{"id":13810,"date":"2010-08-04T00:00:00","date_gmt":"2010-08-04T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13810"},"modified":"2010-08-04T00:00:00","modified_gmt":"2010-08-04T00:00:00","slug":"13810","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/08\/13810\/","title":{"rendered":"Proteste in Bangladesch und Kambodscha"},"content":{"rendered":"<p>  TextilarbeiterInnen auf der Stra&#223;e<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Tausende TextilarbeiterInnen sind in Dhaka, der Hauptstadt von   Bangladesch, auf die Stra&#223;e gegangen, um ihren Unmut &#252;ber die j&#252;ngst   bekannt gegebene Anhebung des Mindestlohns &#246;ffentlich zu machen. Sie   halten die Lohnsteigerungen f&#252;r nicht angemessen.<\/p>\n<h4>  <i>Artikel aus &#8222;The Socialist&#8221;, der Wochenzeitung der Socialist Party   (Schwesterorganisation der SAV in England und Wales)<\/i><\/h4>\n<p>  Die von der staatlichen Schiedsstelle vorgeschlagene Lohnerh&#246;hung von   23,- US-Dollar auf 43,- US-Dollar im Monat ist das bisherige Ergebnis   einer ganzen Reihe intensiv gef&#252;hrter K&#228;mpfe der TextilarbeiterInnen,   die 75,- US-Dollar monatlich fordern. Bei dem neu festgelegten   Mindestlohn handelt es sich um die Summe, die die Arbeitgeber nach   eigener Aussage h&#246;chstens in der Lage zu zahlen sind.<\/p>\n<p>  Laut Gewerkschaften sind die Lebenshaltungskosten seit der letzten   Anhebung des Mindestlohns um 200 Prozent angestiegen. Damals, im Jahr   2006, betraf die Anhebung 2,5 Millionen in erster Linie weibliche   Besch&#228;ftigte. Letztere sagen, dass ein Lohn in H&#246;he von 150,- US-Dollar   n&#246;tig w&#228;re, um &#252;ber die Runden zu kommen.<\/p>\n<p>  Letzten Monat ging die Polizei mit Bambusst&#228;ben, Tr&#228;nengas und   Wasserwerfern auf streikende TextilarbeiterInnen los. Auch Kinder, von   denen viele illegal in unz&#228;hligen der Textilfabriken in und um Dhaka   arbeiten, wurden von der Polizei attackiert. Einer Sch&#228;tzung zu Folge   kam es in der ersten H&#228;lfte des Jahres 2010 zu 72 Streiks, bei denen   fast 1.000 ArbeiterInnen Verletzungen durch die Polizei erlitten und 45   verhaftet wurden.<\/p>\n<p>  Au&#223;erdem haben die Arbeitgeber in Bangladesch, die Kleidung f&#252;r gro&#223;e   westliche Marken wie &#8222;Marks and Spencer&#8220;, &#8222;Wal-Mart&#8220; und &#8222;H&amp;M;&#8220;   produzieren, auch Schl&#228;gertrupps angeheuert, um die TextilarbeiterInnen   einzusch&#252;chtern.<\/p>\n<p>  Der Wert der Textilausfuhren aus Bangladesch ist von nur f&#252;nf Milliarden   US-Dollar im Jahr 2002 auf heute rund zw&#246;lf Milliarden US-Dollar   j&#228;hrlich angestiegen. Das macht achtzig Prozent der Exporteinnahmen   Bangladeschs aus und fu&#223;t auf niedrigen Lohnkosten, die die Top-Marken   aus dem Westen ins Land holen.<\/p>\n<p>  Unterdessen setzt die Polizei in Kambodscha Elektroschocker ein, um   TextilarbeiterInnen anzugreifen, die sich seit einer Woche bei der von   einem malaysischen Besitzer gef&#252;hrten Fabrik &#8222;PCCS Garments Ltd&#8220; im   Streik befinden. Diese Firma produziert Waren f&#252;r Marken wie &#8222;Adidas&#8220;,   &#8222;Puma&#8220; und &#8222;Benetton&#8220;. Neun weibliche Besch&#228;ftigte wurden dabei verletzt.