{"id":13861,"date":"2010-09-04T00:00:00","date_gmt":"2010-09-04T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13861"},"modified":"2010-09-04T00:00:00","modified_gmt":"2010-09-04T00:00:00","slug":"13861","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/09\/13861\/","title":{"rendered":"Blockieren, besetzen, streiken!"},"content":{"rendered":"<p>  Wie kann Stuttgart 21 gestoppt werden?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 25. August begann der Abriss des Nordfl&#252;gels vom Hauptbahnhof.   Zwei Tage sp&#228;ter demonstrierten 50.000 Menschen in Stuttgart und   umzingelten den Landtag. Am folgenden Tag bot Bahnchef R&#252;diger Grube den   GegnerInnen von Stuttgart 21 den Dialog an &#8211; aber keinen Baustopp!<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein, aktiv im Cannstatter Aktionsb&#252;ndnis gegen   Stuttgart 21<\/i><\/h4>\n<p>  Am 29. Januar demonstrierten 10.000 gegen einen Besuch von Grube im   LBBW-Forum beim Bahnhof. Zu ihrer &#220;berraschung richtete Grube einige   Worte an sie &#8211; und bot ihnen einen Dialog an. Seitdem wurde das Projekt   beschleunigt vorangetrieben. Und was blieb von Grubes   Dialog-Versprechen? Die Propaganda-&#8222;Bauzeitung&#8220; f&#252;r Stuttgart 21, mit   der die Stuttgarter Haushalte begl&#252;ckt wurden, wurde &#8222;Dialog 21&#8220; genannt.<\/p>\n<h4>  Moratorium?<\/h4>\n<p>  Ein Dialog verbunden mit einem vor&#252;bergehenden Baustopp (einem   Moratorium) wurde von den gem&#228;&#223;igten Teilen der Bewegung gegen Stuttgart   21 (unter anderem dem T&#252;binger Oberb&#252;rgermeister Boris Palmer, Gr&#252;ne) in   den letzten Wochen propagiert. Wir helfen mit bei Torblockaden und   freuen uns, wenn wir den Abriss um einige Stunden verz&#246;gert haben. Wenn   ein Moratorium den Abriss f&#252;r Wochen unterbrechen w&#252;rde, w&#252;rden wir auf   der Stra&#223;e tanzen.<\/p>\n<p>  Aber gerade deshalb werden die Stuttgart-21-Macher sich dagegen wehren.   Ihr Hauptargument ist, dass S 21 beschlossen und begonnen und nicht mehr   aufzuhalten sei. Wenn sie wirklich auf die GegnerInnen zugehen, w&#252;rden   sie sich dieses &#8222;Argument&#8220; selbst aus der Hand schlagen. Das w&#252;rde die   GegnerInnen nur weiter ermutigen.<\/p>\n<p>  Immer und immer wieder wurden wir belogen und betrogen.   Dialog-Versprechen von Grube&#8230; Zusicherung eines Volksentscheids von   CDU-Oberb&#252;rgermeister Wolfgang Schuster&#8230; Im ganzseitigen &#8222;Leserforum&#8220;   der Stuttgarter Zeitung am 4. August war auch von der &#8222;Vermutung vieler   B&#252;rger&#8220; die Rede, &#8222;dass die Verwaltungsgerichte in Baden-W&#252;rttemberg   eben nicht unabh&#228;ngig sind&#8220;. Ein anderer schrieb: &#8222;Wir leben in einer   Scheindemokratie oder parlamentarischen Diktatur, was auf dasselbe   hinauskommt.&#8220; Auf irgendwelche Zusagen der Herrschenden d&#252;rfen wir nicht   setzen. Entscheidend ist der weitere Aufbau der Protestbewegung.