{"id":13823,"date":"2010-08-20T00:00:00","date_gmt":"2010-08-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13823"},"modified":"2012-07-18T15:29:28","modified_gmt":"2012-07-18T13:29:28","slug":"13823","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/08\/13823\/","title":{"rendered":"Trotzkismus heute"},"content":{"rendered":"<p>  Die Bedeutung der Ideen Leo Trotzkis f&#252;r das 21. Jahrhundert<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Hat sich die Bedeutung der Ideen Leo Trotzkis mit dem Zusammenbruch des   Stalinismus vor zwanzig Jahren ersch&#246;pft? Gibt es folglich keinen Grund   eine politische Bewegung aufzubauen, die sich als trotzkistisch   versteht? Bedeutet das Festhalten am Trotzkismus gar r&#252;ckw&#228;rtsgewandte   Politik, Dogmatismus und eine Barriere f&#252;r die Schaffung sozialistischer   Einheit?<\/p>\n<p>  Diese Haltung nehmen nicht nur GegnerInnen von Trotzki und seinen Ideen   ein, sondern auch so mancher fr&#252;here Trotzkist, wie zum Beispiel der   Franzose Alain Krivine, der eine Rolle dabei spielte die sich als   trotzkistisch verstehende Ligue Communiste Revolutionnaire (LCR) mit der   Gr&#252;ndung der Nouveau Parti Anticapitaliste (NPA) aufzul&#246;sen. Dieser   Artikel soll erkl&#228;ren, warum sich der Trotzkismus nicht nur durch seinen   antistalinistischen Inhalt definiert und auch im 21. Jahrhundert die   beste Anleitung zur Entwicklung einer sozialistischen Politik und   Perspektive ist.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Trotzki geh&#246;rt zweifellos zu den gr&#246;&#223;ten Pers&#246;nlichkeiten des 20.   Jahrhunderts. Neben Lenin war er der wichtigste F&#252;hrer des bedeutendsten   Ereignisses in der bisherigen Menschheitsgeschichte: der russischen   Oktoberrevolution. Allein diese Rolle w&#252;rde ihm einen Platz im Olymp der   Arbeiterbewegung sichern. Aber er war nicht nur ein revolution&#228;rer   F&#252;hrer, Redner, Organisator, er hat nicht nur die Rote Armee aus dem   Nichts geschaffen und zum Sieg im B&#252;rgerkrieg gegen die   konterrevolution&#228;ren und imperialistischen Truppen gef&#252;hrt. Er hat vor   allem den entscheidenden Beitrag im 20. Jahrhundert geleistet, den   Marxismus auf eine sich ver&#228;ndernde Welt anzuwenden.<\/p>\n<h4>  Trotzkismus als marxistische Methode<\/h4>\n<p>  Nichts anderes ist Trotzkismus: die Anwendung der marxistischen Methode   in modernen Zeiten. In einigen der wichtigsten neuen Fragen, die sich   der Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert stellten, hat Trotzki die   klarsten Antworten formuliert &#8211; und das fr&#252;her als jeder andere. Er hat   die Texte von Marx, Engels und Lenin nicht als in Stein gemei&#223;elte   Dogmen verstanden, sondern die ihnen zugrunde liegende Denkweise   angewendet und somit den Marxismus entscheidend weiter entwickelt. Auf   dogmatische MarxistInnen angesprochen soll Marx selber einmal gesagt   haben, er sei kein Marxist. Trotzki w&#252;rde sicher &#228;hnlich reagieren, wenn   er sehen k&#246;nnte, wie einige seiner selbst ernannten Erben nur seine   Worte wiederholen, anstatt seine Methode anzuwenden. Die Ideen Trotzkis,   die in unz&#228;hligen B&#252;chern, Artikeln und Briefen formuliert wurden und   bis heute leider keine Zusammenfassung in einer kompletten Werkausgabe   gefunden haben, m&#252;ssen auch heute als Leitlinie aufgefasst und weiter   entwickelt werden. Sie formulieren aber gleichzeitig zentrale   Erkenntnisse und Prinzipien des Marxismus, die verteidigt werden m&#252;ssen.   Manche dieser Ideen waren neue Antworten auf neue Situationen, andere   waren weitgehend die Verteidigung marxistischer Prinzipien gegen deren   Aufgabe in den dominierenden Str&#246;mungen der Arbeiterbewegung, der   reformistischen Sozialdemokratie und dem, in seiner Politik nicht minder   reformistischen, Stalinismus.<\/p>\n<p>  Es k&#246;nnen einige wesentliche Ideen benannt werden, die den Trotzkismus   ausmachen und heute weiterhin von gro&#223;er Bedeutung sind.<\/p>\n<p>  Die bahnbrechenden Beitr&#228;ge Trotzkis zum Marxismus sind erstens die   Analyse des Stalinismus und daraus ableitend Grunds&#228;tze einer   sozialistischen Demokratie und zweitens die so genannte Theorie der   Permanenten Revolution, die h&#246;chste Aktualit&#228;t f&#252;r die Aufgaben der   Arbeiterbewegung in Afrika, Asien und Lateinamerika hat. Dar&#252;ber hinaus   sind folgende wichtigen Merkmale des Trotzkismus zu nennen: Drittens   Trotzkis Faschismusanalyse und seine Vorschl&#228;ge zum antifaschistischen   Kampf. Viertens seine Analyse der so genannten Volksfronten, der   Regierungsb&#252;ndnisse von Arbeiterparteien mit b&#252;rgerlichen,   pro-kapitalistischen Parteien. F&#252;nftens das &#220;bergangsprogramm und die   diesem zugrunde liegende Methode ein Programm auszuarbeiten, das eine   Br&#252;cke zwischen dem heutigen Bewusstsein der Arbeiterklasse und der   sozialistischen Revolution darstellt. Sechstens das   Organisationsverst&#228;ndnis, die Notwendigkeit revolution&#228;re, marxistische   Organisationen aufzubauen. Siebtens der Internationalismus, sowohl im   Sinne der Notwendigkeit einer internationalen sozialistischen Revolution   als Teil der Theorie der Permanenten Revolution, als auch als   internationalistisches Organisationsprinzip &#8211; der Schaffung einer   marxistischen Internationale.<\/p>\n<h4>  Antib&#252;rokratischer Marxismus<\/h4>\n<p>  Ab den fr&#252;hen 1920er Jahren war Trotzkis Leben vom Kampf gegen die   B&#252;rokratisierung der jungen Sowjetunion und den aufkommenden Stalinismus   gepr&#228;gt. Dies war ein v&#246;llig neues historisches Ph&#228;nomen, das von den   gro&#223;en marxistischen Lehrmeistern nicht voraus gesehen werden konnte. Es   ist Trotzkis gr&#246;&#223;tes theoretisches Verdienst eine marxistische Analyse   des Stalinismus entwickelt zu haben, die in jeder Hinsicht den Test der   geschichtlichen Ereignisse bestanden hat.