{"id":13845,"date":"2010-08-27T00:00:00","date_gmt":"2010-08-27T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13845"},"modified":"2010-08-27T00:00:00","modified_gmt":"2010-08-27T00:00:00","slug":"13845","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/08\/13845\/","title":{"rendered":"70. Jahrestag der Ermordung Leo Trotzkis"},"content":{"rendered":"<p>  In kommenden Massenrevolten werden ArbeiterInnen und Jugendliche   Trotzkis Ideen aufgreifen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Peter Taaffe, Generalsekret&#228;r der Socialist Party (CWI in England   und Wales)<\/i><\/h4>\n<p>  Vor siebzig Jahren wurde der gr&#246;&#223;te lebende Revolution&#228;r der Zeit, Leo   Trotzki, von Josef Stalins Auftragskiller Ramon Mercader ermordet.   Vorher hatte es mehrere gescheiterte Attentate auf Trotzki gegeben, doch   dieses mal zerst&#246;rte ein t&#246;dlicher Schlag mit einem &#8222;Eispickel&#8220;   erfolgreich das &#8222;Gehirn&#8220; der Arbeiterklasse und das Symbol der   unvers&#246;hnlichen Opposition zum Kapitalismus und totalit&#228;ren Stalinismus.   Dieses Ereignis, dass Stalin und die von ihm repr&#228;sentierte   b&#252;rokratische Elite im Kreml feierten, erfreute auch die   kapitalistischen Regierungen in Europa, Amerika und der ganzen Welt.<\/p>\n<h4>  Kapitalisten versuchen literarischen Mord an Trotzkis Ideen<\/h4>\n<p>  Robert Service, der in seiner vor kurzem erschienenen &#8222;Biographie&#8220;   Trotzki erneut ermordet hat, dieses Mal auf eine politische und   literarische Art, zitiert zustimmend die Worte Winston Churchills an den   russischen Botschafter in Britannien zur Zeit der ber&#252;chtigten Moskauer   Prozesse, die die Grundlage f&#252;r die Ermordung Trotzkis legten: &#8222;Ich   beobachte seine Aktivit&#228;ten seit einiger Zeit. Er ist das b&#246;se Genie   Russlands, es ist sehr gut, dass Stalin mit ihm abgerechnet hat.&#8220;<\/p>\n<p>  Wenn Trotzkis M&#246;rder glaubten, dass sie mit ihm seine Ideen zerst&#246;ren   k&#246;nnten haben sie sich schwer geirrt. Die politisch bewusstesten   Schichten sp&#228;terer Generationen haben, wenn sie den Kampf gegen den   Kapitalismus und Stalinismus aufnahmen, in Trotzkis Werken nach   Erkl&#228;rungen und Anregungen gesucht. Sogar in der Periode der   ideologischen Konterrevolution nach 1989 erwiesen sich seine Ideen noch   als attraktiv. Jetzt, angesichts der gr&#246;&#223;ten &#246;konomischen Krise des   Kapitalismus seit den 30ern und der daraus unvermeidlich Folgenden   Massenrevolte der ArbeiterInnen und Armen, f&#252;rchten die Kapitalisten den   Einfluss von Trotzkis Ideen. Sie sind sich bewusst oder ahnen zumindest   dass in einer Periode der Massenrevolte Personen wie Che Guevara, der   als K&#228;mpfer f&#252;r Sozialismus und nationale Befreiung und Gegner der   B&#252;rokratie gilt, und Leo Trotzki Interesse ausl&#246;sen. Um der neuen   Generation den Weg zu versperren ist eine Kampagne zur Diskreditierung   Trotzkis notwendig. Das ist der Sinn von B&#252;chern wie dem von Robert   Service und Anderen die im letzten Jahr produziert wurden.