.Zt. Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Unendliche Wut entl&#228;dt sich immer wieder in Sprechch&#246;ren: &#8220;L&#252;genpack!   L&#252;genpack!&#8221; Und: &#8220;Mappus weg!&#8221;, dazwischen tosender Applaus, wenn die   streikenden Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler erw&#228;hnt werden. Und Entsetzen und   Schweigen, als berichtet wird, dass eine &#228;ltere Frau am Donnerstag   nachdem sie von einem Polizisten zu Boden geworfen wurde, auf dem Weg   ins Krankenhaus verstorben sein soll. Dann wieder unendlicher L&#228;rm und   Begeisterungsrufe als von dem einen mutigen Polizisten berichtet wird,   der w&#228;hrend des Schlagstockeinsatzes gegen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler am   Donnerstag seinen Helm hingeworfen hat und die Polizeireihen mit den   Worten: &#8220;Das mache ich nicht l&#228;nger mit, auf Kinder zu schlagen&#8221;   verlassen hat.<\/p>\n<p>  Die Kundgebung beginnt mit einer Schweigeminute, die von dem bisher   sicher lautesten &#8220;Schwabenstreich&#8221; &#8211; eine Minute L&#228;rm gegen S21 &#8211;   abgel&#246;st wird. Einer der ersten Redner ist Florian Toniutti von der   &#8220;Jugendoffensive gegen Stuttgart 21&quot;, die den Sch&#252;lerstreik organisiert   hatte. Immer wieder wird der er von Applaus unterbrochen, als er die   L&#252;gen der Landesregierung und von Teilen der Medien &#252;ber angeblich   gewaltt&#228;tige Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler zur&#252;ck weist. Er erkl&#228;rt: &#8220;Wir   haben uns die Entscheidung zum Streik nicht leicht gemacht. Aber   au&#223;ergew&#246;hnliche Situationen erfordern au&#223;ergew&#246;hnliche Ma&#223;nahmen. Wir   wollten ein Zeichen setzen, weil Demonstrationen alleine gegen Stuttgart   21 nicht ausreichen.&#8221; Ganz Stuttgart ist stolz auf diese Sch&#252;lerInnen   und Jugendlichen, die das Vorr&#252;cken der Polizei am Donnerstag vormittag   so lange verz&#246;gerten bis viele tausend weitere DemonstrantInnen aller   Altersklassen den Weg in den Park gefunden hatten. &#8220;Geld f&#252;r Bildung und   Soziales, statt f&#252;r Prestigeprojekte und die Profite der Baufirmen und   Immobilienlobby&#8221;, ruft Florian Toniutti zum Abschluss seiner Rede aus.<\/p>\n<p>  Der anschlie&#223;ende Marsch legt die ganze Innenstadt lahm, die   offensichtlich weitr&#228;umig von der Polizei abgesperrt wurde. So   weitl&#228;ufig, dass au&#223;er vor dem Landtagsgeb&#228;ude keine Polizisten zu sehen   sind, nicht einmal zur Verkehrsumleitung. Entsprechend gewaltfrei und   friedlich verl&#228;uft die Demonstration. Selbst ein verlassener   Polizeiwagen wird nur mit ein paar Aufklebern versch&#246;nert und sonst   nicht einmal anger&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Die Jugendoffensive war auf der Demo mit einem lautstarken Block mit   eigenem Lautsprecherwagen vertreten. Der in linken Kreisen bekannte   Rapper Holger Burner trat auf dem Dach des Wagens auf und sang   anl&#228;sslich der Ereignisse des Vortags: &#8220;Wir haben keinen Respekt vor   Eurer Uniform!&#8221;. Damit traf er den Nagel auf den Kopf. PolizistInnen der   so genannten &#8220;Anti-Konflikt-Teams&#8221;, die am Donnerstag nirgends zu sehen   waren, trauten sich zu Beginn der Kundgebung unter die Menschen und   wurden permanent von w&#252;tenden B&#252;rgerInnen umlagert. Focus online   berichtet, wie sie von Demonstranten aufgefordert wurden, ihre   Deeskalationsma&#223;nahmen beim SEK einzusetzen und nicht unter den   friedlichen Protestierern. Als ob weitere Auseinandersetzungen   provoziert werden sollten, arbeiteten die Bagger in dem Teil des Parks,   in dem die ersten B&#228;ume gef&#228;llt worden waren bis zum Sonnenuntergang   weiter.<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet waren zu dieser Demonstration   angereist, um ihre Solidarit&#228;t zum Ausdruck zu bringen und die Bewegung   gegen das Milliardengrab Stuttgart 21 zu unterst&#252;tzen. Dazu war ein f&#252;r   dieses Wochenende seit langem geplantes Jugendseminar abgesagt und die   TeilnehmerInnen zur Fahrt nach Stuttgart aufgefordert worden.   SAV-Mitglieder und -Unterst&#252;tzer aus Hamburg, Berlin, Bremen, K&#246;ln,   Aachen, Essen, Dortmund, Kassel, M&#252;nchen, Bamberg und eine Genossin der   Socialist Party aus London waren nach Stuttgart gekommen. In vielen   St&#228;dten nahmen SAV-Gruppen an &#246;rtlichen Solidarit&#228;tsaktionen mit den   Protesten in Stuttgart teil.<\/p>\n<p>  Der gestrige Tag war ein klares Signal an Merkel und Mappus: der   Widerstand gegen Stuttgart 21 wurde durch den Kn&#252;ppeleinsatz der   Polizeihundertschaften am Donnerstag nicht gebrochen, nicht einmal   geschw&#228;cht &#8211; im Gegenteil: die Zahl der S21-GegnerInnen w&#228;chst weiter   und die Entschlossenheit weiter zu k&#228;mpfen ist ungebrochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stuttgart erlebt gr&#246;&#223;te Demonstration gegen &#8220;Stuttgart 21&quot;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,58],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13913"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13913\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}