<\/p>\n<p>  Heute stellen b&#252;rgerliche Historiker Trotzki als den Verlierer eines   pers&#246;nlichen Machtkampfes dar und auch AnarchistInnen behaupten, w&#228;re   Trotzki erfolgreich gewesen, w&#228;re er an Stalins Stelle zum Diktator   geworden. Trotzki selber hat diese Thesen politisch und praktisch   widerlegt. In seiner unvollendeten Stalin-Biographie schrieb er: &#8220;Weder   Stalin noch ich sind zuf&#228;llig in unsere heutigen Positionen geraten. Wir   haben diese Positionen nicht erschaffen. Jeder von uns ist in dieses   Drama als Vertreter bestimmter Ideen und Prinzipien hineingezogen   worden. Diese Ideen und Prinzipien wiederum sind nicht vom Himmel   gefallen, sondern haben tiefe soziale Wurzeln. Deshalb muss man nicht   von der psychologischen Abstraktion von Stalin als Menschen ausgehen,   sondern von seiner konkreten historischen Pers&#246;nlichkeit als F&#252;hrer der   sowjetischen B&#252;rokratie. Man kann die Taten Stalins nur verstehen, wenn   man von den Bedingungen der Existenz der neuen privilegierten Schicht   ausgeht, die gierig nach materiellem Komfort, besorgt um ihre   Positionen, &#228;ngstlich vor den Massen ist und jede Opposition t&#246;dlich   hasst.&#8221;<\/p>\n<p>  Aus dem Verst&#228;ndnis, dass die B&#252;rokratie Ausdruck der sozialen   Entwicklungen in der Sowjetunion war, lehnte Trotzki es ab, seinen   Einfluss in der Roten Armee f&#252;r ein milit&#228;risches Vorgehen gegen Stalin   und seine Gefolgsleute zu nutzen. Er war sich bewusst, dass nur die   unabh&#228;ngige Aktion der Arbeiterklasse die B&#252;rokratie schlagen k&#246;nnte und   wollte nicht einen Beitrag dazu leisten, die Parteib&#252;rokratie durch eine   Milit&#228;rb&#252;rokratie zu ersetzen.<\/p>\n<p>  Einschr&#228;nkungen demokratischer Freiheiten, die Trotzki w&#228;hrend und kurz   nach dem B&#252;rgerkrieg mitgetragen hatte, wurden von ihm, Lenin und den   Bolschewiki als vor&#252;bergehende Notma&#223;nahmen zur Verteidigung des jungen   und schwachen Arbeiterstaates verstanden, nicht als kommunistische   Prinzipien. Deshalb stellte er in den Mittelpunkt des Kampfes gegen die   B&#252;rokratie die Forderung nach freier Debatte in der Kommunistischen   Partei und nach der Wiederbelebung der R&#228;te als Organe der   Arbeiterdemokratie.<\/p>\n<p>  Seine Opposition gegen den Stalinismus fu&#223;te auf einem   Klassenstandpunkt. Er verteidigte die durch die Oktoberrevolution   erreichten Errungenschaften &#8211; die Verstaatlichung der Wirtschaft, die   &#246;konomische Planung und das Au&#223;enhandelsmonopol. Er argumentierte daf&#252;r,   dass Staat und Wirtschaft wieder unter die Kontrolle und Leitung der   Arbeiterklasse geraten. Dies war, sp&#228;testens ab Beginn der 1930er Jahre,   nur durch einen revolution&#228;ren Sturz der herrschenden B&#252;rokratie   m&#246;glich, die eine politische Konterrevolution &#8211; die politische   Entmachtung der Arbeiterklasse &#8211; durchgef&#252;hrt hatte. Trotzki sagte   voraus, dass ohne eine solche politische Revolution, die eine   sozialistische Entwicklung der Sowjetunion h&#228;tte einleiten k&#246;nnen, eine   Wiederherstellung des Kapitalismus drohe, die das Land weit zur&#252;ck   werfen w&#252;rde. Sp&#228;ter als vorhersehbar war, hat sich diese Perspektive   1989 bis 1991 best&#228;tigt. Die Restauration des Kapitalismus stellte und   stellt f&#252;r die russischen Massen und die Bev&#246;lkerungen in den anderen   ehemals stalinistischen Staaten eine soziale Katastrophe dar.<\/p>\n<p>  Trotzkis Stalinismusanalyse ist nicht nur von historischem Interesse.   Abgesehen davon, dass sie auf die heutige Situation in Kuba anwendbar   ist, bietet sie auch eine Leitlinie in Bezug auf die B&#252;rokratisierung   der venezolanischen Gesellschaft unter Hugo Ch&#225;vez, auch wenn dort die   kapitalistischen Verh&#228;ltnisse bisher nicht abgeschafft wurden. Vor allem   aber gibt sie eine Vorstellung von der sozialistischen Demokratie, die   MarxistInnen anstreben. Sie f&#252;hrt zur Unterstreichung sozialistischer   Prinzipien, die in der Pariser Kommune und der Oktoberrevolution   ausgearbeitet wurden und wichtige Grundpfeiler f&#252;r eine   Arbeiterdemokratie darstellen m&#252;ssen: die jederzeitige W&#228;hl- und   Abw&#228;hlbarkeit von Funktion&#228;ren, die Begrenzung von Funktion&#228;rsgeh&#228;ltern   auf einen durchschnittlichen Arbeiterlohn, die Rotation von &#196;mtern, den   Aufbau demokratisch strukturierter bewaffneter Staatsorgane (Milizen als   Umsetzung der klassischen sozialistischen Forderung nach   Volksbewaffnung) statt eines von der Gesellschaft abgehobenen stehenden   Heers. Heute w&#252;rden MarxistInnen aufgrund der Erfahrungen mit dem   Stalinismus eine grunds&#228;tzliche Opposition gegen einen   Ein-Parteien-Staat hinzuf&#252;gen und das Recht zur Bildung von freien   Gewerkschaften und Parteien fordern &#8211; selbstverst&#228;ndlich mit Ausnahme   solcher faschistischer und konterrevolution&#228;rer Parteien, die mit   Waffengewalt gegen einen Arbeiterstaat vorgehen wollen.<\/p>\n<h4>  Permanente Revolution im 20. und 21. Jahrhundert<\/h4>\n<p>  Trotzki entwickelte aus den Erfahrungen der Russischen Revolution von   1905 und einer Analyse der russischen Gesellschaftsstruktur die These,   dass in L&#228;ndern mit versp&#228;teter kapitalistischer Entwicklung nicht die   nationale Kapitalistenklasse die offenen Aufgaben der b&#252;rgerlichen   Revolution l&#246;sen kann, sondern nur die Arbeiterklasse dies erreichen   kann. Diese k&#246;nne aber in einem revolution&#228;ren Prozess nicht bei den   b&#252;rgerlichen Aufgaben verharren, sondern m&#252;sse zur Festigung ihrer Macht   und zur Durchsetzung ihrer Interessen unmittelbar an die Aufgaben der   sozialistischen Revolution gehen (siehe dazu den Artikel von Sebastian   F&#246;rster auf Seite 20). Diese Revolutionskonzeption ist als Theorie der   Permanenten Revolution bekannt geworden und wurde von Trotzki sp&#228;ter   verallgemeinert auf &#246;konomisch unterentwickelte L&#228;nder angewendet. Sie   ist auch heute noch zutreffend.