<\/p>\n<p>  &#8220;Zeig mir wer deine Freunde sind und ich zeige dir wer du bist&#8220;. Service   ist ein &quot;Kumpel&quot; des aktuellen Chefs der Bank of England und Schl&#228;chter   der Wohlfahrtsstaates, Mervyn King. Er m&#246;chte den unglaubw&#252;rdigen   Eindruck erwecken dass Trotzki, der von Stalin zusammen mit dem Gro&#223;teil   seiner Familie und der revolution&#228;ren Generation die er repr&#228;sentierte   ermordet wurde, trotzdem ein Bruder im Geiste Stalins und des von ihm   gef&#252;hrten b&#252;rokratischen Terrorsystem sei. Ebenso wie der Stalinismus   sind Trotzkis Ideen scheinbar ein &#8222;Auswuchs&#8220; des Bolschewismus, dem ein   totalit&#228;rer und autorit&#228;rer Charakter zugeschrieben wird. Dies ist   selbstverst&#228;ndlich eine &#252;ble Verleumdung der Partei die Lenin f&#252;hrte,   der Bolschewiki, der demokratischsten ArbeiterInnenpartei die die   russische Revolution anf&#252;hrte, das gr&#246;&#223;te einzelne Ereignis in der   Geschichte der Menschheit. Der Stalinismus war mit seinen totalit&#228;ren   Methoden und der Ausl&#246;schung der Bolschewiki selbst nicht die   Fortsetzung des Bolschewismus, sondern seine Negation.<\/p>\n<p>  Der Stalinismus ist nicht mehr der Anziehungspol, der er z.B. in den   30er Jahren und in einem gewissen Ma&#223;e in der Periode direkt nach 1945   war, als die neu in den Kampf eintretende Generation von den Verbrechen   des Stalinismus gr&#246;&#223;tenteils nichts wusste. Das ist heute nicht der   Fall. Daher kann Trotzki in der neuen explosiven Phase einen Weg nach   Vorn aufzeigen &#8211; durch seinen Kampf f&#252;r ArbeiterInnendemokratie und   seine Analyse nicht nur des wichtigen Themas Stalinismus, sondern auch   der K&#228;mpfe der ArbeiterInnenklasse im allgemeinen. Das bedeutet nicht,   dass Trotzki &#8222;unfehlbar&#8220; war, ebenso wenig wie Marx, Engels und Lenin.   Aber seine Einsch&#228;tzungen der gro&#223;en Probleme, mit denen die   Arbeiterklasse zu seiner Zeit konfrontiert war, waren meistens korrekt.   Besonders bemerkenswert ist der riesige Beitrag, den er in den 30ern mit   seiner Analyse des Faschismus leistete. Selbst dann war er bereit seine   fr&#252;heren Kommentare zu korrigieren, die aus den 20ern stammten, als der   Faschismus noch ein neues Ph&#228;nomen war. Zu dieser Zeit neigte auch   Trotzki dazu, in einer ungenauen Verwendung des Begriffs diktatorische   Regime wie das von Primo de Rivera in Spanien als faschistisch zu   bezeichnen. Sp&#228;ter erkannte er dass das ein Fehler war und lieferte eine   viel pr&#228;zisere Definition des Faschismus, der Arbeiterorganisationen   vernichtete, im Unterschied zu bonapartistischen Milit&#228;rregimes, die   zwar reaktion&#228;r waren, denen jedoch nicht gelang alle demokratischen   Rechte und Organisationen zu zerst&#246;ren.<\/p>\n<h4>  Trotzkis Ideen sind nicht veraltet<\/h4>\n<p>  Oft wird behauptet, Trotzkis Ideen seien &#8222;&#252;berholt&#8220;. Dies erkl&#228;ren   ProfessorInnen und VerteidigerInnen des bestehenden Systems. Tats&#228;chlich   ist &#8222;Trotzkismus&#8220; eine moderne Manifestation der Ideen von Marx. Von   Anfang an haben die Gefolgsleute des Kapitalismus behauptet, er sei auf   &#8222;demokratische&#8220; Gesellschaften nicht anwendbar, besonders nach der   Erfahrung des 20. Jahrhunders. Wenn der Marxismus so &#8222;veraltet&#8220; ist, wie   war dann m&#246;glich dass wir, die MarxistInnen, die Funktionsweise des   kapitalistischen Systems besser verstanden haben als die   VerteidigerInnen dieses Systems selbst? Sie haben durch ihr Sprachrohr   Francis Fukuyama das &#8222;Ende der Geschichte&#8220; ausgerufen. Das Wall Street   Journal erkl&#228;rte 1990 nach dem Zusammenbruch des Stalinismus &#8222;Wir [die   KapitalistInnen] haben gewonnen&#8220;.