{"id":13853,"date":"2010-09-17T00:00:00","date_gmt":"2010-09-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13853"},"modified":"2012-05-09T15:33:37","modified_gmt":"2012-05-09T13:33:37","slug":"13853","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/09\/13853\/","title":{"rendered":"Widerstand gegen Bildungsk&#252;rzungen der britischen Regierung"},"content":{"rendered":"<p>  Interview mit Ben Robinson, Sprecher von Youth Fight for Jobs<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Die neue britische Regierung hat eine Bildungsreform angek&#252;ndigt. Was   wollen sie &#228;ndern, auf wen wirkt sich das aus und in wessen Interesse   sind die Ver&#228;nderungen?<\/h4>\n<p>  Die Regierung will in den n&#228;chsten Paar Jahren die Ausgaben f&#252;r   Hochschulen um ein Drittel senken. Das wird sich katastrophal auf die   Bildung auswirken, Studieng&#228;nge, Fakult&#228;ten und wahrscheinlich auch   ganze Unis werden geschlossen. F&#252;r die, die einen Studienplatz bekommen   wird die sarrazinAusstattung z.B. der Bibliotheken, die individuelle   Betreuung durch Lehrende und sogar der Zustand der Geb&#228;ude deutlich   schlechter sein.<\/p>\n<p>  Aber das ist nicht alles &#8211; wir sollen mehr daf&#252;r bezahlen! Die   Konservative Partei will die Studiengeb&#252;hren auf 5000&#163; (ca. 6000&#8364;) oder   sogar 7000&#163; erh&#246;hen. Das bedeutet, dass Studierende die Uni mit 35000&#163;   Schulden verlassen, eine riesige Belastung f&#252;r junge Leute.<\/p>\n<p>  Die Uni-Leitungen wollen Bildung unbedingt in einen profitablen   Wirtschaftszweig verwandeln. Schon jetzt bringen Einnahmen durch   Fortschung, riesigen Studiengeb&#252;hren f&#252;r Studierende aus   nicht-EU-L&#228;ndern (15000&#163;+) und B&#246;rsenspekulation den Unis f&#252;nfmal soviel   Geld ein wie sie von der Regierung bekommen. Aber manche Unternehmer   wollen auch eine Senkung der Geb&#252;hren, um weniger Umsatzsteuern zu   zahlen. Schon jetzt soll sie auf den niedrigsten Wert aller Zeiten   gesenkt werden.<\/p>\n<h4>  Wie ist die Situation an Schulen und Universit&#228;ten jetzt? Was sind die   gr&#246;&#223;ten Probleme f&#252;r die Sch&#252;lerInnen und Studierenden, und wie   reagieren sie darauf?<\/h4>\n<p>  Viele Angriffe werden geplant. Die neue Regierung hat schon die Gesetze   ge&#228;ndert um Schulen viel einfacher privatisieren zu k&#246;nnen &#8211; sie k&#246;nnen   jetzt fast &#252;ber Nacht aus der &#246;ffentlichen Kontrolle entfernt werden. In   Geschichte soll mehr &#252;ber &#8220;gro&#223;e Individuen&#8221; geredet werden als &#252;ber   Bewegungen, Wirtschaft, unterschiedliche Bedingungen etc.<\/p>\n<p>  Aber K&#252;rzungen sind das Hauptproblem. Seit dem Beginn der   Wirtschaftskrise gibt es eine langsam wachsende Protestwelle in den Unis   und Schulstreiks. In der Sussex University, wo die Bewegung am st&#228;rksten   war, gab es Massenversammlungen mit 800 TeilnehmerInnen, Demos,   Besetzungen und einen Streik der Lehrenden. Dadurch konnten einige der   Angriffe verhindert werden.<\/p>\n<h4>  Die NUS ruft zu einer landesweiten Studierendendemo gegen K&#252;rzungen am   10. November auf. Was ist die NUS? Kann sie eine Massenbewegung der   Studierenden organisieren?<\/h4>\n<p>  Die National Union of Students ist die &#8220;offizielle&#8221; Organisation die   Studierende repr&#228;sentiert und in der fast alle Studierenden automatisch   Mitglied sind. Allerdings wird sie von KarrieristInnen aus dem Umfeld   der Labour Party gef&#252;hrt und hat weder interne Demokratie noch eine   Kampagnenkultur.<\/p>\n<p>  Trotzdem ist es ein wichtiger Schritt vorw&#228;rts dass die NUS zu diese   Demo veranstaltet. Sie hat die Medienpr&#228;senz, das Geld und, am   wichtigsten, die Verbindungen zu Gewerkschaften die notwendig sind um   hunderttausende von Studierenden zu organisieren. Die Demonstration am   10. November wird zusammen mit der UCU, der Gewerkschaft der Lehrenden   und des akademischen Personals an den Unis, organisiert. Das ist sehr   wichtig. Es zeigt dass die NUS-F&#252;hrung durch die Basis stark unter Druck   steht und sich gezwungen sieht diese Demo zu organisieren. Youth Fight   for Jobs und Socialist Students werden versuchen so viele wie m&#246;glich zu   mobilisieren und in Orten Busse zur Demo organisieren, wo die   NUS-F&#252;hrung sich weigert.