<\/p>\n<p>  Die ehemals koloniale Welt befindet sich heute in einem Zustand   wirtschaftlicher Abh&#228;ngigkeit von den imperialistischen Staaten und   ihren Institutionen, wie IWF und Weltbank. Der klassische Kolonialismus   wurde von einem Neokolonialismus abgel&#246;st, der zwar formelle   Unabh&#228;ngigkeit bedeutet, aber real nur eine neue Form der Abh&#228;ngigkeit   eingef&#252;hrt hat. In L&#228;ndern wie Pakistan, Nigeria oder Kolumbien gibt es   keine stabilen b&#252;rgerlichen Demokratien, es herrschen weiterhin   halbfeudale Zust&#228;nde auf dem Land, die nationale Frage ist (wo sie   existiert) ungel&#246;st. Offensichtlich haben sich die Kapitalistenklassen   in diesen L&#228;ndern als zu schwach, unf&#228;hig und unwillig zur L&#246;sung der   Aufgaben der b&#252;rgerlichen Revolution gezeigt. Das hat seine Gr&#252;nde in   der enormen wirtschaftlichen und milit&#228;rischen Dominanz der   imperialistischen Staaten, aber auch darin, dass Kapitalistenklassen und   Gro&#223;grundbesitzer in solchen L&#228;ndern weitgehend eine Personalunion   bilden. Die Kapitalisten haben auf dem Land investiert und die   Gro&#223;grundbesitzer haben in der Industrie investiert. Es gibt kein   Interesse der Kapitalisten die Landfrage zu l&#246;sen. Mehr noch: die Angst   vor der Arbeiterklasse h&#228;lt das schwache B&#252;rgertum in diesen L&#228;ndern   davon ab, an die L&#246;sung dieser Fragen heranzugehen. Denn w&#252;rde die   Arbeiterklasse mobilisiert, g&#228;be es f&#252;r sie keinen Grund bei den   b&#252;rgerlichen Aufgaben stehen zu bleiben. Sie w&#252;rde ihre sozialen   Interessen zur Geltung bringen und ihre eigenen Forderungen nach h&#246;herem   Lohn, menschenw&#252;rdigen Arbeitsbedingungen, freien Gewerkschaften,   Streikrecht, Sozialversicherungen etc. aufstellen und daf&#252;r k&#228;mpfen. Das   w&#252;rde sie in einen un&#252;berbr&#252;ckbaren Widerspruch zu den Interessen der   einheimischen Kapitalisten bringen und die Frage der sozialistischen   Revolution auf die Tagesordnung setzen. Genau das konnte man in vielen   revolution&#228;ren Bewegungen des 20. Jahrhunderts beobachten.<\/p>\n<p>  Als die iranischen Massen 1978\/79 gegen die Diktatur des Schah Reza   Pahlavi aufbegehrten, spielte die Arbeiterklasse durch einen   wochenlangen Generalstreik die entscheidende Rolle, das verhasste Regime   zum Sturz zu bringen. In ihren Mobilisierungen gegen den Schah stellte   sie aber nicht nur demokratische Forderungen auf, sondern auch soziale.   R&#228;te entstanden und Forderungen nach Verstaatlichung, zum Beispiel der   &#214;lindustrie, wurden erhoben. Eine Republik der Armen wurde gefordert,   die nur erreichbar gewesen w&#228;re, wenn die Revolution den   b&#252;rgerlich-kapitalistischen Rahmen verlassen h&#228;tte. Um das zu   verhindern, musste der Kapitalismus Zuflucht zu den Islamisten um   Ayatollah Khomeini nehmen, der die Revolution von innen zerst&#246;ren und   die Arbeiterbewegung unterdr&#252;cken konnte. &#196;hnliche Ph&#228;nomene konnte man   in Indonesien in den 1960er Jahren oder in der portugiesischen   Nelkenrevolution 1974 beobachten. Eine k&#252;nstliche Beschr&#228;nkung der   sozialen K&#228;mpfe auf b&#252;rgerlich-demokratische Forderungen entspricht   nicht der gesellschaftlichen Situation und der Dynamik der   Arbeiterk&#228;mpfe. Die Politik der an verschiedenen Schattierungen des   Stalinismus orientierten Kr&#228;fte, auf B&#252;ndnisse mit b&#252;rgerlichen Kr&#228;ften   zur Erk&#228;mpfung einer kapitalistisch-demokratischen Etappe zu setzen, war   zum Scheitern verurteilt. Diese auf der so genannten Etappentheorie   basierende Politik verkennt, den schwachen und abh&#228;ngigen Charakter des   B&#252;rgertums in diesen L&#228;ndern und schreibt diesem ein revolution&#228;res   Potenzial zu, was es nicht hat.<\/p>\n<p>  Tats&#228;chlich hat sich die Theorie der Permanenten Revolution auch in den   L&#228;ndern best&#228;tigt, in denen nach dem Zweiten Weltkrieg der Kapitalismus   abgeschafft wurde &#8211; wenn auch in verzerrter Form. In China, Kuba und   anderen L&#228;ndern entwickelten sich aufgrund der Politik der die   Arbeiterbewegung dominierenden stalinistischen und kleinb&#252;rgerlichen   Kr&#228;fte zwar keine klassischen Arbeiterrevolutionen nach dem Vorbild der   Oktoberrevolution, aber die Tatsache, dass der Kapitalismus unf&#228;hig war,   diese L&#228;nder sozial und &#246;konomisch zu entwickeln, f&#252;hrte zu einem   Vakuum, in das die Guerillas von Mao und Castro hinein sto&#223;en konnten   und das diese dazu zwang weiter zu gehen, als sie urspr&#252;nglich vor   hatten (denn Mao war ein Anh&#228;nger der Etappentheorie und Castro nicht   mehr als ein kleinb&#252;rgerlicher Demokrat) und die kapitalistischen   Eigentums- und Produktionsverh&#228;ltnisse zu &#252;berwinden und Staaten nach   dem Vorbild der stalinistischen Sowjetunion zu schaffen.<\/p>\n<p>  Heute sehen wir, wie revolution&#228;re Bewegungen in Nepal oder Venezuela in   die Sackgasse geraten k&#246;nnen, wenn sie nicht bereit sind, die Grenzen   des Kapitalismus zu sprengen. Die Politik der Maoisten in Nepal, die zum   Sturz der Monarchie in eine b&#252;rgerliche Regierung eintraten, zeigt keine   Perspektive auf, die gro&#223;en sozialen und wirtschaftlichen Probleme des   Landes zu l&#246;sen und muss zu einer Entfremdung der Massen mit ihnen   f&#252;hren. Unter den nepalesischen Maoisten hat das mittlerweile zu einer   Debatte &#252;ber die Ideen Trotzkis und &#252;ber die Theorie der Permanenten   Revolution gef&#252;hrt.<\/p>\n<p>  In Venezuela hatte Ch&#225;vez eine Zeit lang einen positiven Bezug auf   Trotzki und die Permanente Revolution propagiert, seine Ideen aber   tats&#228;chlich entstellt. Trotz einer Reihe zu unterst&#252;tzender   Sozialreformen und einiger Verstaatlichungen ist die Politik der   venezolanischen Regierung nicht auf einen Bruch mit dem Kapitalismus   ausgerichtet. Das f&#252;hrte in den letzten Jahren nicht nur zu einer   Reduktion der Sozialprogramme aufgrund der Auswirkungen der   kapitalistischen Krise, sondern auch zu einem R&#252;ckgang der Unterst&#252;tzung   f&#252;r Ch&#225;vez in der Bev&#246;lkerung. Insbesondere die stark gewachsene   staatliche B&#252;rokratie f&#252;hrt zu gro&#223;em Unmut. Eine marxistische Politik   f&#252;r Venezuela und Nepal w&#252;rde die selbst&#228;ndige Organisierung der   Arbeiterklasse in den Mittelpunkt r&#252;cken und f&#252;r ein Programm der   Verstaatlichung der entscheidenden Wirtschaftsbereiche und der Bildung   einer auf Fabrik- und Nachbarschaftskomitees basierenden   Arbeiterregierung k&#228;mpfen.