<\/p>\n<p>  Die MarxistInnen erkannte selbstverst&#228;ndlich dass die Abwicklung der   Planwirtschaft, die dem Kollaps des totalit&#228;ren Systems folgte eine   historische Niederlage f&#252;r die Arbeiterklasse war. Zumindest auf   wirtschaftlichem Gebiet waren die Planwirtschaften Russlands und   Osteuropas &#8211; trotz ihrer Belastung durch die B&#252;rokratie &#8211; ein   Bezugspunkt, ein Hinweis darauf was auf der Basis einer   ArbeiterInnendemokratie m&#246;glich gewesen w&#228;re. Eine Andeutung von   Unterst&#252;tzung f&#252;r die Errungenschaften der Planwirtschaft fand sich vor   kurzem im Guardian. Die Zeitung berichtete, dass das aktuelle   Putin-Regime in Russland zu Profitzwecken die ber&#252;hmte globale Saatbank   in St. Petersburg zu zerst&#246;ren plant. Hingegen &#8222;verhungerten w&#228;hrend der   900-t&#228;gigen Belagerung Leningrads im zweiten Weltkrieg zw&#246;lf russische   WissenschaftlerInnen lieber, als die einzigartige Sammlung von Samen und   Pflanzen zu essen, die sie f&#252;r die Menschheit sch&#252;tzten.&#8220; [9. August]<\/p>\n<p>  Viele &#8222;MarxistInnen&#8220; leugneten entweder die riesigen Auswirkungen des   Unterganges des Stalinismus oder flohen vom Schlachtfeld. Das CWI   verstand, dass er zwar eine Niederlage &#8211; in erster Linie eine Niederlage   &#246;konomischer Art &#8211; war, aber keine so verheerende Katastrophe wie die   Zerst&#246;rung der ArbeiterInnenorganisationen durch den Faschismus in den   30ern. Wir sagten voraus &#8211; abgesehen von einigen b&#252;rgerlichen &#214;konomen   wie Nouriel Roubini, der auf empirischem Weg zu denselben Schl&#252;ssel   gelangte, praktisch als einzige &#8211; dass die Methoden, die den   Kapitalismus nach dem Zusammenbruch des Stalinismus anheizten irgendwann   katastrophale Auswirkungen f&#252;r das System haben w&#252;rden. Die kolossale   Aufnahme von Krediten, fiktivem Kapital, f&#252;hrte zur gr&#246;&#223;ten   Spekulationsblase der Geschichte. Wir wurden damals als &#8222;primitive   Katastrophisten&#8220; bezeichnet. Im Gegenteil wendeten wir uns gegen jene   MarxistInnen &#8211; einige davon fr&#252;here Mitglieder von Militant, dem CWI in   Britannien &#8211; die 1987 eine gro&#223;e Krise vorhersagten. Wir erkl&#228;rten, dass   der Kapitalismus durch die Benutzung der Reserven Deutschlands und   Japans vor&#252;bergehend einen Ausweg finden w&#252;rde. 2007 allerdings sagten   wir, dass das System in eine tiefe Krise geraten w&#252;rde. Genau das ist   passiert. Unsere Analyse war, anders als die der &#246;konomischen   Scharlatane des Kapitalismus, nicht auf Alchemie basiert, sondern auf   einer wissenschaftlichen Analyse ihres Systems. Diese wiederum beruht   auf der Herangehensweise Trotzkis, die auf den Methoden von Marx   basierte. Wenn eine Idee die aktuelle Situation korrekter erkl&#228;ren kann   als Andere ist sie die beste verf&#252;gbare Methode, egal wie &#8222;alt&#8220; sie ist.   