{"id":13909,"date":"2010-09-30T03:50:00","date_gmt":"2010-09-30T03:50:00","guid":{"rendered":".\/?p=13909"},"modified":"2010-09-30T03:50:00","modified_gmt":"2010-09-30T03:50:00","slug":"13909","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/09\/13909\/","title":{"rendered":"Wie weiter nach dem Europ&#228;ischen Aktionstag der Gewerkschaften?"},"content":{"rendered":"<p>  &#220;ber 100.000 demonstrieren in Br&#252;ssel gegen die K&#252;rzungen der   europ&#228;ischen Regierungen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am Aktionstag des europ&#228;ischen Gewerkschaftsbundes am 29. September   demonstrierten in Br&#252;ssel bis zu 100.000 Arbeiterinnen und Arbeiter. In   Spanien streikten zehn Millionen und legten 95% der Industrie lahm. In   Berlin demonstrierten 5000 Menschen. Die gemeinsame Botschaft: &#8222;Wir   zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&#8220;<\/p>\n<p>  <i>von Geert Cool, Br&#252;ssel<\/i><\/p>\n<h4>  Sie w&#228;lzen die Systemkrise auf uns ab<\/h4>\n<p>  Europaweit verabschieden Regierungen derzeit K&#252;rzungspakete im Sozial-,   Bildungs- und Gesundheitsbereich. Damit holen sie das Geld wieder rein,   das sie zuvor in der Krise f&#252;r Bankenrettungen und Konjunkturpakete   rausgeworfen haben. Wir zahlen doppelt: Durch die Krise verlieren Viele   ihre Arbeitspl&#228;tze oder arbeiten in Kurzarbeit, m&#252;ssen weniger Gehalt   und gleichzeitig gestiegene Preise und Mieterh&#246;hungen hinnehmen. Weitere   K&#252;rzungen kommen von allen Seiten: Die Regierungen von Griechenland,   Spanien und Portugal begannen mit Renten- und Bildungsk&#252;rzungen und   bekamen als Antwort Massenproteste und Generalstreiks. Jetzt soll in   Gro&#223;britannien ein K&#252;rzungspaket verabschiedet werden und die deutsche   Regierung versucht, m&#246;glichst schnell m&#246;glichst viele K&#252;rzungen in   Kommunen, im Sozialbereich, vor allem bei Hartz IV, und in der   Gesundheitsversorgung durchzusetzen.<\/p>\n<h4>  Mehr Mobilisierung!<\/h4>\n<p>  Die Beteiligung an den Protesten war gr&#246;&#223;er als von den belgischen   Gewerkschaften angenommen. Das beweist, dass es Kampfbereitschaft gibt.   Gemessen an den M&#246;glichkeiten des europ&#228;ischen Gewerkschaftsbundes ist   das Ergebnis des Aktionstages aber mau. Wo bleibt die Mobilisierung   durch die Gewerkschaften und die LINKE?<\/p>\n<p>  Um die K&#252;rzungen aufzuhalten, bedarf es einerseits einer   Massenmobilisierung durch die Gewerkschaften, die viele Menschen   erreichen k&#246;nnen, andererseits politischer Streiks bis zum   Generalstreik. Beides wollen die Gewerkschaftsf&#252;hrungen nicht. Der DGB   hat sechs Millionen Mitglieder, veranstaltete am Aktionstag aber eine   eigene Mittagskundgebung in Berlin mit wenigen hundert Teilnehmerinnen   und Teilnehmern und schloss sich nicht den gemeinsamen Protesten am   Abend an.<\/p>\n<p>  Die LINKE nutzt ihre M&#246;glichkeiten zur Mobilisierung nicht genug.   &#196;hnlich sieht es bei den neuen linken Parteien in Frankreich, Italien   oder Griechenland aus. Um Gewerkschaften und linke Parteien zu bewegen,   brauchen wir eine starke Basis, die sich f&#252;r den Kampf im Alltag, in   Protesten und Streiks einsetzt.<\/p>\n<h4>  Wie weiter?<\/h4>\n<p>  Der DGB plant einen deutschlandweiten Aktionstag f&#252;r den 13. November.   Damit viele Menschen daran teilnehmen, m&#252;ssen wir jetzt in unseren   Gewerkschaften, in der LINKEN und bei Linksjugend [&#180;solid] daf&#252;r   argumentieren, dass breit mobilisiert wird. Die Initiative der und des   Einzelnen z&#228;hlt, damit Busse organisiert werden und es   Mobilisierungsmaterial gibt. Auch gegen den Willen der Gewerkschafts-   und Parteispitzen ist die Mobilisierung vieler zehntausend Menschen   m&#246;glich, wenn gen&#252;gend Druck von der Basis ausgeht.<\/p>\n<p>  Demonstrieren allein reicht auf lange Sicht aber nicht. Die Herrschenden   werden versuchen, Proteste zu ignorieren und zu marginalisieren. Ein   Generalstreik wie in Spanien ist greift die Profite der Konzerne an &#8211;   das w&#228;re notwendig, um zu zeigen, wer am l&#228;ngeren Hebel sitzt.<\/p>\n<h4>  Gemeinsam k&#228;mpfen &#8211; f&#252;r eine andere Gesellschaft!<\/h4>\n<p>  Dass es uns gut geht, wenn es der Wirtschaft gut geht, ist eine L&#252;ge. Ob   Auf- oder Abschwung, am Ende zahlen wir drauf. Um die st&#228;ndige   Verschlechterung unserer Lebensverh&#228;ltnisse aufzuhalten, m&#252;ssen wir   gemeinsam k&#228;mpfen. Wir m&#252;ssen uns wehren gegen die Interessen der   Konzerne, f&#252;r die auch die Regierungen Partei ergreifen. Das Komitee f&#252;r   eine Arbeiterinternationale (engl. CWI), dem auch die SAV angeh&#246;rt,   k&#228;mpft in 45 L&#228;ndern f&#252;r die Interessen der Arbeiterklasse, beteiligt   sich an K&#228;mpfen und mobilisiert daf&#252;r. Um f&#252;r Rechte zu k&#228;mpfen, die   schon fr&#252;her erk&#228;mpft wurden &#8211;staatlich bezahlte Gesundheitsversorgung   oder Bildung etwa &#8211; hei&#223;t auch, einzusehen: Im Kapitalismus werden   Errungenschaften in jeder Krise in Frage gestellt. Seine Logik f&#252;hrt zu   Profiten f&#252;r Wenige, nicht zum Wohl Aller. Ein Kampf gegen K&#252;rzungen   muss auf Dauer ein Kampf gegen den Kapitalismus sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#220;ber 100.000 demonstrieren in Br&#252;ssel gegen die K&#252;rzungen der<br \/>\n      europ&#228;ischen Regierungen.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13909"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13909"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13909\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}