{"id":13878,"date":"2010-09-09T13:00:00","date_gmt":"2010-09-09T13:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13878"},"modified":"2010-09-09T13:00:00","modified_gmt":"2010-09-09T13:00:00","slug":"13878","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/09\/13878\/","title":{"rendered":"Gegen den &#8222;nationalen Antikriegstag&#8220; in Dortmund"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht von der Demonstration gegen den Nazi-Aufmarsch am 4. September<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Dortmund und das Ruhrgebiet sind seit einigen Jahren ein Schwerpunkt von   Neofaschisten. Besonders sogenannte &#8222;Autonome Nationalisten&#8220; versuchen   dort Fu&#223; zu fassen. Der Terror gegen Linke, MigrantInnen, J&#252;dinnen\/Juden   und Homosexuelle hat in der Region stark zugenommen. Der Angriff von ca.   400 Neo-Nazis auf eine Demo des DGB zum 1. Mai 2009 ist daf&#252;r nur ein   Beispiel.<\/p>\n<h4>  <i>von einem Demoteilnehmer<\/i><\/h4>\n<p>  Um ihre Position in Dortmund weiter auszubauen mobilisieren Neo-Nazi   Gruppen aus ganz Deutschland seit einigen Jahren zum &#8222;nationalen   Anti-Kriegstag&#8220;, immer Anfang September, nach Dortmund. Durch ihre   Pr&#228;senz auf der Stra&#223;e versuchen sie ihren Anspruch auf die Stadt   deutlich zu machen und Linke und andere einzusch&#252;chtern. In den letzten   Jahren waren an diesen Aufm&#228;rschen bis zu 2.000 Neo-Nazis beteiligt!<\/p>\n<p>  In diesem Jahr hatte ein linkes B&#252;ndnis zur Blockade dieses Aufmarsches   aufgerufen. Auch die SAV half bei der Mobilisierung und nahm an den   Protesten teil. Nach Angaben der Veranstalter folgten ca. 15.000   AntifaschistInnen dem Aufruf, ungef&#228;hr 5.000 weniger als im Vorjahr. Die   Gerichte hatten den Naziaufmarsch erst in letzter Minute erlaubt. Dieses   Vorgehen ist inzwischen der Normalfall und behinderte die Mobilisierung   auch dieses Mal enorm: Viele entschlossen sich nicht nach Dortmund zu   kommen, da sie bis zuletzt davon ausgingen, es g&#228;be keinen Naziaufmarsch   zu verhindern.<\/p>\n<p>  Letztlich war aber klar, dass selbst wenn es beim Verbot geblieben w&#228;re,   sich die Nazis nicht daran gehalten h&#228;tten. Und so blockierten wir   direkt nach unserer Ankunft den Hauptbahnhof, um die Anreise der Nazis   zu erschweren. Hunderte setzten sich auf die Bahnsteige. Die Polizei   versuchte zun&#228;chst die Blockaden mit Fehlinfos &#252;ber die Nazikundgebung   zur Aufl&#246;sung zu bekommen, als das nicht funktionierte l&#246;ste sie die   Blockaden mit zum Teil heftiger Gewalt auf. Die Informationslage des   Antifa-B&#252;ndnisses war insgesamt eher schlecht. Immer wieder sorgten   widerspr&#252;chliche Ger&#252;chte f&#252;r Verwirrung. Auch die Polizei gab immer   wieder Falschmeldungen heraus und erschwerte die Blockaden so zus&#228;tzlich.<\/p>\n<p>  Vom Treffpunkt vor dem Hauptbahnhof aus zogen dann zahlreiche kleinere   und gr&#246;&#223;ere Gruppen Richtung Nordstadt und Hafen um die geplante   Marschroute der Nazis zu blockieren. Schon auf dem Weg kam es zu   kleineren Zusammenst&#246;&#223;en mit der Polizei und zum Teil auch mit   Nazigruppen. Schlie&#223;lich erreichten wir eine Kreuzung und blockierten   diese mit ca. 2.000 anderen AntifaschistInnen. Dabei kam es immer wieder   zu willk&#252;rlichen Festnahmen und Polizeigewalt. So eskalierte die   Situation mehrere Male. Dennoch hielt die Blockade und die Nazis konnten   nach ihrer Kundgebung am Hafen nicht durch die Stadt demonstrieren.   Stattdessen wurden sie von der Polizei mit der U-Bahn in den   Hauptbahnhof gelotst und reisten von dort aus ab. Der Bahnhof wurde in   dieser Zeit f&#252;r antifaschistische DemonstrantInnen abgeriegelt. Auf der   R&#252;ckfahrt aber kam es dann zu mehreren Zusammenst&#246;&#223;en mit Neo-Nazis, die   den Z&#252;gen mit denen die AntifaschistInnen nach Hause fuhren auflauerten   und sie angriffen.<\/p>\n<p>  Auch wenn Dortmund an diesem Tag erfolgreich gegen die Nazis verteidigt   wurde muss der Widerstand weiter gehen. Die b&#252;rgerlichen PolitikerInnen   verneinen das Problem des sich ausweitenden Neo-Faschismus im Ruhrgebiet   und anderswo einfach und ignorieren den Terror. Auch die Tatsache, dass   die Nazi-Demo erlaubt wurde und so viele Menschen einer erheblichen   Gefahr ausgesetzt wurden zeigt, dass der kapitalistische Staat die Nazis   nicht an ihrer T&#228;tigkeit hindern oder sie gar zerschlagen will. Vielmehr   zieht er sogar einen Nutzen daraus, dass Nazis die Menschen   einsch&#252;chtern und vom organisierten Widerstand, z.B. gegen Sozialabbau,   abhalten.<\/p>\n<p>  Im Kampf gegen Nazis k&#246;nnen wir uns also nicht auf staatliche Organe   verlassen; wir m&#252;ssen ihn selber organisieren! Dabei m&#252;ssen wir diesen   Kampf auch immer mit sozialen Themen verkn&#252;pfen und so dem Faschismus   seine Wurzeln entziehen und dem scheinbaren Antikapitalismus, mit dem   die Nazis f&#252;r sich werben, einen echten entgegenstellen. Letztlich muss   der Kampf gegen Faschismus der Kampf f&#252;r Sozialismus sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht von der Demonstration gegen den Nazi-Aufmarsch am 4. 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