Der Marxismus hat sich schlie&#223;lich bei der vorhersage von Ereignissen   den Wahrsagern der besitzenden Klassen weit &#252;berlegen gezeigt.<\/p>\n<p>  Marx wies darauf hin dass das kapitalistische System letztlich auf der   profitorientieren Produktion f&#252;r eine Handvoll Million&#228;re,   Multimillion&#228;re und Milliard&#228;re &#8211; &#246;konomische Polutokraten &#8211; aufbaut,   nicht auf sozialen Bed&#252;rfnissen. Der Grundwiderspruch des Systems ist   dass die ArbeiterInnenklasse nicht &#252;ber den vollen Wert dessen, was sie   produziert verf&#252;gen kann. Dies ergibt sich aus der Tatsache dass die   ArbeiterInnenklassen nur einen Teil des Wertes, den sie erzeugt in Form   von L&#246;hnen bekommt, den Rest bezeichnete Marx als &#8222;unbezahlte Arbeit&#8220;.   Das System kann so lange funktionieren, wie dieser &#220;berschuss produktiv   in Industrie, Forschung und Technik &#8211; die Produktionsmittel &#8211; investiert   wird. Allerdings entwickelt sich aus dieser Situation an einem   bestimmten Punkt eine Krise, die zur &#220;berproduktion von Kapital und   Konsumg&#252;tern f&#252;hrt. Die Idee der &#8222;&#220;berproduktion&#8220; an sich w&#228;re in allen   vorkapitalistischen Wirtschaftssystemen als absurd betrachtet worden, in   einer von bitterer Armut und Not gepr&#228;gten Welt. Aber die wesentliche   Antriebskraft dieses Systems ist Profit, nicht menschliches Bed&#252;rfnis.   Der Kampf um den &#220;berschuss ist der Ausl&#246;ser f&#252;r ein Programm, L&#246;hne zu   senken und den Anteil des Wohlstandes, den die Arbeiterklasse bekommt zu   verkleinern.<\/p>\n<h4>  Wirtschaftliche Not f&#252;r Millionen<\/h4>\n<p>  Diese theoretischen Ideen wurden von den SozialistInnen des CWI, die in   der historischen Analyse von Trotzki verankert sind, auch w&#228;hrend der   90er und zu Beginn dieses Jahrzehnts weiterhin vertreten. Fast jeden Tag   finden sich in der Presse Beweise f&#252;r die marxistische Analyse. Im Juli   hat die Financial Times darauf hingewiesen, dass seit 2007 in den   Fabriken der USA 7 Millionen ArbeiterInnen entlassen wurden. Offiziell   sind in den USA 15 Millionen Menschen arbeitslos, aber mit der Zahl der   Unterbesch&#228;ftigten und denen, die die Suche nach einem Arbeitsplatz   aufgegeben haben liegt die tats&#228;chliche Zahl bei 30 Millionen, 20% der   Arbeitsf&#228;higen. In Europa sind zehn Prozent der Arbeitsf&#228;higen   arbeitslos. Gleichzeitig war dem selben Artikel zu entnehmen, dass die   Profite der gro&#223;en US-Firmen um astronomische 36% gestiegen sind, eine   direkte Folge der Entlassung von Millionen ArbeiterInnen mit all dem   daraus folgenden sozialen Elend. Im Ergebnis liegt die riesige Summe von   2 Billionen $ auf den Konten der Gro&#223;unternehmen. Und trotzdem befindet   sich die USA, wie wir erwartet haben, am Rande einer &#8222;double   dip&#8220;-Rezession.<\/p>\n<p>  Warum ist das so? Es gibt f&#252;r die KapitalistInnen in einer Welt, in der   es angeblich gerade keinen &#8222;Bedarf&#8220; gibt, keinen &#8222;profitablen&#8220; Ausweg.   