<\/p>\n<h4>  Massenblockaden<\/h4>\n<p>  Die ersten Tage des Abrisses haben gezeigt, dass daf&#252;r immer wieder LKWs   mit Mulden voll Bauschutt das Baugel&#228;nde verlassen und leere Mulden auf   das Gel&#228;nde fahren. Durch Massenblockaden l&#228;sst sich der Abriss wirksam   behindern (so lange sich die Abrissstrategie nicht &#228;ndert). Diese   Massenblockaden gilt es zu organisieren. Wenn Transporte durch das Tor   nur mit Gro&#223;eins&#228;tzen der Polizei m&#246;glich sind, w&#252;rde das auch beweisen,   dass ein solches in der Bev&#246;lkerung verhasstes Projekt mitten in einer   Gro&#223;stadt nicht durchf&#252;hrbar ist. Jetzt ist es erst eine Baustelle und   die Polizei klagt &#252;ber Personalmangel. Sp&#228;ter w&#228;ren es mehrere   Baustellen parallel.<\/p>\n<h4>  Streiken<\/h4>\n<p>  Das wirksamste Mittel gegen Stuttgart 21 w&#228;ren aber politische Streiks   bis hin zu einem regionalen Generalstreik. Erstens w&#252;rde das die   kapitalistischen Kr&#228;fte hinter Stuttgart 21 direkt treffen. Zweitens   w&#252;rde dadurch die Beteiligung an Blockaden leichter werden.<\/p>\n<p>  Der von SAV-Mitglied Ursel Beck am Morgen des 26. Augusts verlesene   Offene Brief an die Gewerkschaften, der von diesen Aktivit&#228;ten bis hin   zu Streiks gegen S 21 einfordert, fand die Zustimmung der 200 Anwesenden   und macht jetzt in einigen Verteilern von Gewerkschaftsaktiven die Runde.<\/p>\n<p>  Aber der Druck auf die Apparate muss noch enorm gesteigert werden. Als   konkreten Schritt, um die Streikfrage zum Thema zu machen, treten   SAV-Mitglieder gemeinsam mit anderen Jugendlichen der &#8222;Jugendoffensive   gegen S 21&#8220; f&#252;r einen Sch&#252;lerstreik gegen Stuttgart 21 ein. n<\/p>\n<h4>  Hintergrund: Die Interessen hinter S 21<\/h4>\n<p>  Stuttgart 21 ist kein Verkehrs-, sondern ein Profitprojekt. 2006 wurde   ein Unterst&#252;tzerkreis f&#252;r Stuttgart 21 ins Leben gerufen. Ihm geh&#246;rt zum   Beispiel der Tunnelbohrmaschinenhersteller Herrenknecht an, dessen   Aufsichtsratsvorsitzender der ehemalige CDU-Ministerpr&#228;sident Lothar   Sp&#228;th ist. Herrenknecht hat der CDU letztes Jahr 70.000 Euro gespendet.   F&#252;r Stuttgart 21 werden &#252;ber 30 Kilometer Tunnel gebohrt.<\/p>\n<p>  Weiter sind im Unterst&#252;tzerkreis Baufirmen wie Bilfinger und Berger   (bekannt durch den K&#246;lner U-Bahn-Einsturz) und jede Menge Banken.<\/p>\n<p>  Die Bahnchefs Heinz D&#252;rr, Hartmut Mehdorn und Grube, die Stuttgart 21   ins Leben gerufen und vorangetrieben haben, kamen aus dem Management von   Daimler.<\/p>\n<h4>  Anmelden zur Torwache!<\/h4>\n<p>  Torwache stehen vor der Baustelle des Nordfl&#252;gels vom Hauptbahnhof! Wer   in Stuttgart gegen S 21 aktiv sein will, soll sich f&#252;r Schichten bei den   &#8222;Parksch&#252;tzern&#8220; melden: <a href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/torwache\">www.parkschuetzer.de\/torwache<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie kann Stuttgart 21 gestoppt werden?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[58],"tags":[229],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13861"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13861"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13861\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}