<\/p>\n<h4>  Trotzkis Faschismustheorie und antifaschistische Taktik<\/h4>\n<p>  Trotzki erkannte wie kein Anderer die Gefahr, die in den 1920er und   1930er Jahren von den faschistischen Bewegungen f&#252;r die Arbeiterklasse   und die ganze Menschheit ausging. Immer wieder versuchte er auf die   deutsche Arbeiterbewegung Einfluss zu nehmen, um die drohende   Katastrophe abzuwenden.<\/p>\n<p>  Zwei Gedanken standen bei ihm im Mittelpunkt. Erstens, dass der   Faschismus keine normale Form der b&#252;rgerlich-kapitalistischen Reaktion   war. Mittels seiner Massenbasis im Kleinb&#252;rgertum (kleine   Gewerbetreibende, Bauern, Beamte etc.) bauten die Faschisten eine   terroristische Bewegung auf, deren Ziel die v&#246;llige physische   Vernichtung jeglicher Formen von Arbeiterorganisationen war. Deshalb sah   er im Kampf gegen Hitler die h&#246;chste Priorit&#228;t f&#252;r die deutsche und   internationale Arbeiterbewegung. Er wies die Haltung der Kommunistischen   Partei zur&#252;ck, die den Faschismus-Begriff inflation&#228;r benutzte und ihn   sowohl auf die halb-bonapartistischen Regierungen vor Hitler (Br&#252;ning,   Papen, Schleicher) als auch auf die Sozialdemokratie anwendete. Damit   wurde die besondere Gefahr, die von den Nazis ausging, relativiert und   die Arbeiterklasse nicht auf die nahende Entscheidungsschlacht   vorbereitet. Zweitens erkannte Trotzki, dass der Faschismus nur an die   Macht gelangen kann, wenn die Kapitalistenklasse ihm dazu verhilft &#8211;   wenn die Bosse und B&#228;nker also auf die totale Vernichtung der   Arbeiterbewegung setzen, um ihre Profitaussichten zu sichern und die   drohende sozialistische Revolution abzuwenden. Daraus schlussfolgerte   er, dass der Kampf gegen die Nazis auf einer proletarischen Klassenbasis   und mit einer sozialistischen Perspektive gef&#252;hrt werden musste.   Tats&#228;chlich war die historische Alternative im Deutschland der fr&#252;hen   1930er Jahre Sozialismus oder Faschismus . Darauf aufbauend   argumentierte er f&#252;r eine Einheitsfront der Arbeiterorganisationen zur   Abwehr der Nazis (siehe Artikel auf Seite xx) und lehnte zum Beispiel   ab, sich auf die Institutionen des b&#252;rgerlichen Staates, wie die   preu&#223;ische Polizei, im Kampf gegen Hitler zu verlassen.<\/p>\n<p>  Was k&#246;nnen wir f&#252;r den heutigen Kampf gegen NPD und Nazi-Kameradschaften   daraus lernen? Nat&#252;rlich ist die heutige Situation in vielerlei Hinsicht   nicht mit den 1930er Jahren zu vergleichen. Weder steht der Kapitalismus   kurzfristig vor der Notwendigkeit (noch w&#228;re er dazu in der Lage) zu   brutalen diktatorischen Herrschaftsmethoden zu greifen, noch besteht   heute eine vergleichbare soziale Basis f&#252;r eine faschistische   Massenbewegung, denn das Kleinb&#252;rgertum ist in Deutschland heute viel   kleiner als damals. Die Nazis haben dementsprechend keine aktive   Massenbasis und erreichen in der Regel nur dann beachtliche Wahlerfolge,   wenn sie ihre tats&#228;chlichen Ziele verstecken und sich ein demokratisches   M&#228;ntelchen umlegen. Tats&#228;chlich ist daraus das Ph&#228;nomen   rechtspopulistischer Parteien entstanden, die zwar extrem rassistisch   und nationalistisch sein k&#246;nnen, aber keine einer faschistischen   Bewegung vergleichbare physische Bedrohung f&#252;r die Arbeiterbewegung   darstellen. Dass eine solche auch durch kleinere Nazi-Organisationen   besteht, zeigten aber die Angriffe auf GewerkschafterInnen im letzten   Jahr. Und doch sind wichtige Gedanken Trotzkis auf heute anwendbar. Zum   einen der Gedanke, dass der Faschismus keine normale Form der   b&#252;rgerlichen Reaktion ist und deshalb auch nicht mit normalen Mitteln   bek&#228;mpft werden kann. Daraus ergibt sich eine Politik der Konfrontation   der Nazis: f&#252;r die Verhinderung ihrer Aufm&#228;rsche und Versammlungen.   Ihnen sind demokratische Rechte zu verwehren, weil sie diese nur dazu   ausnutzen, Terror zu verbreiten und die Abschaffung demokratischer   Rechte vorzubereiten. Zum anderen der Gedanke, dass der Faschismus nicht   gemeinsam mit den Vertretern des Kapitalismus zu bek&#228;mpfen ist. Nazis   ziehen ihre Unterst&#252;tzung aus dem Image, die Interessen des kleinen   Mannes zu vertreten. Sie pr&#228;sentieren sich als Gegner des   Establishments, der Politikerkaste und oftmals auch des kapitalistischen   Systems. Wie soll es da m&#246;glich sein, gemeinsam mit Vertretern dieses   Establishments Menschen, die sich wegen genau dieser Ablehnung von den   Faschisten angezogen f&#252;hlen oder bereit sind, ihnen eine Chance zu   geben, gegen diese zu mobilisieren? Nur wenn der Kampf gegen die Nazis   mit einem Kampf gegen die gesellschaftlichen Ursachen, die ihr Wachstum   erm&#246;glichen, verbunden wird, kann er auch dauerhaft erfolgreich sein.<\/p>\n<h4>  F&#252;r unabh&#228;ngige Arbeiterpolitik<\/h4>\n<p>  Trotzkis Verdienst war nicht zuletzt die Verteidigung von Prinzipien,   die die marxistische Arbeiterbewegung &#252;ber viele Jahrzehnte von K&#228;mpfen   und Debatten entwickelt hatte. Rosa Luxemburg f&#252;hrte schon um die   Jahrhundertwende den Kampf gegen den so genannten Millerandismus &#8211; die   Beteiligung von SozialistInnen an b&#252;rgerlichen, pro-kapitalistischen   Regierungen. Das Mitglied der franz&#246;sischen Sozialistischen Partei   Millerand war damals als Minister in die dortige Regierung eingetreten.   Luxemburg erkl&#228;rte, dass man als Mitglied einer Regierung   Mitverantwortung f&#252;r das gesamte Handeln der Regierung &#252;bernimmt und es   nicht die Aufgabe von SozialistInnen sein kann, an der Verwaltung des   Kapitalismus teilzunehmen. Die Bolschewiki verfolgten im Revolutionsjahr   1917 dieselbe Politik als sie sich weigerten in die Provisorische   Koalitionsregierung aus b&#252;rgerlichen Kadetten, Sozialrevolution&#228;ren und   Menschewiki einzutreten und diese auch nicht von au&#223;en unterst&#252;tzten.   