Deshalb investieren sie nicht. Damit verraten sie ihre Mission, wie Marx   es ausdr&#252;ckte. Das einzige, was den Kapitalismus mit seiner Ungleichheit   und seinem barbarischen Charakter historisch rechtfertigen kann ist die   Entwicklung der Produktivkr&#228;fte. Und momentan scheitern die Kapitalisten   offensichtlich an dieser Aufgabe. In Osteuropa, wo &#8222;bl&#252;hende   Landschaften&#8220; versprochen wurden, zeichnet sich das gleiche Bild. Zum   Beispiel sind in Rum&#228;nien von knapp &#252;ber 9 Mio. ArbeiterInnen 1,2 Mio.   arbeitslos. In einem &#228;hnlichen Ausma&#223; gibt es Massenarbeitslosigkeit in   Kasachstan. Es ist nicht nur Massenarbeitslosigkeit, sondern permanente   Arbeitslosigkeit &#8211; Marx&quot; angeblich widerlegte Idee einer Reservearmee   der Arbeitslosen &#8211; die sich heute sogar in manchen der reicheren St&#228;dte   Europas zeigt. In Athen besetzen Gruppen von MigrantInnen und   ArbeiterInnen jeden &#246;ffentlichen Platz. Sie haben nichts zu tun au&#223;er zu   versuchen, f&#252;r eine Stunde oder einen Tag einen Job zu ergattern! Die   Tatsache, dass der Kapitalismus weiterhin die Umwelt ruiniert wird durch   das obsz&#246;ne Spektakel geldgeiler Spekulanten unterstrichen, die im   Schutz der Moskau umgebenden Waldbr&#228;nde versucht haben, in   Zusammenarbeit mit einem franz&#246;sischen Unternehmen ein lukratives   Bauprojekt durchzusetzen. Die, die dagegen protestieren, wie die   russischen Mitglieder des CWI, werden von faschistischen Schl&#228;gern   angegriffen und krankenhausreif gepr&#252;gelt.<\/p>\n<h4>  Kapitalismus und Krieg<\/h4>\n<p>  Nach wie vor liegt die schreckliche Bedrohung des Krieges &#252;ber der   Menschheit. Afghanistan ist so ungewinnbar wie der Vietnamkrieg.   Zus&#228;tzlich dauert die Intervention der USA mittlerweile l&#228;nger an als   der Vietnamkrieg und wird jetzt nicht mehr als &#8222;Bushs Dummheit&#8220; gesehen,   sondern als Obamas Krieg. Vor kurzem hat die Geschichte eine furchtbare   Warnung abgegeben, was passieren kann wenn die Repr&#228;sentanten des   Kapitals die Kontrolle behalten. Sechzig Jahre nach dem Koreakrieg, in   dem beinahe so viele US-Soldaten gestorben sind wie im Vietnamkrieg,   werden Details der Konfrontation zwischen den USA und China aus den   Archiven &#246;ffentlich. Offenbar hat der US-General MacArthur nicht nur   einen nuklearen &#8222;Pr&#228;ventivschlag&#8220; gegen China angedroht, sondern schlug   auch vor, 30 bis 50 Atombomben einzusetzen! Er wurde vom damaligen   Pr&#228;sidenten Truman entlassen. Aber wie viele weitere &#8222;MacArthurs&#8220; gibt   es im Lager der Privilegierten und Kapitalistenklassen, die wenn ihre   Interessen bedroht werden auch vor der Drohung mit nuklearen &#8222;Schl&#228;gen&#8220;   nicht zur&#252;ckschrecken?