{"id":13882,"date":"2010-09-16T00:00:00","date_gmt":"2010-09-16T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13882"},"modified":"2010-09-16T00:00:00","modified_gmt":"2010-09-16T00:00:00","slug":"13882","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/09\/13882\/","title":{"rendered":"Kampf um den Mindestlohn in Hongkong"},"content":{"rendered":"<p>  Proteste notwendig: &quot;Die vorl&#228;ufige Mindestlohnkommission vertritt uns   nicht!&quot;<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Nach 18 Monate hat die von der Regierung eingesetzte Vorl&#228;ufige   Mindestlohnkommission eine &#8222;einstimmige&#8220; Entscheidung &#252;ber die H&#246;he des   Mindestlohns getroffen, der ab dem n&#228;chsten Jahr gelten soll. Die   13-k&#246;pfige Kommission hat den Stundenlohn noch nicht bekanntgegeben,   nach Medienberichten hat sie sich jedoch auf 28 oder 29 HK$ (2,84 bzw.   2,94&#8364;) geeinigt.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von chinaworker.info-Reporter in Hongkong<\/i><\/h4>\n<p>  Die Mindestlohnkommission zeigt ihr wahres Gesicht. Dieser Vorschlag ist   eine Beleidigung f&#252;r ArbeiterInnen. Die Kommission ist kein   &#8222;unparteiisches&#8220; Expertengremium, wie es die Regierung behauptet,   sondern ein riesiger Betrug. Von ihren 13 Mitgliedern vertreten nur drei   die Gewerkschaften, und diese GewerkschaftsvertreterInnen haben alle die   Hauptforderung ihrer jeweiligen Organisationen (HKFTU und HKCTU) f&#252;r   einen Mindestlohn von 33HK$ (3,35&#8364;) fallen gelassen.<\/p>\n<p>  Die &#8222;GewerkschaftsvertreterInnen&#8220; haben sich zu ihrer Schande an dem   Betrug beteiligt. Ihre Gewerkschaften, insbesondere die HKCTU   (Gewerkschaftskonf&#246;deration Hongkongs), sollten sich daher &#246;ffentlich   von ihnen distanzieren. Die Rolle des ehemaligen HKCTU-Vorsitzenden Lau   Chin-shek ist besonders besch&#228;mend. Jetzt, wo Lau nicht f&#252;r eine der   wichtigsten Forderungen der Gewerkschaft einsteht, ist klar, warum   Regierungschef Donald Tsang ihn in die Kommission aufgenommen hat. Jeder   Gewerkschaftsvertreter, der den Namen verdient, w&#228;re aus der Kommission   ausgetreten, statt einem Mindestlohn unter 33 HK$ zuzustimmen &#8211; unter   diesem absoluten Minimum kann es keinen Kompromiss geben!<\/p>\n<p>  Daher m&#252;ssen die HKCTU und alle Organisationen, die den Kampf um 33 HK$   Mindestlohn ernst nehmen sich klar gegen die Vorl&#228;ufige   Mindestlohnkommission &#228;u&#223;ern und sie als ArbeiterInnenfeindliche   Einrichtung blo&#223;stellen, als Werkzeug der Regierung und der   Kapitalisten. Ein Ereignis der vergangenen Tage reicht aus, um den   Mythos zu zerst&#246;ren, die Kommssion sei ein &#8222;neutrales&#8220; Gremium. Eines   ihrer Mitglieder, Michael Chan Yue-kwong, der Chef von Cafe de Coral   Holdings, hat mit Entlassungen gedroht, wenn der Mindestlohn auf 33 HK$   festgelegt werde. Das wird uns als &#8222;unparteiisch&#8220; verkauft!<\/p>\n<p>  Donald Tsang kann sich jetzt hinter der &#8222;einstimmigen&#8220; Entscheidung der   Kommission verstecken. Sie ist nur ein beratendes Gremium und Tsang   k&#246;nnte den Mindestlohn theoretisch auf eine andere H&#246;he festlegen. Aber   das ist extrem unwahrscheinlich. Tsang kann sich vor Kritik wegen des   niedrigen Mindestlohns sch&#252;tzen, indem er die Verantwortung auf die   Kommission abw&#228;lzt &#8211; und damit auf die Gewerkschaftsmitglieder in ihr!<\/p>\n<p>  Daher sind sofortige Proteste notwendig, um die echte Rolle der   Kommission zu entlarven und das Verhalten der darin sitzenden   Gewerkschaftsmitglieder zu verurteilen. Insbesondere Mitglieder und   AktivistInnen der HKCTU sollten klar und deutlich sagen: &#8222;Die Vorl&#228;ufige   Mindestlohnkommission spricht nicht f&#252;r uns!&#8220;<\/p>\n<p>  Jetzt muss dringend eine echte Kampagne mit Demonstrationen,   &#246;ffentlichen Diskussionen und einer Organisierungskampagne in   Niedriglohnsektoren wie Fastfood und Catering gestartet werden.<\/p>\n<p>  HKCTU und HKFTU haben beide einen Mindestlohn von 33 HK$ gefordert. Auch   das reicht nicht ann&#228;hernd zum Leben. Socialist Action (die   Schwesterorganisation der SAV in Hongkong) fordert einen Mindestlohn in   H&#246;he von zwei Dritteln des Durchschnittsgehalts, etwa 40 HK$ (4,06 &#8364;).   Aber angesichts der Gewerkschaftsforderung nach 33 HK$ sind wir bereit,   diese Forderung als Grundlage zu unterst&#252;tzen, f&#252;r die eine   Massenkampagne durchgef&#252;hrt werden sollte.<\/p>\n<p>  Manche Gewerkschaftsf&#252;hrerInnen werde zweifellos behaupten, dass jetzt   nicht der richtige Moment zum K&#228;mpfen w&#228;re, dass die Entscheidung der   Kommission nicht ge&#228;ndert werden wird und dass die Gewerkschaften sich   stattdessen f&#252;r eine j&#228;hrliche Anpassung &#8211; statt seltenerer Erh&#246;hungen,   die von Wirtschaftsverb&#228;nden gefordert werden &#8211; einsetzen sollten. Sie   k&#246;nnten argumentieren, dass dies erst der Anfang ist und dass Druck f&#252;r   eine Erh&#246;hung auf 33 HK$ in 1-2 Jahren aufgebaut werden sollte. F&#252;r   solche &#8222;F&#252;hrerInnen&#8220; gibt es nie einen guten Zeitpunkt um zu k&#228;mpfen und   immer eine Begr&#252;ndung um zu warten. Aber die Unterbezahlten k&#246;nnen sich   das Warten nicht leisten!<\/p>\n<p>  Wir fordern einen eint&#228;gigen stadtweiten Streik der ArbeiterInnen an der   Basis um die sofortige Einf&#252;hrung von 33 HK$ Mindestlohn zu fordern und   zu zeigen: &#8222;Die Vorl&#228;ufige Mindestlohnkommission spricht nicht f&#252;r uns!&#8220;<\/p>\n<p>  Socialist Action fordert, dass im Lohngesetz alle Arbeitenden, auch   MigrantInnen und Jugendliche ber&#252;cksichtigt werden.<\/p>\n<p>  Ohne Widerstand keine Gerechtigkeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Proteste notwendig: &quot;Die vorl&#228;ufige Mindestlohnkommission vertritt uns<br \/>\n      nicht!&quot;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13882"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13882\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}