Dieses Prinzip fu&#223;te auf der Einsch&#228;tzung eines un&#252;berbr&#252;ckbaren   Interessengegensatzes zwischen Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse und   der Unf&#228;higkeit des Kapitalismus, auch bei so genannten   Mitte-Links-Regierungen, eine dauerhafte fortschrittliche Entwicklung im   Interesse der Masse der Bev&#246;lkerung zu erm&#246;glichen. In   pro-kapitalistischen Regierungen mussten die Arbeiterparteien   zwangsl&#228;ufig Kompromisse eingehen, die sie ihres sozialistischen und   revolution&#228;ren Charakters berauben mussten, schlie&#223;lich stand die   Gesch&#228;ftsgrundlage einer solchen Regierung im Widerspruch zum   Sozialismus. Deshalb war eine unabh&#228;ngige Organisierung und Politik der   Arbeiterklasse notwendig und die Arbeiterparteien sollten eine solche   betreiben und propagieren, nicht zuletzt um die Massen zu einem   Klassenbewusstsein zu erziehen und eine sozialistische Ver&#228;nderung der   Gesellschaft vorzubereiten.<\/p>\n<p>  Die stalinisierte Kommunistische Internationale brach dieses Prinzip   nachdem ihre ultralinke Politik der so genannten Dritten Periode in der   nahezu widerstandslosen Machtergreifung der Nazis geendet war. Nun   sch&#252;ttete sie das Kind mit dem Bad aus und propagierte im Kampf gegen   den Faschismus die Bildung von Koalitionsregierungen mit   b&#252;rgerlich-demokratischen Parteien zur Verteidigung der kapitalistischen   Republik. Die bekanntesten Beispiele f&#252;r solche Regierungen entstanden   in Frankreich und Spanien und wurden Volksfront-Regierungen genannt. Sie   spielten eine direkte Rolle bei der Verhinderung einer sozialistischen   Revolution. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten Kommunistische   Parteien in Westeuropa in b&#252;rgerliche Koalitionsregierungen ein und   leisteten einen Beitrag zu Konsolidierung des Kapitalismus nach der   Katastrophe des Zweiten Weltkriegs, die in vielen L&#228;ndern zu starken   revolution&#228;ren Bewegungen f&#252;hrte. Grund f&#252;r diese konterrevolution&#228;re   Politik der stalinistischen Parteien waren die Interessen der Moskauer   B&#252;rokratie. Diese sah in einer Arbeiterrevolution in einem anderen Land   eine Bedrohung ihrer Machtposition, denn die Entwicklung von   Arbeiterr&#228;ten und sozialistischer Demokratie h&#228;tte auch f&#252;r die   sowjetische Arbeiterklasse ein Beispiel sein k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Trotzki f&#252;hrte einen erbitterten Kampf gegen diese Volksfrontpolitik. Er   erkannte, dass eine Beschr&#228;nkung des antifaschistischen Kampfes in   Zeiten der sozialen Revolte auf die Verteidigung der kapitalistischen   Republik, und damit der kapitalistischen Eigentums- und   Produktionsverh&#228;ltnisse, diesen nicht st&#228;rkt, sondern schw&#228;cht und   prophezeite im Fall Spaniens, dass dies zur Niederlage der Republik   f&#252;hren w&#252;rde. Und er betonte den konterrevolution&#228;ren Charakter solcher   Volksfrontregierungen und warb f&#252;r einen Bruch der Arbeiterparteien mit   diesen.<\/p>\n<p>  Nun befinden wir uns heute nicht in einer revolution&#228;ren Periode, wie im   Spanien oder Frankreich der 1930er Jahre. Die Frage der   Regierungsbeteiligung von linken bzw. Arbeiterparteien mit b&#252;rgerlichen,   pro-kapitalistischen Parteien ist aber brandaktuell. In Italien f&#252;hrte   die Beteiligung der Partido Rifondazione Comunista (Partei der   Kommunistischen Neugr&#252;ndung) an der pro-kapitalistischen Prodi-Regierung   zum Niedergang der Partei, weil sie mitverantwortlich f&#252;r den   Sozialabbau war, von ihr als kommunistischer Partei aber eine   grundlegend andere Politik erwartet wurde. Heute gibt es in Italien   keinen sozialistischen oder kommunistischen Parlamentsabgeordneten &#8211; in   dem Land, das einstmals die st&#228;rkste Kommunistische Partei Westeuropas   vorweisen konnte!<\/p>\n<p>  In Deutschland ist die Partei DIE LINKE in Berlin und Brandenburg in   Koalitionsregierungen mit der SPD und exekutiert eine Politik des   Stellenabbaus, der Privatisierungen und verwaltet den Kapitalismus,   statt alle Kraft darauf zu verwenden Selbstaktivit&#228;t und   Selbstorganisation der arbeitenden Bev&#246;lkerung gegen Stellen- und   Sozialabbau zu f&#246;rdern. Eine solche Politik, auch wenn sie mit der   Motivation betrieben wird, schlimmeren Sozialabbau zu verhindern, ist   mit einer sozialistischen Perspektive unvereinbar, entfremdet die   bewusstesten Teile der Arbeiterklasse von der LINKEN und schw&#228;cht den   Aufbau einer Gegenbewegung gegen den Kapitalismus. Sie schw&#228;cht auch DIE   LINKE, wie man an den Wahlergebnissen der PDS nach den ersten   Regierungsperioden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sehen konnte.<\/p>\n<p>  TrotzkistInnen sind scharfe GegnerInnen einer solchen Politik des   Klassenkompromisses und fordern den Austritt der LINKEN aus solchen   Regierungen. Sollten sie zumindest, wie die SAV es auch tut. Wenn   LINKE-PolitikerInnen, die sich als TrotzkistInnen verstehen, eine   unklare Haltung zu dieser Frage einnehmen, machen sie einen schweren   Fehler. Das gilt zum Beispiel f&#252;r Wolfgang Zimmermann, dem   Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im D&#252;sseldorfer Landtag, der sich nach   den Wahlen in NRW nicht grunds&#228;tzlich gegen eine Koalition mit SPD und   Gr&#252;nen aussprach, sondern die Illusion verbreitete, ein Politikwechsel   im Interesse der Arbeiterklasse sei mit diesen Hartz IV-Parteien   m&#246;glich. Das gilt auch f&#252;r Janine Wissler, LINKE-Abgeordnete im   hessischen Landesparlament und Unterst&#252;tzerin des aus der sich als   trotzkistisch verstehenden Linksruck-Organisation hervorgegangenen   Netzwerks marx21, die einer Tolerierung einer   SPD\/Gr&#252;ne-Minderheitsregierung zustimmte, was nichts anderes ist, als   eine Regierungsbeteiligung ohne Ministerposten (denn auch eine   Tolerierung bedeutet einen politischen Block zu bilden, der SPD und   Gr&#252;nen f&#252;r eine ganze Legislaturperiode die parlamentarische   Unterst&#252;tzung zusichert). Und es gilt f&#252;r diejenigen Linken in der   Berliner LINKEN, die zwar die Regierungsbeteiligung kritisieren, aber   davor zur&#252;ck schrecken, einen Bruch der Partei mit der SPD zu fordern.   Kein Wunder, dass vor allem die Unterst&#252;tzerInnen der SAV den Zorn der   LINKE-F&#252;hrung auf sich ziehen, weil sie nicht bereit sind in dieser   entscheidenden Frage, Kreide zu fressen und auf schonungslose Kritik und   praktische Opposition zu verzichten.