<\/p>\n<p>  Marx&quot; Kapitalismuskritik, die Trotzki entschlossen verteidigte, war sehr   einfach. Wenn das System Arbeitspl&#228;tze, Wohnungen, Nahrung, die   Abschaffung von Krieg und Rassismus, die &#220;berweindung nationaler Grenzen   etc. erreichen kann, wird es sich erhalten. Aber die Essenz der   aktuellen Situation des Weltkapitalismus ist dass er nicht in der Lage   ist, selbst die grundlegendsten Bed&#252;rfnisse der Menschheit zu erf&#252;llen,   insbesondere nicht f&#252;r die zwei Drittel, die in den neokolonialen   L&#228;ndern leben. Dies wurde vom haitianischen Pr&#228;sidenten Aristide   gezeigt, der schwor die &#8222;obsz&#246;ne Armut&#8220; in seinem Land zu beseitigen,   sie als er an der Macht war aber durch &#8222;akzeptable Armut&#8220; ersetzte! Noch   nicht einmal das wurde erreicht, wie die Situation nach dem Erdbeben in   Haiti heute beweist. Trotzkis Idee der permanenten Revolution beh&#228;lt   ihre G&#252;ltigkeit f&#252;r die L&#228;nder der neokolonialen Welt. Sie besagt, dass   die demokratische Revolution in der Moderne nicht mehr von den   Kapitalisten durchgef&#252;hrt werden kann. Die Ziele Landreform, echte   parlamentarische Demokratie und Freiheit von den wirtschaftlichen und   politischen Ketten des Imperialismus k&#246;nnen von den schwachen   herrschenden Klassen in diesen L&#228;ndern und Regionen unm&#246;glich erreicht   werden. Nur die Arbeiterklasse kann gemeinsam mit den armen B&#228;uerInnen   die nationale demokratische Revolution durchf&#252;hren. Doch dann muss sie   ihren Sieg sichern, indem sie zu den Aufgaben des Sozialismus &#252;bergeht,   sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Dies war die   Folge der russischen Revolution, die Gro&#223;grundbesitz und Kapitalismus   beseitigte und auch weltweit eine revolution&#228;re Welle ausl&#246;ste.<\/p>\n<h4>  Die russische Revolution und der Aufstieg des Stalinismus<\/h4>\n<p>  Aber ZynikerInnen sagen &#8222;es wird als irgendeine Art von blutiger   Diktatur enden&#8220; wie in Russland. Das ist eine L&#252;ge, Russland war 1917   nicht nur ein Leuchtturm f&#252;r Planung und Sozialismus, sondern auch f&#252;r   die Verbreitung der Arbeiterdemokratie zu den Massen weltweit. Der   Stalinismus entstand nicht aus der der Anfangsperiode der russischen   Revolution, sondern aus ihrer Isolation. Manche, wie Service, behaupten   dass Trotzki wenn er sich gegen Stalin durchgesetzt h&#228;tte die gleiche   &#8222;pers&#246;nliche Macht&#8220; wie er etabliert h&#228;tte. Hier stellt sich die Frage   ob Trotzki, in Anbetracht der Isolation der russischen Revolution, des   Aufstiegs der B&#252;rokratie und der Zerst&#246;rung der Arbeiterdemokratie   Stalins Platz h&#228;tte einnehmen k&#246;nnen ohne sein demokratisches und   sozialistisches Programm f&#252;r Russland und international zu verletzen.   Unglaublicherweise gehen manche MarxistInnen heute weiter und meinen,   dass Trotzki die Macht h&#228;tte ergreifen sollen als sie ihm in den 20ern   von Antonow-Owsejenko, dem obersten Kommissar der Roten Armee, angeboten   wurde. Schlie&#223;lich besa&#223; Trotzki zu der Zeit enorme Autorit&#228;t in der   Roten Armee &#8211; viel mehr als Stalin &#8211; nicht nur bei den Soldaten, sondern   auch unter den h&#246;heren Offizieren die mit ihm im B&#252;rgerkrieg gek&#228;mpft   und die 21 Armeen des Imperialismus besiegt hatten. Trotzki unterstand   jedoch, dass er wenn er &#8222;Macht&#8220; aus dieser Quelle akzeptiert h&#228;tte   letztlich ein Gefangener einer vielleicht noch schlimmeren   &#8222;Milit&#228;rb&#252;rokratie&#8220; geworden w&#228;re, die sich in Anbetracht der damaligen   Isolation der russischen Revolution unweigerlich entwickelt h&#228;tte.