<\/p>\n<p>  Allerdings wird die NUS versuchen, weitere Massenaktionen zu verhindern.   Vor Ort und landesweit haben sie AktivistInnen die K&#252;rzungen verhindern   konnten daf&#252;r bestraft. Mitglieder der NUS-F&#252;hrung haben sich &#246;ffentlich   gegen Streiks der Uni-Besch&#228;ftigten ausgesprochen. Sie wollen und k&#246;nnen   keine Strategie formulieren, die die K&#252;rzungen der Regierung verhindern   w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Die bisherigen Kampagnen gegen die K&#252;rzungen wurden von AktivistInnen   gef&#252;hrt, nicht von der NUS vor Ort. Socialist Students und Youth Fight   for Jobs rufen diese &#246;rtlichen Kampagnen dazu auf sich zu vernetzen und   am 10. November einen gemeinsamen Block zu bilden.<\/p>\n<h4>  Socialist Students und YFfJ rufen zu einem Protesttag am 20. Oktober   auf. Was habt ihr vor?<\/h4>\n<p>  Die &#8220;Untersuchungskommission&#8221; zu Studiengeb&#252;hren, die aus Bonzen   besteht, gibt Anfang Oktober ihren Bericht ab. Die Regierung wird am   20.10. weitere K&#252;rzungen bekanntgeben. Wir rechnen damit, dass sich eine   riesige Wut aufbauen wird. Daher rufen wir zu kreativen Aktionen am 20.   Oktober auf. Das bedeutet verschiedene Aktivit&#228;ten an verschiedenen   Orten, abh&#228;ngig von den K&#252;rzungen und der St&#228;rke der Bewegungen vor Ort.<\/p>\n<p>  Wir rufen alle &#246;rtlichen Anti-K&#252;rzungs-Kampagnen auf sich auch an den   Protesten zu beteiligen. Socialist Students und Youth Fight for Jobs   werden an dem Tag auch einige Aktionen starten. An manchen Unis wird   gestreikt werden. Die wichtigste Gewerkschaft der Unibesch&#228;ftigten, die   UCU, ist an Youth Fight for Jobs beteiligt und wir werden ihre Aktionen   unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Wir wollen den Tag auch nutzen um f&#252;r die Demo am 10. November zu   mobilisieren.<\/p>\n<h4>  Ist es m&#246;glich dass sich ein gemeinsamer Widerstand von Studierenden und   Sch&#252;lerInnen entwickelt, &#228;hnlich wie beim Bildungsstreik in Deutschland   im letzten Jahr?<\/h4>\n<p>  Ja, definitiv. Die Angriffe werden Studierenden keine andere M&#246;glichkeit   lassen als sich zu wehren. Das kann sich langsam entwickeln, weil es   au&#223;er uns selbst keine landesweite Koordination gibt. Aber es k&#246;nnte   sich auch sehr schnell entwickeln Die Verbindungen zur UCU und anderen   Gewerkschaften zeigen sehr deutlich die St&#228;rke der Bewegung die   entstehen k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Deshalb stellt Socialist Students weitgehende Forderungen auf. Unsere   Hauptslogans f&#252;r die Bewegung sind:<\/p>\n<p>  &#8211; Streiken gegen K&#252;rzungen und Geb&#252;hren<\/p>\n<p>  &#8211; Vereinigung der Anti-K&#252;rzungs-Kampagnen auf landesweiter Ebene<\/p>\n<p>  &#8211; Demokratischen Massenwiderstand aufbauen<\/p>\n<p>  &#8211; K&#228;mpfen f&#252;r ein sozialistisches Bildungssystem<\/p>\n<p>  Wir denken dass sich mit den aktuellen Ideen eine Bewegung entwickeln   und schnell verbreiten k&#246;nnte. Gemeinsam mit den Uni-Gewerkschaften,   AktivistInnen gegen K&#252;rzungen und der Arbeiterbewegung k&#246;nnte sie die   schwache Regierung zum R&#252;ckzug zwingen. Socialist Students und Youth   Fight for Jobs schaffen jetzt die Grundlagen f&#252;r diese Bewegung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview mit Ben Robinson, Sprecher von Youth Fight for Jobs\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[53],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13853"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13853"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13853\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}