<\/p>\n<h4>  F&#252;r ein sozialistisches &#220;bergangsprogramm<\/h4>\n<p>  Jede politische Organisation oder Bewegung definiert sich in letzter   Instanz durch ihr Programm. Ein Programm hat aber nicht nur die Aufgabe   politischen Ziele zu benennen, sondern beinhaltet auch eine Methode, wie   diese Ziele erreicht werden sollen. Programme k&#246;nnen Lippenbekenntnisse   sein, wenn sie so formuliert sind, dass ihre Zielsetzungen mit der   konkreten Politik der jeweiligen Organisation wenig zu tun haben. Wer   glaubt der SPD zum Beispiel, dass sie f&#252;r demokratischen Sozialismus   eintritt, obwohl dies Teil ihres Grundsatzprogramms ist?<\/p>\n<p>  Ein Verdienst Trotzkis war es zur Gr&#252;ndung der Vierten Internationale   einen Programmentwurf vorzulegen, der nicht nur die politischen Ziele   und Prinzipien der neu zu gr&#252;ndenden Organisation zusammenfasste,   sondern auch die Herangehensweise an die Entwicklung eines marxistischen   Programms, wie sie schon von den Bolschewiki 1917 und der jungen   Kommunistischen Internationale zu Beginn der 1920er Jahre praktiziert   wurde, zu verallgemeinern. Dabei geht es um die Propagierung so   genannter &#220;bergangsforderungen, also um das Aufstellen eines   &#220;bergangsprogramms. Das Gr&#252;ndungsdokument der Vierten Internationale,   das den Titel &#8222;Der Todeskampf des Kapitalismus und die Aufgaben der   Vierten Internationale&#8220; trug ging dementsprechend als das   &#8222;&#220;bergangsprogramm&#8220; in die Geschichte ein.<\/p>\n<p>  Das &#220;bergangsprogramm geht von einem Widerspruch zwischen der objektiven   Reife der gesellschaftlichen Situation (Krise des Systems einerseits,   hoher Entwicklungsstand der Produktivkr&#228;fte und von Wissenschaft und   Technik andererseits) f&#252;r eine sozialistische Ver&#228;nderung und der   subjektiven Unreife der Arbeiterklasse (Unklarheit im Bewusstsein,   Schw&#228;che und verr&#228;terische F&#252;hrung ihrer Organisationen) aus. Wie schon   Rosa Luxemburg sagte, besteht die Aufgabe darin, um die Macht zu   erobern, erst einmal die Massen zu erobern. Ein &#220;bergangsprogramm soll   dem Rechnung tragen und eine Br&#252;cke darstellen zwischen dem aktuellen   Bewusstsein und dem bestehenden Stand der Klassenk&#228;mpfe und dem Ziel der   sozialistischen Revolution. Es beschreibt dementsprechend nicht die   aufzubauende sozialistische Gesellschaft, sondern die Aufgaben im   &#220;bergang zu dieser und formuliert Forderungen, die dazu dienen sollen,   die Arbeiterklasse von der Eroberung der Macht zu &#252;berzeugen und daf&#252;r   zu mobilisieren. So hei&#223;t der Untertitel des Gr&#252;ndungsdokuments der   Vierten Internationale: &#8222;Die Mobilisierung der Massen um   &#220;bergangsforderungen als Vorbereitung zur Eroberung der Macht&#8220;.<\/p>\n<p>  Was bedeutet diese Methode f&#252;r die heutige Zeit? Der von Trotzki   genannte Widerspruch zwischen der objektiven Reife und subjektiven   Unreife f&#252;r den &#220;bergang zum Sozialismus besteht heute in noch weitaus   gr&#246;&#223;erer Art als 1938. Damals konnte man die Krise der Arbeiterklasse in   der Krise ihrer F&#252;hrung zusammen fassen, aber immerhin gab es ein weit   verbreitetes sozialistisches Bewusstsein unter ArbeiterInnen und es gab   starke Arbeiterparteien mit sozialistischem Anspruch, auch wenn sie von   sozialdemokratischen und stalinistischen Apparaten besetzt waren. Heute   gibt es nicht nur eine Krise der F&#252;hrung der Arbeiterbewegung, sondern   auch eine Krise des Bewusstseins und der Organisation: es gibt in der   Masse der Arbeiterschaft in den meisten L&#228;ndern, sicherlich in   Deutschland, kein sozialistisches Bewusstsein (wenn auch viel Sympathie   f&#252;r sozialistische Ideen, f&#252;r Marx und gro&#223;e Ablehnung der Banken und   Konzerne) und es gibt in den meisten L&#228;ndern keine Massenparteien der   Arbeiterklasse. Auf diesen Umstand muss in der Formulierung und   Pr&#228;sentation eines sozialistischen Programms R&#252;cksicht genommen werden.   Das darf aber nicht so weit gehen, dass dem Programm der sozialistische   Inhalt genommen wird. Die zu bauende Br&#252;cke muss tats&#228;chlich beide Enden   verbinden: das derzeitige Bewusstsein und die Notwendigkeit den   Kapitalismus durch eine sozialistische Demokratie zu ersetzen. Halbe   Br&#252;cken f&#252;hren in den Abgrund.<\/p>\n<p>  Leider haben in den letzten Jahren einige Linke, darunter auch solche,   die sich als TrotzkistInnen verstehen, nur halbe Br&#252;cken gebaut &#8211; und   dies auch noch als &#220;bergangsprogramm bezeichnet! F&#252;hrende   ProtagonistInnen der heutigen marx21-Str&#246;mung haben sich in der   Gr&#252;ndungsphase der WASG dadurch hervor getan, dass sie es explizit   ablehnten f&#252;r die WASG ein sozialistisches Programm vorzuschlagen und   erkl&#228;rten das mit dem fehlenden sozialistischen Bewusstsein in der   Bev&#246;lkerung. Dies verga&#223;en sie dann ganz schnell, als im   Vereinigungsprozess von WASG und PDS (so gut wie) niemand mehr in Frage   stellte, dass das Parteiprogramm einen sozialistischen Bezug haben   sollte. Seitdem geht es eher um die spannende Frage, was Sozialismus   eigentlich ist und wie er erreicht werden kann. Der Hamburger   B&#252;rgerschaftsabgeordnete der LINKEN, Joachim Bischoff, hat in den   letzten Jahren auch f&#252;r ein &#220;bergangsprogramm argumentiert, so wie der   britische Professor und Repr&#228;sentant der dortigen Socialist Workers   Party, Alex Callinicos, in seinem Antikapitalistischen Manifest von   2003. Doch beide bezeichneten ein Programm als &#220;bergangsprogramm, das in   den Grenzen keynesianischer Regulierung und Staatsintervention im Rahmen   der Marktwirtschaft verharrte. &#196;hnliches konnte man in der Erkl&#228;rung zur   Euro-Krise verschiedener europ&#228;ischer trotzkistischer und   antikapitalistischer Organisationen aus diesem Jahr sehen. Statt f&#252;r die   Notwendigkeit der &#220;berwindung der Marktwirtschaft zu argumentieren,   forderte die Erkl&#228;rung die demokratische Kontrolle &#252;ber die Finanzm&#228;rkte   &#8211; als ob etwas demokratisch kontrolliert werden kann, das blind nach   eigenen Gesetzen w&#252;tet und dessen wesentliche Institutionen, Banken und   andere Finanzinstitute, nicht der Gesellschaft, sondern wenigen   Privatkapitalisten und Gro&#223;aktion&#228;ren geh&#246;ren.