<\/p>\n<p>  Dies beweist, dass Trotzki, ebenso wie Marx, Engels und Lenin,   verstanden hatte, dass Sozialismus und Marxismus nicht durch Man&#246;ver,   Cliquen oder Putsche wachsen wird. Nur indem wir am Bewusstsein der   Arbeiterklasse ansetzen &#8211; ihrem politischen Verst&#228;ndnis in der   jeweiligen Phase &#8211; und versuchen es mit einem klaren Programm, Slogans   und Organisation voranzubringen k&#246;nnen Sozialismus und Marxismus   tats&#228;chlich wachsen. Das CWI hat nach dem Zusammenbruch des Stalinismus   und besonders mit der Abwicklung der Planwirtschaft einen R&#252;ckschlag   erlitten. Es k&#246;nnte nicht anders sein, angesichts der kapitalistischen   Propagandaorgien, die aus der Entwicklung folgten. Die, die versuchten   die Realit&#228;t zu ignorieren wurden wegen der schwierigen objektiven   Situation die in dieser Zeit existierte gebrochen. Viele weigerten sich   die Situation zu erkennen, manche verkannten sie sogar als &#8222;Sieg&#8220;, da   der Stalinismus selbst zusammengebrochen war. Sie sagten nicht, dass   sein Untergang mit der Abschaffung der Planwitschaft einherging. Die   Socialist Party und das CWI hielten weiter das demokratische,   sozialistische Banner Trotzkis hoch.<\/p>\n<h4>  ArbeiterInnen ziehen in den Kampf<\/h4>\n<p>  Dabei blieben opportunistische oder ultralinke Spaltungen nicht aus. In   einer Periode wie der, die wir erlebt haben ist das nicht ungew&#246;hnlich.   Lenin und Trotzki f&#252;hrten in der Phase von 1907-1911 &#228;hnliche K&#228;mpfe.   Aber wie wir vorhergesehen haben ist der Kapitalismus in die Krise   gest&#252;rzt und hat eine neue Periode er&#246;ffnet. Politischer Kampf ist nicht   nur w&#228;hrend der Hochphasen von Bewegungen der Arbeiterklasse notwendig,   sondern auch in R&#252;ckzugsperioden, um sich auf zuk&#252;nftige gewaltige   Ereignisse vorzubereiten. Die gro&#223;artigen Bewegungen der griechischen   ArbeiterInnen und die kommenden K&#228;mpfe in Spanien, Portugal, Irland und   Italien sind nur der Anfang des politischen Erwachens der   Arbeiterklasse. Nordeuropa wird ebenfalls stark betroffen sein. Der   Generalstreik in Indien im Juli ist, trotz seines begrenzten Charakters,   ein Vorzeichen dessen was in der neokolonialen Welt bevorsteht, w&#228;hrend   die Krisenlast verst&#228;rkt auf die Arbeiterklasse und die Armen geschoben   wird. Alle kapitalistischen Regierungen Europas, von den st&#228;rksten und   &#8222;reichsten&#8220;, wie der in Deutschland, bis zu den &#228;rmsten in Griechenland,   Portugal und Spanien im S&#252;den, versuchen den Lohnabh&#228;ngigen   Sparprogramme aufzuzwingen. Widerstand ist unvermeidlich. Doch   Widerstand allein ist nicht genug: wir brauchen auch ein klares   Programm, die richtige Politik, taktische Improvisation und klare   Slogans in jeder Phase des Kampfes. Trotzki hat das immer wieder und   wieder unterstrichen.