<\/p>\n<p>  Die ArbeiterInnen waren wegen der Entlassung eines   Gewerkschaftsvertreters durch die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung aufgebracht und   demonstrierten dagegen mit Stra&#223;enblockaden in der Hauptstadt Phnom   Penh. Die Polizei, ausgestattet mit einer gerichtlichen Verf&#252;gung,   versuchte daraufhin die Stra&#223;en zu r&#228;umen und die ArbeiterInnen zur&#252;ck   an ihren Arbeitsplatz zu zwingen.<\/p>\n<p>  Gerade die Textilbranche ist ber&#252;chtigt f&#252;r die dort vorherrschenden   Niedrigstl&#246;hne und miserablen Arbeitsbedingungen. 2009 setzten die   Arbeitgeber 30.000 TextilarbeiterInnen auf die Stra&#223;e und begr&#252;ndeten   dies mit der Rezession in den USA und in Europa, wodurch die Nachfrage   nach Waren zur&#252;ckgegangen sei.<\/p>\n<h4>  ASDA profitiert von Niedrigl&#246;hnen<\/h4>\n<p>  Vor kurzem erst wurde von der Wohlfahrtsorganisation &#8222;ActionAid&#8220; ein   belastender Bericht &#252;ber die &#8222;beklagenswerten&#8220; Lohn- und   Arbeitsbedingungen der &#214;ffentlichkeit vorgestellt, denen ArbeiterInnen   in Fabriken in Bangladesch ausgesetzt sind, welche f&#252;r die britische   Supermarktkette ASDA produzieren. Bei ASDA handelt es sich um eine   Tochterfirma des US-amerikanischen Konglomerats &#8222;Wal-Mart&#8220;, das t&#228;glich   einen Profit von 45 Millionen britischen Pfund einf&#228;hrt.<\/p>\n<p>  &#8222;Wal-Mart \/ ASDA&#8220; zahlt seinen TextilarbeiterInnen in den Fabriken in   Bangladesch durchschnittlich weniger als ein brit. Pfund am Tag. Bei den   meisten Besch&#228;ftigten handelt es sich um Frauen mit Kindern, die zudem   extreme Arbeitszeiten haben.<\/p>\n<p>  Laut &#8222;ActionAid&#8220; decken L&#246;hne in dieser H&#246;he nur 25 Prozent der   Lebenshaltungskosten, die eine durchschnittliche Mutter in Bangladesch   hat. Das Ergebnis ist, dass etliche &#252;berarbeitete Frauen k&#228;mpfen m&#252;ssen,   um ihre Kinder durchzubekommen. Das hei&#223;t, dass die Unternehmensprofite   direkt aus den Taschen der &#228;rmsten Menschen dieses Planeten kommen und   den M&#252;ndern der &#228;rmsten Kinder dieser Welt vorenthalten werden. Der   Grund daf&#252;r, dass Unternehmen wie ASDA so kosteng&#252;nstige Kleidung   anbieten k&#246;nnen liegt darin, dass ihre Kosten auf Grund der L&#246;hne der   TextilarbeiterInnen unterhalb der Armutsrate so niedrig sind.<\/p>\n<p>  &#8222;ASDA behauptet, ein familienfreundlicher Supermarkt zu sein. Ihr   Gesch&#228;ftsmodell hat jedoch eine dunkle Seite. Familien werden in die   Armut getrieben, weil die L&#246;hne, die ASDA zahlt, so niedrig sind.&#8220;, so   der gesch&#228;ftsf&#252;hrende Sprecher von &#8222;ActionAid&#8220;.<\/p>\n<p>  Dahingegen behauptet ASDA, dass man versucht habe, die Bedingungen ihrer   Angestellten auf dem indischen Subkontinent zu verbessern, was folgende   Frage aufwirft: Warum wurden sie dann &#252;berhaupt so schlecht behandelt?   Die Antwort lautet, wie bei kapitalistisch gef&#252;hrten Unternehmen &#252;blich:   Profit.<\/p>\n<h5>  <i>Dave Younger<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      TextilarbeiterInnen auf der Stra&#223;e\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13810"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13810"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13810\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}