<\/p>\n<p>  Ein sozialistisches &#220;bergangsprogramm muss R&#252;cksicht auf das bestehende   Bewusstsein nehmen, darf aber nicht zu einem systemimmanenten,   reformistischen Programm degradiert werden. Es muss die Unf&#228;higkeit des   Kapitalismus, die Krisen und Probleme der Welt zu l&#246;sen, zum   Ausgangspunkt nehmen und davon Forderungen ableiten, die an diese   Ursache rangehen. In der heutigen Zeit der gr&#246;&#223;ten kapitalistischen   Weltwirtschaftskrise seit achtzig Jahren, der massiven &#220;berkapazit&#228;ten   und der drohenden profitgetriebenen &#246;kologischen Katastrophe gilt das   umso mehr. Deshalb hat kein Programm die Bezeichnung sozialistisch oder   &#220;bergangsprogramm verdient, das nicht die Eigentumsfrage als wesentliche   Frage aufwirft und die Verstaatlichung unter demokratischer   Arbeiterkontrolle und -verwaltung der Banken und Konzerne und von   Unternehmen, die Massenentlassungen planen und Produktionsst&#228;tten   schlie&#223;en, fordert.<\/p>\n<p>  Doch ein Programm existiert nicht nur auf dem Papier. Es muss im   Klassenkampf angewendet werden. TrotzkistInnen sind keine   Hinterzimmerrevolution&#228;re. Sie bringen sich auf allen Ebenen aktiv in   Bewegungen und K&#228;mpfe ein, versuchen diese zu st&#228;rken, machen Vorschl&#228;ge   f&#252;r erfolgversprechende Strategien und tragen in diese K&#228;mpfe ein   sozialistisches Programm und eine sozialistische Perspektive.<\/p>\n<h4>  Revolution&#228;re Organisation<\/h4>\n<p>  Nicht selten werden TrotzkistInnen bel&#228;chelt, weil es relativ viele   Organisationen gibt, die sich auf den Trotzkismus beziehen (siehe dazu   Wolfram Kleins Artikel auf Seite 34). Ihnen wird Sektierertum,   Dogmatismus und Spaltungswut vorgeworfen. Es gibt gute und schlechte   Gr&#252;nde f&#252;r die Aufspaltung der trotzkistischen Bewegung in viele   verschiedene Verb&#228;nde. Es ist nicht Aufgabe dieses Artikels diese   darzulegen. Jedoch kommt in der Existenz dieser Organisationen eine   Grundidee Trotzkis zum Ausdruck, die dieser wiederum von Lenin   aufgenommen und verteidigt hat: die zentrale Bedeutung einer   revolution&#228;r-marxistischen Organisation mit einer klaren politischen   Vorstellung, sei sie noch so klein und schwimmt sie noch so sehr gegen   den Strom. Die Geschichte des Bolschewismus ist daf&#252;r der wichtigste   historische Beleg.<\/p>\n<p>  Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist voll von Beispielen f&#252;r die   Bedeutung einer revolution&#228;ren Organisation in revolution&#228;ren   Situationen &#8211; bis auf die erfolgreiche Oktoberrevolution leider   Negativbeispiele. In unz&#228;hligen Situationen haben die Massen unter   Beweis gestellt, dass sie Revolution &#8222;machen k&#246;nnen&#8220;. Deutschland   1918\/19, Ungarn 1919, Spanien 1936, Ungarn 1956, Iran 1978\/79,   Frankreich 1968, Portugal 1974 &#8211; die Liste lie&#223;e sich fortsetzen. Doch   Revolution machen ist eine Sache. Sie zu einem dauerhaften Erfolg f&#252;hren   und eine neue staatliche Ordnung schaffen und verteidigen eine andere.   Die Geschichte hat gezeigt, dass dies ohne eine starke, vorbereitete und   mit politischer Klarheit ausgestattete revolution&#228;re Organisation nicht   m&#246;glich ist. Das war der entscheidende Unterschied in Russland 1917.   Hier war die bolschewistische Partei in der Lage die Mehrheit in den   Arbeiter- und Soldatenr&#228;ten zu gewinnen und diese mit einem Programm und   einer Strategie zur erfolgreichen Machteroberung zu f&#252;hren. Die   Notwendigkeit einer revolution&#228;ren Organisation ergibt sich daraus, dass   die Arbeiterklasse kein monolithischer Block ist. Sie besteht aus   verschiedenen Schichten mit unterschiedlichen Erfahrungen und   Bewusstsein. Die Zusammenfassung der fortgeschrittensten Teile der   Klasse in einer Organisation ist n&#246;tig, um ein Programm, eine Strategie   und Taktik auszuarbeiten und in revolution&#228;ren Situationen zur Anwendung   kommen zu lassen. Eine solche Organisation kann nicht in einer   Revolution selber geschaffen werden. Ihr Kern muss vorher gebildet,   geschult, vorbereitet werden. Das hat nicht zuletzt der tragische   Verlauf der deutschen Novemberrevolution gezeigt, als die neu gebildete   Kommunistische Partei Deutschlands zu unreif und zu schlecht organisiert   war, um im Verlauf der Revolution die Mehrheit der Arbeiterschaft von   ihrem Programm zu &#252;berzeugen. Die Aufrechterhaltung einer marxistischen   Organisation in nicht-revolution&#228;ren Zeiten dient aber nicht nur zur   Vorbereitung, sondern auch zur Weiterentwicklung der marxistischen   Theorie. Ohne eine marxistische Theorie, die auf der H&#246;he der Zeit ist,   kann diese auch keine Anleitung zur Aktion in revolution&#228;ren Situationen   sein. Sie muss permanent diskutiert, gepr&#252;ft, getestet werden. Das ist   nur in einem kollektiven Prozess der Diskussion und des Handelns m&#246;glich   und kann nicht die Aufgabe von Einzelpersonen sein, m&#246;gen sie auch noch   so genial sein. Auch Trotzki brauchte den Austausch mit seinen   GesinnungsgenossInnen. In der heute noch komplexeren Welt gilt das umso   mehr. Die Beteiligung am Aufbau einer revolution&#228;r-marxistischen   Organisation ist deshalb f&#252;r jeden Trotzkisten und jede Trotzkistin   unverhandelbare Kernaufgabe.