<\/p>\n<p>  Er hat viele Male gezeigt wie die Arbeiterklasse, manchmal sogar   &#8222;spontan&#8220;, versuchte, die Gesellschaft zu ver&#228;ndern. In der spanischen   Revolution wurden vier F&#252;nftel der Macht in Spanien durch die   Arbeiterklasse &#252;bernommen, wodurch der urspr&#252;ngliche Putsch der   Franco-Faschisten 1936 zerschlagen werden konnte. Aber ohne eine klare   ArbeiterInnen-Massenpartei die einen alternativen,   arbeiterdemokratischen Staat errichten konnte wurde der Arbeiterklasse   die Macht wieder abgenommen. Ein &#228;hnliches Bild zeichnen die Ereignisse   in Frankreich 1968, in Portugal 1974-75 und in vielen anderen F&#228;llen.<\/p>\n<h4>  Kampf f&#252;r das Programm des Marxismus<\/h4>\n<p>  Was sind die Lehren f&#252;r heute? Es ist dringend notwendig eine neue   Massenkraft aufzubauen, die die K&#228;mpfe der Arbeiterklasse auf   wirtschaftlichem Gebiet und in der politischen Arena verbinden kann.   Dies erfordert die &#8222;doppelte Aufgabe&#8220; die sich das CWI in den fr&#252;hen   90ern gestellt hat: Kampf um die Rehabilitation der Ideen des   Sozialismus f&#252;r die Massenbewegung und Beibehaltung des klaren Programms   des Marxismus-Trotzkismus.<\/p>\n<p>  Wir befinden uns in einer der explosivsten Perioden der Geschichte. Wenn   sich die Wirtschaftskrise als &#8222;Ansteckend&#8220; herausgestellt hat und sich   in immer weitere L&#228;nder ausbreitet, wie weit wird sich der Sozialismus   verbreiten? Die Globalisierung hat die Basis daf&#252;r in einem Ausma&#223;   geschaffen, das selbst Marx sich nicht vorstellen konnte. In der   vietnamesischen Revolution entwickelte der Imperialismus die Theorie des   &#8222;Domino-Effektes&#8220;, die annahm, dass wenn ein Land f&#252;r den Kapitalismus   verloren ginge der Kapitalismus in S&#252;dostasien zusammenbrechen w&#252;rde. In   einem gewissen Ma&#223; hat sich das best&#228;tigt. Ein Sieg in den   fortgeschrittenen industrialisierten L&#228;ndern, sogar in einem   halb-industriellen Land wie Griechenland, h&#228;tte m&#228;chtige Auswirkungen   f&#252;r Europa und die Welt. Griechenland hatte schon einen kolossalen   politischen Effekt, owohl es nur 0,5% zum Welt-Bruttoinlandsprodukt   beitr&#228;gt. Es ist die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse die antritt,   sich gegen die Angriffe des Kapitals zu wehren und sie zu &#252;berwinden &#8211;   symbolisiert durch sechs Generalstreiks, auf die die Arbeiterklasse der   Welt schaut.<\/p>\n<p>  Diese Ereignisse zeigen, dass f&#252;r die Arbeiterklasse in Europa und der   Welt ein neues Kapitel begonnen hat. Trotzki, den seine Gegner zu einer   politischen Unperson erkl&#228;rt haben, wird in der kommenden Periode als   gro&#223;e Pers&#246;nlichkeit nicht nur in der Arbeiterbewegung, sondern im Kampf   der ganzen Menschheit wieder auftauchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In kommenden Massenrevolten werden ArbeiterInnen und Jugendliche<br \/>\n      Trotzkis Ideen aufgreifen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[91],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13845"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13845"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13845\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13845"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13845"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13845"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}