<\/p>\n<p>  Der Aufbau einer solchen Organisation ist aber nicht gleichbedeutend mit   Sektierertum oder Spalterei und steht nicht im Widerspruch zum Aufbau   breiter Organisationen der Arbeiterklasse, seien es Gewerkschaften,   Aktionskomitees oder auch breite Arbeiterparteien. Die SAV ist seit   Mitte der 1990er Jahre f&#252;r den Aufbau einer neuen Arbeiterpartei   eingetreten. Dies war und ist eine Anerkennung der Tatsache, dass die   Arbeiterbewegung nach dem Zusammenbruch des Stalinismus stark geschw&#228;cht   wurde. Die Schaffung einer Massenpartei von ArbeiterInnen w&#228;re in der   heutigen Situation ein gro&#223;er Fortschritt, auch wenn diese nicht auf   einem klaren sozialistischen Programm basieren w&#252;rde, solange sie die   grundlegenden Klasseninteressen der ArbeiterInnen verteidigt. Eine   solche Partei b&#246;te ein Forum zum gemeinsamen Kampf und zur Debatte &#252;ber   die Frage, wie ein sozialistisches Programm und eine sozialistische   Politik aussehen sollen. Die SAV hat die WASG als einen Schritt in   Richtung des Aufbaus einer solchen Partei betrachtet und deshalb haben   SAV-Mitglieder von Beginn an energisch die WASG mit aufgebaut. Auch DIE   LINKE bietet einen Ansatz zur Schaffung einer Arbeiterpartei, wenn dies   auch durch den offen sozialliberalen Fl&#252;gel der Bef&#252;rworterInnen von   Regierungskoalitionen mit der SPD verkompliziert wird. Deshalb arbeiten   SAV-Mitglieder in der LINKEN und ihrem Jugendverband mit und setzen sich   gleichzeitig f&#252;r die Bildung eines starken linken, sozialistischen   Fl&#252;gels als Opposition gegen den Kurs der Regierungsbeteiligung ein.<\/p>\n<h4>  Internationalismus<\/h4>\n<p>  Der Marxismus war von Beginn an eine internationalistische Lehre,   zusammen gefasst in dem ber&#252;hmtem Schlusssatz des Kommunistischen   Manifests: &#8222;Proletarier aller L&#228;nder, vereinigt Euch!&#8220; Die Organisation,   f&#252;r die dieses Manifest verfasst wurde &#8211; der Bund der Kommunisten &#8211;   verstand sich als eine internationale Verbindung. Diese Einsicht ergab   sich aus der Analyse der kapitalistischen Gesellschaft, die einen   Weltmarkt geschaffen hat, aber den Nationalstaat nicht &#252;berwinden kann.   Sie setzt die ArbeiterInnen verschiedener Betriebe und verschiedener   L&#228;nder, Stichwort &#8222;Standortsicherung&#8220;, in Konkurrenz zueinander. Nur   durch die &#252;berbetriebliche und internationale Vereinigung der   Besch&#228;ftigten kann dieser Versuch der Spaltung gekontert werden.   Gleichzeitig kann es keinen Sozialismus in einem Land geben. Sozialismus   kn&#252;pft an der h&#246;chsten im Kapitalismus erreichten   Produktivkraftentwicklung an, dazu geh&#246;rt die Internationalisierung von   Produktion und Handel. Eine auf ein Land oder einige L&#228;ndern begrenzte   Revolution, das zeigt das Beispiel Sowjetrusslands, kann auf Dauer keine   sozialistische Entwicklung einleiten. Deshalb ist der Gedanke der   internationalen Revolution ein Kernbestandteil der Theorie der   Permanenten Revolution. Deshalb ergriffen die Bolschewiki im Oktober   1917 die Macht mit dem Gedanken, dass sie diese nur werden halten   k&#246;nnen, wenn die Revolution auch im Rest Europas siegen w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Dieser Internationalismus der marxistischen Arbeiterbewegung wurde von   den Reformisten und Stalinisten verraten. Diese haben sich letztlich auf   nationale Standpunkte gestellt. Die reformistischen Sozialdemokraten auf   den Standpunkt der eigenen nationalen Kapitalistenklasse, die B&#252;rokratie   in den stalinistischen L&#228;ndern entwickelten ebenso nationalistische   Positionen, was zu Konflikten und Br&#252;chen, zum Beispiel zwischen Moskau   und Belgrad und zwischen Moskau und Peking f&#252;hrte.<\/p>\n<p>  Es waren Trotzki und die TrotzkistInnen, die am klassischen   Internationalismus der Arbeiterbewegung festhielten und das Erbe von   Rosa Luxemburg und Lenin, f&#252;r die die Schaffung einer neuen   Internationale nach dem Verrat der sozialistischen Zweiten   Internationale die h&#246;chste Aufgabe war, retteten.<\/p>\n<p>  Trotzkismus bedeutet deshalb immer internationalistische Politik und das   Einnehmen einer internationalistischen Perspektive. Kein Zufall, dass es   zum Beispiel das Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale (englische   Abk&#252;rzung CWI f&#252;r Committee for a Workers International) war, das 1992   die Kampagne &#8222;Jugend gegen Rassismus in Europa&#8220; anstie&#223; und die erste   europaweite Gro&#223;demonstration mit 40.000 Menschen gegen Rassismus und   Faschismus in Br&#252;ssel organisierte. Kein Zufall, dass der irische   CWI-Europaparlamentarier Joe Higgins die Initiative in der linken   Fraktion des Europaparlaments f&#252;r die Ausrufung einer internationalen   Aktionswoche im Juni gegen die Krise und zur Solidarit&#228;t mit der   griechischen Widerstandsbewegung ergriff. Aber nicht nur das.   Trotzkismus bedeutet auch den Kampf um die Schaffung einer   Arbeiterinternationale fortzusetzen. Das CWI versteht sich als ein   Nukleus einer solchen Arbeiterinternationale. Zu ihm geh&#246;ren   marxistische Gruppen und Organisationen in &#252;ber vierzig L&#228;ndern auf   allen Kontinenten der Erde. Es ist eine lebendige und demokratische   internationale Gemeinschaft, die mit einem regen internationalen   Austausch diskutiert, Positionen entwickelt und handelt.<\/p>\n<h4>  Fazit<\/h4>\n<p>  Trotzkismus ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern nichts weiter als   moderner Marxismus. Er hat sich mit dem Zusammenbruch des Stalinismus   nicht &#252;berlebt, sondern bietet weiterhin die entscheidenden Ideen und   Anleitungen um den Kapitalismus des 21. Jahrhunderts richtig zu   analysieren und eine Strategie zu seinem Sturz auszuarbeiten. Am   Trotzkismus, und auch an der Begrifflichkeit, festzuhalten ist nicht   Ausdruck von R&#252;ckw&#228;rtsgewandtheit oder Dogmatismus, sondern einem   Verst&#228;ndnis der historischen Entwicklung des Kapitalismus und der   Arbeiterbewegung und eine Verteidigung der in 150 Jahren erarbeiteten   und in z&#228;hen K&#228;mpfen verteidigten revolution&#228;ren und   internationalistischen Grunds&#228;tze.<\/p>\n<h5>  <i>Sascha Stanicic ist Bundessprecher der SAV und verantwortlicher   Redakteur von sozialismus.info. Er lebt in Berlin. <\/i><\/h5>\n<p>  <b>Die aktuelle Ausgabe des Magazins sozialismus.info hat einen   Trotzki-Schwerpunkt und kann <a href=\"http:\/\/www.shop.sozialismus.info\/shop\/article_587\/sozialismus.info---Nr.11.html?shop_param=cid%3D1143%26aid%3D587%26\">hier<\/a>   bestellt werden. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Bedeutung der Ideen Leo Trotzkis f&#252;r das 21. 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